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Anmerkungen


1 Karl May: Frau Pollmer, eine psychologische Studie. Prozeß-Schriften Bd. 1. Hrsg. von Roland Schmid. Bamberg 1982 (im folgenden im Text immer als ›Studie‹ bezeichnet)

2 Fritz Maschke: Karl May und Emma Pollmer. Die Geschichte einer Ehe. Beiträge zur Karl-May-Forschung Bd. 3. Bamberg 1973, S. 110

3 Kritisch zu Maschke: Hansotto Hatzig: Zu einem neuen Buch über Karl Mays Ehe mit Emma Pollmer. In: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft (M-KMG) 18/1973, S. 13-15; hierzu: Fritz Maschke: Stellungnahme des Autors Fritz Maschke. In: M-KMG 19/1974, S. 34; kritische Erwiderung von Hans Wollschläger: Noch einmal zu Fritz Maschke. In: M-KMG 20/1974, S.13-15


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4 Rudolf Lebius: Die Zeugen Karl May und Klara May. Ein Beitrag zur Kriminalgeschichte unserer Zeit. Berlin-Charlottenburg 1910, S. 112; Reprint Lütjenburg 1991 (Beschluß des Kgl. Landgerichts Dresden vom 12. 6.1908); vgl. Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 110.

5 Roland Schmid: Vorwort des Herausgebers. In: May: Frau Pollmer, wie Anm. 1, S. VII

6 Heinz Stolte: Zur Einführung. In: Ebd., S. XV

7 Heinz Stolte: »Frau Pollmer - eine psychologische Studie«. Dokument aus dem Leben eines Gemarterten. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft (Jb-KMG) 1984. Husum 1984, S. 11-27 (14, 21, 25); ebenso unter Bezugnahme auf diesen Aufsatz: Kurt Langer: Das helle und das dunkle Wesen. In: M-KMG 63/1985, S. 8-13: »Im ganzen ist die ›Studie‹ aber ein Aufschrei von Angst, Depression und narzißtischer Wut.« (S. 9) »Die Angst wird, wie gleichfalls die ›Studie‹ zeigt, durch paranoide Vorstellungen geschürt und unterhalten.« (S. 11)

8 Heinz Stolte: Das vierzehnte Jahrbuch. In: Jb-KMG 1984. Husum 1984, S. 8

9 Stolte: »Frau Pollmer«, wie Anm. 7, S. 20, 22, 25

10 Karl May: Gesammelte Reiseerzählungen Bd. XXIX: Im Reiche des silbernen Löwen IV. Freiburg 1903, S. 183 (im Text künftig Zitatnachweis mit der Sigle ›Silberlöwe IV‹)

11 R. Schmid: Vorwort, wie Anm. 5, S. IXf.

12 Lebius, wie Anm. 4, S. 78, S. 44-59; Vereinbarung zwischen Klara May und Emma Pollmer vom 3. 11. 1903, Gewährung einer schenkweisen Rente von jährlich 3.000 Mark, die u.a. entfällt, wenn Emma ihren Wohnsitz in Radebeul oder an einem Ort nimmt, der weniger als 100 km von Radebeul entfernt liegt, S. 41; urkundliche Ausfertigung durch Antrag Klara Mays vom 5. 1. 1904, S. 43

13 Ebd., S. 87f.

14 Ebd., S. 111f.

15 Ebd., Fortführung der am 9. 10. 1903 erstatteten Strafanzeige gegen Karl und Klara May wegen Betruges im Zusammenhang mit dem Ehescheidungsverfahren, Verfahren eingestellt am 30. 12. 1903; Mitteilung von Louise Achilles vom 8. 5. 1909, daß Emma nun aussagebereit sei, erneute Verfahrenseinstellungen vom 8. 7. 1909 und nach Beschwerde Emma/Louise wiederum eingestellt am 24. 9. 1909, S. 129-131; nach Lebius-Artikel vom 28. 3. 1909 in ›Der Bund‹, ›Ein spiritistisches Schreibmedium als Hauptzeuge der »Vorwärts«-Redaktion‹, Privatklageverfahren May ./. Pollmer, S.138-172; Schriftsatz Lebius vom 30. 8. 10, S. 315;
Mitarbeit der Emma Pollmer/Louise Achilles an dieser Passage ersichtlich aus Briefen der Emma Pollmer an ›Kaninchen‹ vom 12. 9. 1910 und 28. 9. 1910, S. 226, 227;
zu der Datierung und Beschreibung des Aufenthalts von Nichte Clara bei den Mays: Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 45-52

16 Lebius, wie Anm. 4, S. 327 (eidesstattliche Versicherung von Franz und Constanze Mayer [!] vom 6. 12. 1909)

17 Ebd., S. 163-165 (Zeugenaussagen Franz und Constanze Meyer vom 11. 02. 1910)

18 Zit. nach: wie Anm. 5

18a Nunmehr veröffentlicht in: Von Ehefrauen und Ehrenmännern. Biografische und polemische Schriften 1899-1910 von Karl May. Karl Mays Gesammelte Werke Bd. 85, Bamberg/Radebeul 2004, S.25-143

19 Hans Wollschläger: Werkartikel ›Frau Pollmer‹. In: Karl-May-Handbuch. Hrsg. von Gert Ueding in Zusammenarbeit mit Reinhard Tschapke. Stuttgart 1987, S. 552-557

20 Ebd., S. 557, 554

21 Johannes Zeilinger: Autor in fabula. Karl Mays Psychopathologie und die Bedeutung der Medizin in seinem Orientzyklus. Materialien zum Werk Karl Mays Bd. 2. Husum 2000, S. 68; darüber hinaus wird nur noch, unkommentiert, ein Satz aus der Studie zitiert: »Als erstes löste er die inzwischen trotz aller Beteuerungen [?] brüchig [?] gewordene Ehe mit Emma May, geborene Pollmer - Entweder los von


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dieser Bestie, oder ich sterbe entweder an Gift oder verhungere bei lebendigem Leibe! notierte May später seinen damaligen Zustand (...).« (S. 87); unzutreffend wird als Quelle »S. 194 der Handschrift (dort unterstrichen)« zitiert. Tatsächlich: S. 914; im übrigen wird Stoltes Beurteilung einer »Angstpsychose, eine(r) paranoiden Verwirrung« für die Zeit im November 1907 unüberprüft übernommen (S. 87 unter Bezugnahme auf Stolte: »Frau Pollmer«, wie Anm. 7, S. 14).

Weitere Reaktionen auf die Studie:

Christoph F. Lorenz: Der gelüftete Schleier. Zur Erstausgabe von »Frau Pollmer, eine psychologische Studie« im KMV. In: M-KMG 57/1983, S. 39-42, der aber jedenfalls die Ansicht vertritt, daß es sich bei der Studie nicht um eine prozeßtaktische Schrift zur Beeinflussung des Untersuchungsrichters handele und der bereits das Spannungsfeld der Studie zwischen ausuferndem, maßlosen Text einerseits und der geplanten, genauen Anlage andererseits würdigt.

Im Anschluß an diesen Text ist ein Leserbrief ohne Namensnennung abgedruckt, der die Fassungslosigkeit nach der ersten Lektüre des May-Textes wiedergibt: dieser stelle sich für den Leser als Hirngespinst einer schlaflosen Nacht mit nur geringen Anhaltspunkten in der Realität dar.

Ernst Seybold: Was einem so einfällt beim Lesen der »Studie«. In: M-KMG 58/1983, S. 43-45: »Es ist sicherlich niemals schön, wenn ein Dulderkomplex explodiert« (S. 44); »(...) die ›Studie‹ ein allgemein brauchbarer Beichtspiegel?« (S. 45)

Martin Lowsky: Karl May. Stuttgart 1987, S. 123 dagegen sieht in Mays Text eine »naturalistische Erzählung« und deutet sie als »naturwissenschaftlich psychologisches Werk« sowie als »literarisch fingierte Fallstudie in der Nachfolge Zolas«.

Erwähnung der Studie noch bei: Volker Griese: Über den Umgang mit der Aggression - unter anderem Karl May. In: M-KMG 122/1999, S. 27-35: »Fortan [nach Beendigung der Straftäterkarriere] gelang es ihm, sein Aggressionspotential gewaltfrei einzusetzen (...)« (S. 33), Anmerkung des Autors in Fußnote 11 hierzu: »In späteren Jahren mußte dann seine Ehefrau Emma Pollmer - nicht zuletzt bildlich in der Studie ›Emma Pollmer‹ - als Zielscheibe dienen, und endlich kompensierte das unsägliche Prozeßgeschehen letzte Aggressionen.«

Unbedarft und fehlerhaft der Aufsatz von Peter Krauskopf: »Jedes Weib hat eine Seele«. In: M-KMG 93/1992, S. 5-9, der bekannte, diesen Aufsatz ursprünglich für die Zeitschrift ›Emma‹ verfaßt zu haben; da er sich wie die Persiflage eines feministischen Blicks liest, dürfte ›Emma‹ die Veröffentlichung - wohl zu Recht - abgelehnt haben. Zu Mays Studie dort: »May hatte das Pamphlet für den Richter eines Beleidigungsprozesses [sic!] verfaßt, um Emma als Zeugin unglaubwürdig zu machen, indem er die finstersten Männerphantasien des 19. Jahrhunderts ausbreitete. Er verteufelte Emma als perverse Dämonin und denunzierte sie als Lesbierin, die ihren Mann nur finanziell aussaugte.« Wenn dann noch von »geradezu neurotischer Bosheit« der von Karl und Klara betriebenen Scheidung im Jahr 1903 die Rede ist, bei der beide Emma eingeredet haben sollen, daß sie »wahnsinnig und verrückt« sei - dies habe, »(l)angfristig gesehen, (...) verheerende Folgen« gehabt: »1914, zwei Jahre nach Mays Tod, wurden bei Emma tatsächlich Symptome geistiger Verwirrung festgestellt und sie in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, wo sie 1917 nach zwischenzeitlicher Entlassung schließlich starb« (S. 8) -, dann entfernt sich diese wertende Betrachtung so weit von den Tatsachen, daß jegliche ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Text von Krauskopf entbehrlich wird.

22 Stolte: Zur Einführung, wie Anm. 6, S. XVI

23 Vgl. Gabriele Jansen: Überprüfung aussagepsychologischer Gutachten. In: Strafverteidiger 4/2000, S. 224ff; Friedrich Arntzen: Psychologie der Zeugenaussage. System der Glaubwürdigkeitsmerkmale. Unter Mitwirkung von Else Michaelis-Arntzen. München 1993; Jürgen Seul nutzt die Erkenntnisse der Aussagepsychologie (die ohne weitere Ausschöpfung der Ergebnisse von Wahrnehmungs- und Erinne-


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rungspsychologie nicht funktionieren würde) in seinem Aufsatz: Die Zeugin Marie Luise Fritsch. Ein notwendiger  j u r i s t i s c h e r  Nachtrag zu einer Falldokumentation und ihrer Kritik. In: M-KMG 124/2000, S. 4-14. Soweit man es nur mit richterlich protokollierten Aussagen zu tun hat und ein unmittelbares Erleben der Zeugen nicht möglich ist, können diese Befunde allerdings nicht mit dem vollen Erkenntnisgewinn genutzt werden.

24 Heinz Stolte: Anmerkungen zu »Frau Pollmer«. In: May: Studie, wie Anm. 1, S. 956 (zu Studie, S. 803)

25 Ebd., S. 957 (zu Studie, S. 821)

26 Vgl. Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2: Zustellungen an May und Schreiben von May unter der Ortsbezeichnung Ernstthal am 30. 11. 1878 (S. 171), 2. 5. 1879 (S. 184), 4. und 23. 6. 1879 (S. 188), 2. 7. 1879 (S. 189), 30. 7. 1879 (S. 196), 25. 8. 1879 (S. 192);

hierzu auch Hans Wollschläger: Karl May. Grundriß eines gebrochenen Lebens. Zürich 1976, S. 55, für die Zeit nach der Verbüßung: »Daß er sich anschließend, schlimm mitgenommen von der Demütigung, aus der engeren Heimat entfernt, ist nur begreiflich; zuletzt auch scheint die Flucht in nun pausenlos rotierende ›freie‹ Brotarbeit ein Zurückweichen vor der Frau gewesen sein, in der er sein Unheil wittert - und nicht nur wittert -, ohne jedoch von ihr loszukommen.«

Selbst Maschke konnte angesichts dieser ›harten‹ Daten nicht umhin, zu konstatieren, daß May spätestens ab April 1879 in Ernstthal wohnte; den hierdurch ersichtlichen Bruch mit Emma führte er auf einen Streit über Emmas Umgang mit Anna Schneider zurück; Maschke, a. a. O., S. 18, 21, bezugnehmend auf Mays im Text zitierte Ausführungen in der ›Eingabe‹ (Karl May: An die 4. Strafkammer des Königl. Landgerichtes in Berlin. Prozeß-Schriften Bd. 3. Hrsg. von Roland Schmid. Bamberg 1982); eine Abwägung zwischen beiden May-Darstellungen liefert Maschke allerdings nicht, da er die Studie schlicht unterschlägt.

27 Karl May: Mein Leben und Streben. Freiburg o. J. (1910), S. 194; Reprint Hildesheim-New York 1975. Hrsg. von Hainer Plaul; Plaul kommentiert, daß May Emma wohl im Juli 1878 unter Auflösung der gemeinsamen Wohnung in Strießen nach Hohenstein begleitete, selbst aber nach Ernstthal zu seinen Eltern zog. 1878/1879 sei May in der Tat viel umhergereist, allerdings fast ausschließlich in Sachsen (ebd., S. 401*).

28 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 956 (zu Studie, S. 806 und S. 812); S. 959 (zu Studie, S. 871)

29 In seiner ›Eingabe‹ wird May noch viel deutlicher: Er ließ mich nämlich an jene Briefe denken, die sie mir in der ersten Zeit unserer Bekanntschaft nach Dresden geschrieben hatte, jene Briefe, die ein so schönes Verständnis für mich und mein schriftstellerisches Wollen verraten hatten. Damals hatte ich an sie geglaubt, und sie für die Verfasserin gehalten. Nun aber kam mir mit einem Male die richtige Erkenntnis. Sie war ja gar nicht imstande, einen derartigen Brief zu schreiben. Sie hatte schon damals, grad wie jetzt, mit einem fremden Gaule geackert, freilich mit einem edleren, als der jetzige war. (May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 62)

30 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 958 (zu Studie, S. 859)

31 Stolte: Zur Einführung, wie Anm. 6, S. XV

32 Wie Anm. 30

33 Vgl. Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 76.

34 Amand von Ozoróczy: Das zweite Ave Maria. Beitrag zur »Spätlese in Deidesheim«. In: M-KMG 25/1975, S. 7-11 (8)

35 Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 242

36 Ebd., S. 220; daß dieser Brief Emmas vom 16. 10. 1897 (ebd., S. 219f.) von May redigiert wurde und Emma ihn noch einmal abschreiben mußte, ergibt sich aus Mays eigenem Brief unter der Datierung vom 15. 10. 1897 (ebd., S. 239), in dem er densel-


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ben Tagesablauf beschreibt wie Emma, die soeben mit ihrem Brief angefangen habe. Offenbar gefiel ihm ihr Brief nicht, der aber nach seinem Inhalt von ›heute‹, dem 15. 10. 1897, stammen soll; den Orthographiefehler ›Old Schatterhand‹ konnte er dann wohl nicht mehr verhindern.

Brief von Emma an Agnes vom 1. 3. 1898, ebd., S. 222f.; der stilistisch höchst schwache Brief wurde geschrieben, während Karl schlief: »Uns geht es hier in Wien sehr traurig; wir sind keine Minute Herrn unserer Zeit.«

Sprachlich am meisten verunglückt sind ihre selbstverständlich nicht von May korrigierten Karten an Max Welte: »Leider ist mir mein Mann krank geworden, nun sitzen wir hier in Wien fest (...) Bitte nicht merken lassen, daß ich geschrieben habe. Grüßen Sie bitte, Herrn März!« (1. 3. 1898, aus Wien, Studie, S. 950)

»Hurrah, jetzt sind wir wieder auf deutschen [!] Boden ...« (26. 3. 1898, aus München, Studie S. 951 und S. 56)

»Wir finden uns wieder einmal nimmer heim! Hoffend bald auf Wiedersehen in unserm schönen Dresden (...) Bitte, nicht der Mutter sagen daß ich Ihnen geschrieben habe.« (4. 10. 1902, aus Bozen, Studie, S. 954) »Hoffend« mit anderer Tinte in »hoffentlich« korrigiert.

Noch böser zu Emmas ›Schreibfaulheit‹ bzw. -unfähigkeit: Rechtsanwalt Schäfer für May, Schriftsatz vom 17. 7. 1909 im Privatklageverfahren May ./. Pollmer: »Frau Pollmer war viel zu bequem und zu unbegabt, als daß sie auch nur die Korrespondenz für den Privatkläger hätte führen können. Sogar die wenigen Worte, um in der Molkerei Butter zu bestellen, ließ sie sich von Frau Plöhn schreiben.« (Lebius, wie Anm. 4, S. 151)

Zu Mays Klagen über Emmas mangelnde Schreibfreude, insbesondere während der Orientreise 1899/1900: Hans Wollschläger / Ekkehard Bartsch: Karl Mays Orientreise 1899/1900. Dokumentation. In: Jb-KMG 1971. Hamburg 1971, S. 165-215 (170f.); in erweiterter Form nunmehr auch in: Karl May's Gesammelte Werke Bd. 82: In fernen Zonen. Karl Mays Weltreisen. Bamberg-Radebeul 1999, S. 33-231 (64f.); die folgenden Angaben zur Orientreise beziehen sich auf diese Dokumentation.

