"'Effi Briest', eine Neuauflage der Übersetzung aus der Kriegszeit
(...),
erschien 1981 in einer Auflage von 2700 Exemplaren. Davon wurden nur 106
verkauft. (...)
Fontanes Sprache ist auf amüsante Weise frisch und altmodisch zugleich,
burschikos und poetisch, gepflegt und expressiv. Diese Eigenschaften
lassen
sich kaum in die französische Fassung seiner Texte übertragen. (...)
In der
Übersetzung wirken viele Fontane-Texte anders als im Original etwas
betulich,
künstlich, fade oder elegisch."
Marc Thuret: Fontane in Frankreich. In: Fontane Blätter 70/2000,
S. 118f.
"Wäre Karl May ein so 'typisch deutscher Autor', daß er eben deshalb
französischen Lesern nicht zu vermitteln ist? (...) versponnen und
schwerfällig, provinziell, umständlich, sentimental - oder zumindest
in einem
solchen Ausmaß ohne Esprit und spielerische Leichtigkeit, daß die Kost
für
französische Leser schwer verdaulich wäre? (...)
(Das wäre eine solcher) großflächigen und damit notgedrungen vagen
Erklärungen (...)."
Reinhold Wolff: Karl May und Frankreich. In: Mitt. d. KMG
123/2000, S. 53
Auch wenn die Worte Wolffs nicht sein letztes Urteil in dieser Frage sind, so bleibt doch bemerkenswert, daß hier bei Fontane und bei May ähnlich argumentiert wird, nämlich mit dem besonderen deutschen Stil der beiden Autoren. Theodor Fontane und Karl May sind in Deutschland die meistgelesenen Autoren des 19. Jahrhunderts. Sie ähneln sich, so zeigt sich, auch hinsichtlich der Problematik ihrer Übersetzbarkeit.