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HANS WOLLSCHLÄGER

Arno Schmidt und Karl May*



Der Satz hat ja inzwischen fast Flügel bekommen, nachdem er lange eher unbeachtet geblieben war, der nämlich, wie »höchst wichtig« es sei, »in den Werken der später geborenen, und nicht nur der deutschen, Dichter, die mächtigen, unvermeidlich immer wieder durchbrechenden Spuren (...) intensiver Jugendlektüre nachzuweisen«: - nun, er ist als Sentenz ja auch nur zu wahr (wenn auch nicht so gut formuliert, wie ein bloß objektives, allgemein-bedeutendes Dekret es sein sollte) - und grenzt, genau genommen, an die Platitüde, die nur von der merkwürdigen Tatsache überstrahlt wird, daß diese Wahrheit, meines geringen Wissens, noch nie zuvor auf Literaturpapier so apodiktisch zum Ausdruck gebracht worden war. (1) Denn das >weiß< nun wirklich jedermann, wenn er an sich und seinem Leben genau entlangsieht: daß nur die physische Entwicklungszeit auch die spirituellen Materialien anlegt und stapelt - >exponiert<, wie man bei der musikalischen Form der Sonate sagt, die unter den kunsthistorisch gewachsenen Strukturen nichts geringeres als ein Lebens-Gleichnis selbst ist -; die >Durchführungen< des Erwachsenen-Alters beziehen sich auf sie zurück und verfeinern zuletzt nur den Umgang damit durch Verwandlungen aller Art, Metamorphosen, Variationen, Kombinationen (und der Knick in die >Reprise< entspricht nur zu genau jener Midlife-Krise, in der Physis und Ich ihren Zenit verlassen, um sich auf die immer stärker abgeneigte schiefe Bahn zu begeben: die Rück-Blicke setzen ein, die Wiederholungen, >Trauer und Melancholie< -­ schweigen wir davon, wie es weitergeht). Keine Frage jedenfalls: >der Mensch< lebt vom aufgehäuften Kapital seiner frühen Impressionen, Wissensperspektiven und Leidenschaften, und alles Spätere ist Wuchern mit dem Pfund; dies gilt fürs Einfache Leben des Jedermann ebenso wie für die komplizierten Sterbensläufe der Künstler und Denker (und selbst die Relativitätstheorie verdankt sich ja bekanntermaßen dem Erlebnis einer kindlichen Bahnfahrt). Lassen wir das schlicht so stehen, weil es unser Thema nicht ist, sondern nur zu ihm hinführt - (und sollte es so apodiktisch

* Vortrag, gehalten am 7. 10. 1989 auf der 10. Tagung der Karl-May-Gesellschaft in Augsburg.


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auf Papier noch nicht gesagt worden sein, so stehe es denn fortan als Platitüde da). Hin führt es uns zu Arno Schmidt und den Spuren s e i n e r intensiven Jugendlektüre, und das ist, kurzum, ganz ohne Zweifel die von Karl May gewesen (bei dem ihm jener Satz von den >intensiven Spuren< denn auch einfiel) ­ dominant wohl selbst neben Cooper, Poe und Verne. Bezeugt hat uns das einwandfrei die Schwester Lucy, in ihrem späten Gespräch mit John Woods: »He loved Karl May. (...) Karl May, when he could lay his hands on Karl May he loved it. He really went in for that«:(2) also, er stürzte sich förmlich darauf, ließ sich voll darauf ein. Wann? Die Frage ist so schwierig wie die nach dem >Wie?<, wenn auch von geringerem Gewicht; wir wollen ihr doch kurz nachgehen. Am Schluß von >Sitara< bekennt er, daß er »ja schließlich, mit 12 -14, auch mal MAY-Fan der üblich-einfältigen Sorte« gewesen sei;(3) weiter vorn im eben nämlichen Buch (115) blickt er im Entstehungsjahr 1962 auf eine »wenn auch sporadische so doch immerhin bald 40jährige Beschäftigung mit dem Musterobjekt« zurück: Das Erstmals wäre dann >mit 8< gewesen - oder meinethalben, geben wir fürs »bald« einen Glockenschlag zu, mit 9. Und präsentierte uns nun die Stiftung einen Zettel, auf dem er uns das ausdrückliche Bekenntnis vermacht, wie er bereits auf Kindesbeinen das Spätwerk präferiert habe, so wären wir schon aus purer Verehrungs-Gewohnheit sicher reif dafür - und gern bereit, bis zu den Windeln zurückzugehen. Ernsthaft aber: Dies alles gehört, in Ruhe besehen, zur Heroenlegende und zu den Ordensregeln jener >Ritter vom Geist<, in deren Darlegung er die 5500 Seiten des >Detective Nobody< von Robert Kraft mit 5 Jahren entzückend fand und zur Erläuterung unwirsch beigibt: »Ja; ich hab' mit zweieinhalb lesen gelernt.«(4) Nein; ganz so denn doch wohl nicht, Genie in allen Ehren; »den >eigenen Angaben< der Dichter«, so haben wir's ja ebenfalls von ihm schriftlich (>Sitara< 25), »ist bis auf weiteres immer erst einmal prinzipiell zu mißtrauen, wie zumindest jeder Dichter weiß; es wird vermutlich beträchtlich später geschehen sein«. Wir wollen das einfach als Stilisierung durchgehen lassen ­ eines, der sich immer gedrängt fand, der eigenen Lebenszeit voraus zu sein, der lange sein Geburtsdatum auf 1910 ansetzte (und die entsprechend größere Entwicklungsfülle mit einigen zusätzlichen Stationen gratis beigab), der sein Ich in den Büchern fast grundsätzlich älter sein ließ, als er zur Zeit der Niederschrift war, und sich selber jünger beim Niederschreiben (beim >Pharos< macht dieser Schmidtsche Transformationsfaktor sogar 10 Jahre) ... und so fort; dies alles sind Sonderthemen, und es gehört zur Weite der Welt wie zur Enge der Redezeit, daß ich sie nur >zur Bearbeitung< stellen, erschöpfend behandeln aber nicht kann. Ich tue also ge-


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trost einen Sprung über alle Argumentationen weg und riskiere die Form der wuchtigen These -: Richtig, >wirklich< wird sein, daß die >intensive Jugendlektüre<, May voran, bei Schmidt ums 12. bis 14. Jahr lag - und von da noch weit übers 20. Jahr hinausreichte. Denn er war und es gehört nun bloß ein bißchen Küchenpsychologie dazu, die Beteuerungen der Frühreife und ihre Derivate als beunruhigte Korrekturen der ihm zuteil gewordenen Fortune zu begreifen, deren er sich genierte, - er war ein Spät-Entwickler, und die Rigorosität, mit der er in seinen mittleren Jahren die Ab-Härtung gegen seine kindhaft-jugendliche Frühempfindlichkeit betrieb, also kurz gegen das, was er in Gesprächen, und durchaus hohngeschüttelt, als »Feinsinn« bezeichnete, in Denken und Schreiben (ich erspare ihm hier die abgehärteten Formulierungen, die er selber bei Anderen darauf verwandte) -, diese Rigorosität erklärt ihr Ausmaß nicht zuletzt daraus, daß jene Frühzeit mit ihren Spuren so lange wirkend blieb und >unvermeidlich und immer wieder< durchbrach - (wieder auch ein Thema für sich, und ein sehr großes und komplexes - einschließlich des schwierigen, für bloße Küchenpsychologie nun nicht mehr zugänglichen Faktums, daß der Brust-Ton des Werk-Ichs auch früh schon aus durchaus zwei Seelen kam, die einander in die Wörter fielen) . .. Weiter denn -: eine dritte Angabe steht wieder im auch sonst nicht gerade invarianten >Sitara< (285), wo er noch weiß, daß sich »auch-bei-mir-mit-15 das Gefühl einstellte, wie wenn ich einem Magnetberg nahe sei« -: da hat er schon das Maysche Spätwerk im Sinn, und es dürfte auch für seine allmählich sich vorbereitende eigene Produktion primär phantasielenkend wie formbildend gewesen sein. Das müßte ich nun aber doch wenigstens ein bißchen beweisen? Nun, wohlan:

