19. Mai 1997:
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe Ihre Homepage besucht, weil ich in den letzten Wochen eine intensive Wiederbegegnung mit Karl Mays Werken hatte. Die Lektuere nach all den Jahren hat mich "de profundis", aus der Tiefe heraus, beruehrt. Dazu hier aber nichts weiter. Jedoch zum Thema Uebersetzung: Das Karl May-Erlebnis ist so spezifisch sprachgebunden wie keine anderes im Reich der Buecher. Es greift etwas ganz Eigenartiges, viel laenger als unsere Kindheit Zurueckliegendes, ans Gemuet, und das haengt mit der deutschen Sprache und ihrer Wirkung auf die in ihr Grossgewordenen zusammen. Bitte sehr, ich bin kein Mystiker, vielmehr gewohnt, nur rationale Argumente geltenzulassen. Im uebrigen verstehe ich etwas von der literarischen Uebersetzung, habe z.B. meine Doktorarbeit ueber die franzoesische Version von Manns "Zauberberg" verfasst und bin insofern "vom Bau". Aber May in Uebersetzung, das kann niemals, niemals in der vertrauten Weise wirken. Bei allem Respekt vor ihrem Versuch, May in Amerika heimisch werden zu lassen; ich glaube daran nicht.

Mit freundlichen Gruessen, J.H.

Dr. Jochen HELLMANN
University of Hamburg
Office of Research, Study, Teaching 
and International Relations
Rothenbaumchaussee 81, D-20148 Hamburg
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E-Mail:  hellmann@rrz.uni-hamburg.de


Dazu schreib ich was!!


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