37 Ozoróczy: Das zweite Ave Maria, wie Anm. 34, S. 9

38 Wollschläger: Werkartikel, wie Anm. 19, S. 553

39 Ebd., S. 554; zu Krauss und der Bedeutung der ›Studie‹ auch noch: Hermann Wiedenroth: Stellungnahme zum Thema Literatur und Psychoanalyse. In: M-KMG 43/1980, S. 3

40 May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 536* (Anmerkung von Plaul)

41 Zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher, Internetabfrage vom 25. 5. 2000, unter Auswertung der Angebote ›Anthropophyteia‹ Bd. II, VII, X; im übrigen:

Anthropophyteia, Bd. VII. Leipzig 1910, 1. Blatt (Sigmund Freud), S. 500 (Schlichtegroll), S. 509 ( Medizinalrat Dr. Paul Näcke, Hubertusburg, Beitrag in Bd. V, Sexuelle Umfragen bei halb- und unzivilisierten Völkern). Auf S. 458ff. ist ein Urteil des LG Berlin I vom 17. 5. 1910 abgedruckt, in dem der Schriftsteller Karl Vanselow von dem Vorwurf des Verbreitens pornographischer Schriften durch Verleihen der Anthropophyteia Bd. I (1904), Bd. II (1905), Bd. III (1906) und IV (1907) freigesprochen wird mit der Begründung, daß diese Werke an sich zwar einen unzüchtigen Inhalt aufwiesen, aber einen hohen wissenschaftlichen Rang hätten und in der konkreten Art ihrer Verwendung, nämlich Ausleihe an ein gebildetes, rein wissenschaftlich orientiertes Publikum, eine unsittliche Verwendung nicht gesehen werden könne. (!) Daß die Staatsanwaltschaft gegen dieses ›aufklärerische‹ Urteil Rechtsmittel einlegte, verwundert nicht.

42 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 123; dieses Zitat erscheint um so erstaunlicher, als May noch im Jahr 1909 in der Rudolf-Lebius-Liste unter Nr. 69 die Behauptung: Ich sei ein sinnlich veranlagter Mann, als Infamie bezeichnet hatte


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(Karl May: Ein Schundverlag und seine Helfershelfer. Bd. II. In: Karl May: Ein Schundverlag. Ein Schundverlag und seine Helfershelfer. Prozeß-Schriften Bd. 2. Hrsg. von Roland Schmid. Bamberg 1982, S. 5 der Liste).

43 Hansotto Hatzig, zitiert als mündliche Quelle vom 23. 6. 1982 von: Udo Kittler: Karl May auf der Couch? Die Suche nach der Seele des Menschen. Materialien zur Karl-May-Forschung Bd. 9. Ubstadt 1985, S. 101f.: Besuch von Krauss bei May danach im April 1908.

44 May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 510* (Anmerkung von Plaul)

45 Udo Kittler: »Ein Fall allerersten Ranges« - Karl May und der Psychiater Paul Adam Näcke. In: M-KMG 89/1991, S. 37-41 (37); in der Fortsetzung seines Aufsatzes in M-KMG 90/1991, S. 16-23 (20f.) unterläuft dem Autor gleich zweimal die Falschdatierung 1907 im Zusammenhang mit der Begegnung May-Krauss vom 1. April 1908.

46 Kopie des Krauss-Briefes am 28. 11. 2000 zur Verfügung gestellt durch das Karl-May-Archiv Bamberg

47 Zu August Abels: Ekkehard Bartsch: Ardistan und Dschinnistan. Entstehung und Geschichte. In: Jb-KMG 1977. Hamburg 1977, S. 81-102 (Anmerkung 35, S. 101); Ulrich Schmid: »Mein höheres und eigentliches Vaterland ist Bayern«. Zu den Briefen Karl Mays an das bayerische Königshaus. In: Jb-KMG 1983. Husum 1983, S. 123-145 (141); ders.: Ein Vortrag zwischen den Fronten. Karl May im Augsburger Schießgrabensaal, 8. Dezember 1909. In: Jb-KMG 1990. Husum 1990, S. 71-106 (90); Karl und Klara May: Briefwechsel mit Adele und Willy Einsle II. In: Jb-KMG 1992. Husum 1992, S. 34-108 (79);

Karl May: Skizze zu Babel und Bibel. In: Karl May's Gesammelte Werke Bd. 49: Lichte Höhen. Bamberg-Radebeul 1998, S. 455-488; Abdruck der zitierten Artikel von Abels in: Bernhard Kosciuszko: Im Zentrum der May-Hetze. Die Kölnische Volkszeitung. Materialien zur Karl-May-Forschung Bd. 10. Ubstadt 1985, S. 146-148 und 155-164

48 Jürgen Wehnert: Einführung. In: Lebius, wie Anm. 4, S. VIII

49 Datierung des Artikels in: Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 164; Zitate aus diesem Artikel in: May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 19

50 Verwerfung der Revision Münchmeyer am 9. 1. 1907 siehe Lebius, wie Anm. 4, S. 208. May auferlegter Eid im Wortlaut: Ebd., S. 207 (innerhalb des Abdrucks des Artikels von Hermann Cardauns: ›Die »Rettung« des Herrn Karl May‹ vom 16. 8. 1907); Datierung der Eidesleistung Mays mit 11. 2. 1907: Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 143

51 16. 3.1899 Verkauf an Fischer; vgl. Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 96.

10. 12. 1901 Klage May gegen Fischer wegen unbefugten Nachdrucks; vgl. May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 445* (Anmerkung von Plaul).

11. 2. 1903 Vergleich mit Fischer; zitiert von Cardauns in: Lebius, wie Anm. 4, S. 204f.

1905 Anfechtung des Vergleichs durch May, weil Fischer ohne Textänderung, nämlich Entfernung der ›anstößigen‹ Stellen, weiterdruckte; Adalbert Fischer stirbt, im selben Jahr auch seine Frau; vgl. May, a. a. O., S. 452f.* (Anmerkung von Plaul); Vergleich mit Arthur Schubert, Fischers Schwiegersohn; vgl. Wollschläger, a. a. O., S. 146f.; May, a. a. O., S. 254f.

52 Scheidungsurteil vom 14. 1. 1903 in: Lebius, wie Anm. 4, S. 37-40; am 2. 2. 1903 Zustellung an Emma, 4. 3. 1903 Rechtskraft; vgl. Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 124; Einstellung des Betrugsverfahrens gegen Karl und Klara May am 30. 12. 1903; vgl. Lebius, a. a. O., S. 130.

Danach geschahen im Jahr 1904, wie sich aus einem von May selbst zitiertem eigenen Brief, der nach seinem Geburtstag am 25. 2. 1904 an Emmas Anwalt gerichtet war, ergibt, nur noch Liebesverfolgungen durch Emma, die ihm im Januar 1904 und


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zu seinem Geburtstag Liebeserklärungen schickte (Studie, S. 937-939). Zum Geburtstag 1905 schickte sie Blumen und Birnen (ebd.).

53 Das ergibt sich schon aus dem Umstand, daß sie Mitbeschuldigte des Ermittlungsverfahrens ist. Überdies hat sie in ihrer ersten Vernehmung am 10. 12. 1907 entschieden den Vorwurf des Meineids bestritten (Lebius, wie Anm. 4, S. 44) und in ihrer Vernehmung vom 12. 12. 1907 positiv für May ausgesagt, nämlich, daß May von Münchmeyer Druckfahnen bekam und sich darüber aufregte, wenn Änderungen eingearbeitet waren; er habe dies Münchmeyer auch vorgehalten (ebd., S. 45). Im übrigen sind Vernehmungsteile, die sich auf einen angeblichen Meineid Emmas nebst Anstiftung hierzu durch May in dem Münchmeyer-Verfahren beziehen, nicht abgedruckt. Vermutlich bereits im Januar 1903 wurde Emma von Klara auf eine positive Aussage in dem Münchmeyer-Verfahren eingestimmt, was sich aus einem bei Lebius undatiert wiedergegebenen Brief Klaras an Emma ergibt: »Wir haben furchtbaren Sturm und kaltes Wetter, ich möchte ein wenig zu Dir nach Tirol, bei Dir ist es jedenfalls doch manchmal sonnig - Miez, mein Miez, der Prozeß! Es ist zu viel. - - - Bernstein wird Dir Deine Aussage senden, damit Du im Bilde bist. Ich gab ihm Deine Adresse. Anfang Februar wirst Du im dortigen Gericht vernommen.« (ebd., S. 213)

54 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 162; vgl. Stolte: »Frau Pollmer«, wie Anm. 7, S. 13.

55 Wie Anm. 46

56 Brief Klara May vom 18. 7. 1907 (Lebius, wie Anm. 4, S. 77); über eine heimliche Untersuchung in der Zeit seit März (?) 1907, amtlich aber erst im Juli 1907 bekannt gemacht, beklagt sich May auch in einem Brief an Otto Denk vom 20. April 1908; abgedruckt in: Karl May: Briefe an Karl Pustet und Otto Denk. In: Jb-KMG 1985. Husum 1985 , S. 15-62 (19).

57 Siehe »Meine liebe Frau Gevatterin ...«. Die Korrespondenz der Mays mit Babette Hohl-Kopp. Einführung und Kommentar von Ulrich Schmid. In: Jb-KMG 1997. Husum 1997, S. 21-51 (47).

58 Zu den Einzelheiten des Kuraufenthaltes mit anschließender Fahrt ins Riesengebirge: Manfred Hecker: Karl Mays Kuraufenthalte 1907 und 1911. In: M-KMG 43/1980, S. 12-17; Wojciech Kunicki: Einige Notizen zu Karl Mays Aufenthalt in Bad Salzbrunn. In: M-KMG 60/1984, S. 27-31

Auf Fotos von diesem Kuraufenthalt wirkt May physisch kräftig, aber mit mühsam und bewußt zur Schau gestellter psychischer Energie (Gerhard Klußmeier und Hainer Plaul: Der große Karl-May Bildband. Hildesheim-New York 1978, S. 228). Weiteres Foto: Frontispiz in: Jb-KMG 1998; Anmerkung zu Ort und Datierung: Martin Lowsky: Nochmals: Zum Frontispiz des Jahrbuchs 1998. In: M-KMG 123/2000, S. 74.

Soweit Dieter Sudhoff: Karl Mays ›Schamah‹. Eine Werkanalyse. In: Jb-KMG 1984. Husum 1984, S. 175-230 (175 und 223 Anmerkung 5) zur Entstehung des Textes ›Schamah‹ angibt, dieser könne nicht im Sommer 1907 entstanden sein, wie von Wollschläger (Karl May, wie Anm. 26, S. 145) angenommen, bezieht er sich u.a. auf einen Tagebucheintrag von Klara May (undatiert): »Die Kur bekommt meinem guten Manne. Die Schwäche ist aber doch groß. Er wollte soviel arbeiten, kann aber nicht.« Wenn er dann - unter Berufung auf die Erkenntnisse von Hecker - meint, daß nach der Regenerationsphase die gesellschaftlichen Verpflichtungen und Theaterbesuche May keine Zeit gelassen haben dürften, die Erzählung ›Schamah‹ zu schreiben, schließt dies den Beginn der Niederschrift der Studie durch den Nachtarbeiter May jedenfalls nicht aus. Im übrigen konnte Sudhoff nachweisen, daß ›Schamah‹ wohl schon im März 1907 abgeschlossen war, so daß es ihm auf eine genaue Beschäftigung mit dem Zeitraum Sommer 1907 nicht mehr anzukommen brauchte; daß May im Jahr 1907 jedenfalls weiter zurückliegende, noch nicht voll-


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ständig aufgearbeitete Erlebnisse verarbeitete, belegt gerade Sudhoffs Arbeit über ›Schamah‹. Zu dem biographischen Hintergrund dieser Erzählung weist er auf die Orientreise Mays in Jerusalem, zusammen mit Emma und dem Ehepaar Plöhn im Mai 1900, hin; bei Erörterung des Umstandes, daß in dieser Erzählung bereits eindeutig eine Spiegelung von Klara Plöhn als Frau an der Seite des Ichs fungiert, wertet er interessanterweise die Studie, dort S. 897, als »indirekte Bestätigung für seine damalige Abkehr von Emma und seine Hinwendung zu Klara.« (Sudhoff a. a. O, S. 181f.). Auch hier also die Merkwürdigkeit, daß die Studie als nicht-fiktionaler Text und mithin ›direkte Bestätigung‹ der Auffassungen und Wertungen ihres Autors weniger ernst genommen wird als ein eindeutig fiktionaler Text: tatsächlich müßte die Beweisführung genau umgekehrt erfolgen.

59 Hermann Sudermann: Heimat (zuerst erschienen 1893). 47.-51. Auflage Stuttgart und Berlin 1919, S. 78f. (2. Akt, 11. Szene)

60 Ebd., S. 100f. (3. Akt, 6. Szene)

61 Ebd., S. 162-164 (4. Akt, 12. Szene)

62 Vgl. ebd., S. 141 (4. Akt, 5. Szene); Schlußsätze: S. 168 (4. Akt, 13. Szene); »Meine Mieze«: S. 57 (2. Akt, 7. Szene); in Mays Bibliotheksverzeichnis findet sich dieses Stück nicht; von Sudermann hatte er lediglich den Roman ›Frau Sorge‹ (1887) vermerkt. Vgl. Karl Mays Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Supplemente Bd. 2: Katalog der Bibliothek. Hrsg. von Hermann Wiedenroth und Hans Wollschläger. Bargfeld 1995, S. 79.

Jedenfalls soll Klara May versucht haben, zu diesem Autor, Sudermann, in den letzten Lebensjahren von Karl May Verbindung aufzunehmen (Erich Heinemann: Von der Affinität des Schöpferischen. Das Beispiel Theodor Storm und Karl May. In: M-KMG 34/1977, S. 40f.). Dies spricht ebenfalls für das Theaterstück als eine weitere Inspirationsquelle für die Entstehung der Studie im Sommer 1907.

63 Karl May: Der Weg zum Glück. Dresden 1886-88, S. 2177; Reprint Hildesheim-New York 1971

64 Helmut Schmiedt: Die Thränen Richard Wagners oder Der Sinn des Unsinns. Thesen zu einem Konstruktionsprinzip in Karl Mays Kolportageromanen. In: Jb-KMG 1980. Hamburg 1980, S. 63-77 (66-68)

65 May: Weg zum Glück, wie Anm. 63, S. 473

66 Karl May: Gesammelte Reiseerzählungen Bd. XXI: Satan und Ischariot II. Freiburg 1897, S. 228

67 Ebd., S. 244

68 May: Im Reiche des silbernen Löwen IV, wie Anm. 10, S. 409-416; insbesondere die Überblendungen zu Schakara und die Vermenschlichung des Pferdes geben der Szene eine unbestreitbar erotische Qualität. Typisch für die Abkehr vom männlichen Ich-Ideal erscheint dabei, daß es nicht um Eroberung geht, sondern um die zärtliche und vorsichtige Erkundung des fremden Körpers und der fremden Seele (eine klassische Erfüllung weiblicher Wünsche also). Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin. Eine Studie über Wesen, Werk & Wirkung Karl May's. Karlsruhe 1963, S. 154f. überstrapaziert die S-Ebene allerdings derartig, daß einem die schöne Syrr-Passage und ihre Bedeutung für eine geänderte Maysche Einstellung zum Eros fast entgehen.

69 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 956 (zu Studie, S. 805); soweit Stolte erklärt, Mays Angaben über Emmas nichtehelichen Vater seien »unsinnig«, weil ihr Vater ein Michael Zimmermann aus Zwickau gewesen sei (ebd., zu Studie, S. 804), ist auch diese Feststellung nicht korrekt: Tatsächlich ist Emma Pollmer am 8. 12. 1856, dem Tag der Beerdigung ihrer Mutter, getauft worden; zugleich wurde in das Taufregister eingetragen: »Vater angeblich Michael Zimmermann, Barbiergeselle aus Zittau« (nicht: Zwickau) (Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 3 Fußnote 1). Die Existenz eines dort geborenen oder länger arbeitenden Barbierge-


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sellen diesen Namens läßt sich aber nicht feststellen. (May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 398* (Anmerkung von Plaul)): Der tatsächliche Erzeuger ist damit nicht ermittelbar. Möglicherweise meint May mit dem braven Schneidergesellen, mit dem Emmas Mutter verlobt gewesen sein soll, den sie aber betrog und der sich aus dem Staub machte, als Emmas Mutter von dem anderen schwanger war, jenen unauffindbaren ›Zimmermann‹; nachdem Emmas Mutter bei Anmeldung des Kindes schon gestorben war und sich der ›Verlobte‹ abgesetzt hatte, bestand keine Gefahr, daß die im Vergleich zu jenem Ausländer ›seriösere‹ Angabe der Anmeldenden hätte überprüft werden können.

70 Jörg Blech: Dämonen der Begierde. Spiegel 16/2000, S. 254; Rezension von: Thornhill, Randy / Palmer, Craig: A natural history of rape. Cambridge

71 Typisches Beispiel für die vollkommen unmoralisierend-nüchterne Betrachtung in den ›Anthropophyteia‹: Spectator: Erotische Ausdrucksweisen der Sorrentiner Landbevölkerung. Bd. VII (1910), S. 46ff.; in diesem Beitrag werden süditalienische Dialektausdrücke für nahezu sämtliche sexuellen Aktivitäten und Stellungen in größter Unbefangenheit vorgestellt. Falls May den Charakter dieser Jahrbücher - und die staatlichen Reaktionen hierauf - kannte, wird seine Ablehnung einer Mitarbeit noch verständlicher.