Über eine eigentliche Jugend-Produktion Schmidts wissen wir nichts - also erste, von der Verehrung für Vorbilder eingegebene, mit Eigenem nur erst zaghaft untermischte Selbst-Ausdrückungen (bei mir waren's - ich nehme mich mal dreist zum Secundum Comparationis band- und lindwürmig lang dahinkriechende >Historische Romane<, von May beeinflußt wie von dem mir heute noch ehren- und liebwerten Dimitri Mereschkowsky: - sie alle hat inzwischen der Orkus, und wenn Schmidt dergleichen wirkliche Jünglichkeiten zuwege brachte, so hat sie der Orkus jedenfalls auch, zu dem man sie ­ aus gar nicht schlechten Gründen - irgendwann später verurteilt). Das erste Frühwerk, das gesichert anzunehmen, wenn auch nicht erhalten ist, war die Arbeit des 19-Jährigen, aus Erwähnungen im Werk bekannt: das Versepos >Sataspes<, also die bekannte Herodot-Historie. Ende August 1933 steht's in einem Brief an Heinz Jerofsky erwähnt (»Sataspes laesst


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fluchen; er langweilt sich; ich widere ihn und mich an«(5)); im Oktober desselben Jahrs sind 40 Seiten fertiggestellt, wozu noch 50 kommen sollen.(6) In der Umgebung stehen die Namen »hoffmann, herodot, flammarion« (der Astronom - soll ich nun, nach >Sitara<-Art und -Kunst, gleich >Flugträume!< dahinter vermerken ­ oder >Spiritismus(7) und die Kopplung der beiden Mittelnamen soll uns doch eine Überlegung wert sein: Pasargadae, die alte persische Hauptstadt zur Achämeniden-Zeit­ und Kyros, der sie umfließende Fluß wie auch der Großkönigsname: wo ist der Zusammenhang mit May? Ich lese Ihnen etwas vor:

»Auf der oben geschilderten zweijährigen Orientreise, die Karl May in den Jahren 1899/1900 unternahm, kam er von Bagdad aus in die Gegend der Ruinen von Persepolis. Von dort am Polvarflusse aufwärts wandernd, gelangte er nach mehrstündigem Marsch in die Ebene von Murghab, wo sich vereinzelt einige wenige Ueberreste der uralten persischen Königsstadt Pasargadä erhalten haben. Von den zahlreichen Streitfragen, welche die Gelehrten an diese Ruinen knüpfen, sei hier abgesehen und nur erwähnt, daß sich unter den sechs dort erhaltenen Bauwerken das Grabmal des Großkönigs Kyros befindet. Die alten berühmten Keilschriftreliquien, die an diesen 2300 Jahre alten Bauten angebracht waren, sind im Laufe der Zeit der Zerstörungswut und der Sammelwut zum Opfer gefallen. Die letzte und bekannteste dieser Inschriften, die 1877 von einem englischen Gelehrten geraubt wurde, war das stolze, monumentale Herrscherwort: >Ich bin Kyros, der Achämenide!< Trotz ihrer traurigen Verstümmelung machten diese Reste alter Pracht und alter Hoheit einen überwältigenden Eindruck auf Karl May. Gepackt von den Schauern einer längst entschwundenen Zeit, faßte er den Plan, ein Drama zu schreiben über den großen König, der den Besuchern seines Grabes solch stolze Worte entgegenrief!«

Die Rede geht von Mays späten Dramenplänen; der Text stammt (unter der Spitzmarke »Die bisherigen Forschungen ergaben folgende Tatsachen«) von Dr. Euchar Albrecht Schmid, dem Geschäftsführer des Karl-May-Verlags in Radebeul/Dresden, und stand, seit 1916, in dessen May-Werke-Band 34 >Ich<.(8) Und wenn auch diese schönen »Forschungen« und »Tatsachen« einmal mehr reiner Wind sind (>naturgemäß< möchte man in diesem Zusammenhang sagen) -: Karl May ist nie in Persien gewesen, nie von Bagdad aus nach Persepolis gekommen (nämlich kleine 900 km Luftlinie über die chusischen und farsischen Gebirge), nie am Polvar aufwärts gewandert und nach mehrstündigem Marsch (bloß 85 km) nach Pasargadae gelangt; er hat nur allerdings ein Drama >Kyros< geplant, wenn sich damit auch nicht »volle 13 Jahre ge-


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tragen«, wie der Karl-May-Verlag noch dazugibt; die Skizze (­ aber derart aufs Nächstliegende konnte die betreffende Art Forschung ihr Auge offenbar nicht adjustieren -) ist auf dem Titelblatt von Mays Hand genau datiert, nämlich durch den Satz »Mit den Vorarbeiten begonnen Sonnabend, den 11. 8. 06«; die berühmte Inschrift »Adam Kurusch (...) Hakhamanishiya« hatte er, wie andere Materialien, aus dem (in seiner Bibliothek stehenden) Grundlagen-Werk von Theodor Benfey, >Die persischen Keilinschriften mit Übersetzung und Glossar<, Leipzig 1847, und gesehen hat er die Tafel gut zwei Jahre später im Britischen Museum (und Altpersisch gehörte wie Assyrisch zu den Sprachen, die er, der nach dem >Sitara<-Urteil »zeit seines Lebens (...) nichts ernsthaft studiert« und »nie 1 ernstzunehmendes Buch gelesen« hat (19lf.), im Alter zu erlernen suchte, wie durch erhaltene Übungsblätter belegt ist), - - auch wenn dies alles also >tat-sächlich< ganz anders war, so hat Arno Schmidt doch die Phantastereien des Karl-May-Verlags wahrgenommen und für wahr genommen: die Verbindung von >Verswerk< - >Kyros< - >Pasargadae<; und wenn wir das dem letztzitierten Jerofsky-Brief in griechischen Buchstaben (Altpersisch konnte Schmidt, im Gegensatz zu May, nicht lesen und schreiben) vorangesetzte »Sataspes aner Achaimenides«(9) (wobei ich zur vollen Vergeltung hinzufüge, daß er auch Griechisch nicht konnte, sondern hier, wie so manchesmal sonst, nur geschnörkelt hat) - wenn wir das also zusätzlich noch als Echo jener im gleichen Kontext stehenden Inschrift nehmen, so ist vielleicht die Hypothese zu riskieren, daß der frühe >Sataspes< Schmidts in engem Zusammenhang mit seiner frühen May-Bindung steht, als Fulfillment eines vom geliebten Lehrer vorentworfenen Projekts, ja >Auftrags<, und daß er uns Auskunft gibt über das Ausmaß dieser Bindung noch im 20. Jahr.

