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[Aus allen Zeiten und Zonen.]
XI.

Ein Abenteuer auf Ceylon

von Karl May.

1.

Ich stand auf dem Leuchtthurm von Point de Galle, versunken im Genusse des herrlichen Panorama’s, welches sich unten zu meinen Füßen ausbreitete. Im Hafen lagen eine Menge Fahrzeuge vor Anker; ein- und auslaufende Schiffe belebten die Scene; es waren unter ihnen alle Größen und Gattungen vom größten und prachtvollsten europäischen Dampfer bis herunter zur erbärmlichen chinesischen Dschonke vertreten. Kleine Felseninseln, von Kokospalmen und Pandanen bestanden, ragten aus den schimmernden Fluthen empor. Zwischen ihnen zogen sich Korallengärten hin, zwischen denen wundervolle rothe und blaue Fische schwammen; Haifische zerrten an dem Kadaver eines todten Hundes; vielgliedrige Krabben krochen die Steilung der Felsen hinan. Die Häuser und Hütten der Stadt lagen schalkhaft unter dem [den] Kronen der Palmen versteckt, und wo die reinlichen Straßen sich dem Blicke offen zeigten, da war eine Menge von Lebenserscheinungen, weidende Zebuochsen, schwarze Schildwachen, luftwandelnde [lustwandelnde] Ladys, durchsichtig weiße englische Kinder mit braunen singhalesischen Ammen, tabakrauchende eingeborene Kinder, behäbig und stolz einherschreitende Muselmänner, schachernde Juden, bezopfte Malayas, Betel kauende Ratschputen, Buddhapriester im langen, schwefelgelben Gewande,

Kopf und Bart nackt abgeschoren, englische Midshipmen in rother Jacke und mit schwerem Säbel, malerisch schöne Hindumädchen, Nase, Ohren, Stirn, Arme und Beine mit Gold und Edelsteinen behangen, zu erkennen. Ueber dem Allen lag der bezaubernde Duft des Südens ausgegossen.. Die Sonne schickte sich an, in die Wogen des Meeres zu steigen, und warf ihre Reflexe vom tiefsten Purpur bis zum leuchtendsten Flammengold über die ruhelos bewegte Meeresfläche hin. Es war ein Anblick, in den man sich stundenlang versenken konnte, ohne seiner müde zu werden.

Neben mir lehnte Sir John Emery Walpole. Er bemerkte von Alledem, was ich sah, nicht das Geringste. Die herrlichen Tinten, in denen der Himmel glühte, das strahlendurchblitzte Krystall der See, das erquickende Balsam der sich abkühlenden Lüfte, die bunte, interessante Bewegung auf dem vor uns ausgebreiteten kostbaren Fleckchen Erde, sie gingen ihm verloren, sie waren ihm gleichgültig, sie durften es nicht wagen, seine Sinne auch nur einen Augenblick lang in Anspruch zu nehmen.

(Fortsetzung folgt.)

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Ein Abenteuer auf Ceylon

von Karl May.

(Fortsetzung.)

Und warum? Wunderbare Frage! Was war denn eigentlich dieses Ceylon? Ein Eiland mit einigen Menschen, einigen Thieren und einigen Pflanzen darauf und rund herum von Wasser umgeben. Was ist das weiter? Etwas Wunderbares oder gar Sehenswerthes gewiß nicht! Was ist Point de Galle gegen London, was ist der Gouverneur zu Colombo gegen die Königin Viktoria, was ist Ceylon gegen Altengland, was ist die ganze Welt gegen Walpole-Castle, wo Sir John Emery geboren worden ist?!

Der gute, ehrenwerthe Sir John war ein Engländer im Superlativ. Besitzer eines unermeßlichen Vermögens, hatte er noch nie daran gedacht, sich zu verehelichen, sondern war einer jener schweigsamen, zugeknöpften Englischmens, welche alle Winkel der Erde durchstöbern, selbst die entferntesten Länder unsicher machen, die größten Gefahren und Abenteuer mit unendlichem Gleichmuthe bestehen und müde und übersättigt endlich die Heimath wieder aufsuchen, um als Mitglied irgend eines berühmten Reiseclubbs einsilbige Bemerkungen über die gehabten Erlebnisse machen zu dürfen. Er hatte den Spleen in einem solchen Grade, daß seine lange, schmächtige, dabei aber außerordentlich kraftvolle Persönlichkeit nur in höchst seltenen Augenblicken einen kleinen Anflug von Genießbarkeit zeigte, besaß dabei aber ein sehr gutes Herz, welches stets gern bereit war, die kleinen und großen Seltsamkeiten, in denen er sich zu gefallen pflegte, wieder auszugleichen. Nachdem er aller Herren Länder bereist hatte, war er zuletzt nach Indien gekommen, dessen General-Gouverneur ein naher Verwandter von ihm war, hatte es in den verschiedensten Richtungen durchstreift, war auch schon einige Male auf Ceylon gewesen und im Auftrage des Gouverneurs jetzt wieder hergekommen, um sich wichtiger Botschaften an den Statthalter zu entledigen. Ich hatte mich ihm angeschlossen, weil seine Erfahrungen und Connexionen mir von großem Nutzen sein konnten und war ihm so lieb und befreundet geworden, daß er trotz seiner scheinbaren Unnahbarkeit eine wahrhaft brüderliche Zuneigung für mich an den Tag legte.