72 ›Spiegel‹-Gespräch »Von Gespenstern lernen«. US-Schauspieler Nick Nolte über weibliche Dämonen, die Dreharbeiten zu ›Investigating Sex‹ in Deutschland und die Macht des Geldes in Hollywood. Spiegel 29/2000, S. 196-198.

Vgl. auch: Iwan Bloch: Das Sexualleben unserer Zeit in seinen Beziehungen zur modernen Kultur. 7.-9. Auflage. Berlin 1909 (1. Auflage 1907), S. 534: »Die  e i g e n t l i c h e  U r q u e l l e  des modernen Weiberhasses ist das  C h r i s t e n t u m ,  die christliche Lehre von der ursprünglich bösen, sündhaften, teuflischen Natur des Weibes. Ein  S t r i n d b e r g  und  W e i n i n g e r ,  ja sogar ein  B e n e d i k t  F r i e d l ä n d e r  trotz seines Hasses gegen die Priester, sind nur die letzten Ausläufer einer durch die ganze christliche Zeit der Weltgeschichte von Beginn an sich hinziehende Bewegung gegen Wesen und Wert des Weibes.«

Zu der Figur der Lilith und ihrer Bedeutung für die moderne Psychoanalyse: Hans-Joachim Maaz: Die Nachtseite des Weiblichen. Der Lilithkomplex. In: Psychologie heute, März 2001, S. 44-51; Maaz geht davon aus, daß die der Lilith zugeordneten und auch real existierenden weiblichen Eigenschaften wie sexuelle Aktivität, Streben nach Gleichberechtigung und Ablehnung von Mutterschaft sowohl von Männern wie auch von Frauen lediglich verdrängt werden, wobei durch die verdrängte Kinderfeindlichkeit eine fortwährend tradierte Störung in der Mutter-Kind-Beziehung entsteht, die wiederum zu Identitätsschwäche der Kinder führt. Identitätsschwache Männer reagieren darauf mit Festhalten an patriarchalischen Vorstellungen, Ich-gestörte Frauen mit narzißtischem Mißbrauch oder mit unbewußter Ablehnung der eigenen Kinder.

73 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 57; identisch: May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 193

74 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 52; Aussage Karl May am 6. 4. 1908 im Meineidsverfahren (Lebius, wie Anm. 4, S. 122)

75 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 52

76 Vergleich der Aussagen in der Studie, S. 815-820, mit der Darstellung Mays in Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 193: Ich fühlte mich als Sieger. Ich tat sie zu einer Pfarrerswitwe, die zwei erwachsene, hochgebildete Töchter besaß. Durch den Umgang mit diesen Damen wurde es ihr möglich, sich Alles, was sie noch nicht besaß, spielend anzueignen. Von da aus bekam sie Gelegenheit, eine selbständige Wirtschaft führen zu können ... (mit ›Gelegenheit‹ ist gemeint: bei May selbst)

Ebd., S. 194: Er verzieh ihr, daß sie ihn um meinetwillen verlassen hatte, und forderte sie auf, nach Hohenstein zu kommen, ihn zu besuchen, mich aber mitzubringen.


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Sie erfüllte ihm diesen Wunsch, und ich begleitete sie. Aber ich ging nicht zu ihm, sondern nach Ernstthal zu meinen Eltern. (Einen Grund hierfür gibt er nicht an.) Er schickte nach mir; ich aber antwortete, er wisse wohl, was ich ihm vorausgesagt habe. Wenn er mich bei sich haben wolle, müsse er persönlich kommen, mich einzuladen. Und er kam! Ich fühlte mich wieder als Sieger. Wie töricht von mir! Hier hatte nicht ich, sondern nur die Erwägung gesiegt, daß ich es wahrscheinlich zu einem Vermögen bringen werde, und es gab sogar die Gefahr für mich, daß diese Erwägung nicht allein vom Großvater getroffen worden war. Diese Erklärung wirkt wenig überzeugend. Aus welchen Gründen sollten Emma und ihr Großvater, anders als noch 1876, im Juli 1878 plötzlich an einen materiellen Erfolg Mays geglaubt haben, der gerade seine feste Stellung aufgegeben hatte? Überzeugender ist da die ›Studie‹, in der er sich über den Sieg freut, diesen aber deshalb als Niederlage auffassen muß, weil er den ›Preis‹, nämlich die Ehe mit Emma, eigentlich nicht mehr zahlen will. Überdies: In dem Stollberg-Verfahren wurde am 8. 4. 1879 und am 2. 7. 1879 von der Erhebung von Kosten gegen May wegen dessen »Armuth« abgesehen (Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 181 und S. 189), so daß es mit den finanziellen Aussichten im Juli 1878 wohl nicht so glänzend stand, wie May es darstellt.

Ähnlich blasse Darstellung Mays in: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 58, wo er die Entfremdung von Emma nicht auf die Zeit des - natürlich nicht erwähnten - Zusammenlebens bezieht (...während sie es in Dresden für nötig gehalten hatte, sich so zu zeigen, wie ich sie mir wünschte. In Dresden waren wir uns noch neu; da konnte unser Verhältnis sich sehr leicht lösen; das fühlte sie. Nun aber war eine lange Zeit vergangen ...), sondern auf die Zeit danach in Hohenstein-Ernstthal. Überzeugend ist auch das nicht, denn das ebenfalls aus Diskretionsgründen nicht erwähnte Zusammenleben dauerte immerhin sechs Monate; so neu ist sich ein Paar nach dieser Zeit nicht mehr.

77 Lebius, wie Anm. 4, S. 44

78 Karl May: Gesammelte Reiseerzählungen Bd. XXVI: Im Reiche des silbernen Löwen I. Freiburg 1898, S. 394

79 Wie Anm. 77

80 Ermittlungen des Brigadiers Oswald (Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 139f.); identisch May in seiner Verteidigungsschrift vom 20. 6. 1878 (ebd., S. 150). Ein weiterer Aufenthalt bei Pollmers ist nur noch durch Ermittlungen des Königlich. Sächsischen Gerichtsamtes vom 17. 8. 1878 für den Zeitraum vom 10. bis 17. 7. 1878 bekannt; zumindest hat dessen Ermittlungsbeamter nach »Angabe seines Schwiegervaters Pollmer« mitgeteilt, daß May bereits »seit 4-5 Wochen von Hohenstein wieder weg« und zwar »nach Berlin« gegangen sei (ebd., S. 158).

81 In May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 194, heißt es nur vage: Es war damals eine Zeit ganz eigenartiger innerer und äußerer Entwickelungen für mich. In der ›Eingabe‹ (An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26) fehlt jeglicher Hinweis auf dieses letzte Strafverfahren. Auch Hainer Plaul hält Mays Darstellung der rein wirtschaftlich motivierten Vorbehalte des Großvaters mit überzeugenden Nachweisen zu Mays geringen Einnahmen im Jahr 1877, nur leicht aufgebessert durch Emmas Dienstbotenlohn und ein am 1. Juli 1877 aufgenommenes Darlehen von 50 Mark, für stichhaltig: Hainer Plaul: Redakteur auf Zeit. Über Karl Mays Aufenthalt und Tätigkeit von Mai 1874 bis Dezember 1877. In: Jb-KMG 1977. Hamburg 1977, S. 114-217 (197-199).

82 Lebius, wie Anm. 4, S. 122; im übrigen wiederholt May in dieser Aussage in knappster Form alles das, was er in der Studie auch schreibt; nämlich u.a., daß er sie nach der Auflösung des gemeinsamen Hausstandes zu ihrem Großvater brachte, weil er Emma los sein wollte, daß sie ihn mit hypnotischer Kraft gefangen nahm, daß ihr Lebenszweck Verbreitung gemeinen Klatsches, Homosexualität und Perversität


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gewesen sei und daß sie sich seiner ernsten Lebensauffassung nicht habe anpassen können. In der Sachverhaltsdarstellung besteht nahezu Identität mit den Schilderungen in der ›Studie‹, ohne daß das Protokoll überbordende Emotionalität widerspiegeln würde.

83 Vernehmung Emmas vom 16. und 17. 12. 1907, ebd., S. 57; May bestätigt den Besuch bei ihr in dem Bozener Hotel in der ›Studie‹, S. 929f., erwähnt die Frage nach dem unehelichen Kind aber nicht.

Am 8. 10. 1902 reisten Karl May und Klara Plöhn über Linz, Salzburg und Bozen nach Riva am Gardasee, wo sie am 14. 10. eintrafen und, unterbrochen durch einen Aufenthalt in Trient, bis zum 15. 12. blieben; die Datierung der Begegnung Mays mit Emma auf den 12. 10. 1902 dürfte daher zutreffend sein (Daten aus: Leben im Schatten des Lichts. Marie Hannes und Karl May. Hrsg. von Hans-Dieter Steinmetz/Dieter Sudhoff, Bamberg-Radebeul 1997, S. 198, Fußnote 265; sowie: Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 122, 124).

84 May: Katalog der Bibliothek, wie Anm. 62, S. 54; zu der Behauptung, May habe 1889 oder 1890 mit einem seiner Dienstmädchen ein Kind gehabt, für das er Alimente zahlte: eidesstattliche Versicherung der Louise Achilles vom 9. 11. 1909 (Lebius, wie Anm. 4, S. 327); Fritz Maschke: Was Pauline Fehsenfeld nicht wissen konnte. In: M-KMG 39/1979, S. 11-14, schloß sich diesem Gerücht unter Hinweis auf einen Brief von Ludwig Patsch vom 30. 1. 1953 an, der sich auf eine nicht näher konkretisierte Zeugenaussage und einen Schriftsatz (etwa gar von Louise Achilles?) bezogen haben soll. Steinmetz/Sudhoff, wie Anm. 83, S. 20, gehen davon aus, daß Emma unfruchtbar gewesen sei und daß May eine uneheliche Tochter, die er vermutlich von einem Dienstmädchen hatte, habe verleugnen müssen. Eine Quelle hierfür wird nicht angegeben; so kann eine Schwangerschaft Emmas auch auf Grund ihrer sich üblicherweise langsam heranbildenden Uterus-Myome - harmlose Muskelgeschwulste, die aber eine Schwangerschaft ausschließen bzw. eine Fehlgeburt herbeiführen können - gescheitert sein. Die Angabe von Louise Achilles allein kann in keiner Weise als Beweis für ein uneheliches Kind Mays gelten.

Der einzige, überaus kryptische Hinweis auf eine, eventuell sogar eigene, Tochter findet sich in einem durch Nachsatz Karl Mays autorisierten Brief von Emma an Agnes Seyler vom 19. 5. 1898, in dem sie einen Besuch bei Agnes absagt: »(...) aber leider kann ich ihn entweder nur mit dem Manne oder gar nicht ausführen. Ja, siehst Du, es ist nicht so leicht, wie Du denkst; es spricht zu Vieles mit; hätte ich eine große Tochter, dann, ja, wäre es leichter möglich; so aber geht es leider nicht.« (Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 223) Die Bedeutung dieser Sätze erschließt sich mir nicht. Im Jahr 1898 wäre ein von Emma im Jahr 1879 geborenes Kind jedenfalls schon 19 Jahre alt gewesen ...

Zusammenfassend über die - durch keine akzeptable Beweislage gestützten - Spekulationen über ein uneheliches Kind Mays mit einer anderen Frau als Emma: Ralf Harder: Karl May auf amourösen Pfaden? Über angebliche Liebschaften und uneheliche Kinder. In: M-KMG 115/1998, S. 58-69 (mit ›Stellungnahme‹ von Hansotto Hatzig, ebd., S. 57)

85 Harder, wie Anm. 84, S. 64, bezieht sich auf einen Brief des May-Forschers Ludwig Patsch vom 22. 1. 1953 mit eben dieser Mitteilung zu den beiden Büchern (Druckfehler in Harders Quelle hier im Text korrigiert).

86 Schriftliche Mitteilung von Hans Grunert vom 5. 6. 2000 auf schriftliche Bitte um Einsichtnahme in diese Bücher; mündliche Wiederholung am 6. 6. 2000

87 Lebius, wie Anm. 4, S. 58

88 Ebd., S. 61, Aussage ›Josepha Roeßler‹; S. 63, Aussage Maria ›Roessler‹; bei May lauten die Namen jeweils Kößler (z.B. Studie, S. 936; An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 84), weshalb letztere, wesentlich verläßlichere, Schreibweise übernommen wird.


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89 Lebius, wie Anm. 4, S. 216f.

90 Karl Mays Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. II Bd. 1: Scepter und Hammer. Hrsg. von Hermann Wiedenroth und Hans Wollschläger. Nördlingen 1987, S. 174f.

91 Ebd., S. 175

92 Ebd., S. 176

93 Ebd., S. 177

94 Ebd., S. 178f.

95 Ebd., S. 179f.

96 Ebd., S. 180

97 Ebd., S. 183

98 Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 16

99 Ebd., S. 168

100 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 58f.

101 Zum Eheversprechen am Sterbelager des Großvaters: so auch Aussage Mays vom 6. 4. 1908 (Lebius, wie Anm. 4, S. 122); May in: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 194f.; May in: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 59

102 Schriftsatz vom 5. 6. 1909 (Lebius, wie Anm. 4, S.143)

103 Schriftsatz vom 5. 7. 1909 (ebd., S. 145)

104 Datierung des Besuches von Jakob Pfefferkorn in Villa Shatterhand, Radebeul, auf 1896 durch: Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 87; Datierung auf 1895 in Villa Agnes, Nizzastraße, Oberlößnitz durch Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 61; dies entspricht auch Mays Angabe in der Studie, S. 867, wonach der liebe Freund aus Amerika bei May einige Wochen zu Gast in der Nizzastraße gewesen sei. Zur Anzahl der Bücher neben Maschke (a. a. O.) auch Abteilung Nr. 14, Occultes, S. 59-61 des Bibliothekverzeichnisses von May (May: Katalog der Bibliothek, wie Anm. 62)

105 Lebius, wie Anm. 4, S. 77

106 Datierung Todestag: Stolte: Zur Einführung, wie Anm. 6, S. XII; Ort und Todesursache: May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 434* (Anmerkung von Plaul)

107 Befangenheitsantrag von May vom 20. 5. 1908 gegen Untersuchungsrichter Dr. Larrass: dieser habe ihm erklärt, daß Rechtsanwalt Gerlach ›Freitag‹ als Erstbeschuldigte gewählt habe, damit der mit ihm befreundete Staatsanwalt Seyfert, der für ›F‹ zuständig sei, mit der Sache befaßt werde (Lebius, wie Anm. 4, S. 104); ebenso: May in einem Brief an Otto Denk vom 20. April 1907 (May: Briefe an Karl Pustet und Otto Denk, wie Anm. 56, S. 21).

108 Karl May: ›An die Deutsche Presse‹ und andere Flugblätter. Mit Einleitung und Anmerkungen von Ekkehard Bartsch. In: Jb-KMG 1979. Hamburg 1979, S. 276-321 (289)

109 Lebius, wie Anm. 4, S. 118

110 Seyferts Antrag auf Einstellung des Verfahrens; ebd., S. 117f.

111 Vgl. ebd., S. 81-84.

112 Aussage Johanne Spindler vom 29. 11. 1907 (ebd., S. 86); bezeichnenderweise hat Lebius von dieser Vernehmung, die zehn Aktenseiten, nämlich Bl. 125-135 Bd. I d. A. umfaßt, lediglich eine knappe Seite abgedruckt. Tatsächlich hatte Johanne Spindler nach eigenen Angaben eine achtstündige, rüde Vernehmung zu durchleiden, während der Richter Dr. Larrass ihr ständig Vorhaltungen machte und ihr, nachdem sie May nicht belastete, vorhielt, daß May doch aber ein schwer vorbestrafter Mann sei (Schreiben Klara May, 19. 5. 1908; ebd., S. 101)

113 Wiedergabe des Strafregisterauszuges der am 14. 3. 1870 geborenen Bertha Margarete Rosalie Freitag, ebd., S. 76: Prostituierte, 13 Haftstrafen wegen sittenpolizeilicher Controll-Entziehungen; Vater: Otto Freitag, früher Redakteur der


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›Staatsbürger Zeitung‹ in Berlin. Daten zu Otto Freitag: Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 47; die absolute Bedeutungslosigkeit der zeugenschaftlichen Angaben, die Rosa Freitag im Münchmeyer-Verfahren gemacht haben muß, wird auch dadurch unterstrichen, daß Lebius die entsprechenden Passagen ihrer Beschuldigtenvernehmung nicht veröffentlichte; allerdings hat er auch kein Inhaltsverzeichnis von Bd. II und III der Akten zitiert, so daß nicht feststellbar ist, ob Rosa Freitag überhaupt vernommen worden ist.

114 May: Deutsche Presse, wie Anm. 108, S. 312f. (›Rechtsanwaltliche Bestätigungen‹)

115 Lebius, wie Anm. 4, S. 78; auch die bei Lebius teilweise abgedruckte zeugenschaftliche Vernehmung der Pauline Münchmeyer vom 13. 6. 1907 (S. 78f.) bietet, selbst in der von Lebius gewählten ausschnittsweisen Veröffentlichung, nicht das mindeste, was einen Tatverdacht des Meineids gegen May begründen könnte.