Und es geht noch weiter; lassen Sie uns mit Gemach der Spurenkette folgen. Um dieselbe, nämlich die Sataspes-Entstehungs-Zeit, im schon zitierten Brief an Jerofsky vom 10. 10. 33, ist noch von einer anderen frühen Arbeit Schmidts die Rede ­ ironisch und selbst-bagatellisierend die Rede, aber darum nur desto gewichtiger (muß ich das erläutern?), und sie betrifft unser Thema:

»Enrico! Schon vor Jahren weissagtest du mir, ich würde früher oder später einmal elend als Schriftsteller endigen! Vergib' mir, ich habe gesündigt vor dem papiernen Himmel und vor dir. Der Anfang ist gemacht. (Um gott! Welch ein Anfang!!) Ich habe ein kleines, in sich geschlossenes Teilergebnis, aus meiner unfertigen Arbeit über nietzsche einem Verlage (so einem kleinen, häßlichen, weißt du!) eingesandt. Er hat es akzeptiert gegen das fürstliche honorar von 25,- (fünfuzw.) mark; mit der bitte: es schmeckt nach mehr! Nun sind es zwar


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höchstens 4 Druckseiten ­ aber immerhin. Es wird wahrscheinlich in irgend einem kleinen Jahrbüchelchen erscheinen, zwischen statistischen Tabellen und anderen Auswüchsen verrückter Verlegergehirne. (... ) Hoffentlich erscheint es überhaupt nicht im Druck; bestimmt ist es ja gottlob noch nicht. Aber mit dem Geld fuhr ich 3 Tage Langholz. Ich habe lange gegrübelt, ob ich nicht meine opera omnia als Altpapier verkaufen soll. Der Preis (ich habe mich erkundigt!) wäre, glaube ich, derselbe. Ich erwarte nur noch deine m ü n d l i c h e Bestätigung. Hebe ja unsre Korrespondenz auf! Wir müssen die Nachwelt durch esprit rasend machen.«(10)

Die Herausgeber der Briefe, Jan Philipp Reemtsma und Bernd Rauschenbach, merken zu dieser frühen Arbeit an: »Konnte bisher nicht ermittelt werden; Heinz Jerofsky hat keine Erinnerung an sie.«(11) Das Generalthema >Nietzsche< ist klar; auch der letztzitierte Briefsatz ist ja ein Nietzsche-Zitat. Wie aber steht es um sein »kleines, in sich geschlossenes Teilergebnis«: - wo ist der Zusammenhang mit May? Nun, er ist mit doch beträchtlicher Sicherheit anzugeben: Bei jenen »4 Druckseiten« handelte es sich um die erste Darlegung der über 20 Jahre später im >Großmystiker<-Nachtprogramm abgehandelten Verschlüsselung Nietzsches in Karl Mays >Reiche des silbernen Löwen<; sie ist dem »kleinen, häßlichen« Verlage tatsächlich eingeschickt worden, nämlich dem Karl-May-Verlag in Radebeul, und bestimmt war sie tatsächlich »einem kleinen Jahrbüchelchen«, nämlich dem Karl-May-Jahrbuch (in >Sitara< 14 hat sich Schmidt über das Periodikum erschöpfend geäußert: »Die Nullität der meisten Sächelchen ist schlechthin unwahrscheinlich«). Dies wird ­ bei zurzeitigem Verschwundensein des Textes selbst und seines Begleitbriefs ­ gesichert belegt durch den Antwortbrief des Karl-May-Verlags vom ... ja, hier muß ich nun einfach mein großes landwirtschaftliches Ehrenwort an die Stelle von Datennachweis und Zitat setzen, den Partei-Eid sozusagen -: der Brief ist mir nicht mehr zugänglich, aber ich habe ihn vor 30 Jahren, als der Verlag ihn aufgrund von Schmidts erster Zuschrift aus seinen archivierten Korrespondenzen hervorsuchte, mit selbeigenen Augen gesehen und als >echt< erkannt. Vielleicht gelingt es ja, dem Karl-May-Verlag eine Kopie abzugewinnen; lassen Sie sich einstweilen diesen Bericht genügen - und uns festhalten, daß Schmidt tatsächlich schon als knapp 20-jähriger über May gearbeitet und offenbar (durchaus hocherstaunlich für die damaligen Verhältnisse der May-Rezeption) dabei bereits jenen Blick für und auf das Spätwerk bewiesen hat, der dann die Arbeiten von 1956ff. hervorbrachte: weiterer Beweis für die durchgreifende Bindung an das »Musterobjekt«.

Nimmt man nun die Karl-May-Arbeit und den >Sataspes< als gleichzeitig zusammen, so sieht man die May-Charakteristik des ersten von


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Schmidt bezeugten poetischen Texts (>Geverseles< könnte ich auf die hier zuständige >Sitara<-Art auch sagen) vielleicht doppelt belegt - und aus der vermutbaren Gleichartigkeit ließen sich allerlei Hypothesen über den >Geist< des Stücks beziehen: es könnte sich zur einen Hälfte um ein Verschlüsselungswerk gehandelt haben, zumindest im Sinn der allgemeinen Parallelsetzung von Altertum und Gegenwart 1933, wie sie auch die späteren Antike-Stücke strukturiert - (die andere Hälfte bestand wahrscheinlich aus dem Themenkomplex >Erdumseglung< (a la >Periplus< des Pytheas von Massilia) bzw. >Landvermessung< (die wiederum auch ein May-Motiv ist)): - was mir da an Überlegungen durch den Kopf gegangen ist, auch im Hinblick auf die Ursachen oder gar Gründe, die das Stück verschollen sein ließen, will ich hier aber nicht weiter ausbreiten (>vielleicht ein andermal<) - und nur noch den Verdacht anmerken, daß die Formgestalt den Mayschen Jambentexten und Verswerken vielleicht nicht ganz unähnlich gewesen ist; die gelegentlich immer wieder auftauchende Kritik an Mays >Babel und Bibel< ­»ziemlich zopfig anmutendes, schemenhaft allegorisierendes Gebilde« (>Sitara< 25) u. ä. ­ ließe sich dann mit unter die Selbst-Kritiken einreihen, die May bei Schmidt auslöste. Es ist schade um das 90-Seiten-Opus, das uns einen elementarischen Vorläufer von >Enthymesis< und >Gadir<, von >Kosmas< und (besonders) >Alexander< an die Hand gäbe,­ aber so schade dann wohl auch wieder nicht: das will ich doch ruhig sagen, ehe nun ein allgemeines Raunen und Seufzen beginnt; ja, ich will, frisch aus der >Sitara<-Wieder-Lektüre kommend und ihre literarischen Benehmensregeln noch gut im Kopf, überhaupt kein Albumblatt für Alice vor den Mund nehmen, sondern einen vollen Forte-Griff tun ­: es wird, das Versepos >Sataspes<, insgesamt wohl ein schön hochtrabender Schmarren gewesen sein... »>Ha'm Se ma was Eignes geschriebm?<« wird das Alter Ego Dr. Mac Intosh im >Piporakemes< von Schmidt gefragt. »>Ein episches Gedicht, dessen Held MOSES ist.<: >Moses!?< wieherte er unwürdig, und sprühte im weiteren Bogen. Wie hatte's geheißen?: >Sein Schmähvermögen ist unerschöpflich: wiederholungsfreie Fülle<; also j e d e s Wort stimmte«.(12) Das soll er doch auch uns zuletzt nicht zweimal sagen ­: Sataspes!? - wir müssen nicht wiehern, aber eine kleine Motion der Mundwinkel wollen wir uns doch erlauben.

