Als jahrelanger Winnetou-Fan muß ich zugeben, über die neuen Filme entsetzt zu sein. Von der schlechten Dramaturgie und Regie mal abgesehen, hatten sie einfach eine schreckliche Handlung. Am meisten war ich allerdings darüber enttäuscht, daß sich Pierre Brice angeblich seit seinen Erfolgen in den 60er Jahren des Überlebenskampfes der Indianer Nordamerikas angenommen hat und dennoch in den jüngsten Filmen die übelsten Klischees über dieses Volk bedient hat. Historisch und völkerkundlich hat ja überhaupt nichts in diesen Filmen gestimmt. Ganz zu schweigen von der neuen Silberbüchse mit dem kitschigen "W" aus Silbernägeln.
Ich hätte nie geglaubt, das mal sagen zu müssen: Man hätte Winnetou ruhen lassen sollen!
Insgesamt lohnt es sich an dieser Stelle (KM-Gesellschaft) eigentlich kaum, überhaupt über 'Winnetous Rückkehr' zu sinnieren, das ganze hatte mit Karl May höchstens den Namen 'Winnetou' gemein. Ausserdem war die Darstellung der Assiniboins ganau genommen eine Gemeinheit. Wahrscheinlich mussten die aber so dämlich sein, damit sich die Zuschauer voll auf Winnetou (oder eher Pierre Briece???) konzentrieren. Auf jeden Fall hatte diese Darstellung von Indianern noch weniger mit der Darstellung 'echter' Indianer zu tun als dies bei Karl May selber der Fall ist. Nur musste der sich seine Informationen aus heute fast 150 Jahre alten Büchern zusammensuchen, während es jetzt, am Ende des 20.Jahrhunderts, wohl kaum schwierig sein dürfte, eine etwas wahrheitsgetreuere Darstellung zu liefern. Und ausserdem kommen bei Karl May nicht solche leicht zurückgebliebenen Indianer vor, sondern er schildert sie immer wieder als 'Menschen', in der damaligen Zeit, in der der Ausrottungskampf noch voll im Gange war, sehr bemerkenswert. Fazit: Eigentlich reicht der Anblick der 'Silberbüchse' zur Beurteilung von "Winnetous Rückkehr" - und - hatte die Sharlieh nicht später aus dem Grab entfernt und mit nach Radebeul genommen...............?????????
Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, Pierre Brieces Wiederbelebungsversuch von Winnetou zu "genießen".
Ich war nie ein großer Freund der Karl-May-Filme aus den 60ern und in Elspe und Bad Segeberg habe ich mie noch nie blicken lassen. Bei den Gedanken an das geplante "Karl-May-Land" gruselt's mich.Entsprechend distanziert war ich, als ich im Fernsehen den "neuen Winnetou" sah.
Angesichts der Tatsache, daß Pierre Briece bis heute als "echter Winnetou" umjubelt wird und sich wohl äußerst intensiv mit der "Rezeption" Karl Mays in den Festspielen beschäftigt haben dürfte, weniger mit dem Mayster selbst, nimmt es mich nicht Wunder, daß sein Film eher in Richtung plakativer Darstellung um den Hauptdarsteller als helles Zentrum kreist.
Die Handlung kam mir stellenweise, das sei zu Monsieur Brieces Ehrenrettung gesagt, auch nicht schlechter vor, als sie May in einigen seiner Massenproduktionen erdacht hat. Aber da arbeitete der Dichter eben en masse, für wöchentliche Drucklegung und hatte nicht die Rückendeckung durch das ZDF nebst Beraterstab.
Eine vertane Chance, leider. Worin liegt eigentlich die Schwierigkeit, Karl May zu verfilmen? Und warum können wir das Erbe der 60er nicht abschütteln und versteifen uns immer wieder auf den Wilden Westen? Der weitaus größere (und meiner bescheidenen Meinung nach meist bessere) Teil des Mayschen Werkes spielt im Orient. Warum macht man sich nicht einmal daran, die große Orientreise als Serie (wieder neu) zu produzieren? Sicher, das würde Geld kosten. Aber wenn man bedenkt, daß es sich das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen leisten kann, den Musikantenstadl aus Orlando, Florida zu senden...
Als ich die beiden neuen Filme sah, hätte ich fast geheult. Sie waren im Gegensatz zu den früheren Filmen ein kompletter Blödsinn.
Allein ein Indianer mit französischem Akzent ist unverzeihlich. Und was sollte dieses Getue um Winnetou und Mary? Er soll sich entscheiden: entweder sie kommen zusammen oder nicht.