116 Der Beschluß selbst ist bei Lebius weder abgedruckt noch in das zitierte Inhaltsverzeichnis von Bd. I der Akten aufgenommen worden (ebd., S. 77), sondern ergibt sich nur aus dem Vorhalt des Dr. Larrass gegenüber Karl May am 6. 4. 1908 (ebd., S. 119); Datierung ebenso: Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 144.

117 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 144

118 Dies und die folgenden Textpartien: Brief May an Bernstein, teilweise zitiert nach ebd., S. 145, 148, 149, 151; im übrigen aus einer von Hans Wollschläger überlassenen Abschrift, die von Patsch am 29. 7. 1941 mit dem Kommentar versehen wurde, daß die Bogen 3 und 4 des Originalbriefes fehlen.

Daß May, um dieser Vernehmung zu entgehen, eine Reise ins Gebirge unternahm (wie Wollschläger, a. a. O, S. 145 annimmt), dürfte angesichts der Rückkehr von dieser Reise am 8. 7. 1907, mithin vor Eröffnung der Untersuchung, auszuschließen sein. Unverständlich bleibt, warum Rechtsanwalt Bernstein bzw. Rechtsanwalt Klotz aus seiner Sozietät in diesem Ermittlungsverfahren, folgt man den von Lebius veröffentlichten Teilen der Prozeßakten, in keiner Weise eingriff. Einziger Anhaltspunkt für eine Beteiligung von Mays Anwälten an diesem Verfahren, in dem May zahlreiche Schriftsätze und Anträge persönlich stellte und zu seinen Vernehmungsterminen entsprechend § 190 Abs. 2 StPO ohne anwaltlichen Beistand erscheinen mußte, ist der Umstand, daß sein Befangenheitsantrag gegen Larrass vom 20. 5. 1908 an Klotz adressiert war, der ihn jedenfalls an das Gericht weiterleitete. Wünschenswert wäre tatsächlich eine Veröffentlichung des Schriftwechsels zwischen May und Bernstein und der gesamten noch verfügbaren Prozeßakten. Offensichtlich gehörte May, der einige juristische Literatur sein eigen nannte, aber zu den unangenehmen, da nicht steuerbaren und dazu noch befreundeten Mandanten ...

119 Artikel von Hermann Cardauns abgedruckt bei Lebius, wie Anm. 4, S. 193-210, Datierung ersichtlich aus dem Inhaltsverzeichnis, ebd., S. V; Kommentierung zu diesem Artikel: Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 129, 143, 144.

Es trifft sicherlich zu, daß Cardauns in der Bewertung des Vergleiches mit Fischer und des nur vorläufigen Prozeßgewinns gegen Münchmeyer recht hat, und seine Kritik an den Jubelhymnen der naiv gestimmten May-positiven Presseorgane zu diesem ›Sieg‹ ist ebenfalls berechtigt. Andererseits berücksichtigt Cardauns nicht, daß Mays Causa, nämlich der Beweis von ›unsittlichen‹ Einfügungen in seine Kolportagemanuskripte und der unberechtigte Weiterverkauf dieser alten Werke nicht zu führen und ein Zweifronten-Streit nicht zu gewinnen war. Was, wenn Mays Aussagen nichts weiter als wahrheitsgemäß waren?

Interpolationen von dritter Hand in Mays Manuskripten können auch nach heutigem Wissensstand weder ausgeschlossen noch bewiesen werden. Vgl. Ralf Harder: Karl May und seine Münchmeyer-Romane. Eine Analyse zu Autorschaft und Datierung. Materialien zur Karl-May-Forschung Bd. 19. Ubstadt 1996; Wilhelm


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Brauneder: »Die Leben-Werk-Assoziationen«. Eine Kritik insbesondere anhand von Ralf Harders Buch »Karl May und seine Münchmeyer-Romane«. Sonderheft der Karl-May-Gesellschaft (S-KMG) Nr. 121/1999.

Bedenklich an dem Artikel von Cardauns stimmt jedenfalls, daß er erst zu einem Zeitpunkt erschien, in dem der Artikel wie eine Orchestrierung des anhängigen Ermittlungsverfahrens wirken mußte, um den auf May lastenden Druck zu erhöhen.

120 May: Deutsche Presse, wie Anm. 108, S. 283-312

121 Ebd., S. 294

122 Ebd., S. 301

123 Cardauns, zit. nach Lebius, wie Anm. 4, S. 209

124 Karl May: Zur Abwehr. In: Jb-KMG 1983. Husum 1983, S. 69-75(74); Datierung durch Hans Wollschläger: Das dreizehnte Jahrbuch. Ebd., S. 10, mit der Erläuterung, daß May eine Unterzeichnung dieses letztlich nicht veröffentlichten Textes durch Rechtsanwalt Bernstein vorgesehen hatte. Die Weigerung von Bernstein, diese publizistische Offensive mitzutragen, könnte nach seiner Auffassung zu seiner Ablösung durch Rechtsanwalt Netcke, Dresden, im Jahr 1909 geführt haben.

125 Den Hinweis auf Udo Kittlers zweiteiligen Aufsatz (Kittler: Ein Fall allerersten Ranges, wie Anm. 45) verdanke ich Dr. Klaus Hoffmann; während die belegbaren Fakten aus diesem Aufsatz übernommen werden können - der einzige Zweifel besteht an der Datierung des Heftes 6 mit dem fraglichen Artikel von Näcke: wenn Heft 1 bei monatlicher Erscheinungsweise im Oktober 1907 erschienen sein soll, wie kann dann Heft 6 schon im November 1907 erschienen sein? (M-KMG 90, S. 16) -, spricht für die spekulative Erwägung, May habe in der Zeit vom 9.-11. 11. 1907 getobt, geschrien, gewimmert u. a. und psychotischen Ausfällen ähnliche Symptome produziert, so daß »kaum auszuschließen« sei, daß Klara einen »Hilferuf« an den bis dahin persönlich unbekannten Dr. Näcke gesandt habe, nichts. Näckes Karte vom 14. 11. 1907, in der er seinen seit September 1907 geplanten Besuch für den 18. 11. ankündigt: »Ich freue mich sehr auf eine persönliche Bekanntschaft.« (ebd., S. 19) ist jedenfalls genauso undramatisch wie sein Eintrag ins Gästebuch. Aus der Vorverlegung des Besuches von Montag, den 18. 11., einem Tag, an dem Näcke gerade einmal zweieinhalb Stunden Zeit für den Besuch hatte, auf den 16. 11., einen Samstag, an dem weniger Terminenge geherrscht haben dürfte, läßt sich ein ärztlicher Besuch zwecks fachkundiger Einwirkung auf May jedenfalls nicht herleiten. Den weiteren Spekulationen über einen Psychiatrie-Aufenthalt Mays bei Anfertigung der ›Studie‹ unter fachärztlicher Rückendeckung (ebd., S. 20f.) fehlt es an jeglicher Tatsachenbasis. Ein Zusammenhang zwischen Briefsperre und etwaigem ›Untertauchen‹ ist nicht ersichtlich, schon gar nicht für März 1908, da die ›Studie‹ schon am 14. Dezember 1907 fertiggestellt war.

126 Dieter Sudhoff: Karl Mays ›Abdahn Effendi‹. Eine Werkanalyse. In: Jb-KMG 1983. Husum 1983, S. 197-244 (197f.); Hans Wollschläger (Das dreizehnte Jahrbuch, wie Anm. 124, S. 11) bietet in seinem Herausgebervorwort noch die Hypothese an, daß sich in ›Abdahn Effendi‹ als Realitätshintergrund möglicherweise ein Verlegerporträt, nämlich das des am 7. 4. 1907 verstorbenen Adalbert Fischer verberge, dessen Tod ebenfalls Anstoß zu der vielschichtigen Novelle gegeben haben könnte. Vgl. auch Karl May's Gesammelte Werke Bd. 81: Abdahn Effendi. Bamberg-Radebeul 2000, S. 10-107.

127 May: Briefe an Karl Pustet und Otto Denk, wie Anm. 56, S. 15

128 »Meine liebe Frau Gevatterin ...«, wie Anm. 57, S. 48

129 Karl May: Lebius, der »Ehrenmann[«]. In: Jb-KMG 1983. Husum 1983, S. 13-45 (S. 42-44 der Transkription); hierzu auch May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 21f.; Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 165; Hainer Plaul: Die Kahl-Broschüre. Entstehung und Folgen eines Anti-May-Pamphlets. In: Jb-KMG 1974.


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Hamburg 1973, S. 195-236; zu den Auseinandersetzungen zwischen der Sozialdemokratie und Lebius, in die Karl May als Zeuge für die Unehrenhaftigkeit des Lebius hineingezogen wurde: Ebd., S. 222-224.

130 Text der Erklärung in May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 254f.; mit ›Börsenblatt‹ als Quelle: Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 147

131 Lebius, wie Anm. 4, S. 77: Inhaltsverzeichnis von Bd. I der Prozeßakten. Dort werden nur die Blattzahlen der entsprechenden Aktivitäten vermerkt; welche Angaben die beiden Rechtsanwälte theoretisch hätten machen können (wenn auch nicht unbedingt dürfen), ergibt sich aus den Schreiben vom 20. 2. 1908 (Kohlmann, ebd., S. 68ff.) sowie vom 25. 2. 1908 (Rechtsanwalt Giese, ebd., S. 70), die beide angaben, daß Emma Pollmer, bevor sie die beiden konsultierte, noch bei Thieme gewesen sei, der aber - so Kohlmann - nichts Näheres sagen könne, weil es sich um ein flüchtiges Gespräch gehandelt habe. Rechtsanwalt Thieme selbst wurde in dem späteren Privatklageverfahren May ./. Pollmer am 11. 2. 1910 als Zeuge gehört, wo er unwirsch erklärte, er könne keine Auskunft geben, die Sache sei zu lange her (ebd., S. 165f.). Rechtsanwalt Kohlmann hatte zuvor auch noch ein Mandat in Sachen May ./. Fischer, wozu er aber keine schriftlichen Angaben machte.

132 Der Beschluß ist ebenfalls nur im Inhaltsverzeichnis aufgeführt (ebd., S. 77).

133 Quellen zu Durchsuchungen in ebd.: Inhaltsverzeichnis von Bd. I d. A., S. 77; Durchsuchungsprotokoll S. 79-81; Schreiben Mays an das Gericht von Dezember 1907, S. 88-95; dienstliche Erklärung von Staatsanwalt Seyfert vom 19. 12. 1907 auf eine - bei Lebius nicht abgedruckte - Beschwerde von May, die er zitiert, S. 95f.; Befangenheitsantrag Mays vom 20. 5. 1908, S. 103-108; eidesstattliche Versicherung von Klara May vom 18. 5. 1908 über die Durchsuchung und Seyferts Verhalten, S. 101f.; Beschluß LG Dresden vom 12. 6. 1908 (Ablehnung des Befangenheitsantrags), S. 110-113; im übrigen: Schreiben Karl May an Otto Denk vom 20. 4. 1908 (in: May: Briefe an Karl Pustet und Otto Denk, wie Anm. 56, S. 19)

134 Lebius, wie Anm. 4, S. 80

135 Ebd., S. 95

136 Ebd., S. 96

137 Ebd., S. 95

138 Ebd., S. 96

139 Ebd., S. 111

140 Ebd.

141 Ebd., S. 94 (Schriftsatz Karl May)

142 Stolte: Zur Einführung, wie Anm. 6, S. XII

143 Lebius, wie Anm. 4, S. 65f.: Schreiben des vortragenden Rats im Großherzoglichen Staatsministerium Dr. Neumann, Weimar, vom 9. 2. 1908

144 Ebd., S. 65

145 Ebd., S. 130f.: Zeugnisverweigerung Emma Pollmer mit Datierung 3. 10. und 3. 11. 1903 (3. 11. kann allerdings nur zutreffen)

146 Karl May: May gegen Mamroth. Antwort an die »Frankfurter Zeitung«. In: Jb-KMG 1974. Hamburg 1973, S. 131-152 (151)

147 Vgl. Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 101, unter Bezugnahme auf May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 242f.; es handelt sich hier um einen Irrtum, der sich Laufe der Jahre immer mehr vertiefte: bereits in seiner Prozeß-Schrift ›Ein Schundverlag‹ im Jahr 1905 erklärte May, daß er in Massaua, wo er sich in der Zeit vom 22. 9.-24. 9. 1899 aufhielt, von den Angriffen auf ihn erfahren habe - hier allerdings noch unter korrekter Zitierung der jeweiligen Artikel (May: Ein Schundverlag, wie Anm. 42, S. 369); tatsächlich erfuhr er bereits im Juli 1899 in Jerusalem von den Angriffen, was ihn in die Lage versetzte, im August 1899 das ›Plöhn‹-Verteidigungsschreiben zu verfassen (zu diesen Datierungen siehe auch das folgende Kapitel).


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148 Lebius, wie Anm. 4, S. 31: Scheidungsantrag; S. 34-36: Zeugenaussage Klara Plöhn vom 22. 12. 1902; S. 36: Zeugenaussage Wilhelmine Beibler

149 Schriftsatz May vom 26. 12. 1909 (ebd., S. 161)

150 Die Erklärung Emmas wird von Lebius nur in dem rudimentären Inhaltsverzeichnis der Prozeßakte (ebd., S. 139) sowie in einer von Lebius stammenden verkürzenden Zusammenfassung mitgeteilt (ebd., S. 166).

151 Zeugenaussage Selma vom Scheidt, 21. 9. 1909 (ebd., S. 134f.); zu Unrecht hat Lebius dieses Protokoll als ›In der Strafsache gegen May und Gen. wegen Meineids‹ (ebd., S. 133) betitelt; zu diesem Zeitpunkt war jenes Verfahren längst beendet. Aus dem Inhaltsverzeichnis der Akte (ebd., S. 130) ergibt sich vielmehr, daß die Aussage in dem Betrugsverfahren gegen Mays wegen der Ehescheidung erfolgte.

152 May: Ein Schundverlag, wie Anm. 42, S. 328-333; 337-339; 343-348; 353, 354, 358, 364, 366

153 Hans-Dieter Steinmetz: Karl May und Moritz Lilie. In: M-KMG 94/1992, S. 20-22; allerdings soll Karl - und nicht Emma! - May im Jahr 1892 von Lilie wegen Beleidigung verklagt worden sein, wobei jedenfalls Pauline Münchmeyer in einem Schriftsatz vom 25. 9. 1909 in ihrem Zivilprozeß ausgeführt hat, daß May im Jahr 1892 verleumderische Äußerungen gegen »einen inzwischen verstorbenen Schriftsteller«, d. i. Lilie, schriftlich eingestanden habe (Lebius, wie Anm. 4, S. 211). Da der Rest ihres Schriftsatzes allerdings aus Halbwahrheiten und polemischen Äußerungen besteht, ist - in Übereinstimmung mit Steinmetz - hier höchste Vorsicht geboten. Die im Oktober 1953 vernichtete Akte des AG Dresden weist lediglich aus, daß Lilie seine Klage zurückgenommen hatte (Gerhard Klußmeier: Die Gerichtsakten zu Prozessen Karl Mays im Staatsarchiv Dresden. Mit einer juristischen Nachbemerkung von Claus Roxin (I). In: Jb-KMG 1980. Hamburg 1980, S. 137-174 (140)).