Jetzt also lehnte er, völlig unberührt von den uns umgebenden Naturreizen, neben mir und beschielte den goldenen Klemmer, welcher ihm vorn auf der äußersten Nasenspitze saß, mit einer Ausdauer, als wolle er an dem Sehinstrumente irgend eine wichtige weltgeschichtliche Entdeckung machen. Da fiel mir ein Zug von eingeborenen Soldaten auf, welcher sich einem weit in die See hinaustretenden Felsen näherte. An seiner Spitze schritt, von zwei Bewaffneten

sorgfältig bewacht, ein an den Händen gefesselter Mann, seiner Kleidung nach ein Singhalese. Jedenfalls lag hier eine Execution vor und da ich das lebhafte Interesse, welches mein Gefährte für so etwas hegte, kannte, so machte ich den Versuch, ihn aus seiner welterschütternden Betrachtung aufzustören.

„Wollt Ihr nicht einmal dort hinüber schauen, Sir Wolpole? Ich glaube, es wird Einer in’s Wasser geworfen?“

„Well. Laßt ihn ruhig ersaufen, Charley!“

Er hatte das Auge nicht von dem Klemmer gewandt und studirte mit unverändertem Eifer an demselben weiter.

„Was muß der arme Teufel nur verbrochen haben? Es sind ihm beide Arme zusammengeschnürt.“

„Gefesselt ist er?“ frug Sir John, dessen Theilnahme durch die letztere Bemerkung erregt wurde. „Pfui, das ist feig und elend! Das würde man in Altengland nicht thun!“

„Ihr habt sehr Recht; der Britte ist in jeder Beziehung nobel! Wenn er Einen hängt, so läßt er ihn wenigstens mit freien Gliedern sterben. Die Barbarei aber kennt solche menschliche Rücksichten nicht. Seht nur, welche Menge von Wächtern den armen Kerl begleitet!“

Er warf jetzt wirklich einen Blick über das Brillengestell hinüber nach dem Orte, den ihm meine ausgestreckte Hand bezeichnete. Ich erwartete eine seiner gleichgültigen Bemerkungen, hatte mich aber diesmal getäuscht, denn seine Rechte fuhr empor, um den Klemmer näher an das Auge zu bringen und als das Gesicht durch die Manipulation noch nicht die gewünschte Schärfe erhielt, öffnete er das über seiner Brust hängende Etui, zog das darin befindliche Fernrohr hervor und richtete es auf den Delinquenten. Es mußte ihm irgend Etwas an demselben aufgefallen sein.

„Wollen wir wetten, Charley?“ frug er nach einiger Zeit, während welcher seine Mienen eine immer größer werdende Spannung angenommen hatten. Der Engländer liebt das Wetten und Sir John war sogar leidenschaftlich für dasselbe eingenommen. Schon unzählige Male hatte er versucht, mich zu einer Wette zu bringen, leider aber immer vergebens.

„Worüber?“

„Daß sich dieser Mann nicht ertränken läßt.“

„Ah!“

„Nicht wahr, das klingt unmöglich? Ich setze hundert Souvereig’ns [Sovereign’s]!“

„Ihr wißt, Sir, daß ich nicht wette.“

„Ja, das ist wahr! Ihr seid ein prächtiger Kerl, Charley, aber bis zum vollkommenen Gentleman habt Ihr’s doch

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noch nicht gebracht, sonst würdet Ihr Euch nicht weigern, einmal einen guten Einsatz anzunehmen. Ich werde Euch aber doch beweisen, daß ich die Wette gewinnen würde!“

Der Zug war jetzt auf dem Felsenvorsprunge angekommen. Der Engländer steckte zwei Finger in den Mund und ließ einen scharfen, durchdringenden Pfiff erschallen, welcher weithin zu vernehmen war. Auch der Verurtheilte hörte ihn. Mit einer raschen Bewegung hob er den tiefgesenkten Kopf und blickte nach dem Leuchtthurm hinauf. Walpole riß den weißen Ueberwurf von der Schulter, schwenkte ihn durch die Luft und stieß einen zweiten Pfiff hervor.

Die Wirkung war eine augenblickliche und überraschende. Der zum Tode des Ertrinkens Verurtheilte schnellte sich durch die ihn umstehenden Soldaten bis an den Rand der Klippe und stürzte sich in die Fluthen des Meeres hinab.