Wir müssen, auf der bloßen May-Fährte, Schmidts Lebens-Lauf jetzt mit einem ziemlich großen Sprung weiter-durchmessen: seine restliche >Jugend<-Zeit, die bis fast zum 30. Jahr dauerte; das allwichtige Jahr 1943 mit seinem Entwachsen und auch Sich-Verwachsen, der Geburt des lange ausgetragenen »Welt- und Menschenhasses« (schwierigstes,


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kaum wohl je ganz lösbares Problem-Kapitel in seiner Biographie); die Wiedereinrichtung nach dem überstandenen Krieg und schließlich sein erstes Erscheinen in der Literatur-Öffentlichkeit ­: in diesem Zeitraum die Bindung der Werksentwicklung an Karl May differenziert zu verfolgen, auch die gegen sie eingesetzten Kräfte zu würdigen, hielte zu größeren Untersuchungen an, als sie in einem kleinen Vortrag geleistet werden können, und sind eines der Groß-Themen, die unser Thema aufgibt. Besonders der >Alexander<, entstanden wohl in zwei Phasen (oder gar Fassungen), von denen die erste, meine ich, noch vor den Kriegsschluß fällt, scheint mir in mehrfachem Sinn ein Schlüsselstück zu sein, über das ich später einmal ins Vollere gehen möchte ­: es enthält ja nicht nur die Geschichte mit Monika, der >Einzigen<­ und nicht nur ein weiteresmal die, hier schon re-flektierte, Auseinandersetzung des Juvenilen mit einem >Großkönig< (von wo aus denn auch auf den darin mehrfach erwähnten >Sataspes< ein weiteres Bestimmungslicht fällt - nun, schon zuviel gesagt); es enthält auch, mit natürlich ungleich höherer Kunst gehandhabt, zahlreiche Maysche Techniken - und bewegt sich auf der Projektions-Leinwand einer typisch Mayschen Phantasie-Landschaft (und zwar des >Silbernen Löwen<), vom Bab-ilu bis zum Birs Nimrud. Und auch der zweite, vielleicht erst für die Veröffentlichung 1953 an das unvollendete und ursprünglich weiträumiger entworfene Geschichts-Tableau angeleimte Schlußteil zeigt mit seinen raffenden Referaten eine wiederum typische Maysche Formschwäche -: doch, die Suggestion dieser >intensiven Jugendlektüre< war schon wirklich groß und verweist weiter auf künftige Bewältigungsprozesse.

Der Name >May< taucht gewichtig erst 1955 in Schmidts Werk wieder auf, nun allerdings, nach gut 20 Jahren, in direkter, handgreiflicher Kontur. Mit-Motiv war sicher vor allem die neu eröffnete Verwertungs-Chance früher durchdachter, ihm nahegekommener Stoffe (und immer sei doch Alfred Andersch Dankbarkeit dafür bewahrt!); aber wohl nicht allein. Im Sommer 55 jedenfalls übersandte er Andersch eine Liste mit dem »Dutzend Themen (...), das ich zur Zeit erledigen könnte«: als Nachtprogramme nämlich; es waren Pape, Massenbach, Fouque; Wieland, Klopstock, Lukian; Voß, Klinger, Jean Paul; Scott, Vehse und, »entsetzen Sie sich nicht schon beim bloßen Namen: Karl M a y: der vorletzte Großmystiker. (Ich habe nämlich - und, bitte, sogleich den Finger auf den Mund! ­ die tolle Entdeckung gemacht, daß seine letzten Bücher reine Schlüsselromane sind, in denen zum Beispiel Friedrich Nietzsche persönlich vorkommt. Andere Riesenallegorien im Stile von Bunyans >Pilgrims Progress< und Dantes: Ganze Seiten sind da in Jamben geschrieben!!)«(13) Nun war Andersch selber ein


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ganz unkompliziert dankbar gebliebener May-Leser »der üblich-einfältigen Sorte« und dachte gar nicht daran, sich zu entsetzen: er wählte sich vielmehr aus Schmidts Vorschlägen (die ihm sonst bemerkenswert wenig sagten) sogleich den last not least Karl May heraus und fand es »großartig, wenn es Ihnen gelänge, das nachzuweisen, was Sie da andeuten, zumindest wäre es unvergleichlich amüsant«.(14) Schmidt stimmte zu, kündigte das Manuskript für Januar 1956 an - und kam nun in Materialnot, der Andersch tatkräftig abzuhelfen suchte:­ das ist, die Rarität der originalen May-Drucke in allen Ehren, ein sehr wunderlicher Vorgang: genierte sich Schmidt, mit solchen Wünschen die Bibliotheken und ihre Beschaffungsmöglichkeiten zu bemühen? Ein bißchen unbehaglich war's ihm sicher dabei, sich mit der heimlichen Liebschaft öffentlich zu zeigen: »Zur Zeit bastle ich an einer umfänglichen Sendung über - Karl M a y!« bekam Werner Steinberg vom 23. 1. 56 zu lesen; »Sie sehen, mir bleibt aber auch n i c h t s erspart!«(15) Tatsächlich war May ja um diese Zeit weder für die Literaturkritik noch für die dito Wissenschaft ein auch nur irgendwie relevantes Thema; in der Presse kam er allenfalls im untersten Feuilleton vor, zwischen den Rubriken >Kinderei< und >Mumpitz<. Entsprechend >verblüfft< zeigte sich Enzensberger, der Andersch-Assistent beim Süddeutschen Rundfunk, nach Erhalt des Manuskripts am 30. 1. 56; Andersch war »entzückt ­ das Ganze ist von einer Perfektion, wie man sie sich als Nachtprogrammredakteur sonst nur träumt«. (2. 2. 56)(16) Das ist es tatsächlich, wollen wir zugeben - und nur anmerken, daß dieses erste May-Stück >Vom neuen Großmystiker<(17) dabei noch weit entfernt ist von der virtuosen Kunst, zu der Schmidt die Literaturgesprächsform in den nächsten Jahren entwickelte; zum erstenmal immerhin erscheint darin der »weit flottere Charakter eines Streitgespräches«, den Andersch von Schmidt auch erläutert bekam: es handelte sich »diesmal nicht darum (. . .), einen anerkannten, wenn auch leicht verstaubten, Großliteraten wieder zu beleben; sondern darum, überhaupt erst einmal festzustellen, ob May ins Kontinuum unserer Hochliteratur gehört oder nicht (...). Vor allem aber habe ich dem Manne Gerechtigkeit angedeihen lassen; was schlecht ist, auf gut irokesisch zerstümmelt, das wenige Gute als solches gekennzeichnet«.(18) Nun muß ich Ihnen den Inhalt des Funkdialogs nicht referieren: er war - mit zwar schon unvergeßlich prägnanten, aber doch durchaus noch maßvollen, angemessenen Worten - kritisch gegen Mays frühe und mittlere Produktion, wendete zum Ausgleich aber der späten das gewichtigste Lob zu - bis hin zu dem klotzigen Satz vom »bisher letzte(n) Großmystiker unserer Literatur« ­ was Enzensberger zu der naheliegenden, als zu naheliegend unbe-