154 May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 202

155 Ebd., S. 247

156 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 71

157 Ebd., S. 73

158 Ebd., S. 76f.

159 Altersangabe Louise Dietrich in der zurückhaltenden Zeugenaussage vom 8. 11. 1909 in dem Privatklageverfahren gegen Emma wegen Beleidigung (Lebius, wie Anm. 4, S. 153); Eifersucht auf Klara dagegen deutlich belegend ihre Zeugenaussage vom 2. 3. 1908 in dem Meineidsverfahren: Klara habe ihr den Kuchen wieder in die Hand gedrückt, den sie für Emma zum Geburtstag gebacken habe. Klara war falsch; ›sie ging, wenn ich kam ...‹ (ebd., S. 72-75)

160 Eidesstattliche Versicherung von Louise Dietrich, 7. 12. 1909 (ebd., S. 328f.)

161 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 66

162 Ebd.

163 Lebius, wie Anm. 4: Auszüge aus St VIII 556.03 und 201.09 StA Dresden gegen Karl und Klara May wegen Betruges; Anzeige Luise Häußler vom 9. 10. 1903 (S. 129); Zeugenvernehmung Emma Pollmer vom 3. 11. 1903 (S. 130f.); Mitteilung Luise Achilles vom 8. 5. 1909, daß Emma jetzt aussagen wolle (S. 130); Vernehmung Emma Pollmer vom 22. 6. 1909 (S. 132); Beschwerde Luise Achilles und Emma Pollmer vom 22. 7. 1909 (S. 131); Zeugenvernehmung Emma Pollmer vom 27. 8. 1909 (S. 131); erneute Einstellung des Verfahrens am 24. 9. 1909 (S. 131)

164 Ebd., S. 223-227: Briefe der Emma Pollmer an Louise Achilles (Lotte); Louise Dietrich wird von ihr ›Liesel‹ genannt.

165 Ebd., S. 326f.: Eidesstattliche Versicherung der Louise Achilles vom 9. 11. 1909

166 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 959 (zu Studie, S. 873)

167 Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 207

168 Ebd., S. 78


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169 Karl May: Freuden und Leiden eines Vielgelesenen. In: Deutscher Hausschatz. XXII. Jg. (1897), S. 20; Reprint in: Karl May: Kleinere Hausschatz-Erzählungen. Hrsg. von Herbert Meier. Hamburg/Regensburg 1982

170 May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 170

171 Fundstellen bei: Dieter Plep: Ein Greenhorn raucht Cigaretten und verabscheut den tabaksaftspeienden Sir. In: M-KMG 111/1997, S. 8-18

172 Aus einem Brief Weltes an Base Nanna; zit. nach Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 77

173 Brief von Emma an Agnes Seyler, 19. 5. 1898; zit. nach ebd., S. 223

174 Ozoróczy: Das zweite Ave Maria, wie Anm. 34, S. 24, Anmerkung 11

175 Brief May an Emil Seyler vom 15. 10. 1897, zit. nach Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 240

176 Vgl. ebd., S. 247 (Gedicht vermutlich von August 1897).

177 In einem Brief vom 18. 5. 1898, zit. nach ebd., S. 242

178 Weihnachtsgedicht, vermutlich von 1896, da Anspielung auf Weihnachten, Obstgeschenke und übersandte Erdbeerpflanzen, für die sich May am 22. 12. 1896 bei Emil Seyler bedankte (ebd., S. 231); zit. nach ebd., S. 232

179 Scherzhafte Speisekarte in Brief an Emil Seyler vom 27. 7. 1898, ebd., S. 244

180 Ebd.

181 May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 62

182 Karl May: Gesammelte Reiseerzählungen Bd. XXVIII: Im Reiche des silbernen Löwen III. Freiburg 1902, S. 163f. (im Text künftig Zitatnachweis mit der Sigle ›Silberlöwe III‹)

183 Otto Forst-Battaglia: Karl May. Traum eines Lebens - Leben eines Träumers. Bamberg 1966, S. 61

184 Ebd., S. 64

185 Sigmund Freud: Die Weiblichkeit. In: Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Neue Folge; zitiert nach: Peter Gay: Erziehung der Sinne. Sexualität im bürgerlichen Zeitalter. O. O. 2000 (btb), S. 184. Gays gesamtes Kapitel, ›Das problematische Geschlecht‹ über weibliche Sexualität und ihre Wahrnehmung und Erforschung im 19. Jahrhundert bietet einen umfassenden Überblick über diese Thematik (ebd., S. 159-186), von der hier nur ein kurzer Abriß gegeben werden kann.

186 Zitiert nach: Gay: Erziehung der Sinne, wie Anm. 185, S. 170f.

187 Otto Adler: Die mangelhafte Geschlechtsempfindung des Weibes: Anaesthesia sexualis feminarum. Dyspareunia. Anaphrodisia (1904); zitiert nach ebd., S. 177f.

188 Otto Adler: Die mangelhafte Geschlechtsempfindung des Weibes. Anaesthesia sexualis feminarum. Anaphrodisia. Dyspareunia, 2. vermehrte und verbesserte Auflage. Berlin 1911, S. 15

189 Ebd., S. 16

190 Ebd.

191 Ebd., S. 44f.

192 Ebd., S. 92 (im Original Sperrdruck); differenzierter zur sexuellen Anästhesie als Otto Adler, mit dem er sich explizit auseinandersetzt: Iwan Bloch, wie Anm. 72, S. 483f.: »Sie kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern, ist hier allerdings oft nur eine  s c h e i n b a r e ,  eine Pseudoanästhesie, weil der Mann es nicht versteht, die noch schlummernden geschlechtlichen Empfindungen zu wecken (...) Die  B e h a n d l u n g  der mangelhaften Geschlechtsempfindung des Weibes muß vor allem die seelischen Momente berücksichtigen und daher mehr vom Gatten oder Geliebten als vom Arzte ausgehen, die Umstände der Begattung müssen den individuellen Verhältnissen angepaßt werden (Veränderung der Lage, präparatorische Zärtlichkeiten usw.) (...).« S. 92f.: Sobald es dem Mann gelinge, »die so komplizierten und schwer auslösbaren erotischen Empfindungen richtig zu wecken«,


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schwinde auch in den meisten Fällen die sexuelle Unempfindlichkeit , wofür er ein »eklatantes Beispiel« anführt, nämlich dasjenige eines 20jährigen Mädchens, das seit dem 5. Lebensjahr - auch unter Verwendung verschiedenster Gegenstände - bis zum 18. Lebensjahr, zuletzt täglich, onaniert habe: »Damals erster geschlechtlicher Verkehr mit einem Manne, der sie aber völlig kalt ließ, wie auch die folgenden Versuche mit diesem und anderen Männern. Endlich gelang es einem ihr sympathischen Manne, sie geschlechtlich zu befriedigen, durch Vertauschung der Rollen und dementsprechende Aenderung der Stellung. Späterer Verkehr in normaler Stellung brachte ihr ebenfalls volle Befriedigung. Seitdem hat Onanie völlig aufgehört, und es tritt in coitu sofort Orgasmus schon nach 1-2 Minuten ein.«

193 Adler, wie Anm. 188, S. 101

194 Ebd., S. 119f.

195 Gay: Erziehung der Sinne, wie Anm. 185, S. 375-377 (377)

196 May: Freuden und Leiden eines Vielgelesenen, wie Anm. 169, S. 20

197 May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 9: Meine Mutter war eine Märtyrerin, eine Heilige, immer still, unendlich fleißig, trotz unserer eigenen Armut stets opferbereit für andere, vielleicht noch ärmere Leute. Nie, niemals habe ich ein ungutes Wort aus ihrem Mund gehört. Sie war ein Segen ... für uns, ihre Kinder.

Interpretation dieser Hagiographie als mühsame Stilisierung, die aggressive Tendenzen gegen die ›schuldig‹ gewordene Mutter nach vom Kind erlebter Liebesversagung verbirgt: Hans Wollschläger: »Die sogenannte Spaltung des menschlichen Innern, ein Bild der Menschheitsspaltung überhaupt«. Materialien zu einer Charakteranalyse Karl Mays. In: Jb-KMG 1972/73. Hamburg 1972, S. 11-92 (20-24)

198 Zitiert nach Gay: Erziehung der Sinne, wie Anm. 185, S. 166-168 (167)

199 Karl Amrain: Bi jastambhana. In: Anthropophyteia, wie Anm. 41, Bd. VII (1910); hieraus die folgenden Zitate (S. 240-244); vgl. auch Iwan Bloch, wie Anm. 72, S. 834: »In einer interessanten und gediegenen Arbeit hat  C a r l  L a k e r  schon 1889 als ›Eine besondere Form von verkehrter Richtung des weiblichen Geschlechtstriebes‹ (Archiv für Gynäkologie, 1889, Bd. XXXIV, Heft 3, S. 293ff.) Fälle von sexueller Frigidität des Weibes in coitu beschrieben, die  n i c h t  als ›Anästhesia sexualis‹ aufzufassen sind, da der  G e s c h l e c h t s t r i e b  normal, häufig sogar gesteigert ist und nur geschlechtliche Befriedigung bei der normalen Begattung völlig fehlt und erst durch einfache und wechselseitige Onanie erreicht wird. Es besteht dabei normale Zuneigung zum anderen Geschlecht, körperliche und geistige Gesundheit. Der Verfasser nimmt an, daß durch irgendwelche anatomischen Abweichungen eine Erregung der das Wollustgefühl vermittelnden, größtenteils in der Klitoris endigenden sensiblen Nerven beim Beischlafe nicht zustande kommt und durch Aenderung der Stellung in coitu eventuell doch noch hervorgerufen werden kann.« Konsequenterweise führt er selbst aus: »Eine wichtige Kategorie der Pseudo-Homosexualität bildet diejenige, die aus  M a n g e l  a n  G e l e g e n h e i t  z u m  g e s c h l e c h t l i c h e n  V e r k e h r  m i t  d e m  a n d e r e n  G e s c h l e c h t  entsteht, (...) bei Männermangel in Nonnenklöstern, bei unverheirateten oder unglücklich verheirateten Frauen, die ein großes Kontingent zur Pseudotribadie stellen.« (S. 603)

200 Brief von May an Emil Seyler vom 22. 12. 1896; zit. nach Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 231

201 Brief von Emma May an Agnes Seyler vom 19. 6. 1898: »... wir bekommen morgen Logierbesuch auf 8 Tage; da giebt es noch Vieles zu besorgen. Ein geistlicher Herr aus Ungarn. Es ist der, welcher meines Mannes Werke ins Ungarische übersetzt ...« (zit. nach ebd., S. 224f.)

202 Siehe ›Die »Anlagen« zur »Studie«‹, wie Anm. 1: Foto S. 947, kommentiert von May auf S. 940f.; Postkarten S. 948, kommentiert von May auf S. 941;


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heimliche Abschrift eines May-Gedichts für Welte, S. 949, kommentiert von May auf S. 941; Ansichtskarten S. 950-955, kommentiert von May auf S. 942f.; Geburtstagsgedicht von Welte für Emma, S. 952, kommentiert von May auf S. 941; dieses ebenfalls mit spiritistischem Gedankengut von gottgesandten Geistern aus »lichten Höhen«, und der Gabe, sie zu erkennen. »Möge das Geisterheer / Ewig Sie schirmen!« (21. 11. 1899)

Auch Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 80, geht von spiritistischen Sitzungen Emmas sowohl mit Max Welte als auch mit dessen Freunden Walter Weber und Johannes März aus.

203 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 958 (zu Studie S. 859f.); S. 959 (zu Studie S. 878f.)

204 Vgl. Freiherr L. von Erhardt: Ehre und Spiritismus vor Gericht. Berlin 1897, S. 29.

205 Vgl. ebd., S. 33-41, 68-72.

206 Vgl. ebd., S. 60-62 (Anhang).

207 Andreas Barth: K. & K. May: Handschriftliches und Bildliches. In: Karl May Haus Information 4/1990, S. 1-49 (3; vgl. 34f.)

208 Vgl. ebd., S. 38.

209 Diese Doppeldeutung des Aschyk als Max Welte einerseits und als Sträfling May andererseits auch bei: Dieter Sudhoff: Karl Mays Großer Traum. Erneute Annäherung an den ›Silbernen Löwen‹. In: Jb-KMG 1988. Husum 1988, S. 117-183 (171); Aschyk = Welte auch: Christoph F. Lorenz: »Das ist der Baum El Dscharanil«. Gleichnisse, Märchen und Träume in Karl Mays ›Im Reiche des silbernen Löwen III und IV‹. In: Jb-KMG 1984. Husum 1984, S. 139-166 (158); Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 119

210 Lebius, wie Anm. 4, S. 60 (Zeugenvernehmung der Hotelwirtin Maria Schrott in Bozen vom 9. 4. 1908)

211 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 960 (zu Studie, S. 914)

212 Über das Ende der sexuellen Beziehung: Lebius, wie Anm. 4, S. 31, Scheidungsantrag vom 10. 9. 1902 mit der Angabe, daß der letzte Geschlechtsverkehr vor ca. 1 1/2 Jahren, mithin im Februar/März 1901 stattgefunden habe; relativ übereinstimmende Bestätigung von Emma Pollmer in ihrer Beschuldigtenvernehmung vom 13. 12. 1907, wonach, bezogen auf die Reise Mays im Juli 1902 mit Klara und ihr, bereits seit ca. 1 Jahr kein Geschlechtsverkehr mehr mit Karl stattgefunden habe (mithin seit Juni/Juli 1901), ebd., S. 48.

213 Hans Wollschläger: Karl May als Leser. In: May: Katalog der Bibliothek, wie Anm. 62, S. 132 und S. 135 (Anm. 37)

214 Hans-Dieter Steinmetz: Die Villa »Shatterhand« in Radebeul. In: Jb-KMG 1981. Hamburg 1981, S. 300-338, Grundriß S. 313; Klußmeier/Plaul, wie Anm. 58: Bilder von der Villa Shatterhand, S. 131f.; Bibliothek, S. 141; Arbeitszimmer, S.142; die Plazierung des Tisches im  A r b e i t s z i m m e r  zwischen den beiden Eckfenstern, wie auf den Fotos S. 142 erkennbar, markiert tatsächlich die weitestmögliche Entfernung zu der Tür des Cabinets (ca. 8 Meter); geht man von der Plazierung der Bibliothek wie im Grundriß aus, befand sich einer der beiden Tische im  B i b l i o t h e k s z i m m e r  dagegen, wie auf den Fotos S. 141 erkennbar, an der mit Säbeln dekorierten Stirnwand der Bibliothek, unmittelbar neben der Tür zum Flur: soweit Bibliothekstür und Cabinettür nicht geschlossen waren, wäre das Mithören eines dort geführten Gespräches, während May an jenem Tisch ›still lesend‹ saß, problemlos möglich, zumal die Frauen ›laut‹ gesprochen haben sollen.

215 Hans Grunert, Hinweis vom 6. Juni 2000 unter Bezugnahme auf seinen entsprechenden Aufsatz: Ein Blick in Karl Mays Bibliothek. In: M-KMG 109/1996, S. 23f., in dem auf eine bereits früher erschienene Richtigstellung von Erich Heinemann (Erich Heinemann: Radebeul, Kirchstraße 5. Notizen über die »Villa Shatterhand«. In: Erich Heinemann: Dichtung als Wunscherfüllung. Aussprüche über Karl May. Materialien zur Karl-May-Forschung Bd. 13. Ubstadt 1992, S. 183-192


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(188)) sowie auf die Darstellung in den ›Freuden und Leiden eines Vielgelesenen‹ hingewiesen wird.

216 May: Freuden und Leiden eines Vielgelesenen, wie Anm. 169, S. 6

217 May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 64

218 Ebd., S. 66

219 Ebd., S. 96

220 Ebd., S. 98

221 Ebd., S. 99f.

222 Wollschläger: »Die sogenannte Spaltung«, wie Anm. 197, S. 54-58, S. 90 (Anmerkung 127 unter Hinweis auf May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 162, 299)

223 May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 177

224 Lebius, wie Anm. 4, S. 45 (Aussage Emma vom 11. 12. 1907)

225 Ebd., S 48-59 (Aussagen Emma vom 13., 14., 16. und 17. 12. 1907)

226 Ebd., S. 44 (Aussage Emma vom 10. 12. 1907) und S. 45 (Aussage vom 12. 12. 1907)

227 Ebd., S. 226 (Briefe Emma an Lotte)

228 Ebd., S. 225

229 Ebd., S. 218 (Brief Klara an Emma); eine mögliche Datierung des Briefes könnte für den Dezember 1909 angenommen werden, denn Klara nimmt auf einen Termin in Weimar Bezug sowie auf einen »Brief« des Franz Meyer (ebd., S. 219). Hierbei könnte es sich um die eidesstattliche Versicherung des Meyer vom 6. 12. 1909 handeln (ebd., S. 327) und um den Rechtsanwaltstermin in Weimar, an dem Emma sich von Lebius distanzierte, bevor sie am 14. Dezember 1909 erklärte, diese Erklärung gelte aber nur, wenn sie ihre Rente wieder erhalte (ebd., S. 166).

230 Ebd., S. 227

231 Ebd., S. 48 (Aussage Emma vom 13. 12. 1907); zur Enthaltsamskeitsfrage vgl. Iwan Bloch, wie Anm. 72, S. 743: »In der späteren Zeit, wo die Möglichkeit einer dauernden reinen Liebe gegeben ist, liegt der Wert der zeitweiligen sexuellen Abstinenz besonders auf geistigem Gebiete. Gerade für den ›Erotokraten‹, wie  G e o r g  H i r t h  das mit einem starken und gesunden Geschlechtstriebe ausgestattete Individuum nennt, hat diese temporäre Abstinenz eine gewissen Bedeutung, weil das aufgespeicherte Quantum Sexualspannung der inneren geistigen Produktion zustatten kommt. Eine Reihe stark geschlechtsbedürftiger, geistig bedeutender Männer bekannten mir, daß infolge der Abstinenz zeitweise eine eigentümliche Vertiefung und Konzentration ihrer geistigen Fähigkeiten eintrete, wodurch unleugbar eine Steigerung der geistigen Leistungen zustande komme. Dieser Punkt der Hygiene der geistigen Tätigkeit, der einem  G o e t h e  nicht unbekannt gewesen zu sein scheint, ist noch wenig erforscht worden.«

232 Lebius, wie Anm. 4, S. 48f.

233 Ebd., S. 51

234 Ebd., S. 47 (aus der Vernehmung vom 13. 12. 1907)

235 Ebd., S. 49

236 Ebd., S. 51 (aus der Vernehmung vom 14. 12. 1907)

237 Ebd., S. 52

238 Ebd., S. 52f.

239 Ebd., S. 53

240 Ebd., S. 54

241 Todesdatum Richard Plöhn: Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 94; Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 108;

den Namen ›Hühnelchen‹ bzw. auch ›Hühnlichen‹ für Karl benutzt Emma in folgenden Briefen an Agnes Seyler, die alle auch von May mit Nachsätzen versehen sind (abgedruckt bei Maschke, a. a. O.): 1. 8. 1897 (S. 218); 16. 10. 1897 (S. 219); 28. 2. 1899 (hier: Hühnlichen) (S. 227); Brief Emma an Lotte (Louise Achilles), 12. 9.