„Seht Ihr’s, Charley, daß ich gewinnen würde? Es ist Walawi, mein früherer Diener, der beste Taucher und Schwimmer auf dieser langweiligen Insel, was aber der brave Mudellier, der ihn verurtheilt hat, nicht zu wissen scheint. Er muß übrigens etwas verteufelt Schlimmes begangen haben, denn diese Districtverwalter lassen jeden Eingeborenen durchschlüpfen, wenn es nur irgend möglich zu machen ist. Sie sind ja selbst ausschließlich Singhalesen. Seht, jetzt taucht er empor; die gebundenen Arme geniren ihn nicht; er schwimmt auf dem Rücken; er kommt grad auf den Leuchtthurm zu!“

Der sonst so wortkarge Mann war mit einem Male außerordentlich lebendig geworden. Er verfolgte jede Bewegung des Schwimmenden mit ungewöhnlicher Spannung, focht mit den Händen hin und her, als könne er ihm dadurch behülflich sein und machte mir dabei die nothwendigen Erklärungen.

„Wie er stößt, wie schnell er vorwärts kommt! Er wird verfolgt. Aber ehe die Soldaten den Umweg von der Klippe bis zum Leuchtthurm gemacht haben, ist er längst hier. Ich kenne ihn. Wir sind mit einander über den Kalina-Ganga, über den Kalu-Ganga und sogar über den reißenden Mehavella-Ganga geschwommen. Er war früher Perlfischer auf den Bänken von Negombo und ist nur mir zu Liebe mit in das Innere der Insel gegangen. Ich erkannte ihn gleich und werde ihn retten. Da, da hat er das Ufer erreicht! Es ist ein Glück, daß kein Haifisch in der Nähe war, sonst hätte er wegen der gefesselten Arme einen schweren Stand gehabt. Kommt, Charley, wir gehen ihm entgegen! Er hat mich erkannt und kommt herbei.“

Es war so. Walawi war ans Land gestiegen und kam zu der Plattform, auf welcher sich die schlanke Säule des eisernen Thurmes erhob, eiligen Laufes heraufgesprungen. Wir stiegen schnell die Treppe hinab und stießen unten an der Thür mit ihm zusammen.

„Wischnu segne Euch, Sihdi,“ grüßte er athemlos. „Ich war dem Tode nahe; sie wollten mir die Beine noch fesseln und die Augen verbinden. Ihr aber seid ein Radscha, ein Herr, ein Maharadscha, ein großer Herr und werdet Walawi, Euren treuen Diener retten!“

„Ja, das werde ich thun!“ antwortete Wolpole, indem er sein Messer hervorzog und die Baststricke, mit denen der Singhalese gebunden war, durchschnitt. „Was hast Du verbrochen?“

„O Nichts, Nichts, Herr, fast gar Nichts. Mein Kris war sehr scharf und spitz und ist Einem in’s Herz gefahren, weil er mir mein Weib, die Blume und das Glück meines Lebens, rauben wollte.“

„Alle Teufel, Mensch, das ist schon Etwas mehr als Nichts! Hast Du ihn getödtet?“

„Ja.“

„Was war er?“

„Er hieß Hong-Tsche und war ein Chinese.“

„Blos ein Chinese? Das ist gut! Wollte er Deine Frau für sich?“

„Nein, sondern für seinen Kapitän, der sie am Strande gesehen hat. Er lag mit seiner Dschonke im Hafen; ich sehe sie nicht mehr; sie muß abgesegelt sein!“

„Ich weiß genug! Du kennst das Hôtel Madras?“

„Wie sollte ich nicht? Ihr habt ja zweimal daselbst gewohnt!“

„Ich wohne wieder da. Verbirg Dich jetzt; dort kommen schon Deine Verfolger. In einer Stunde aber suchst Du mich auf!“

„O Sihdi, Herr, wie soll ich Euch danken? Ich habe mein Leben wieder und darf mein Weib umarmen. Wischnu, der Gütige, möge Euch lohnen!“

Er faßte die Hände des Engländers und drückte sie an seine Stirn. Dann sprang er mit der Geschmeidigkeit einer Katze davon.

Es war die höchste Zeit für ihn, denn die Soldaten befanden sich schon in der Nähe und eine Menge Volkes, welches auf die Flucht aufmerksam geworden war, kam herbeigelaufen. Ich war einigermaßen besorgt über den Verlauf, den die Sache nehmen werde. Wolpole aber trat den Verfolgern, deren Anführer uns jetzt erreicht hatte, mit seinem gewöhnlichen Gleichmuthe entgegen.

„Was wollt Ihr hier?“

Der Mann stutzte bei dem barschen, befehlshaberischen Tone dieser Frage.