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antwortet belassenen Rückfrage an Schmidt bewog, wer denn wohl der letzte sein werde. Tatsächlich ist die voluminöse Formel eher ein griffiger Slogan als eine wirkliche Charakteristik, und was Schmidt unter >Mystik< verstand, bedürfte ­ wenn's denn nötig wäre - einer voraussichtlich etwas eigenartig ausfallenden Extra-Definition ­(in >Sitara< geriet sie dann, zu wohl aber auch seiner ungekünstelten Überraschung, wie von selbst in die Nähe der späten Freud-Notiz, sie sei, die Mystik, »die dunkle Selbstwahrnehmung des Reiches außerhalb des Ichs, des Es«). Sie hat aber jedenfalls eine geradezu sensationelle Wirkung gehabt, diese Formel -: daß es heute eine umfangreiche akademische Forschung um Karl May gibt, geht auf sie wie auf einen Initialfunken zurück, und jene »Gerechtigkeit« nicht nur beantragt, sondern auch als Revisionsprozeß sehr aktiv eingeleitet zu haben, bleibt Schmidts nicht geringes Verdienst.

Wir müssen nun die weiteren Stationen dieses >sehr aktiv< etwas rascher vorübertreiben; sie verteilen sich, >wenn auch sporadisch<, auf nicht weniger als 10 Jahre (und wenn einmal die Briefe Schmidts an mich publiziert sind, werden Sie sehen, wie geradezu flächendeckend die May-Beschäftigung sie beherrscht hat). Nimmt man hinzu, daß es - wenn man das denn so sagen darf - seine >besten< Jahre waren, auch seine menschlich >glücklichsten< (aber das darf man schon nicht mehr sagen, weil er, wie es dem denkenden Menschen nach einer Weile Lebens-Autopsie bestimmt ist, >Glück< nicht gekannt hat); sagen wir also lieber: seine >sichersten< Jahre, in denen er seinen abgründigen (und, ich setze es hinzu:) einzig dastehenden >Humor< entwickeln konnte und im Leben die Gelassenheit der Guten Laune, ­ nimmt man das hinzu, so mag die May-Verbundenheit ein weiteresmal als eine Wesens-Bindung erkennbar werden, nachweisbar weiterhin auch in der Produktion. Hinzu kam ferner (- ein Königreich für einen guten Gegner! - ), daß all die entstehenden May-Texte nach einer Weile nicht mehr ins Leere der Literatur-Öffentlichkeit gesprochen wurden, vor einem abstrakten Forum plädierend, das höflich lauschte, aber doch einen produktiven Dialog nicht zustande kommen ließ, sondern gegen einen konkreten Widerpart, einen >Bösen Feind<, wie man ihn ja doch braucht, wenn der Wörterlust so richtig akimbo zumute werden soll. Dieser Kontrahent war der Karl-May-Verlag, genauer: die Brüder Joachim, Lothar und Roland Schmid mit Mutter Katharina (- »Wir sind n i c h t verwandt«(19) - ), und darüber wäre viel zu erzählen. [...] Genüge es zu sagen, wie die persönliche Feindschaft - über Schmidts Grauen vor den editorischen Leistungen des Hauses hinaus ­ zustande kam. Im Frühsommer 1956 hatte Schmidt in Darmstadt den Besuch des Ver-


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legers Roland mit Mutter empfangen und von beiden, im Reflex auf die Bearbeitungskritik in der Funksendung vom Großmystiker, die Auffassung des Karl-May-Verlags mit eigenen Ohren zu hören bekommen; auf diese Unterredung kam er am 1. 7. 56 mit einem Brief zurück, in dem u.a. die folgenden Sätze standen:

»Ich habe leider feststellen müssen, daß die zukünftige, von Ihnen geplante Textrevision [eben der Mayschen Alterswerke, H. W. ] wiederum nicht das werden wird, was sie im Interesse Karl Mays und seiner Leser - von dem der Literatur ganz zu schweigen!­ sein müßte (und könnte!). Wiederum wollen Sie diese schwierige und verantwortungsvolle Arbeit subalternen Kräften anvertrauen. (...) Sie sind sich überhaupt nicht klar darüber, daß Sie 4 der merkwürdigsten Bücher Deutscher Zunge zu betreuen haben; und daß in solchem Falle die Verpflichtung zur unversehrten Behütung des Erbes jede andere Rücksicht zu überwiegen hat. (...) So lange im Karl May Verlag also der Text als frei knetbare Masse betrachtet wird, so lange werden wir uns nicht verständigen können (die Äußerung Ihrer Frau Mutter: >Mit den Büchern können wir doch machen, was wir wollen!< erhellte die Situation wie ein Blitz; sie faßte die ganze bei Ihnen herrschende Anschauungsweise in einer grausamen Kurzformel zusammen!) / Es mag Ihnen unangebracht-lächerlich erscheinen, wenn sich Germanisten und Philologen um Kommata und Textvarianten balgen: ohne solchen lobenswürdigen Eifer jedoch könnten wir heute wahrscheinlich Schiller und Edgar Wallace nicht mehr auseinanderhalten. (Beide haben ja grundsätzlich Kriminalfälle behandelt. ) Ich kann deshalb an keinem der von Ihnen kurz ­ allzukurz und = verschwommen - skizzierten Projekte mitarbeiten; ich überlasse es also Ihnen, die Zahl der vom Karl May Verlag emanierten >Bearbeitungen< weiterhin allein zu vermehren. / Da aber, wie ich zu meinem Bedauern feststellen mußte, zumindest auf weitere 6 Jahre hinaus, die Karl-May-Leser nicht einmal den unveränderten Text der alten Stereotypausgabe durch Sie zugänglich gemacht bekommen werden, muß ich tun, was in meinen Kräften steht, um wenigstens die gröbsten Fehler zu neutralisieren... Vielleicht gelingt es mir auch, nach 1962 [dem Ablauf der urheberrechtlichen Schutzfrist, H. W.] einen Verleger für einen Neuabdruck der Ausgaben letzter Hand zu interessieren und zu gewinnen: was meinen Sie, mit welch aufrichtiger (und unanfechtbarer) Entrüstung man Ihnen dann sagen und nachweisen wird, daß es wahrlich endlich an der Zeit war, Ihnen den Text aus den Händen zu nehmen!«

In diesen, nach Lage der Dinge durchaus maßvollen, Sätzen erblickte der Karl-May-Verlag sofort Beleidigung und Nötigung; er droht und prozessiert gern [...], und so drohte er Schmidt mit einem Prozeß, und Schmidt mußte sich - nun, inzwischen ist bekannt, in welcher wirtschaftlichen Lage er war und in welch gefährdeter Lage ohnehin durch das gleichzeitig noch laufende >Ermittlungsverfahren wegen Gotteslästerung< - zu einem demütigenden Entschuldigungs- und Rücknahmebrief verstehen. Ich denke, er hat den Brüdern dieses Verhalten nicht vergessen; er hat es ihnen vergolten (»I love a good hater«), und zum