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1910 (Lebius, wie Anm. 4, S. 226), bezugnehmend auf das Jahr 1896: »Gerade zu dieser Zeit stand unser Glück auf der Höhe. Hatten wir doch seit 4 Jahren unser  e i g e n e s  l ä n g s t  e r s e h n t e s  H e i m  bezogen. Es verging kein Abend, wo wir uns nicht beim gute Nacht sagen, in voller Glückseligkeit die Worte zu riefen: ›Hühnelchen, die Villa ist unser. Kein Mensch kann sie uns rauben.‹« (Tatsächlich wurde die Villa nicht vor vier Jahren, also 1892, sondern erst im Januar 1896 bezogen) -

den Namen ›Mausel‹ für Klara benutzt Emma in folgender Korrespondenz: 14. 7. 1897 an Agnes Seyler (Maschke, a. a. O., S. 215); May selbst erwähnt den Namen ›Mausel‹ u. a. in seinen bereits zitierten Reisetagebüchern am 10. 5. 1899 und am 26. 8. 1899;

Klara zitiert Emmas Anrede ›Mausel‹ in einem Brief an Selma vom Scheidt, Ende 1909/Anfang 1910, nach Erhebung der Zahlungsklage über 36.000 Mark durch Emma: »Sie sagte mir damals, als das - - über sie hereinbrach und es zu spät war: ›Mausel, warum hast du mich - - - - - dann hätte ich Dir doch vielleicht gefolgt.‹« (unveröffentlicht, Bl. 10 der Prozeßakten AG Kötzschenbroda, P 71/12, Privatklage Lebius gegen Klara May; freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Jürgen Seul);

Klara Plöhn/May benutzt den Namen ›Miez‹ für Emma u. a. in: Brief von Januar 1903 (Lebius, a. a. O., S. 213); Brief vom 6. 2. 1903 (ebd., S. 214); laut Aussage Emma: »Meine Miez« als Anrede Klaras: Vernehmung vom 14. 12. 1907 (ebd., S. 50)

242 Brief Klara an Selma vom Scheidt, 10. 11. 1909, Quelle wie oben (Seul), Prozeßakte AG Kötzschenbroda, P 71/12, Bl. 5 d. A.

243 Brief Klara an Fehsenfeld, 7. 12. 1910. In: Klara May und ›Karl May's Kinder‹. III Ulrich Schmid: ›Um die Wahrheit‹. Wilhelm Einsle und das Vermächtnis Karl Mays. In: Jb-KMG 1993. Husum 1993, S. 46-57 (49); hierzu auch Brief von Klara May an Willy Einsle, 7. 6. 1912: »Freilich ist sie unzurechnungsfähig (...) Frau Pollmer will übrigens nun den Burschen heiraten wie mir mitgeteilt wurde.« (Ebd., I Briefwechsel 1912, S. 29f.)

244 Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 119

245 Zit. nach ebd., S. 122

246 Zit. nach ebd., S. 120

247 Zur Beziehung Emma Pollmers mit Fritz Appunn sowie den weiteren biographischen Daten: Ebd., S.119-124; Erwähnung von Appunn auch in dem fragwürdigen Werk von Fritz Barthel: Letzte Abenteuer um Karl May. Bamberg 1955, S. 213f.

Fritz Maschke hat das Alter von Fritz Appunn im Jahr 1909 nicht erwähnt, sondern diesen lediglich als »sehr jungen Mann« bezeichnet (S. 119); die genaue Altersangabe im Text beruht auf einer Mitteilung von Hans Wollschläger, die durch Klaras Brief über eine Involvierung der Polizei bei dem Versuch, das ungleiche Paar zu trennen, bestätigt wird: denn wäre Appunn nicht minderjährig gewesen, hätte es keine rechtliche Handhabe gegeben, etwaige Erziehungs- oder Vormundschaftsrechte mit Zwangsmitteln durchsetzen zu können.

Zur Diagnose Paranoia: Wollschläger: Werkartikel, wie Anm. 19, S. 556

248 Lebius, wie Anm. 4, S. 91 (Schriftsatz May von Dezember 1907 an Larrass)

249 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 69f.

250 Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 55

251 Ekke W. Guenther: Karl May und sein Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld. In: Jb-KMG 1978. Hamburg 1978, S. 154-167 (160); weiterhin zitiert er Pauline Fehsenfeld, die jene Reise - ohne daß eine Datierung oder Identifizierung mit der von May erwähnten Reise eindeutig möglich wäre - wie folgt beschreibt: »Er war sehr mißtrauisch und zweifelte an der Ehrlichkeit seines Verlegers. Er reiste einmal apart nach Stuttgart zu unserem Verwandten, Commerzienrath Krais, um zu sondieren, ob nicht mehr gedruckt worden sei, als man ihm bezahlt hätte. Da sagte Krais: ›Herr Doctor, Zuchthausarbeit mache ich nicht.‹« (Ebd., S. 164)


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252 Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 57

253 Hans Grunert: Ein Blick in Karl-Mays-Bibliothek [II]. In: M-KMG 110/1996, S. 51, mit Belegkopie

254 Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 236

255 Ebd., S. 214

256 May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 121; in einem weiteren Brief an Fehsenfeld aus Padang vom 11. 11. 1899 erinnert May an seine Bitte um 6.000 Mark, von denen meine Frau nichts wissen darf, und fügt erklärend an: Meine Reise würde ohne die Erfüllung dieser Bitte in ihrem Abschlusse nicht so verlaufen, wie es in unserm beiderseitigen Interesse liegt: es folgen zehn (!) Ausrufungszeichen (ebd., S. 130).

257 Steinmetz/Sudhoff, wie Anm. 83, S. 189 (Brief May an Marie Hannes, 7. 5. 1901)

258 Hinsichtlich verschwenderischer Geldausgabe für Kleider während der Reise von Juli/August 1902 hat Emma Pollmer ausgesagt, daß Klara sie in Berlin zum Einkaufen geschickt habe, um mit Karl allein sein zu können; überdies habe sie genau so einen Unterrock haben wollen, wie Emma sich gerade einen gekauft habe, weshalb sie die 100 Mark genommen habe; Karl wäre sicher damit einverstanden gewesen (Lebius, wie Anm. 4, S. 49); auch in Leipzig habe es die Plöhn verstanden, sie zum Einkaufen wegzuschicken, um mit Karl allein sein zu können; über die Einkäufe, die nach Ansicht der Plöhn für den Aufenthalt auf der Mendel erforderlich gewesen seien, sei Karl auch immer böse gewesen (ebd., S. 51). Alles ein Werk von Klara also. Als May und Klara von der Mendel abreisten, hatte sie jedenfalls nur noch 300 Mark, woraufhin ihr Karl erneut 1.000 Mark übergab (ebd., S. 56). Zu den Scheidungsgründen, in denen die Gelddiebstähle eine erhebliche Rolle spielten, sagte Emma zunächst nur vage, daß sie unwahr, enorm aufgebauscht und an den Haaren herbeigezogen seien (ebd., S. 56). Dann: sie sei außer sich gewesen; zwar beruhten einige der vorgebrachten Tatsachen auf Wahrheit, sie seien aber kolossal aufgebauscht und geradezu an den Haaren herbeigezogen (ebd., S. 59). Lebius druckt den Rest der Aussage bezeichnenderweise nicht ab, behauptet aber, daß die Zeugin (tatsächlich: die Beschuldigte) alle die von der Plöhn und der Beibler beschworenen Aussagen im einzelnen widerlegt (ebd., S. 59).

259 Vgl. ebd., S. 151. - Auch die Erwiderung von Emma vom 6. 5. 1909 auf die Privatklage wegen Beleidigung hat Lebius nicht abgedruckt (vgl. Verzeichnis bei Lebius, wie Anm. 4, S. 138); aus den hierauf erwidernden Schriftsätzen von Rechtsanwalt Schäfer für May vom 5. 6. 1909 und 17. 7. 1909 ergibt sich jedoch, daß Emma behauptet haben muß, es handele sich um eigene Ersparnisse aus Wirtschaftsgeld und geschenkten 1000-Mark-Scheinen, was May damit bestreiten läßt, daß Emma nie Wirtschaftsgeld bekommen habe; es habe lediglich eine Kasse gegeben, in die auch nach Vorzeigen der 1000-Mark-Scheine gegenüber Gästen das Geld geflossen sei; überdies muß Emma behauptet haben, daß sie von Frau Beibler die ihr übergebenen 6.000 Mark zurückverlange, weil ihr das Geld zu Recht zustehe (ebd., S. 144, 151). Das Vorzeigegeld für Gäste bestreitet Emma mit Schriftsatz vom 5. 7. 1909 (ebd., S. 145).

Mit Schriftsatz vom 17. 7. 1909 weist RA Schäfer auf den Widerspruch hin, daß Emma mit Schreiben vom 19. 3. 1903 an Frau Beibler 5.000 Mark herausverlangt habe, nun aber 6.000 Mark haben wolle (ebd., S.151).

Im Gegensatz zu diesen Rechtfertigungen, die auf Geltendmachung von Herausgabeansprüchen aus Eigentum hinauslaufen - was Emma dann auch Ende 1909/Anfang 1910 unternimmt -, dann der unglaubliche Schriftsatz vom 6. 9. 1909, in dem behauptet wird, sie habe als sparsame Hausfrau einen Notgroschen in Höhe von 40.000 Mark für das gemeinsame Alter zurückgelegt, die sie auf Geisterbriefe der jetzigen Frau May hin deren Mann für dessen Häuserspekulationen ausgehändigt habe. Klara habe ihr daher nach dem Tod des Ehemannes testamentarisch 40.000 Mark vermacht (ebd., S. 158).


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Der von Lebius stammende Schriftsatz spielt auf das Judentum von Richard Plöhn an, der niemals Häuserspekulation betrieb; er hinterließ lediglich zwei in den Jahren 1903 und 1904 wieder verkaufte Mietshäuser in Dresden, nachdem er die Fabrik bereits 1899 verkauft hatte (May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 438*und S. 450*, Anmerkungen von Plaul). Im übrigen insinuiert die widerliche Behauptung, daß Plöhn das Geld der Eheleute May ›verspekuliert‹ habe, weshalb Klara es nicht sofort habe zurückzahlen können.

Der Zeitpunkt der unter dem Einfluß von Rudolf Lebius erfolgten Erhebung der Zahlungsklage gegen Klara und Karl May auf Rückzahlung der 36.000 Mark dürfte auf Ende 1909/Anfang 1910 zu datieren sein, nachdem May ihr am 30. 3. 1909 wegen Emmas Zuarbeit für den Lebius-Artikel die Rente gesperrt hatte (Lebius, a. a. O., S. 172, 168); Erwähnung ihrer Zahlungsklage jedenfalls in Brief an Louise Achilles vom 16. 1. 1910, wonach »die Radebeuler« die Klage wegen der 36.000 Mark bekommen hätten (ebd., S. 223f.). Im Rahmen des in diesem Verfahren am 15. bzw. 28. 2. 1910 abgeschlossenen Vergleiches nahm Emma diese Klage zurück, verzichtete auf die von Klara gewährte Rente und gab sich mit einer geringeren, nunmehr von Karl May zu gewährenden Rente auf Lebenszeit in Höhe von 2.400 Mark jährlich zufrieden (ebd., S. 173).

260 Lebius, wie Anm. 4, S. 92: Angabe Mays zu seinem Durchschnittseinkommen (Schriftsatz an Larrass von Dezember 1907); Kaufpreis Villa Shatterhand: Steinmetz: Villa Shatterhand, wie Anm. 214, S. 308f.

May dürfte sich dabei auf die Fehsenfeld-Abrechnung vom 20. 2. 1907 bezogen haben, wonach Fehsenfeld in der Zeit von 1892 bis 1906 insgesamt 440.670 Mark, mithin ca. 30.000 Mark pro Jahr gezahlt habe; die besten Jahre waren 1896 und 1897 mit je 63.000, 1898 mit 45.150 und 1899 mit 52.350 Mark; 1900 sanken die Zahlungen auf ca. 33.000, um 1901 den Tiefstand von 14.000 Mark zu erreichen. 1902 waren es 28.000 Mark. Siehe: Roland Schmid: Anhang (zu ›Satan und Ischariot II‹). In: Karl May: Freiburger Erstausgaben Bd. XXI. Hrsg. von Roland Schmid. Bamberg 1983, A 30.

260a Zu Prof. Hofrichter vgl. jetzt: Hans-Dieter Steinmetz: Zwischen Skepsis und Glauben. Karl Mays Weg zum Spiritismus In: Karl-May-Haus-Information Nr. 18, 2004, S.15-45, S.22f., 39f.

261 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 76

262 Gedicht abgedruckt bei Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 91f.; bei Wollschläger/Bartsch, wie Anm. 36, S. 202, ist das Gedicht auf den 12. 6. 1900 datiert, bei May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 192, auf den 11. 6.; dort ist auch ein weiteres Gedicht an den wohlgesonnenen Redakteur Johannes Dederle vom selben Tag abgedruckt, das sich einerseits wie ein Reflex auf die Presseangriffe, andererseits auch auf eine erlebte private Kränkung lesen läßt; dort heißt es u. a.: Ich gehe fort; ich gehe wirklich fort, / Wenn auch der Körper noch hier bei Euch bleibt. / Es liegt ja doch die wahre Heimath dort / Für meine Seele, die Ihr von Euch treibt. // Hier finde ich in meiner Einsamkeit / Nur Angriff, wo ich Hülfe finden will; / Drum geh ich fort, so weit und doch nicht weit; / Vielleicht wirds dann auch endlich in Euch still. // Und merkt Ihr dann, was Euch verloren ging, / So ruft die ferne Seele Euch zurück. ... (Ebd., S. 192)

263 May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 196f.

264 Ebd., S. 200

265 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 67f.

266 Zu Magenbeschwerden und Darmspasmen als typische körperliche Begleiterscheinungen der Angst: Paul Kielholz: Prophylaxe und Therapie der Angst und Aggression. In: Angst und Aggression. Hrsg. von Robert Kopp. Basel 1984, S. 85ff., S. 90

267 Vgl. die Frontispizbilder (Karl May 1902) in Jb-KMG 1982, 1986, 1990, die einen vergeistigt-asketischen May zeigen, der stark abgemagert ist. Siehe auch Klußmeier/Plaul, wie Anm. 58, Foto S. 194 (um 1900).

268 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 959f. (zu Studie, S. 900 - tatsächlich: S. 901)


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und S. 908ff: er hielt die Damaskus-Episode sowohl für ein Phantasieprodukt als auch für eine paranoide maßlose Verdächtigung Mays, weil dieser einen Beweis für die Emma unterstellten mörderischen Absichten schuldig bleibe. Die Argumentation ist widersprüchlich. Wenn die geschilderte Auseinandersetzung ein Phantasieprodukt wäre, wäre es einfacher gewesen, sie dann auch so zu schildern, daß der ›Verdacht‹ begründet erscheint. Stolte übersah auch, daß nicht May selbst die Unterstellung formuliert, sondern seinen Diener stellvertretend nur ›fühlen‹ läßt, daß dieses Weib ihn gradezu in den Tod schicken wolle. Einschränkender kann der Sachverhalt, auf den May mit Ängsten reagierte, nicht geschildert werden.

Stolte hatte im übrigen recht, wenn er zu S. 908ff. der ›Studie‹ ausführte, daß die niedergeschriebenen Beschuldigungen nicht wörtlich als objektive Tatbestände genommen werden dürften. Das ergibt sich schon aus der bildhaften Sprache, zu der auch das Wort Gift gehört, das May (nicht nur in der ›Studie‹) häufig und nahezu ausschließlich im übertragenen Sinne gebraucht und das gleich im Anschluß an die beanstandete Passage als das ›Gift‹ des Klatsches in Szene gesetzt wird.

269 Stolte (Zur Einführung, wie Anm. 6, S. XIII) erwähnt, daß May alsbald dem Untersuchungsrichter Larrass »seine Handschrift oder eine durch seine Frau Klara gefertigte Abschrift« überreicht habe; ähnlich Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 110.

270 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 957 (zu Studie, S. 829)

271 Hansotto Hatzig: Karl May und Sascha Schneider. Dokumente einer Freundschaft. Bamberg 1967, S. 16 und 236, Anm. 10, datiert die entsprechende, in der Studie beschriebene Begegnung »um das Jahr 1892«, aber 1891 erscheint wahrscheinlicher; denn Louise Dietrich sagte am 2. 3. 1908 aus, sie habe auch noch mit Mays verkehrt, als diese in der Lößnitz wohnten, erst als Frau Plöhn sich in den Haushalt in der Nizzastraße gedrängt und einen von ihr für Emma gebackenen Geburtstagskuchen wieder zurückgegeben habe, habe sie den Verkehr dort abgebrochen und sei nur noch wenige Male dort erschienen; Emma habe sie dann heimlich in Dresden besucht (Lebius, wie Anm. 4, S. 73). Da der Umzug in die Nizzastraße am 8. 4. 1891 stattfand (Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 254; Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 73), dürfte die Begegnung 1891, Geburtstag Emma am 22. 11. 1891, stattgefunden haben. In der von May verfaßten und von Richard Plöhn mit Datum 20. 8. 1899 als selbstverfaßt ausgegebenen Verteidigungsschrift gegen die Angriffe der Frankfurter Zeitung heißt es: Es war im Jahre 1891, kurz nachdem Karl May den Verlagsvertrag mit F. E. Fehsenfeld unterzeichnet hatte, als ich ihn fragte, ..., was ebenfalls für 1891 als Jahr des Beginns der Bekanntschaft mit Plöhns spricht (May: May gegen Mamroth, wie Anm. 146, S. 131). Auch die Ausführungen bei Maschke (a. a. O., S. 49) über heimliche Besuche Emmas bei Dietrich im Zeitraum November 1891 bis August 1892, nachdem Klara Plöhn die Sparbuch-Verwaltung durch sie verraten hatte, sprechen für den Beginn der Bekanntschaft May-Plöhn im Jahr 1891.