„Wir suchen den Mann, der uns entlaufen ist. Der große Mudellier hat ihn zum Tode verurtheilt, Ihr aber seid ihm zur Flucht behülflich gewesen. Ich muß Euch verhaften!“

Der gute Sir John emery lachte, daß ihm die Thränen in die Wimpern traten. „Verhaften? Mich, einen Gentleman aus Altengland verhaften? Hier auf Ceylon? Mensch, Du bist verrückt! Der Mann, den Ihr sucht, war mein Diener; er gehört mir, und Niemand darf ihm ohne meinen Willen ein Haar krümmen!“

(Fortsetzung folgt.)

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Ein Abenteuer auf Ceylon

von Karl May.

(Fortsetzung.)

„Warum blieb der Mann jetzt nicht bei Euch, wenn er Euer Diener ist?“ frug der Anführer der Soldaten den Engländer.

„Ich schickte ihn fort, weil es mir so gefiel. Du aber eilst sofort zum Mudellier und sagst ihm, daß ich zu ihm kommen werde, um mit ihm zu sprechen!“

„Ihr werdet mit ihm reden, denn ich muß Euch verhaften und zu ihm führen. Den aber, welchen Ihr Euren Diener nennt, werde ich verfolgen lassen und sicher wieder fangen!“

„Versuch’s, ob Du es fertig bringst!“ antwortete Walpole belustigt, indem er zwei riesige Drehpistolen hervorzog.

Ich folgte natürlich seinem Beispiele. Der Ceylonese kam in eine schauderhafte Verlegenheit. Die Pflicht stritt in ihm mit der Furcht, welche ihm unsre Waffen einflößten. Die Letztere schien zu siegen.

„Könnt Ihr mir beweisen, daß Ihr wirklich aus Anglistan seid,“ frug er besorgt, „und werdet Ihr auch in Wahrheit zum Mudellier gehen?“

Walpole liebkoste lächelnd seinen Cotelettenbart. Der Zwicker war ihm wieder auf die Nasenspitze vorgerutscht und der Blick, welcher über denselben hinwegblitzte, leuchtete vor Vergnügen.

„Ich bin ein Maharadscha aus Anglistan und dieser Sihdi hier ist ein noch viel größerer Maharadscha aus Germanistan. Ich werde es Dir beweisen.“

Er griff in die Tasche und zog die Speisekarte hervor, welche er im Hôtel Madras zu sich gesteckt hatte.

„Hier, lies!“

Der gute Mann ergriff das Blatt, führte es respectvoll an die Stirn, betrachtete es dann mit wichtiger Kennermiene und bewegte dabei die Lippen, als ob er lese. Dann schlug er es sorgfältig wieder zusammen, drückte es an die Brust und gab es zurück.

„Ihr habt die Wahrheit gesagt, denn hier steht es geschrieben. Ihr werdet zu dem Mudellier gehen, und ich darf Euch also freilassen!“

Er wandte sich grüßend ab und schritt mit seinen Kriegshelden der Stadt zu.

2.

Noch war keine volle Stunde verflossen, so saßen wir in einem unsrer Zimmer des Hôtels und warteten auf Walawi -

Walawi. Unser Besuch beim Mudellier war ein kurzer gewesen. Der hohe, mit Zopf und Kamm geschmückte Beamte hatte uns mit finstrer Miene empfangen, war aber, als Walpole ihm seine Papiere vorlegte und ihn gar über seine Verwandtschaft mit dem Generalgouverneur der indischen Colonien unterrichtete, fast kriechend freundlich geworden und hatte den eigentlichen Zweck unserer Anwesenheit bei ihm erst im Augenblicke des Abschiedes in Erwähnung gebracht. Walawi brauchte Nichts mehr zu befürchten; Lord Walpole, der große Maharadscha aus Anglistan, hatte die Freiheit seines ehemaligen Dieners zum Geschenk erhalten.

Endlich erschien dieser. Er wußte noch Nichts von dem glücklichen Ausgange, welchen seine kühne Flucht genommen hatte und war daher nur auf Schleichwegen und unter Anwendung der größten Vorsicht herbeigekommen. Die Botschaft, daß er vollständig frei sei, brachte nicht die freudige Wirkung bei ihm hervor, welche ich erwartet hatte. Wir sollten den Grund sogleich erfahren.