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Crescendo der May-Aufsätze in den Folgejahren gehört auch, als nicht geringster ihrer Treibsätze, die gesteigerte Angriffs-Lust gegenüber dem Karl-May-Verlag und seinem Umgang mit Mays Texten. Sie können sie seit kurzem wieder bequem verfolgen, nachdem die Zeitungstexte ediert vorliegen.(20) Am 10. 8. 57 erschien der >Großmystiker< in einer Adaption in der >Frankfurter Allgemeinen< (Nachdrucke folgten in mehreren Zeitungen, im Hessischen Rundfunk kam im Jahr darauf die >Abu Kital<-Fassung des Radioprogramms); 1959 >Winnetous Erben< in der >Anderen Zeitung< und >Profil von links< in der >Zeit<; 1961 >Gesammelte Werke in 70 Bänden< in der FAZ und >Wer schützt die Autoren vor ihren Erben?< in der >Süddeutschen< (und eine weitere Funksendung >Old Shatterhand und die Seinen< im NDR). Parallel zur Schärfe der Verlagskritik - »Textverwahrlosung«, »das bisher Aufgetischte unsagbar armselig«, »plumpe und gefühllose Verballhornungen«, »aller filologischen Elemente baar«, »der Text nicht nur >bearbeitet< sondern sogar >zugerichtet<«, »mit voraussetzungsloser Forschung nichts gemein«, »die >Bibliografie< (...) die dreiste Karikatur einer wissenschaftlich ernstzunehmenden«(21) - parallel dazu also steigerte sich aber auch die Schärfe der Kritik am Autor Karl May selber, bis hin zum >Sächsischen Janus< 1962 in der >Deutschen Zeitung<, dem Gedenkaufsatz zum 50. Todestag, wo er »ein wahrer Phönix an Verkitschtheit« heißt: »dergleichen Gefasele k a n n nicht erlernt werden; das ist Sache der Gnade«.(22) Und damit steht nun >Sitara< dicht vor der Tür.

Die ersten sagen wir >Ideenspuren< liegen schon 1961 (und sollten eines unschönen Tages genau gelesen und dargestellt werden ­ mitsamt dem Brief jenes Paul Elbogen, den Schmidt als eine Art Schutzschild benutzte und den es, wie es sich durchaus nicht von selbst verstehen müßte, auch durchaus gab und gibt); beim Sylvesterbesuch 61 machte Schmidt mir erste Eröffnungen seiner Gedanken-Gänge, mit denen ich zuerst doch meine Schwierigkeiten hatte; am 1. 3. 62 schickte er mir die erste, für >konkret< bestimmte Darstellung der >Geisterschmiede< (es war wohl die Textfassung, die jetzt in der Kassette >Zur deutschen Literatur< unter dem Titel >Reiten, Reiten, Reiten ...<(23) veröffentlicht ist): »Ich will Ihnen gern gestehen, daß ich=selbst (moi=meme) >fertig war< als ein Zitat, das ich seit 35 Jahren kenne, das ich noch in jüngster Zeit als ausgesprochen >schöne Stelle< zitiert habe, sich mir auf einmal zu verstellen begann! Ein >Zufall<, wie er gern Denen widerfährt, die dessen würdig sind - d. h., die ihn sich zu verschaffen wissen. Lesen Sie bitte gänzlich sine studio et ira ... (ich meine, der >Fall< wird dadurch ja immer nur >tiefsinniger< und >hintergründiger


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weiß nicht - ich habe ein ganz merkwürdiges >Gefühl< im Augenblick - was ich gar nicht schätze: ich bin dafür, dem >Unbewußten< soviel wie möglich abzugewinnen ! ­ daß das Problem KARL MAY sich derart >dehnt< und an Kompliziertheit & Menschlichkeit >zu=nimmt< die letzten Sätze meines >Herder< etwa werden dieses >Prärie= Gefühl< am korrektesten widergeben - (...) ich werde vom >Kismet< gezwungen, mich, mit möglichstem Anstand, zu >blamierenanderweitig Reisenden< zu vergleichen, der einem Saurier auf die Schwanzspitze getreten hat, der dies >äußerste Ende< in die Hand nimmt, sich's vor's Auge hält, und nun, halb Nicolai halb Gottsched, darüber räsonniert. ..... kurios ..... nunja.)« Die Briefe dieser Zeit, an mich wie an andere, werden mit ihren geradezu sprudelnden Untertexten einmal genau zu analysieren sein - und wertvolles >Material< zur Geschichte von Schmidts May-Bindung und ihrer jetzt vor sich gehenden Peripetie erbringen; das >Sitara<-Jahr 1962 ist fraglos, wie das Jahr 1943, ein tiefgreifender Einschnitt gewesen. Ich referiere kurz weiter: Schon am 27. 4. 62 bekam ich von Schmidt den revidierten Text der >Geisterschmiede<, die »nun=zunächst=endgültige Fassung von >Sitara<, dem unter die Gestirne versetzten menschlichen Hintern - siehe beigeheftete Tuschskizze, von guoten meisters henden - ich kann mir nicht helfen: das ist doch ein wahrhaft antikes Verfahren, ein Vorgang mythologischen Ausmaßes ! (Natürlich habe ich nur erst >vorläufig abgeschlossen<, weil mich der Brotkorb gebieterisch zu andern Sfären winkt; das Thema ist immer nur erst angeritzt, die äußeren Umrisse haschhaft-hurtig mit dem Tuschpinsel umfahren - wir werden noch viel darüber auszutauschen haben.)« Der Titel des neuen Manuskripts lautete >SitaraSitara und der Weg dorthin. Eine Studie über Wesen, Werk & Wirkung KARL MAY'S<.

Und es hat sicher kaum eine frappierendere Eröffnung in Schmidts so vieles eröffnendem Werk gegeben als die dieses Buches: »What a man!« - nämlich der Winnetou Mays, mit der >Bronzehaut< und den >küßlichen Lippen< - »Aber ich will mir & dem Leser wohlfeile Ironie ersparen, und mich lediglich auf die Frage beschränken: wenn Ihnen ein Bekannter, oder Junge, von seinem >Freunde< in Wendungen der


