Zitate aus Karl Mays "Deutsche Herzen, deutsche Helden"
zitiert nach: Karl May, Deutsche Herzen, deutsche Helden, Bargfeld: Das Bücherhaus, 1996 = Karl Mays Werke, histor.-krit. Ausgabe, Bd. II.20ff. Zitate zusammengestellt und ausgewählt von Timm Kabus.
Vorrede: Dieses Werk ist eine Lieferungsroman-Ausgabe, d.h., sie erschien seinerzeit (Dresden 1885-87) in wöchentlichen Heftchen, womit die Verleger auch das mittellose Publikum gewinnen wollten, das sich den Kauf eines ganzen Buches nicht leisten konnte. Die "Deutschen Herzen" zählen somit zum Frühwerk Karl Mays. Es sei also davor gewarnt, aus den folgende Passagen zu sehr, auf die Meinung des "späteren" Karl May zurückzuschließen, zumal er bei dieser besonderen Literaturgattung auch noch den Interessen des Publikums Rechnung zu tragen hatte.
Ferner biete ich Ihnen hier nur Zitate - der Kontext geht dabei notgedrungen verloren - lesen Sie doch mal das ganze Werk! Es ist schwierig, die 3000 Seiten Herz-Schmerz-Kitsch und die abstrusen Abenteuer unbeschadet zu überstehen. Aber es ist interessant, auch einmal den 'frühen' Karl May zu entdecken - sind hier doch schon viele Eigenschaften der Haupthelden und des Erzählverlaufs vorgezeichnet. Die Bände behandeln die Zusammenführung der durch verbrecherische Machenschaften in alle Welt zerstreuten Familienmitglieder von Adlerhorsts.
Die Zitate
»... der Lord gehörte keineswegs zu jenen Engländern, welche sich über alle Nationalitäten erhaben dünken, alle Rechte für sich in Anspruch nehmen und es für eine große Ehre für einen Anderen halten, wenn sie ihm einmal ein stolzes Wort gönnen.« [19]
»Ein mit dem Spleen behafteter nimmt sich vieles vor, was er nicht ausführt« [21]
»Seine [Wallerts] Züge hatten etwas ausgesprochen Aristokratisches, und als er sich jetzt umwandte, zeigte seine Bewegung jene anmuthige Gewandtheit, welche kaum anzuerziehen ist, wenn sie nicht angeboren wurde.« [37]
»'Ich empfand eine Freude, eine Wonne, ein Glück, wie ich es Dir gar nicht beschreiben kann. Ich habe die Seligkeit eines solchen Gefühls gar nicht für möglich gehalten. Das Herz besitzt wirklich Tiefen, welche man selbst noch gar nicht kennt...' / 'Natürlich. Eine Schilderung ist da nicht nur überflüssig, sondern geradezu ein Unsinn. Worte können eben an die Göttlichkeit der Liebe unmöglich reichen. ...'« [41f.]
»Ja eine Blume bist Du, eine schöne, süß duftende Blume. Es ist, als sei die Sonne über Dich hinweggegangen und habe ihre schönsten und wärmsten Strahlen bei Dir zurückgelassen. Dein Auge ist dasjenige des Himmels, wenn er keine Wolken hat.« [106]
»Ein Harem ist eine Hölle für das Weib, welches ein Herz im Busen trägt. Im Harem herrscht die elendeste Knechtschaft, im Harem gähnt der fürchterlichste Tod, das Elend, das Unglück, der Jammer grinst Dir aus allen Ecken und Winkeln entgegen. Im Harem gebietet ein Mensch, dem Dein Leib gehört, während Deine Seele nach Freiheit schmachtet. Im Harem - o, was soll ich sagen! Es ist ja nicht zu sagen. Aber als der Prophet von den Stufen der Hölle sprach, kannte er die entsetzliche Tiefe der Verdammnis noch nicht. Der tiefste Winkel derselben heißt - Harem.« [107f.]