„Sihdi, Ihr seid ein großer Herr, und ich wußte, daß Ihr mich retten würdet; aber was soll ich mit dem Leben thun, wenn mir die Blume desselben geraubt worden ist!“

„Geraubt?“ fragte Sir John Emery erstaunt. „Ich denke, der Raub ist mißlungen, weil Du den Räuber niederstießest!“

„Mein Kris traf ihn zu Tode, ja; aber während ich gefangen war, kam ein Zweiter und nahm sie des Nachts mit sich fort. Ich war bei meiner Hütte und habe Alles erfahren. Die Dschonke ist heute abgesegelt und Kaloma, die Schönste unter den Frauen der Vayisa’s wird unter der Umarmung eines chinesischen Rattenfressers sterben. Dein Diener aber, Sihdi, stürzt sich in’s Meer, da, wo es von Haien wimmelt und läßt sich von ihnen verschlingen!“

Walpole saß einige Zeit schweigend und sinnend da. Endlich frug er:

„Hast Du sie wirklich so lieb, Walawi?“

„So lieb wie der Baum das Licht und wie das Gras den Thau. Ich kann ohne sie nicht leben!“

„Wollen wir wetten, Charley?“

„Worüber?“

„Daß Walawi seine Kaloma wieder bekommt. Ich setze tausend Guineen!“

„Ihr wißt, Sir, daß ich nicht wette.“

„Ja, das ist wahr! Ihr seid ein ganz prächtiger Kerl, Charley, aber bis zum vollkommenen Gentleman werdet Ihr es doch niemals bringen, wenn Ihr Euch fort und fort

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weigert, auf eine gute Wette einzugehen. Ich werde Euch aber doch beweisen, daß ich Euch die tausend Guineen abgewinnen würde!“

Er erhob sich und klingelte.

„Zwei Palankins nach dem Hafen!“ befahl er, als der dienstbare Geist erschien. Dann wandte er sich wieder zu dem Singhalesen.

„Kennst Du die Dschonke?“

„Ja. Es ist der „Jao-dse“; ich werde ihn gleich an dem geflickten Segelwerk erkennen.“

„Der Jao-dse; gut! Wohin geht er?“

„Ich habe mich vorhin nach dem Hafen gewagt und gefragt. Er geht quer über das indische Meer nach Canton.“

„Ah! Weißt Du das gewiß?“ fragte er überrascht.

„Ganz gewiß!“

„Dann muß der Schiffer einen ganz besonderen Grund zur Eile haben. Der Passat ist ihm entgegen und die Fahrt mit großen Gefahren verbunden, wenn sie statt in einer späteren Jahreszeit schon jetzt unternommen wird. Die Dschonke kann noch nicht weit sein; wir dampfen ihr nach!“

Dieser Entschluß wurde von dem Diener mit echt südländischem Jubel aufgenommen. Ich gönnte ihm gern die Freude, welche durch die neue Hoffnung in ihm erweckt wurde und mußte zugleich über die Selbstverständlichkeit lächeln, welche Walpole in Beziehung auf meine Begleitung voraussetzte.

Der reiche Sohn Albions besaß eine jener wundervollen Dampfyachten, welche, auf den schottischen Docks am Clyde gebaut, durch ihre ungemeine Schnelligkeit berühmt sind und meist von wohlhabenden Privatleuten gekauft werden, um von ihnen zu schnellen Seereisen benutzt zu werden. Er war auf ihr um das Cap herum nach Indien gekommen und hatte sie auch jetzt benutzt, um Ceylon schneller als mit einer andern Gelegenheit zu umkreisen. Die Rechnung wurde berichtigt und dann bestiegen wir die Palankins, um nach dem Hafen getragen zu werden.

Unsere Ankunft brachte auf der Yacht die feiernden Hände in rührige Bewegung. Die Abreise von Point de Galle war für den morgenden Tag festgesetzt gewesen, und so hatte man keinerlei Vorbereitung getroffen. Doch dauerte es nicht lange, so zischte das Wasser in dem rasch erhitzten Kessel, die Ankerwinde knarrte, die Schraube bohrte sich in die widerstrebende Fluth, und das schmucke Fahrzeug strebte zwischen den im Hafen liegenden Fahrzeugen hindurch in graziösen Windungen dem Ausgange zu. Wir stachen in See.

Es war vollständig Nacht geworden, aber es lag eine Helle auf dem Wasser, wie sie die Sterne des Nordens nicht zu spenden vermöchten. Ich stand neben Walpole auf dem erhöhten Quarterdecke. Er war längst schon wieder der schweigsame Mann geworden, rief nur hier und da eines seiner kurzen, scharfen Commandoworte über das Deck hinweg -

hinweg und trat, als Alles sich in gehöriger Fahrt befand, zu dem Manne am Steuer.