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obigen Art vorschwärmte, was würden Sie dann denken? - -:!?! - -: Sehr richtig; einverstanden.« (34f.) Das alles ist in bester Laune geschrieben und mit höchster Virtuosität - dazu mit einem Triumph, der weit über jede artistische Genugtuung hinausgeht -: ein ur-komisches Buch, voll von flitzendem Gelächter, das mühelos auch die Schmuddeligkeit ins Literarische zurückholt, aus dem sie ausgebrochen war -: eine Wörter-Orgie, wie sie dann nur noch der >Abend mit Goldrand< übertroffen hat ­: eine gewaltig inszenierte Menschliche Komödie, ein ganz fraglos starkes Kunst-Stück ... was ist es noch mehr? Ist es zugleich auch eine inszenierte Tragödie und als solche, als Tat eines Autors, >unmenschlich<, wie Heinz Stolte in seiner Abwehrschrift geurteilt hat, »eine Denunziation, eine hämische Nachrede, eine öffentliche Verspottung, ein Höllengelächter, ein Fingerzeigen auf den Mohr, ein Gassengeschrei um den Mann mit dem Buckel, ein Hepp Hepp, das zum fröhlichen Jagen hetzt«?(24) Die Urteile liegen weit auseinander; sie könnten leicht kompatibel werden, wenn wir es mit einem Gedanken-Spiel, mit einer puren Kunst-Fiktion zu tun hätten -: gehörte >Sitara< dann nicht einfach zur Gattung der kulturkritischen Satire, wäre es nicht ein letztes grandioses Beispiel für die Menippeische Satura und als solches generell auch mit gespaltener kritischer Zunge zu beurteilen? In der Sekundärliteratur um Schmidt herrscht hier eine auffällige Entscheidungsscheu, die vielleicht auf der Ahnung beruht, daß es am Ende zwischen >Kunst< und >Menschlichkeit< zu entscheiden gälte, was ja auch eine ganz verfluchte Sache wäre. Soll ich mich nun ebenfalls drücken? Ich riskiere es einmal, Ihnen meine bloße gegenwärtige (von meiner damaligen inzwischen abweichende) Meinung zu sagen, ohne ihrer im mindesten sicher zu sein: dem Saurier gleichfalls auf die Schwanzspitze zu treten und mich, Kismet, mit möglichstem Anstand zu blamieren. Im >Abend mit Goldrand< tragen fiktive Personen die Last des »Welt- und Menschenhasses«, die das Lebensthema Arno Schmidts war; hier ist es eine historische, noch gegenwärtige, ja in der Gegenwart für viele (wie für Schmidt, wie Schmidt für viele) empathisch empirische Person ­ »ein gewaltiger Pfuscher« (10), »ein gruselig unklarer Kopf (...) nicht nur ohne rechte Bildung, ohne Forschungs- & Erkenntnisbedürfnis; sondern von Natur aus flach, flüchtig, aquarienbunt« (87), der »geborene Abderit« (127), »der alte Wirrkopf« (135), »jedweden wissenschaftlichen Bedürfnisses baar« (137), ein »literarischer Pfuscher, der >frech & gottesfürchtig< (& bettelsuppenbreit) aufs Papier hinsudelt, was immer ihm durchs Kleinhirn säuselt« (139), »Groß-Stümper« (150), »der schwule Theodule« (165), »mondaminenes Gleisnertum von wahrhaft bonner Ausmaßen« (164),


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»wenig Individuum, (...) primitivstes Mund-Stück« (190), »unwiderstehlich für die Primitiven, (...) unsterblich in den Bezirken der lebenslänglich Halb-Starken« (211), »ein übelriechendes Gemisch aus irenischem Zähnegefletsch & gut entwickeltem Erwerbssinn« (235), ein »>Sakral-Hirn<« von »dumpfer Zwanghaftigkeit« (250), voll »archaischer Primitivität« (260), »androgyner Wirrköpfigkeit« und »mild-verlogener (obschon einer gewissen Größe fähigen) Verschwommenheit + Mangel in secunda Petri, die ihm, im Verein mit seiner permanenten abdominalen Necessitierung, das klare logische Denken, und Alles was damit zusammenhängt, unmöglich machten« (265), ein »alternder Schwätzer & Schludrian« (272), ein Bube mit der »erzenen Stirn« (288), mit »wenig entwickeltem Verstande« (296), »ein S-Golem« von »unzulänglicher Tragik« (325) - - -: What a man! Aber ich will mir und Ihnen wohlfeile Ironie ersparen und mich lediglich auf die Frage beschränken: wenn Ihnen ein Bekannter von seinem >Freunde< in Wendungen der obigen Art vorschwärmte, was würden Sie dann denken? - -: ! ? ! - - : Sehr richtig; einverstanden. He loved him; wir wohnen einer äußerst rabiaten Scheidung eines Liebesverhältnisses bei. Und in ihrer quantitativ und qualitativ aberwitzige Affektmenge fließen die Nebenmotivationen nur als Verstärker ein: das Vergeltungs-Motiv, dem Karl-May-Verlag das bunte Geschäft zu ruinieren (das bestritt er ­ Brief an Michels vom 17. 12. 62)(25) - so ungefragt ausdrücklich, daß es schon wieder einem Beweis gleichkommt: er rechnete ja durchaus direkt mit >pädagogischen Konsequenzen< (265), fragte (Brief vom 6. 12. 62) gespannt nach Michels' »Folgerungen als Pädagog«, was Michels auch eigens zu einer beschwichtigenden Argumentation bewog (Brief vom 13. 12. 62),(26) und griff sich erst an den Kopf, als Robert Neumann dann im >Spiegel< tatsächlich konsequent die Indizierung Mays beantragte), - ferner das durch sein ganzes Leben wachgebliebene Bedürfnis nach wissenschaftlichem Verdienst und in dessen Folge hier die strikte Verwerfung des Mayschen Abenteuer-Werks (die er mir gegenüber immer als strategische List bezeichnete; die Kolportageromane hat er seiner Frau gern an den langen Winterabenden vorgelesen): weder wissenschaftlich noch taktisch erklärt sich auch hier die »wiederholungsfreie Fülle« des >Schmähvermögens<: »Künstlerisch ernstzunehmen (...) in keiner Hinsicht« sei das Werk (18), von »herzschneidender Versimpeltheit« oder »Pfuscher-Frechheit« (169), »allererzabderitischster Kitsch« (193), ein »reinrassiges >Schwulen-Brevier<« (211), »Erstgeburten eines Esels« (276), »läppisch«, »schmalzig«, »gehässig« (280f.); »dieVolksschriftstellerei ist ein Zweig der Toilettenpapierindustrie« (113) ... Nein, dies alles versteht sich


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nicht mehr >von selbst<, aus Gegenstand und Material heraus, gar aus einem Kunstkonzept, sondern ist verstehbar nur noch als gewaltig ausgebrochene Lebens-Äußerung, als Hohlform einmal mehr jener phantastischen (und so oft auch phantasierten, ja halluzinierten) Selbstdarstellung, zu der sein ganzes Werk zuletzt nur Bausteine bildet. Wäre dies nicht so, stünde nicht die Wesens-Tragödie dieses sehr großen Autors über seinem Thema hier, so müßte nun die Kritik am Detail beginnen, an der Absicht, an der Legitimität der Sicht- und Verfahrensweise, an der Redlichkeit der Argumentation, an der Plausibilität der Ergebnisse, - es könnte auch die Versuchung zu einer Art Vorwärtsverteidigung eintreten, indem man Technik und Verfahren von »Literaturanalysen der vorliegenden Art« (11) auf Schmidt und seine Texte selber anwendete, um ihn dann als »S-Golem« vorzuführen ­: und da dies alles für ihn gelinde gesagt ungünstig, grob gesagt katastrophal ausginge und die materiellen Rechtfertigungen ins Bodenlose brächte, bliebe neben der Anerkennung des Kunstwerts der Darstellung wirklich nur noch übrig, auch den Menschenwert der Darstellung zu bewerten. Ich will mich, wie gesagt, nicht drücken, sage also meine Meinung frei heraus: >Sitara< wäre dann auch für mich nur noch ein Mordversuch; es wäre das inhumanste Literatur-Buch, das ich kenne.