»Je größer der Schatz ist, den man besitzt, desto mehr wacht man über ihn.« [114]
»Es ist uns Frauen eine Gabe verliehen, wie es kostbarer keine zweite giebt, die Gabe, das Herz des Mannes gefangen zu nehmen für alle Zeit, für das ganze Leben. Wir können dem Manne die größten Seligkeiten bieten, ihm aber auch die Hölle bereiten.« [115]
»Die Wölkchen des Tabaks erquicken die Seele und stärken den Verstand« [148]
»Der Deutsche ist ehrlich, schlägt sich aber gern mit seinen eigenen Brüdern herum...« [149]
»Das Weib ist gemacht, das Herz des Mannes zu erfreuen. Wem ein schönes Auge leuchtet, der thut seine Pflicht mit doppeltem Eifer.« [152]
»Sie reden echt diplomatisch, das heißt doppelzüngig« [159]
»Du bist ein Mann, und ein Mann soll sich nicht vor einem fremden Weibe beugen.« [171]
»Ich habe noch nie geliebt. Jetzt ist es zum ersten Male über mich gekommen, und zwar mit einer Allmächtigkeit, gegen welche kein menschlicher Wille und keine menschlich Macht und Kraft anzukämpfen wermag.« [177]
»Es wird Zeit, daß sich sogar der Orientale mit dieser [der deutschen] Sprache befaßt. Wir halten den Islam für den allein rechten Glauben, und ich als Muhammedanerin will an dieser Säule nicht zu rütteln wagen. Wir verschmähen es, uns mehr, als unumgänglich nöthig ist, mit dem Abendlande zu befassen, und doch sind wir in so mancher Beziehung von den Engländern und Franzosen und Russen in Abhängigkeit gesetzt. Wir haben schon längst die Sprachen dieser drei Nationen zu studieren; aber was bringen uns diese Leute? Der Engländer ist ein Krämer; er kommt zu uns, um uns auszusaugen, wie er es mit allen Völkern thut. Der Franzose überschwemmt uns mit Parfüms und schönen Redensarten, ohne uns wirklichen Nutzen zu schaffen. Der Russe ist ein Barbar, welcher uns in demüthigender Aufrichtigkeit sagt, daß er einfach kommt, um uns abzuschlachten. Alle nennen den Türken einen kranken Mann, keiner aber bringt die echte Arznei, welche ihm Heilung geben könnte. Ein Einziger aber ist aufrichtig: der Deutsche. Er wirkt liebreich, still, ohne Geräusch, aber mit Ueberlegung und siegreicher Energie. Er ist stark und mild zugleich. Er kommt als Freund und bietet Das, was er selbst in so hohem Grade besitzt: Intelligenz ohne Überhebung. Wie lange wird es währen, so wird er den Platz erringen, welcher ihm gebührt, und dann wird er an unsere Thür klopfen, um uns von den Blutegeln zu befreien, denen allein wir die Schwäche zu verdanken haben, über welche man spottet.« [184f.]
»Bin ich das Weib eines Regenten, so werde ich alle meine Liebe und meinen ganzen Einfluß aufbieten, daß er sein Volk glücklich mache.« [185f.]
»Allah hat der Frau in ihrer Schönheit eine Macht geschenkt, und was Allah giebt, das soll man in Weisheit gebrauchen.« [187f.]
»Ein Jeder verkauft seine Waare so hoch wie möglich.« [206]
»Weißt Du, was ein Mann vermag, wenn er nur wirklich will? Weißt Du, daß die Liebe die Kraft und das Können des Mannes verhundertfacht?« [223]
»Du willst sagen, daß ein Orientale dem Abendländer nicht ebenbürtig ist. Du hast im Allgemeinen Recht; aber es giebt auch Ausnahmen...« [225]
»Ein Gott kann nicht so grausam sein; er kann seine Freude nicht haben an dem Elende der Wesen, welche aus seiner allmächtigen Hand hervorgegangen sind. Wer das behauptet, lästert Gott!« [227]
»Menschenblut ist ein kostbarer Saft, den man nicht ohne die allergrößte Nothwendigkeit vergießen soll...« [270]
»Ich habe es zwar an mir noch nicht erfahren; von Anderen aber habe ich gehört, daß es zu Zweien am schönsten sei...« [276]
»Er hatte die sehr richtige Ansicht, daß die erste Begegnung entscheidend ist, ob ein Fremder von diesen Halbwilden [den Wüstenbewohnern] geachtet ist oder nicht...« [321]
(in fehlerhaftem Deutsch:) »Ein Deutscher maust nie nich einen solchen Diebstahl. Wir Deutschen sind ehrliches Leuten!« [327]
