25. Dezember 2010:
Ein Buch über die Ehre - und darin Karl May
Bei Reclam ist unter dem Titel "Ohrfeige, Duell und Ehrenmord" eine große kulturhistorische Studie herausgekommen. Autor ist der Kasseler Geschichtsprofessor Winfried Speitkamp. Es geht um die Geschichte der Ehre: um die ständischen Ehren im 19. Jahrhundert, um den Kult der Ehre bei den Nazis, um Ehrenmorde in jüngster Zeit, um die Ohrfeige für Kanzler Kiesinger und um Barschels "Ehrenwort" - und um Karl May. Behandelt wird die frühe Erzählung 'Ein Oelbrand' (in der Version 'Joe Burkers' des Bandes 'Halbblut'), in der May das Wort "Häuptlingsehre" benutzt und unter den Indianerstämmen jene tapferen und selbstbewussten nennt, die "jahrhundertelang im Munde ferner Generationen fortleben" werden. Speitkamp fasst zusammen: "Durch Ehre gingen der einzelne und sein Volk ins kollektive Gedächtnis ein." Ein komplizierter Ehrbegriff bei Karl May und zum Beispiel bei Theodor Fontane "wurde Teil der Unterhaltungskultur".
Schon 1995 hat der Interpret Werner Kittstein (im Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft) die Erzählung 'Ein Oelbrand' als Mays großes Experiment gedeutet, sich mit Herz und Kopf der Welt der Indianer anzuschließen.
Hier Genaueres zu der Neuerscheinung: Winfried Speitkamp: Ohrfeige, Duell und Ehrenmord. Eine Geschichte der Ehre. Stuttgart: Reclam 2010 (24,95 Euro, Hardcover mit Schutzumschlag)
Martin Lowsky
Dazu schreib ich was!!
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