272 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 959 (zu Studie, S. 875); Hatzig: Karl May und Sascha Schneider, wie Anm. 271, S. 16, hat demgegenüber keine Akzeptanzprobleme mit dieser Szene, die er als reales Ereignis wiedergibt; lediglich Mays Begründung für Klaras Verhalten wird distanzierend vermerkt: »unter Hypnose Emmas - meint May«.

273 Aussage Klara vom 8. 11. 1909 über ihren Wohnort zur Zeit des ersten Kennenlernens vgl. Lebius, wie Anm. 4, S. 154.

274 Steinmetz/Sudhoff, wie Anm. 83, S. 68

275 Ebd.

276 Ebd., S. 219 mit Fußnote; zur ›offiziellen‹ Bedeutung des ›kleinen Cohn‹ hat mir Dieter Sudhoff mitgeteilt, daß es sich hierbei lediglich um den fiktiven Namen ei-


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nes Mitpatienten handeln müsse, der sich aus der Patientenkartei allerdings nicht ergebe. ›Cohn‹ sei aber auch ein (eher positives) Synonym für Jude. Sudhoff ist der Auffassung, daß Marie sich bei diesem Namen in dem ›Scherzgedicht‹ nichts gedacht habe, er also weder einen jüdischen noch einen sexuellen Bezug aufweise.

277 Zur aktuellen medizinischen Diskussion: Zeilinger: Autor in fabula, wie Anm. 21, S. 17-30: dort wird eine frühkindliche Erblindung ›widerlegt‹ und erklärt, daß sich die »Mitleid rückinduzierende Legende vom blinden Kind geradezu modellhaft in die pseudologische [= pathologisch lügenhafte] Erzählstruktur des Autors« einfüge (S. 30). Dennoch wird die von Wollschläger angenommene Binde-und Hornhautentzündung (»Die sogenannte Spaltung«, wie Anm. 197, S. 25) ausdrücklich als möglich bezeichnet (Zeilinger, a. a. O., S. 21, 29), ohne sich damit auseinanderzusetzen, daß Mays biographische Schilderung einer totalen kindlichen Blindheit eine zusammenfassende Darstellung des für ihn wichtigsten, insbesondere auch durch Erzählungen vermittelten, Erinnerungseindrucks dieser frühkindlichen Zeit darstellen könnte (und Zwischenphasen des Sehen-Könnens damit nicht ausgeschlossen wären). Ähnlicher Tenor: Johannes Zeilinger: Karl Mays frühkindliche Blindheit - eine Legende? In: Jb-KMG 2000. Husum 2000, S. 179-194.

Wie wenig ergiebig eine rein medizinische Betrachtung ist, belegen Zeilingers auf nicht einmal drei Seiten vorgenommene Ausführungen zur Typhus-Erkrankung im ›Silberlöwen III‹ (Autor in fabula, S. 143-145): May habe die Erkrankung unzutreffend geschildert, weshalb sie symbolisch aufzufassen sei; das bisherige Leben sterbe einen metaphorischen Tod, um zu einer neuen Ära der Grandiosität verklärt zu werden. Zu dem depressiven Charakter der Krankheit trete nun also auch deren Zwilling, die Manie. Dem steht schon nach der eigenen Interpretation entgegen, daß der Tod als Ausgangspunkt einer sofort einsetzenden heilenden Wiedergeburt nicht die geringsten depressiv-lähmenden Elemente aufweist.

Für eine Erblindung Mays auf Grund Vitamin-A-Mangels: William E. Thomas: Karl Mays Blindheit. In: M-KMG 119/1999, S. 46-50; M-KMG 123/2000, S. 5-16; gegen Thomas wiederum: Johannes Zeilinger: In den Schluchten der Diagnostik. In: M-KMG 122/1999, S. 12-20 (15): in seiner Passage zum Vitamin-A-Mangel (wie auch in seinem Beitrag in Jb-KMG 2000, S. 185f.) findet eine Diskussion der Qualität von Kindheitserinnerungen an ›Blindheit‹ aber ebenfalls nicht statt. Überzeugend auch gegen Zeilinger: Ralf Harder: Die Erblindung - eine entscheidende Phase im Leben Karl Mays II. In: M-KMG 124/2000, S. 16-23, der ausdrücklich auf Bindehautentzündungen hinweist, die dazu führen, daß die Augen nicht mehr geöffnet werden können, ohne daß durch die Krankheit die Hornhaut und damit das Sehvermögen an sich angegriffen wird. Schon »wegen der Blendwirkung« könne ein Kind die schmerzhafte Prozedur des Öffnens der Augen durch die Hände nicht ertragen (ebd., S. 19) - genau dies schildert May. Weitere Erwähnungen von schweren Lidern und zufallenden Augen, die sich nicht mehr öffnen lassen, im ›Silberlöwen III‹, S. 265f.; auch die rücksichtsvolle Anordnung der Schlaflager der Kranken, damit die vorn hereinbrechenden Sonnenstrahlen nicht direkt in unsere Augen fallen möchten, fehlt nicht (S. 266f.).

278 Foto von Pauline Münchmeyer (1840-1928) in: Klußmeier/Plaul, wie Anm. 58, S. 197

279 Fotos von Klara, ebd., S. 130 oben (1881), unten undatiert; S. 160, Mitte rechts und zwei unten, undatiert; S. 164, mit Mutter und Emma (1899); S. 165, ›Haremsfoto‹ mit Emma und Agnes Seyler (1899); S. 202 (1901); S. 211, sitzend, mit May stehend hinter ihr, so daß sie hochschauen muß (1904); S. 228, mit May, der vor ihr auf einem Stuhl sitzt, sie beugt sich von hinten herab, die Ellenbogen auf seine Schultern stützend, ihr Gesicht nach unten gegen seinen Kopf geneigt/gelehnt (1907, Bad Salzbrunn); S. 256, mit May (1908); S. 265, auf einer Treppenstufe sitzend, May steht zwei Stufen über ihr, sie schaut hoch (1909); S. 269, sitzend mit Blick auf die


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Landschaft im Bildhintergrund; neben ihr steht May, ernst und hinfällig, nach vorne sehend (Tirol, 1911). Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, Bildteil S. 14, mit May (in Bad Salzbrunn 1907); hinter ihm sitzend, seine linke Hand mit beiden Händen haltend; S. 15, mit Ehepaar Pfefferkorn und May (1908); S. 16 (undatiert), mit May und Ehepaar Fehsenfeld; zur Körpersprache: Samy Molcho: Körpersprache. München 1996, S.127f.

280 Fotos von Emma: Klußmeier/Plaul, wie Anm. 58, S. 73, Jugendfoto von Emma, auf dem charakteristische Züge kaum zu erkennen sind; die großbürgerliche Kleidung entspricht nicht ihrem sozialen Status. Sie posiert als liebliche Leserin eines Heftchenromans; S. 156 (undatiert); S. 160 unten rechts (undatiert); S. 164, mit Klara und Klaras Mutter (1899); S. 165 ›Haremsfoto‹ mit Klara und Agnes Seyler (1899); S. 168, Gizeh, (1899); S. 203, (um 1900); Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, Bildteil S. 5, als junge Frau mit geheimnisvollen Augen; S. 1, Ehefoto mit May, der den rechten Arm distanziert um sie legt und den linken ›männlich‹ an der Hüfte aufstützt; er blickt mit halbgeschlossenen Augen auf sie herab, sie schaut schräg an ihm vorbei (1894); S. 11, Gruppenaufnahme im Garten der Villa Shatterhand; sie lächelt - hinter Mays Rücken - einen vor ihr auf dem Boden sitzenden Offizier an, Klara in der zweiten Reihe, May vorne rechts, schaut wie unbeteiligt in die Ferne.

281 Klußmeier/Plaul, wie Anm. 58, S. 223, wohl auch um 1900

282 Fotos von dieser Fotosession mit Alois Schießer: Ebd., S. 134-136; S. 143 unten links; S. 145; S. 150 oben Mitte; den Vertrieb dieser Bilder übernahm zum Teil Max Welte, den Emma ja als zunächst auch von Karl May wohlgelittenen May-Fan kennenlernte; Werbezettel von Max Welte, ebd., S. 135.

283 Claus Roxin: »Dr. Karl May, genannt Old Shatterhand«. Zum Bild Karl Mays in der Epoche seiner späten Reiseerzählungen. In: Jb-KMG 1974. Hamburg 1973, S. 15-73 (63f.)

284 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 119 (für die Zeit der Reise mit den Frauen im Juli/August 1902)

285 Klußmeier/Plaul, wie Anm. 58, S. 154 (undatiert, wohl in den neunziger Jahren)

286 Ebd., S. 147 (undatiert, wohl in den neunziger Jahren)

287 Ebd., S. 88; dasselbe Foto in besserer Qualität: Frontispiz in Jb-KMG 1984; die Ähnlichkeit (Mays halbgeschlossene Augen, bemühte Autorität), aber auch der Unterschied zu dem späteren Ehefoto von 1894 (dort schaut Emma an ihm vorbei) ist frappierend; insgesamt gibt es kein Foto, auf dem Emma liebevolle oder mütterlich auf May bezogene Posen zeigt wie Klara.

Zur Interpretation der Zigarre und des Rauchens als mit dem Symbol ›Vater‹ verbundene Sucht: Hans Wollschläger: Der »Besitzer von vielen Beuteln«. Lese-Notizen zu Karl Mays ›Am Jenseits‹ (Materialien zu einer Charakteranalyse II). In: Jb-KMG 1974. Hamburg 1973, S. 153-171 (161) -

Zur Bedeutung des Blickes: Molcho, wie Anm. 279, S. 132-143; Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Probleme der Massengesellschaft aus ethologischer Sicht. In: Kopp, wie Anm. 266, S. 7ff; über die Augen des Menschen als angstauslösende Signale: S. 9f.

288 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 104

289 Zu Richard Plöhns Scherzbriefchen und seiner Bedeutung als Freund für Karl May nebst seinem Porträt als Chodj-y-Dschuna im ›Silberlöwen III und IV‹: Hatzig: Karl May und Sascha Schneider, wie Anm. 271, S. 16-20

290 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 71f.

291 Ebd., S. 71

292 Ebd., S. 70

293 May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 177

294 May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 60-62; zu dem Widmungszitat für Klara:


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Walther Ilmer: Randbemerkungen zu Mays Album-Poesie und Kuß-Gewohnheiten. In: M-KMG 98/1993, S. 20f.; Ilmers an die Widmung anknüpfenden spekulativen Erwägungen, May habe sich bereits zu diesem Zeitpunkt in Klara verliebt, kann allerdings nicht gefolgt werden. In seinem weiteren Beitrag: Walther Ilmer: Durchbruch zum Ich. In: M-KMG 99/1994, S. 17-19, wird gar spekuliert, daß bereits im Laufe des Jahres 1898 »Klara Plöhn endgültig Besitz von Karl Mays Seele ergriff«, was lediglich mit der Werkentwicklung weg vom Abenteuerroman begründet wird (S. 18).

Hiergegen mit überzeugender Begründung: Hansotto Hatzig, »Du, die mir über alle Prinzessinnen geht«. Feststellungen über Karl und Emma. In: M-KMG 100/1994, S. 17-22.

295 May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 72f.

296 Ebd., S. 78

297 Ebd., S. 75; Ortsangabe bei Hatzig: Feststellungen über Karl und Emma, wie Anm. 294, S. 18; am selben Tag jedenfalls schrieb May, nach Erhalt des Haremsfotos, unter der Ortsangabe Schellal in Nubien d. 6/6.99 eine Karte an Emma, deren launiger Ton so gar nicht zu dem ernsten Gedicht desselben Tages passen will: Ihr müßt eine fürchterliche Hitze in Deidesheim gehabt haben, noch größer als ich hier in Nubien, denn so dunkel bin ich doch noch nicht ganz wie Ihr. Es freut mich königlich, daß Ihr meinem ernsten, steifen Winnetou solches Leben in die Bude gebracht habt. Denn von wem dieser köstliche Gedanke ausgegangen ist, das kann ich mir doch denken! Ich danke Euch recht, recht herzlich für diese Bilder! Dein treuer Karl (May, a. a. O., S. 72, 74) Offensichtlich stellte er sich Klara, der gegenüber er einen scherzhaften Ton (wie den an Richard Plöhn) bevorzugte, als weitere Empfängerin der Karte und Urheberin der Bildidee vor.

298 Für das Folgende (Wertung, Briefzitate und Reisedaten) siehe Amand von Ozoróczy: Das zweite Ave Maria. Beitrag zur »Spätlese in Deidesheim«. Teil II. In: M-KMG 26/1975, S. 3-7.

Die Reisedaten werden in etwa von Emma in ihrer Vernehmung vom 13. 12. 1907 bestätigt: Nizza - statt Monte Carlo - (ca. 14 Tage), Marseille, Lyon, Paris (ca. 14 Tage), Straßburg. Direkt erwähnt sie die Trennung von Richard Plöhn nicht, sondern führt widersprüchlich aus: »Von Paris sind Plöhns mit mir über Straßburg nach Radebeul gefahren. Ich bin noch einige Zeit nach Deidesheim gefahren.« (Lebius, wie Anm. 4, S. 46) Letzteres ist falsch, da sie zusammen mit Klara in Deidesheim war und Klara sicherlich nicht vorher mit Richard nach Hause gefahren ist.

Artikel in der Frankfurter Zeitung vom 3. 6. 1899: Hansotto Hatzig: Mamroth gegen May. Der Angriff der »Frankfurter Zeitung«. In: Jb-KMG 1974. Hamburg 1973, S. 109-130 (113); Jürgen Seul: Karl May im Urteil der ›Frankfurter Zeitung‹. Materialien zum Werk Karl Mays Bd. 3. Husum 2001, S. 58f.;

Post von Emma und Klara aus Weimar: May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 70f.

299 Siehe Artikel vom 1. 7. 1899: Hatzig: Mamroth gegen May, wie Anm. 298, S. 123; Seul: Karl May im Urteil der ›Frankfurter Zeitung‹, wie Anm. 298, S. 78; von der Frankfurter Zeitung veröffentlichte Zuschrift von Fehsenfeld in: Artikel vom 9. 6. 1899, ›Der »Freund der Haddedihn‹« (Hatzig, S.114; Seul, S. 62f.).

300 Siehe Frankfurter Zeitung vom 2. 8. 1899: ›Karl May im Fremdenbuch‹; dort ist eine Gegendarstellung (im Auftrag Mays) des Rechtsanwalts Brückner abgedruckt (vgl. Seul: Karl May im Urteil der ›Frankfurter Zeitung‹, wie Anm. 298, S. 83).

301 May: May gegen Mamroth, wie Anm. 146, S. 144 (S.143-148 zu Bad Tölz); die Briefdaten der Orientreise - einschließlich jener Briefe Mays nach Hause bzw. an Plöhns, von denen nur noch die Umschläge vorhanden sind -, belegen mindestens ein Schreiben Mays in der Woche, oft auch mehr; zu irgendwelcher Unkenntnis über seinen jeweiligen Aufenthaltsort kann es nicht gekommen sein; vgl. Ekkehard Bartsch: Einleitung. In: May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 40; May, ebd., S. 51-98.


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302 Ozoróczy: Das zweite Ave Maria (II), wie Anm. 298, S. 3 und 5

303 Fritz Maschke: Ins Schwarze getroffen? Weitere Auswerfungen der »Spätlese in Deidesheim«. In: M-KMG 28/1976, S. 6-10 (6f.)

304 Ozoróczy: Das zweite Ave Maria (II), wie Anm. 298, S. 7

305 May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 70; Dienstvertrag mit Sejd Hassan, Tagebucheintragung vom 23. 5. 1899, ebd., S. 69, Aufenthalt in Port Said, ebd., S. 132f.

306 Eintragung zu Hassan vom 8. 9. 1899, ebd., S. 101

307 Eintragung vom 11. 11. 1899, ebd., S. 129

308 Ebd., S. 134; Aufenthalt und Weiterfahrt von Arenzano, ebd., S. 133f.

309 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 75

310 Karl May: Himmelsgedanken. Freiburg 1900, S. 60; Gedichte ›Läuterung‹ S. 51f., ›Dein Auge‹ S. 59f., ›Das Gewissen‹ S. 72, ›Oberflächlichkeit‹ S. 355f.; abrufbar über die Internetseiten der Karl-May-Gesellschaft (dort im Gedicht ›Läuterung‹ ein Druckfehler in der 2. Zeile der 3. Strophe: Dir wird sehr viel, sehr viel vergeben - richtig heißt es Dir ward ...); weithin unbearbeitete Fassung jetzt auch in: Karl May's Werke Bd. 49: Lichte Höhen, wie Anm. 47; Gedichte ›Läuterung‹ S. 61f., ›Dein Auge‹ S. 66f., ›Das Gewissen‹ S. 74, ›Oberflächlichkeit‹ S. 254f.; Datierung des Gedichtes ›Dein Auge‹ in May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 124

311 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 75

312 Ebd., S. 71

313 May: In fernen Zonen, wie Anm. 36, S. 214

314 Ebd., S. 230

315 Ebd.; Geburtstag von Mays Mutter: 11. April 1817; Geburtstag von Klaras Mutter: 31. Juli 1837, vgl. Genealogische Tafeln in May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27 (unpag.)