»Die dunklen, herausfordernden Augen waren zwar an ihren Lidern Etwas geröthet, wie wie man es bei Frauenzimmern, welche der Liebe huldigen so oft findet, aber das bemerkte der Engländer gar nicht.« [383]
»Ihr Weibsleute denkt immer gleich an die Hochzeit und an den Polterabend, wenn man von Liebe zu Euch spricht.« [387]
»So aber ist's im Orient; da ist eben Alles anders, und man darf sich über gar nichts wundern.« [395]
»Hm, ich bin nicht Arzt..., das aber weiß ich, daß diesen orientalischen Aerzten nicht viel zugetraut werden kann.« [487]
»Du stammst aus einer guten harten Wurzel; Dein Vater war ja in Kurdistan geboren, wo ein Eimer Menschenblut keinen Piaster werth ist. Doch jetzt bist Du nicht mehr in den thatkräftigen Jahren der Jugend. Jetzt ist Dir der Geruch des Blutes zuwider.« [492]
»Weißt Du, im heiligen Buch der Christen steht geschrieben, daß Allah den Menschen zu seinem Bilde geschaffen habe, den Mann zum Bilde seiner Allmacht und das Weib zum Bilde seiner Liebe. Daher kann der Mann nur glücklich werden durch den Erfolg seiner Thaten und das Weib durch den Erfolg seiner Liebe. Der Mann lebt in und durch seinen Willen, das Weib aber in und durch das Gefühl, das Empfinden.« [631]
"Sie legte die Arme über der Brust zusammen. Wenn das eine Frau thut, so kann man als sicher annehmen, daß sie Energie und festen Willen besitzt." [651]
"Es ist nicht gut und erfreulich, wenn man mit einem Menschen sprechen will, so recht von ganzem Herzen, und er fällt nach einem jeden Worte wieder in tiefes Schweigen." [713]
" '... Ein Mann muß verschwiegen sein.' - 'Ein Weib nicht?' - 'Wir sollen es auch, aber wir sind es weniger. Wir sind so offenherzig, daß wir Alles mittheilen. Ist das ein Vorzug oder ein Fehler?' - 'Zuweilen ein Vorzug, meist aber ein Fehler.'" [722]
"Wer sich fürchtet, der ist feig; aber nicht Alles, was wie eine Furcht oder Angst aussieht, ist eine Feigheit. Man verlangt Muth und Tapferkeit von jedem Manne, von jedem Krieger, aber der Muth darf nicht zum Übermuthe werden. Die wahre Tapferkeit ist mit weiser Besonnenheit gepaart. Auch der Muthige muß die Gefahr, vor welcher er sich befindet, sorgfältig abwägen." [727]
"Die Dankbarkeit hat den Trieb sich zu erweisen. Man darf ihr die Gelegenheit dazu nicht nehmen. Das ist genauso grausam, als wenn man dem Dürstenden das Wasser vom Munde wegnimmt. Es giebt Leute, welche vom Danke nichts wissen wollen; sie meinen dabei, sehr edelmüthig zu handeln. Aber sie handeln gerade im Gegentheile höchst selbstsüchtig. Wer den Dank für eine gute That von sich weist, der nimmt dieser That ihren ganzen Werth. Das merke Dir!" [727]
"Sie knieten nebeneinander nieder und beten, nicht laut, sondern still und unhörbar. Der aber, zu dem sie beteten, hörte die Stimme ihrer Herzen und sah die Aufrichtigkeit ihrer Wünsche. Welchen Namen man ihm auch geben möge, ob man ihn Herr, Gott, Manitou oder Allah nenne, er ist doch Ein- und Derselbe, die ewige, unendliche Liebe, der Schöpfer und Vater aller Menschen, der nicht nach der Verschiedenheit der Bekenntnisse fragt, sondern nur das Deutsche Herzen, deutsche Helden und die Nieren prüft. Vor ihm sind Alle gleich, Christen, Juden, Türken, Heiden. Nicht das Bekenntniß thut es, nicht die Confession, sondern der eine, große Gottesgedanke..." [794f.]
Nur wer Menschenkenner ist oder selbst eine solche von aller Raffinerie ferne Liebe in seinem Herzen getragen hat, weiß, das zwei Liebende sich viele Stunden lang in völlig inhaltslosen Worten unterhalten können, ohne die geringste Langweile zu empfinden. Es genügt ihnen vollständig, daß sie bei einander sind, daß sie gegenseitig ihre Stimmen hören. Was dabei gesprochen wird, das ist vollständige Nebensache. Das süße, entzückende Kosen herüber und hinüber, von Mund zu Mund, würde entweiht durch die Nothwendigkeit einer Logik, mit welcher nur der Verstand rechnet, von welcher aber die Liebe ihr Glück niemals abhängig macht." [817f.]