Ich weiß, wie viele Fragen offen bleiben, und möchte unser Thema trotzdem zum Abschluß bringen. Sie werden (und vielleicht habe ich etwas tun können, um die in der Forschung noch herrschende Berührungsängstlichkeit gegenüber >Sitara< wenigstens etwas anzulösen) sie werden, diese Fragen, gründlich zu behandeln sein, in fleißiger Kärrnerarbeit (und dabei hoffentlich nicht ganz unberührt bleiben von der hochartistischen Energie ihres Gegenstands). Aber sie werden sinnvoll zu behandeln nur sein, wenn sie sich als Teil der Aufgabe verstehen, in die die lange Beziehung Arno Schmidt und Karl May überhaupt mündet: Biographie, Geschichtsschreibung eines ganz außerordentlichen Lebens und seiner >abartigen< Art. Ich sage das, nicht ohne eine Warnung anzufügen: es geht nicht um den Nachweis einer homosexuellen Gefühlsanlage bei Schmidt selbst, wie sie allzu wohlgemut bei einigen Forschern angenommen wird - und mit Untertextfunden belegt, die in ihrer aleatorischen Trostlosigkeit ihresgleichen suchen; es geht auch nicht darum, zu einer Definition von Schmidts Sexualkonstitution generell vorzudringen: sie ist mit Sicherheit nicht zu haben, und selbst Freud, der dekretierte, man könne ohne ihre Kenntnis die Biographie eines Menschen überhaupt nicht schreiben (womit er, allerdings glücklicherweise, Arnold Zweig abschreckte, sich an einer Nietzsche-Biographie zu versuchen) ­ selbst Freud gebührt hier ein Kopf-


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schütteln: sie ist, diese Kenntnis, gar nicht, nie zu haben. Es geht vielmehr um das Begreifen des vielleicht unheimlichsten, produktivsten und erlitten entsetzlichsten Zugs der kreativen Psychose überhaupt: der Empathie, der extrem gesteigerten Durchlässigkeit des Ichs für fremde Ich-Inhalte und Identitäten... Und so weiter, muß ich jetzt zwangsläufig sagen, denn dieses Thema ist für eine Vortragserörterung denn doch zu groß. In seinem Kontext aber wird sich jedenfalls auch erkennen lassen, wie sehr die Kritik an Karl May, die positive, negative, schließlich destruktive, Selbst-Kritik war - wie ersichtlich im >Euterpe<-Kapitel des >Caliban<, wo Grabbes scherz-satirisch-ironischer Journalist den Düsterhenn stellt und Karl May das Kitsch-Gedicht und die >tiefere Bedeutung< doch einfach doppelt >Ich< heißt: Arno Schmidt. »Was ist Wahrheit?« lautete früh die Untertitel-Frage des >Alexander<, und die Untertext-Antworten sind, ich deutete es schon an, unheimlich genug; »Eyn schön alt maulaufreißend Wort«, antwortete Schmidt später, wegwerfend.(27) Was Biographik erreichen kann, wollen wir nicht überschätzen; die Wahrheit dessen, der aus der Individualität in den Literatur-Kosmos umgesiedelt ist, hat zuletzt eine nichteuklidische Form, der mit herkömmlichen Landvermessungen nicht mehr beizukommen wäre. Aber die Selbstkritik an Karl May, dem lebenslang in sich gefühlten und beschriebenen Alter Ego, ermöglicht wie keine andere vielleicht einen Zugang - und gerade in ihren gnadenlosesten Momenten Einsicht in ein Dasein, dessen Schicksal es war, gnadenlos gegen sich selber sein zu müssen. Denn, noch einmal aus ihm selber zitiert-zitiert: »Solange er lebte, war er zu einer schrecklichen Existenz verurteilt.«



1 Arno Schmidt: Abu Kital/Vom neuen Großmystiker. In: Arno Schmidt: Dya Na Sore. Gespräche in einer Bibliothek. Karlsruhe 1958, S. 157

2 Porträt einer Klasse. Arno Schmidt zum Gedenken. Hrsg. von Ernst Krawehl. Frankfurt a.M. 1982, S. 289

3 Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin. Eine Studie über Wesen Werk & Wirkung Karl May's. Karlsruhe 1963, S.359 - Alle Seitenangaben im Text beziehen sich auf dieses Buch. (Kurze Zitate in einer dem Text angepaßten Flexion.)

4 Arno Schmidt: Die Ritter vom Geist. Von vergessenen Kollegen. Karlsruhe 1965, S. 38

5 »Wu Hi?«. Arno Schmidt in Görlitz Lauban Greiffenberg. Hrsg. von Jan Philipp Reemtsma und Bernd Rauschenbach. Bargfeld-Zürich 1986, S. 56

6 Ebd., S. 61

7 Ebd., S. 65

8 Karl May's Gesammelte Werke Bd. 34: »Ich«. Radebeul 1916, 1. Auflg., S. 579f.

9 »Wu Hi?«, wie Anm. 5, S. 64 10 Ebd., S. 59f. 11 Ebd., S.61

10 Ebd., S. 59f.

11 Ebd., S. 61


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12 Arno Schmidt: Dr. Mac Intosh: >Piporakemes!< In: Arno Schmidt: Kühe in Halbtrauer. Karlsruhe 1964, S. 322

13 Arno Schmidt: Der Briefwechsel mit Alfred Andersch. Hrsg. von Bernd Rauschenbach. Bargfeld-Zürich 1985, S. 70

14 Ebd., S. 72

15 Arno Schmidt: Briefe an Werner Steinberg. Bargfeld-Zürich 1985, S. 25

16 Schmidt: Briefwechsel mit Andersch, wie Anm. 13, S. 84f.

17 Arno Schmidt: Vom neuen Großmystiker. In: Arno Schmidt: Das essayistische Werk zur deutschen Literatur in 4 Bänden. Bd. 4. Bargfeld-Zürich 1988, S. 99- 124

18 Schmidt: Briefwechsel mit Andersch, wie Anm. 13, S. 83

19 Schmidt: Das essayistische Werk. Bd. 4, wie Anm. 17, S. 220

20 Siehe ebd., S. 99-256.

21 Ebd., S. 171, 189, 203f., 240f.

22 Ebd., S. 228f.

23 Arno Schmidt: Reiten, Reiten, Reiten ... Eine Massenwirkung und ihre Gründe. In: Schmidt: Das essayistische Werk. Bd. 4, wie Anm. 17, S. 242-256

24 Heinz Stolte: Nachträgliches über ein böses Buch. In: Heinz Stolte/Gerhard Klußmeier: Arno Schmidt & Karl May. Eine notwendige Klarstellung. Hamburg 1973, S. 15

25 Arno Schmidt: Der Briefwechsel mit Wilhelm Michels. Hrsg. von Bernd Rauschenbach. Bargfeld-Zürich 1987, S. 257f.

26 Ebd., S. 251, 253f.

27 Arno Schmidt: »>Wahrheit< - ?«, seggt Pilatus, un grifflacht ..... In: Arno Schmidt: Deutsches Elend. 13 Erklärungen zur Lage der Nation. Bargfeld-Zürich 1984, S. 70 (zuerst in >Die Zeit<, 19. 7. 1963)


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