„Du hältst den jetzigen Cours, scharf Ost bei Süd. Sobald wir Cap Thunder-Head doupliren, lässest Du mich wecken!“

Very well, Sir! Darf ich vielleicht fragen, nach welchem Platze wir bestimmt sind?“

„Weiß es selbst noch nicht. Es gilt eine Jagd.“

„Eine Jagd?“ frug der alte Schiffer erfreut. „Auf wen, Sir, wenn ich fragen darf?“

„Auf die Dschonke Jao-dse, bestimmt nach Kanton.“

„Ah — — !“ dehnte der Frager. „Auf diesen dicken Wassermolch? Hab mir ihn angesehen und nicht viel Wohlgefallen an ihm gefunden. Muß eine eigene Fracht haben, eine sehr eigene! Sie luden des Nachts und waren ganz außerordentlich still und vorsichtig dabei. Zimmt, Kaffe oder Zucker wird es wohl nicht gewesen sein!“

„Werden es schon noch erfahren! Wir werfen wenigstens vier Mal mehr Knoten hinter uns als der Chinese und sind am Morgen jedenfalls auf gleicher Länge mit ihm. Dann steuern wir erst Nord bei Ost, dann Nord an Nord, und ich denke, daß wir ihm auf diese Weise ganz sicher schräg auf die Segel dampfen.“

All right, ganz meine Meinung, Sir! Ist die Jagd scharf?“

„Möglich, daß sie es wird. Laß Kartätschen und Kugelpatronen klar machen! Gute Nacht!“

„Wird besorgt. Good night, Messieurs!“

Wir suchten die Cajüte auf und legten uns zur Ruhe. Es gab ja für den Augenblick Nichts vorzunehmen, und um der blosen Unterhaltung willen den Schlaf zu opfern, dazu war der gute Sir John Emery niemals bereit zu finden.

Als wir geweckt wurden, war es schon längst heller Morgen. Cap Thunder-Head mit seinen berühmten Tempelruinen lag bereits weit hinter uns, so daß ringsum nur Himmel und Wasser zu sehen war. Zahlreiche Segel belebten den Gesichtskreis; sie gehörten Fahrzeugen an, welche entweder von Trinkomalo und Batticalao oder aus Indien, China und Japan kamen, um vor dem günstigen Passat nach West zu steuern. Wir kümmerten uns nicht um sie; der Jao-dse war jedenfalls nicht unter ihnen. Die brave Yacht schnitt, leicht zur Seite geneigt, mit halbem Gegenwinde immer Nord bei Ost durch die Fluthen, und warf sich erst um die Mittagszeit auf Nord bei Nord herum. Walpole, welcher selbst als Kapitän fungirte, ließ jetzt alle Segel beisetzen, und es war zum Erstaunen, mit welcher Schnelligkeit wir nun trotz des widrigen Passates genau der geographischen Länge folgten.

Jetzt war die Zeit gekommen, einen Mann in die Masthuth zu schicken, um auf die Fahrzeuge, deren Cours wir durchschnitten, scharfen Ausguck zu halten.

(Schluß folgt.)

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Ein Abenteuer auf Ceylon

von Karl May.

(Schluß.)

Walawi bat, den Posten übernehmen zu dürfen, und Walpole gab ihm die Erlaubniß dazu. Er konnte versichert sein, daß der Singhalese seine Sinne auf das Aeußerste anstrengen werde, um die Dschonke zu entdecken.

Diese war jedenfalls wenigstens unter den Segelschiffen das einzige, welches nach Osten ging; es war gar nicht möglich, daß sie uns entschlüpfen konnte, und doch verging der Nachmittag und wir hatten die Breite von Cap Palmyra hinter uns, ohne den Chinesen in Sicht zu bekommen. Ich suchte Walpole auf, welcher ungeduldig längst der Reyling hin und her spazierte.

„Ich denke, der Jao-dse hat dem Hafenmeister falsches Ankerziel gesagt und treibt an einem Küstenpunkte irgend ein verschleiertes Geschäft. Habt Ihr nicht Lust, zu wenden, Sir John Emery?“

Er warf die ausgerauchte Cigarette über Bord und schielte mir über den vorgerutschten Klemmer ironisch in das Gesicht.

„Was Ihr für ein gewaltiger Admiral seid, mein lieber Charley! Ihr seid ein ganz prächtiger Kerl, aber bis zum vollkommenen Gentleman habt Ihr es doch noch nicht gebracht, und vom Seemann steht Ihr auch noch weit entfernt. Ob der Chinese an einem Punkte der Küste angelegt hat oder nicht, das bleibt sich für uns ganz gleich. Wir können ihn nur auf offener See abfangen. Da wir nicht wissen, wo er ankert, so müßten wir jede Bucht und Bai der Küste mühevoll absuchen, und dabei ginge er uns auf und davon, ohne daß wir ihm good bye sagen könnten. Ich werde allerdings wenden, aber nur um zwischen Süd und Nord zu kreuzen.“

„So haltet Euch wenigsten Etwas näher an das Land und gebt mehr auf das Lee acht, denn ich glaube nicht, daß ein Frauenräuber, der dieses Geschäft vielleicht im Großen betreibt, sich in die belebten Wasser von Batticaloa wagt. Er ist jedenfalls nur zwischen ihnen und der Breite von Dowandara zu finden.“

„Charley, Ihr seid doch nicht ganz so unrecht, wie ich dachte, denn Eure Ansicht scheint mir viel für sich zu haben. Ich werde Euch folgen und der Yacht einige Knoten mehr geben!“

Er nahm das Sprachrohr zur Hand, befahl die Leute an die Brassen, und bald beschrieb das Schiff einen Bogen von Nord über West und legte dann auf Südwest ein. Jetzt legte sich der Passat straff in das Leinen; die Maschine arbeitete mit voller Kraft, und wir flogen vor dem Winde

wieder auf Cap Thunder-Head zurück, welches wir am frühen Morgen douplirt hatten.