"Es ist geradezu erstaunlich, was so ein [West-]Mann zu leisten vermag. Ein halb Wilder, vielleicht sogar ein dreiviertel Verwilderter, geht er als Pionier der Civilisation voran und ebnet mit seinen rohen Mitteln der Bildung den Weg, nach dem wilden Westen vorzudringen. ... Ein verdienter Offizier des Festlandes, welcher zehn Feldzüge mit Auszeichnungen mitgemacht hat, hat vielleicht das nicht erlebt, was so ein einfacher, in Lumpen herumlaufender Westmann in einem halben Jahre erlebt hat." [1122f.]
"Unter gebildeten Kreisen ist es geradezu unmöglich, sich über die körperlichen Gebrechen Anderer lustig zu machen; im fernen Westen aber giebt es wetterhafte, ausgepichte Charactere, die bei einem feinen Witz nicht den Mund verziehen würden. Da ist Alles derb, und nichts wird übel genommen, nämlich wenn es nicht aus dem Munde eines persönlich unangenehmen Menschen kommt. Ein Jeder lacht da über sich selbst gern mit." [1126]
"Die größten Schufte des fernen Westens haben eine weiße Haut. Merkt Euch das! Wer im Osten nicht mehr bestehen kann, weil er die Polizei und die Gefängnisse zu fürchten hat, der geht nach dem Westen. So ist es!" [1129]
"Mein Gewissen ist gut und rein wie ein neugewaschenes Vorhemdchen; aber aus Versehen kann auch hinter dem ehrlichsten Kerl einmal ein Steckbrief herlaufen." [1173]
"Alle Schufte sind dem ehrlichen Manne feind. Einer mehr oder weniger, das ist gleichgiltig." [1180]
"Es ist doch wahr, Ihr Frauen seid vollständig unberechenbar. Ich dachte, Dich ganz genau zu kennen, und nun sehe ich, daß ich Dich gar nicht kannte, daß ich mich geirrt habe." [1191]
" 'Aber ein Menschenleben ist doch ein kostbares Gut.' - 'Ja, das ist es zuweilen. Aber wenn Einer sein Leben nur benutzt, um Schandthaten zu vollbringen, so muß man es ihm nehmen. Sehe ich irgendwo ein giftiges Kraut wachsen, so reiße ich es aus und denke nicht daran, daß es auch geschaffen worden ist. Und dieses Kraut kann nicht dafür, daß es giftig ist; der Mensch aber ist selbst schuld, daß er schlecht und gottlos ist." [1338]
"Besonders der Anführer hatte ein Gesicht, dem man unmöglich Vetrauen schenken konnte. Ich bin gar nicht vorurtheilsvoll. Kein Mensch kann für seine Gestalt, für sein Gesicht und für sein Haar, aber dieser Mann hatte rothes Haar, und da war es mir schwer, von diesem Burkers Gutes zu denken." [1340]
"Die besten Menschen werden verkannt." [1344]
"Das Leben geht hier mit dem Menschen um Vieles rauher um, als drüben im Vaterlande. Tausende gehen da äußerlich verloren und Tausende innerlich." [1348]
"Uebrigens bricht Noth Eisen. Wer nach dem wilden Westen kommt, der wird entweder bald ein tüchtiger Kerl oder er geht unter." [1350]
"Der Amerikaner macht sich möglichst Alles leicht. Er spricht lange Worte nicht gern aus, sondern er hackt ein Stückchen oder einige Stückchen davon ab. Er sagt Pa und Ma anstatt Papa und Mama..." [1350]
"Ein Deutscher, und zumal ein Sachse, kann stets lesen. Der wird gleich mit dem A b c geboren und in das große Einmaleins eingewindelt; als Zulp bekommt er eine Federbüchse in das Maul gesteckt und wenn er schreit, so schreit er gleich perfect nach Noten im Violinschlüssel." [1357]
"Es ist ja stets unangenehm, mit einem Menschen freundlich verkehren zu sollen, von welchem man eine ganz entgegengesetzte Meinung hat." [1440]
"Achtet niemals einen Mann gering, den Ihr noch nicht genau kennt." [1475]
"Ich kann es nicht anhören, wenn das starke Geschlecht um Verzeihung und Entschuldigung bittet. Es ist das so unmännlich." [1587]
"Und schön war sie, wunderbar schön, aber von jener herausfordernden Schönheit, welche den moralisch reinen Charakter eher abstößt als anzieht." [1635]
"Entweder muß der Mensch sehr gut oder sehr schlecht sein. Einen Mittelweg kennt der Charakter gar nicht." [1655]
"Halb verhüllte Reize machen ja bekanntlich einen weit größeren Eindruck als ganz unverhüllte." [1751]
"Wenn ein Mädchen solche Umarmungen und Küsse duldet, so liebt es sicherlich; ein Mann aber ist, wenn er darf, mit Jeder zärtlich." [1759]
"... die Dankbarkeit ist oft, wie man weiß, der Uebergang zur Liebe." [2026]
"... das Leben ist eben der beste Romanschriftsteller. Kein Dichter kann sich die wunderlichen Sachen aussinnen, welche im wirklichen Leben geschehen." [2246]
"Eine einzige kleine, ganz unscheinbare Bewegung, ein einziger Blick kann die innerste, verborgenste Absicht eines Menschen verrathen." [2414]
"Das Völkerrecht ist nicht dazu da, den Menschen die Erlaubniß zu geben, in jedem Lande Thaten zu begehen, welche in ihrer Heimath bestraft werden. Wer gegen die Gesetze sündigt, gleichviel ob er ein In- oder ein Ausländer ist, verfällt dem betreffenden Strafgesetzbuche." [2594f.]
