Aktuelles rund um Karl May und das Karl-May-Haus
Ein Jahr vor dem zwanzigjährigen Jubiläum des Museums im Jahr 2005 widmet sich die diesjährige Sonderausstellung dem aus Schweden stammenden Maler Carl Andreas Lindeberg (1876-1961). Erstmalig dediziert sich damit eine Exposition des Karl-May-Hauses ausschließlich einem der zahlreichen renommierten Künstler, die ihr illustratives Schaffen der Traumvision Karl Mays zueigneten. Neben Malern wie Sascha Schneider (1870-1927) oder Claus Bergen (1885-1964) gehört Lindeberg zu den produktivsten und weitverbreitetsten Zeichnern in Sachen May. Seine Werke zieren
noch heute unzählige Deckelbilder berühmter May-Ausgaben.
"Ein Maler nicht nur für Karl May" - so der Untertitel der Präsentation - verweist bereits darauf, dass das Spektrum seines Schaffens ein sehr breites war: Kinderbuch-Illustrationen, Postkarten, Sammelbilder, Quartettspiele, Reiseprospekte, Plakate bis hin zu Notgeld-Illustrationen. Mehr als 50 Verlage und Firmen erteilten dem Karl-May-Zeichner Aufträge. So entstand ein farbenfrohes Werk, das in einem einzigartigen Umfang und erstmalig in Mays Geburtsstadt präsentiert wird. Sämtliche Arbeiten Lindebergs überdauerten ihn und prägten sich in Köpfe und Herzen vieler Generationen ein.
Ermöglicht wurde die Präsentation durch den Düsseldorfer Sammler und Lindeberg-Forscher Friedhelm Spürkel, dem für sein Engagement und die Bereitstellung der Leihgaben vom Veranstalter herzlich gedankt wird.
25. Februar 2004:
17.00 Uhr Eröffnung der Sonderausstellung des Karl-May-Hauses
"Carl Andreas Lindeberg -
Ein Maler nicht nur für Karl May"
Ort: Karl-May-Begegnungsstätte
Karl-May-Straße 51, 09337 Hohenstein-Ernstthal
(vis-à-vis Karl-May-Haus)
Gleichzeitig wird anläßlich Karl Mays 162. Geburtstag der völlig neugestaltete und aktualisierte Dauerausstellungs-Komplex "Die Internationalität" der Öffentlichkeit übergeben. Die bislang im Erdgeschoß im Kassenraum präsentierten Auslandsausgaben seit 1945 sind nun im 2. Obergeschoß in einem separaten
Fremdsprachenzimmer
zu sehen. Die Vielfalt der seit 1881 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges weltweit erschienenen Karl-May-Übersetzungen erschließt sich dem Besucher visuell in einem Wandfries mit einer repräsentativen Auswahl von Deckelbildern der Auslandsausgaben. Übersichtstafeln mit Informationen zu den Sprachen, Ländern und Jahresangaben der Erstübersetzungen sowie Landkarten ergänzen den Ausstellungskomplex. Mit der Einrichtung des Fremdsprachenzimmers erweitert sich die Ausstellungsfläche in Mays Geburtshaus zwar nur unwesentlich um sechs Quadratmeter, doch wird mit dem Raum ein seit der Eröffnung bestehender Sammelschwerpunkt des Museums deutlicher sichtbar gemacht.

Neu im Bestand des Karl-May-Hauses
Ankauf eines Werkes von Gottfried Dexelius, einem schriftstellernden Vorfahren Karl Mays
Über ein Antiquariat konnte für die Sammlungen des Karl-May-Hauses mit Förderung der Landesstelle für Museumswesen des Freistaates Sachsen ein Werk von Gottfried Dexelius (1658-1707) erworben werden:
Historischer Lust-Garten, Oder angenehme Garten-Gesellschafft, In welcher die aller-neuesten und seltzamsten Denck- und merckwürdige Welt-Begebenheiten (...) In XXIV. Garten-Zusammenkünfften Über Tausend der rarsten Geschichte, anmuthig erzehlet werden (...) Mit Sprüchen Heiliger Schrifft, und der Alt-Väter, guten Moralien, Sinn-Bildern, Gleichnüssen, schönen Realien, Reim-Zeilen, und andern (...) erbaulichen Anmerckungen.
Dresden-Leipzig, J. Ch. Mieth, 1702. 8
11 Bl., 704 pp., 28 Bl., 1 Kupfer
Gottfried Dexelius ist ein Stammverwandter Karl Mays in der 6. Ahnengeneration: - der Bruder einer 4. Urgroßmutter Karl Mays väterlicherseits. Das genannte Werk ist im "Heinsius" verzeichnet, jedoch konnte es bislang in keiner öffentlichen Bibliothek oder Sammlung nachgewiesen werden. Die Neuerwerbung wird ab dem 25. Februar 2004 für einen begrenzten Zeitraum im Karl-May-Haus ausgestellt.
Literatur:
Hainer Plaul: Ererbte Imagination. Über drei schriftstellernde Stammverwandte Karl Mays. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1981, S. 227-261, spez. S. 243-257. |
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Karl-May-Haus Hohenstein-Ernstthal