Noch immer saß Walawi auf dem Maste; er war nicht dazu zu bringen, sich ablösen zu lassen, und blieb um so fester auf seinem Posten, als wir kurz nach Mitternacht südlich von Batticaloa Küstenwasser erreichten. Heut ging keiner von den Männern, welche sich auf der Yacht befanden, zur Ruhe, eine Ausdauer, die auch ihre Belohnung fand, denn es ertönte vom Ausguke der Ruf:

„Feuer grad in West!“

„Schnell an die Reffs; zieht alle ein!“ befahl sofort Walpole. „Maschinist, halbe Kraft! Mann am Steuer, dreh um auf Ost bei West!“

Im Nu waren sämmtliche Segel eingezogen und die Yacht ging langsam und geräuschlos grad auf die Küste zu. Je näher wir ihr kamen, desto mehr wurde das Feuer auch Denen sichtbar, welche sich auf dem Decke befanden. Der Himmel röthete sich immer stärker, und endlich waren die Flammen, welche von der Erde emporloderten, deutlich zu erkennen.

„Ein Schiff in Sicht, grad vor dem Bug!“ rief Walawi von oben herab.

„Geht es vorüber oder liegt es fest?“ frug Walpole.

„Es hat beigelegt gehabt, zieht aber jetzt die Leinwand auf.“

„Fahr es an, Mann am Steuer, fahr es an und dreh bei an seinem Luv!“

Als wir dem Fahrzeuge näher kamen, erkannten wir es als eine chinesische Dschonke.

„Konstabel, leg Kartätschen ein!“ commandirte Walpole. Er hatte also nicht die Absicht, es durch den gewöhnlichen blinden Schuß zum Flaggenziehen zu bewegen. Der Steuermann schloß dies aus dem Commando und drängte die Yacht so nahe an die Dschonke, daß diese mit der Stimme angesprochen werden konnte.

„Stopp, Maschinist; fertig mit den Waffen!“

Es war ein eigenthümliches Gefühl, welches mich in diesem Augenblicke erfaßte. Wir waren im Ganzen nur elf Mann auf der Yacht; die Bemannung des Chinesen mußte uns weit überlegen sein. Walawi war zu uns herabgekommen und hatte den blitzenden Kris in der Faust.

„Wollt Ihr hinüber, Sihdi?“ frug er. „Es sind nur wenig Leute drüben; die Andern stoßen eben vom Lande.“

„Laß erst sehen! Verstehst Du Chinesisch?“

„Was ein Schiffer wissen muß.“

„Ruf die Dschonke an!“

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Der Singhalese that es. Statt der Antwort flog drüben eine leuchtende Rakete in die Höhe.

„Sie geben das Warnungssignal; es sind Räuber und Mordbrenner. Hoihoo! Leg hart an zum Entern und stoß dann allein weit ab!“

Die Yacht gehorchte dem Befehle und legte Seite an Seite mit der Dschonke. Nur der Steuermann und der Maschinist blieben zurück, wir andern Neun sprangen hinüber. Der Chinese hatte nicht Anker geworfen, sondern nur beigedreht und nicht mehr Leute an Bord, als zur Ueberwindung der Abtrifft unbedingt nöthig waren. Sie waren nach kurzer Gegenwehr überwältigt und wurden schnell gefesselt. Das Schiff war der Jao-dse, welchen wir suchten.

Die vom Lande abgestoßenen Kähne waren mittlerweile näher gekommen. Ihre Insassen hatten das Signal und ebenso auch den Dampfer bemerkt, welcher sich trotz seiner Kleinheit nicht vollständig hinter der Dschonke zu verstecken vermochte. Da er aber weit von derselben abgetrieben war, so glaubten sie ihn nur in Verhandlung mit den Ihrigen und ahnten nicht, daß wir an Stelle der Letzteren sie in Empfang nehmen würden.