"Das ist das Schicksal aller Menschen. Sie kommen und gehen. Oft ist man gezwungen, sich vom allerliebsten, was man besitzt, zu trennen." [2627]
"Wenn man weiß, welches Lieblingslied ein Mensch hat, so kennt man sein Herz sofort." [2647]
"Man kann da [in der Schöpfungsgeschichte] lesen, daß Gott den Menschen erschaffen hat, den Mann natürlich zuerst. Dann sah Gott ein, daß es nicht gut sei, daß der Mensch allein sei; er schuf auch die Frau, nachträglich nur, woraus eine jede Frau deutlich ersehen kann, daß der Mann weit höher steht als sie. Trotzdem ist es wirklich wahr, daß der Mann, bei Licht besehen, eine Frau braucht." [2700]
"Grad solche Menschen, welche den Honigseim der Frömmigkeit Anderen um die Lippen schmieren, sind die gefährlichsten Creaturen." [2713]
"Ich sage Dir ganz im Gegentheile, daß die Menschen, wenn sie sich genau kennen würden, sich nicht Die Liebe haben könnten." [2949]
"... man darf nicht gleich mit dem Kopfe durch die Wand rennen." [3019]
"Grad die liebsten Wünsche des Menschen pflegen nicht in Erfüllung zu gehen." [3152f.]
"Mann und Frau sollen sich äußerlich und innerlich ergänzen; darin liegt ja das Glück der Ehe. Je größer die Unterschiede sind, desto inniger streben die beiden verschiedenen Pole einander zu." [3187]
"Du hast keinen Begriff von den Ansprüchen des nackten, rücksichtslosen Lebens. Dasselbe verlangt von dem Menschen, daß er seine Kräfte im Ringen um die Existenz bethätige. Es erlaubt ihm keine Ruhe, kein Sichgehenlassen, keine Schlaffheit." [3208]
"Es ist ja der große Fluch des Orients, daß die Frauen desselben wie Puppen behandelt werden, mit denen man spielen kann. Ihr Dasein besteht in jenem süßen Nichtsthun, in dessen Langweiligkeit der Geist erstirbt, das Herz verödet und auch der Körper entnervt wird." [3208]
"Man ist verwöhnt. Die Beförderung des Menschen, wenn er sich auf Reisen befindet, ist gegen früher eine unvergleichlich schnelle und doch begnügt man sich nicht damit. Man möchte am Liebsten mit der Schnelligkeit des Telegraphen fahren." [3265]
"Wenn ich gestern Kartoffeln aß und nun heut eine andere Speise habe, so ist das nicht Unbeständigkeit, sondern die Abwechslung, welche die Natur erfordert. Wenn ich eines Menschen überdrüssig werde, suche ich mir einen interessanteren. das ist Naturgesetz." [3324]
"In der Liebe versteht sich die Treue ganz von selbst." [3324]
"Pflicht ist keine Tugend." [3324]
"Das weibliche Herz ist ein sonderbares, schwaches Ding." [3326]
"Es möchte jeder Mensch glücklich sein, und ein Jeder könnte es auch, wenn er nur das Glück auch wirklich da suchen wollte, wo es zu finden ist." [3346]
[Ende]