Der Inhalt war nicht durchdacht. Welcher Skalpjäger nimmt Frau und Kind mit in die wildnis? Und wieso kam Mary erst jetzt dahinter, was für ein Schurke ihr Mann ist?
Also für diese filme konnte ich mich nicht begeistern, tut mir leid. Ich hätte besseres erwartet.
Schade, Pierre. Aber die Zeit von Winnetou ist jetzt wohl vorbei. Endgültig.
ein Fan [geschickt von der Stadtbücherei Mistelbach, Österreich]
in den beiden Filmen "Winnetous Rückkehr" stimmt einiges nicht.
Die Filme sollen handlungsmäßig an die Winnetou-Triologie der 60er Jahre
anknüpfen.
Aber da Winnetou von den Apatschen und Old Shatterhand in Winnetou III das
letzte Geleit erhält, erscheint es seltsam, daß der große Häuptling der
Apatschen Jahre später unbemerkt zurückkehrt. Zudem kann er nach der
Mayschen
Erzählung unmöglich noch die Silberbüchse besitzen, die doch Old Shatterhand
dem Grabe Winnetous entnommen und mit nach Deutschland genommen hat.
Die Produktion bemüht sich, Winnetou so zurückzuholen, wie er die Leinwand
in
Winnetou III verlassen hat. So wurde scheinbar das Originalkostüm der 60er
Jahre wieder verwandt, sogar mit dem Einschußloch im Lederrock, durch das
Winnetou vom Gangster Rollins erschossen wurde. Nur handelt es sich nicht
wirklich um das oder ein identisches Kostüm, sondern um ein nachgemachtes,
das
nur die bestickten Schulterstreifen trägt. Dieses Kostüm, das Pierre Brice
trägt, hat er schon in Elspe und in Bad Segeberg bei den
Karl-May-festspielen
getragen. Erstmals trägt Pierre Brice dieses Kostüm in der Fernsehserie
"Mein
Freund Winnetou", die aber ebenso wenig mit Karl May zu tun hat. In dieser
Serie findet sich auch erstmals die im ZDF-Zweiteiler verwandte
Silberbüchse.
Seinen Blutsbruder hat Winnetou dennoch nicht vergessen, in einer Szene mit
Kindern am Lagerfeuer wird er auf diese Blutsbrüderschaft angesprochen.
Allerdings scheint Winnetou der Zeit nachzutrauern, aber er hat wohl nie den
Versuch gemacht, Old Shatterhand auf sich aufmerksam zu machen und in den
Wilden Westen zurückzuholen.
Da Pierre Brice deutsch spricht, erscheint eine Synchronisation nicht
notwendig, das ist richtig. Aber in Anbetracht seines französischen Akzents
wäre es - bei allem Respekt vor Pierre Brice und seinen vielfältigen
Fähigkeiten - nicht verkehrt gewesen, Winnetou akzent- und dialektfrei
zurückkehren zulassen.
Auch wäre es schön gewesen, eine saubere und gute Handlung sowie vielleicht
sogar einige bekannte Charaktere wiederzutreffen:
Sam Hawkens (Ralf Wolter) lebt noch, Lord Castlepool (Eddie Arent) auch,
Ribanna (Karin Dor) und ihr Mann, Soldat Merrill (Mario Girotti = Terence
Hill) nach den Dialogen im Zweiteiler auch. Vielleicht wären auch einige
Rückblenden
in die "alte Zeit" schön gewesen, nur bei Old Shatterhand, der ja auch um
ca.
30 Jahre gealtert sein müßte und den man vielleicht auch erwartet hätte,
wäre
eine Neubesetzung nötig gewesen, Lex Barker ist ja leider schon in den
ewigen
Jagdgründen.
Aber nichts von dem, was den Zweiteiler interessant und zum
Knaller gemacht
hätte, ist umgesetzt worden.
Vielleicht wäre es besser gewesen, man hätte "Winnetou IV" (Winnetous Erben)
verfilmt. Da hätte man an alte Zeiten besser anknüpfen können.
Schade!
wir haben sähr langö gebraucht, um DAS zu begreifän, was wir da gesehn. Schrecklisch! Winnitou und seine Wolf waren sähr schlau, abär wir wussten nischt, dass sie so schlau waren. Schrecklisch! Nischt mal im Schuh des Manitu aben wir so gelacht. Bravoo!
Wir wartän sähnsüschtig auf mähr.
Wir schlagän vor die Titel für die
Barbara Rummer (In einer Mail mit dem Subject "Endlich haben wir's verdaut!")