Als sie den Jao-dse erreichten, warfen wir das Fallreep und die Leitern hinab. Sie legten die Boote an die Taue und kamen, ihre Ladung einstweilen im Stiche lassend, rasch auf Deck geklettert, um vor allen Dingen zu wissen, was es mit der Yacht für eine Bewandtniß habe. Sie wurden nach Kräften empfangen. Es entspann sich ein Kampf, der uns zwar einige Wunden kostete, aber doch mit unserm Siege endete. Wir hatten ihn dem glücklichen Umstande zu verdanken, daß die Boote nicht zugleich, sondern ein’s nach dem andern anlangten und wir also Zeit behielten, die Feinde einzeln zu überwinden.

Sie wurden ebenso wie die Vorigen gefesselt und dann sammt und sonders nach der Yacht übergeführt. Während dies geschah, stieg ich mit Walpole in die Kähne hinab. Wir fanden sie voll gefangener Frauen und Mädchen, von denen wir erfuhren, daß ihr Dorf von den Chinesen überfallen worden sei. Die erschrockenen Männer waren einfach davongelaufen, die Frauen aber hatte man, so viel ihrer habhaft wurden, zusammengebunden und mitgenommen, nachdem die primitiven Hütten des Ortes in Brand gesteckt worden waren.

Die Töchter Eva’s erhoben ein wahrhaft betäubendes Jubelgeschrei, als sie hörten, daß sie ihre Freiheit zurückerhalten würden. Walpole machte ihrem Danke ein schnelles Ende. Nachdem wir ihre Bande zerschnitten hatten, gebot er ihnen, an das Land zurück zu rudern. Sie kamen diesem Befehle schleunigst nach, denn die Kähne, welche auf diese Weise in ihrem Besitze blieben, waren jedenfalls mehr werth, als die sämmtlichen Schilf- und Basthütten ihres niedergebrannten Dorfes.

Nun wurde die Ladung des Jao-dse untersucht. Sie bestand aus Zimmt, Reis, Tabak, Ebenholz, Kaffee und — geraubten Frauen. Diese Letzteren waren sämmtlich in der Gegend von Point de Galle aufgegriffen worden, und unter ihnen befand sich auch Kaloma, die „Schönste unter den Frauen der Vayisa’s“, wie sie von Walawi, ihrem zärtlichen Gatten, genannt worden war. Das Glück der beiden Leute war unermeßlich und ebenso unbeschreiblich klangen die Ausdrücke, in denen sie dem großen Maharadscha aus Anglistan ihren Dank ausdrückten.

Als es Morgen wurde, war alle nothwendige Arbeit vollbracht. Die Dschonke zog einiges Segelwerk auf und wurde von der Yacht in’s Schlepptau genommen. Wir douplirten Cap Thunder-Head zum zweiten Male, nur jetzt im entgegengesetzten Course und langten gegen Abend wieder in Point de Galle an, wo unser Erscheinen nicht wenig Aufsehen erregte. Es stand ja beispiellos da, daß ein kleiner Privatdampfer sich an einem wohlbemannten „Girl-robber“, wie sie von China aus die dortigen Gewässer zuweilen unsicher machen, gewagt hätte. Das größte Erstaunen aber erregte diese Nachricht bei dem Mudellir, welchem wir unsre Gefangenen zur Bestrafung und den Jao-dse zum Rechtsspruche überlieferten. Er hatte das Schiff für ein unschädliches Handelsfahrzeug und den Schiffer für einen rechtschaffenen Mann gehalten und daher auch — jedenfalls aber in Folge eines ansehnlichen Geschenkes — unsern armen Walawi zum Tode des Ertrinkens verurtheilt, weil dieser einen jedenfalls nur zufälliger Weise an seine Hütte verirrten Matrosen des Chinesen kurzweg erstochen hatte.

Er benahm sich außerordentlich freundlich gegen uns und bat Walpole, der mächtigen Königin in Anglistan von seiner Weisheit und Gerechtigkeit zu erzählen. Dieser versprach es ihm, warf ihm dabei aber über den mächtigen Klemmer einen Blick zu, in welchem etwas ganz Anderes als die Anerkennung der gerühmten Weisheit und Gerechtigkeit lag.

Wir kehrten in das Hotel Madras zurück, wo wir dieselben Zimmer wieder bekamen, welche wir vorher bewohnt hatten. Als wir auf dem Divan Platz nahmen, um unser Abenteuer in der Erinnerung noch einmal zu durchleben, meinte der gute Sir John Emery:

„Seht Ihr nun, daß ich meine beiden Wetten richtig gewonnen hätte?“

„Ich sehe es, aber eben deshalb wette ich nie.“

„Das ist kein Grund, denn Ihr könnt doch einmal glücklich sein und gewinnen. Ihr seid ein ganz prächtiger Kerl, Charley, aber wenn Ihr Euch so vor dem Verlieren fürchtet, werdet Ihr es in Eurem ganzen Leben nicht bis zum vollkommenen Gentleman bringen. Ich habe Euch lieb und muß Euch daher von ganzem Herzen bedauern. Gebt Euch Mühe und werdet endlich einmal besser!“ — — —