316 Klußmeier/Plaul, wie Anm. 58, S. 202

317 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 77

318 In dem zeitgenössischen Roman von Carl Felix von Schlichtegroll: Die Hexe von Klewan (1901), blickt die sexuell hochaktive Heldin Severa in den Spiegel: »Das unerbittliche Glas warf ihr ein Bild zurück, vor dem sie erschrack. Sie entdeckte scharfe Linien, die sich leise um ihren Mund zogen. Ihre Augen umgaben feine Fältchen. Heute kaum noch sichtbar; aber in wenigen Jahren - - - und was dann? Sie wurde alt. Sie zählte fünfunddreissig Jahre. Entsetzlich! Noch fünf Jahre und sie war nichts mehr. Wer ging ihr dann noch ins Netz?« (Zit. nach der Ausgabe München 1986, S. 223)

319 Lebius, wie Anm. 4, S. 40; Scheidungsklage vom 10. 9. 1902, ebd., S. 30-32; weitere Begründung vom 7. 11. 1902 S. 33f.; Scheidungsurteil S. 37-40; offenbar reichten die Gründe des Scheidungsantrages (Unterschlagung und Vernichtung von wichtigen Geschäftsbriefen, Gelddiebstähle), die das Gericht lediglich als ›schnödesten Vertrauensmißbrauch‹ gewertet hat, allein nicht aus. Ersichtlich größere Bedeutung hatten die weiterhin vorgebrachten gehässigen Beschimpfungen durch Emma sowie ihre Äußerungen, froh darüber zu sein, das Leben als Witwe genießen zu können.

320 Ebd., S. 34

321 Ebd., S. 35f. (vereidigte Zeugenaussagen Klara Plöhn und Wilhelmine Beibler)

322 Ebd., S. 36

323 Ebd., S. 40

324 Ebd., S. 45-47 (Beschuldigtenvernehmung Emma Pollmer vom 13. 12. 1907)

325 Ebd., S. 226

326 Ebd., S. 213f. (Brief von Klara an Emma)

327 Ebd., S. 153-156 (154) (Zeugenaussage Klara May vom 8. 11. 1909); vgl. S. 140f.

328 Ebd., S. 141

329 Geburtsdatum Richard Plöhn: 22. 6. 1853: May: Mein Leben und Streben, wie


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Anm. 27, Genealogische Tafel Beibler; zu Richard Plöhns lenkendem und belehrenden Einfluß auf Klara: Hatzig: Karl May und Sascha Schneider, wie Anm. 271, S. 17

330 Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 94

331 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 77f.

332 Ebd., S. 72

333 Ebd., S. 73

334 Karl May: Wege zum Gipfel - Dramatische Bruchstücke. In: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 377

335 Ebd., S. 378

336 Christoph F. Lorenz: Dialog und Rollengedicht. Zu Karl Mays Nachlassmappen. In: M-KMG 51/1982, S. 23-25 (24)

337 Die in einer ›Einführung‹ zu den Nachlaßmappen gegebene schlichte Deutung, May, der in der Mappe ›Weib‹ auch geschrieben hatte: Das Weib kann nur entweder Schöpferin oder Vernichterin, Gebärerin oder Mörderin sein, habe erst in den Wirrungen der Ehescheidungszeit eine eindeutige Zuordnung »Schetana (Emma?) schwarz, also böse - Fakira (Klara?) weiß, also gut«, vornehmen können, und sein ›Irrtum‹ im Rahmen der ersten Farbenzuordnung beweise, daß May vorher eine eindeutige Festlegung nicht habe treffen können (Einführung: In: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 370-373 (372)), erweist sich gegenüber der anderen eben zitierten Interpretation als unterlegen. Zwar wird auf Lorenz in einer Fußnote hingewiesen, allerdings ausschließlich auf dessen philologischen Text: Christoph F. Lorenz: Die Edition der »Nachlaßmappen« Mays durch Max Finke. Ergebnis einer Sichtung. In: M-KMG 56/1983, S. 7-10, in dem Lorenz lediglich auf seine Interpretation dieser Aufstellungen in M-KMG 51 verweist. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dieser Deutung findet daher nicht statt. - Vgl. Max Finke: Aus Karl Mays literarischem Nachlaß. In: Karl-May-Jahrbuch 1922. Radebeul bei Dresden 1921, S. 45; die Texte sind als Faksimile abgedruckt in: Karl May: Leben - Werk - Wirkung. Eine Archiv-Edition. Hrsg. von Ekkehard Bartsch. Abteilung II: Werk. Gruppe b (Zeitungs- und Nebenabdrucke ab 1913), Heft 1: Aus Karl Mays literarischem Nachlaß. Erstveröffentlichungen aus den Jahren 1919 bis 1933.

338 Zur Datierung der Beendigung des Manuskriptes: Roland Schmid: Nachwort (zu ›Im Reiche des silbernen Löwen III‹). In: Freiburger Erstausgaben Bd. XXVIII. Hrsg. von Roland Schmid. Bamberg 1984, N 5 unter Zitierung eines Telegramms von May vom 12. 7. 1902 an den Drucker Krais: Dienstag geht Schluß für Band 3 hier ab. Bitte um größte Eile. Besten Gruß / May; nächsten Dienstag war der 15. 7. 1902; zur Abbildung der ›Entscheidungsreise‹ im ›Silberlöwen IV‹: Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 120ff.; ebenso: Christoph F. Lorenz: Karl Mays Nachlaßmappe »Wüste«. In: M-KMG 52/1982, S. 33-36 (35); grundlegend zu den Leseebenen der ›Silberlöwe‹-Bände III und IV: Hans Wollschläger: Erste Annäherung an den ›Silbernen Löwen‹. Zur Symbolik und Entstehung. In: Jb-KMG 1979. Hamburg 1979, S. 99-136 (126); zur Erzählstruktur und Textgeschichte, insbesondere zur Verschlüsselungstechnik der literarischen Biographie: Ulrich Schmid: Das Werk Karl Mays 1895-1905. Erzählstrukturen und editorischer Befund. Materialien zur Karl-May-Forschung Bd. 12. Ubstadt 1989, S. 212-221; im übrigen: Lorenz: »Das ist der Baum El Dscharanil«, wie Anm. 209; Sudhoff: Karl Mays Großer Traum, wie Anm. 209; ders.: Morgengrauen im Menscheninnern. Bemerkungen zum Nachtgespräch in Karl Mays ›Silbernem Löwen‹. In: Jb-KMG 1992. Husum 1992, S. 199-217

339 R. Schmid: Nachwort, wie Anm. 338, N 7f.

340 Wollschläger: »Die sogenannte Spaltung«, wie Anm. 197, S. 38

341 Ebd., S. 88 (Anm. 75)


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342 May: Im Reiche des silbernen Löwen I, wie Anm. 78, S. 397

343 Ebd., S. 396

344 Ebd., S. 393

345 Sämtliche neue ›Dschanneh‹-Varianten in den ›Silberlöwe‹-Bänden I und II, die in dieser Form erstmals in der Neuauflage 1905 erschienen, abgedruckt in: Roland Schmid: Anhang (zu ›Im Reiche des silbernen Löwen II‹). In: Freiburger Erstausgaben Bd. XXVII. Hrsg. von Roland Schmid. Bamberg 1984, A 1-12

346 Hansotto Hatzig: Dschanneh, ein Name ohne Gestalt. In: M-KMG 25/1975, S. 18-24 (18)

347 Ebd., S. 23

348 May: Freuden und Leiden eines Vielgelesenen, wie Anm. 169, S. 3

349 Ebd., S. 6

350 Ebd., S. 17

351 Ebd., S. 20

352 Zit. nach Roxin: »Dr. Karl May«, wie Anm. 283, S. 24

353 Ebd., S. 29f.

354 So Marie Hannes; zit. nach: Steinmetz/Sudhoff, wie Anm. 83, S. 93

355 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 137; vgl. Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 45-52: obwohl auch Maschke Emmas herzlose Bestrafung des Kindes für sein ›Petzen‹ (und damit behandelt Emma das Kind wie eine erwachsene Rivalin) sowie Emmas Lieblosigkeit kritisch würdigte, fielen ihm sogar dafür noch gewundene Entschuldigungsgründe ein: »Der erzürnten Tante fehlte die Kraft der alles verzeihenden mütterlichen Liebe, vielleicht auch, weil die zunächst so liebevoll aufgenommene Lottel nicht ihr eigen Fleisch und Blut war. (...) Und es muß zu Ehren Emmas angenommen werden, daß sie Karls Schmerz [beim Abschiednehmen von Clara, von Emma ›Lottel‹ genannt] verstand. Sie war, im Gegensatz zu Klara Plöhn, sehr kinderlieb, und gerade wegen des Zusammenlebens mit ihr und unter ihrem fraulichen Einfluß war Karl May besonders gern ein Schriftsteller für die Jugend.« (Ebd., S. 52) Daß Emma kinderlieb war - und dieses Wort bezieht sich nicht nur auf eigene Kinder -, ist durch die Vorkommnisse widerlegt. Klara Plöhn hatte keine Kinder, weshalb Maschkes Quelle für seine Behauptung über Klara, die ohnehin an Emmas Versagen als Mutter nichts ändern würde, nämlich Angaben von Klaras letzter Wirtschafterin aus dem Jahr 1967 (23 Jahre nach Klaras Tod!), trübe ist. Eine Einflußnahme Emmas auf Mays künstlerisches Wirken ist nicht ersichtlich; diese These bedürfte jedenfalls der näheren Begründung.

356 Karl Junack im ›Heimatboten‹ 5/1935; zit. nach: Erich Heinemann: Dr. Karl May in Gartow. In: Jb-KMG 1971. Hamburg 1971, S. 259-268 (261)

357 Zit. nach Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 229f.

358 May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 212

359 Textvergleich hier und im folgenden nach: May: Im Reiche des silbernen Löwen I, wie Anm. 78, S. 390-397 und den Varianten lt. Anhang zu Bd. XXVII, wie Anm. 345, A 2-9

360 Textvergleich im folgenden nach: Karl May: Gesammelte Reiseerzählungen Bd. XXVII: Im Reiche des silbernen Löwen II. Freiburg 1898, S. 468-471 und den Varianten, wie Anm. 345, A 9-12

361 Zit. nach: Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 78

362 May: Im Reiche des silbernen Löwen I, wie Anm. 78, S. 395

363 R. Schmid: Anhang, wie Anm. 345, A 7

364 Ebd.

365 Ebd., A 8f.

366 May: Im Reiche des silbernen Löwen I, wie Anm. 78, S. 397

367 R. Schmid: Anhang, wie Anm. 345, A 9


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368 Ebd., A 12: im ›Silberlöwen II‹ (wie Anm. 360), S. 40, ließ May »viermal« den Namen ›Emmeh‹ unverändert; diese Gesprächsszene entging May wohl, weil es hier nur um ein eher abstraktes Gespräch zwischen Halef und Kara Ben Nemsi über die Frage geht, ob es ihren jeweiligen Frauen mehr auf den Mut und den Ruhm der Männer als auf die Unverletztheit ihrer Glieder ankommen sollte, was bejaht wird. Konkrete weibliche Gestalt gewinnen die erwähnten Frauen in dieser Gesprächsszene nicht. Erforderlich werdende und ›vergessene‹ Änderungen von Emmeh in Dschanneh in ›Am Jenseits‹ (Gesammelte Reiseerzählungen Bd. XXV. Freiburg 1899) tangierten May Ende 1902 in diesem Zusammenhang nicht, da er mit den letzten beiden ›Silberlöwen‹-Bänden bewußt den Bogen zu den traditionellen Reiseerzählungen Bd. I und II schlagen wollte, die ihn nur deshalb interessierten.

369 Brief May an Krais vom 6. 12. 1902; zitiert nach: Franz Cornaro: Karl Muth, Karl May und dessen Schlüsselpolemik. In: Jb-KMG 1975. Hamburg 1974, S. 200-219 (205); vgl. R. Schmid: Nachwort, wie Anm. 338, N 8f.; erste Manuskriptlieferungen an den Drucker Krais erfolgten am 26. 11. 1902 (48 Seiten) und am 6. 12. 1902.

370 Karl May an Friedrich Fehsenfeld, 24. 12. 1902; Wiedergabe in: Karl May: Zwei Briefe an den Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld. Faksimile-Wiedergabe. In: Jb-KMG 1984. Husum 1984, S. 167-174 (171-174); Interpretation dieser Stelle: Lorenz: »Das ist der Baum El Dscharanil«, wie Anm. 209, S. 157f.

371 Lebius, wie Anm. 4, S. 48 (Aussage vom 13. 12. 1907)

372 Ebd., S. 146 (Schriftsatz vom 5. 7. 1909)

373 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 78

374 Vgl. Ausführungen in Anm. 259: Rückforderung von 5000 Mark durch Emma an Wilhelmine Beibler am 19. 3. 1903, in der Erwiderung auf die Privatklage vom 6. 5. 1909 aber nun 6000 Mark; Klara legt sich in ihrer Aussage vom 8. 11. 1909 auf einen Betrag von 6000 Mark fest, den Klara ihrer Mutter kurz vor der Reise übergeben habe; diese habe das Geld aber nicht Emma, sondern May zurückgegeben, »aus dessen Mitteln es stammte« (Lebius, wie Anm. 4, S. 155).

375 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 78

376 Lebius, wie Anm. 4, S. 35

377 Ebd., S. 49; zur Aussage Selma vom Scheidt vgl. Anm. 159.

378 Ebd.

379 Ebd.

380 Ebd., S. 56

381 Ebd., S. 49

382 Ebd., S. 145

383 Ebd., S. 141

384 Ebd., S. 155

385 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 78

386 Das dritte Kapitel des ›Silberlöwen IV‹, ›Vor dem Rennen‹, S. 377-489, entstand in der Zeit vom 18. 7. 1903 bis zum 29. 7. 1903; vgl. R. Schmid: Nachwort, wie Anm. 338, N 9, 12. Kirchliche Eheschließung mit Klara Plöhn am 31. März 1903 in der Lutherkirche, Radebeul: Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 124.

387 Zit. nach R. Schmid: Nachwort, wie Anm. 338, N 12; es ist kein Zufall, daß gerade in diesem in nur 12 Tagen geschriebenen 3. Kapitel einiges an aktueller Eherealität unkontrolliert ›durchrutscht‹, insbesondere die Szenen mit Syrr und Schakara; die Programmatik der Schakara als Geistesseele im Gegensatz zu Hanneh als Animaseele: Karl May: Auch »über den Wassern«. In: Freistatt, Wien, 9. 4. 1910; abgedruckt (mit Anmerkungen von Hansotto Hatzig und Ekkehard Bartsch) in: Jb-KMG 1976. Hamburg 1976, 230-272 (239); in diesem Artikel deckt er auch die Verschlüsselungen des Pedehr (»Pädär«) als Fehsenfeld und des persische(n) Henker(s) als Hermann Cardauns auf, ohne allerdings den konkreten Namen zu


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nennen, was seinerzeit wegen des Bekanntheitsgrades von Cardauns und seiner Kampagne gegen May auch entbehrlich war.

388 Lebius, wie Anm. 4, S. 48

389 Ebd.

390 Ebd., S. 49

391 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 957 (zu Studie, S. 817): »Eine fast unverständliche Formulierung. Weder handelt es sich doch um eine ›Zuhälterin‹ (falls der Ausdruck nicht nur veraltet für Haushälterin gebraucht ist), noch will May doch wohl behaupten, daß Emma jene ›Konkubine‹ etwa selbst in dieser Funktion ersetzt hätte, denn, wie es weiter heißt: ›sie ist das ganze Jahr hindurch fast keinen Abend daheim geblieben.‹ In Wahrheit aber wurde der Haushälterin wohl nur deshalb gekündigt, weil Emma erwachsen genug geworden war, um selber ihrem Großvater den Haushalt zu führen. Auf diesen sehr nüchternen Vorgang wird vermutlich die so seltsam stilisierte Textstelle bezogen werden müssen.« Tatsächlich bezieht sich May hinreichend deutlich sowohl bei dem Wort Zuhälterin wie auch bei der nachfolgenden Beschreibung von Emmas erlerntem Verhalten ihrem Großvater gegenüber eindeutig auf das die Zuhälterrolle exakt beschreibende Element der lieblosen Ausbeutung und des rücksichtslos-verachtenden Durchsetzens eigener Wünsche. Diese Wünsche Emmas, nämlich die fleischliche Liebe, um den Männern zu zeigen, was eine Harke ist (Studie, S. 817), waren nach Mays überhaupt nicht mißzuverstehenden Ausführungen nicht auf den Großvater, sondern auf andere Männer, unter anderem auf Karl May, gerichtet. Diese ihre Wünsche agierte sie aus, wobei sie laut May die vergötternde Liebe ihres Großvaters ›ausbeutete‹, um sich alle Freiheit zu nehmen, die sie haben wollte ...

392 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 78

393 Lebius, wie Anm. 4, S. 34

394 Ebd., S. 36

395 Ebd., S. 49f. (Aussage vom 13. 12. 1907)

396 Ebd., S. 51: »Ich bat darauf meinen Mann, er solle mir doch verzeihen. Ich würde ihm in Zukunft alles zu liebe tun.« Diese unbestimmten Worte können sich auch auf die unmittelbar vorangegangene Leipzig-Szene beziehen, bei der eine Versöhnung der Eheleute unter der Regie von Klaras Mutter scheiterte. In den Vernehmungsteilen S. 53-55 zu den Stationen Bozen und Mendel gibt es dann keine Hinweise mehr auf Entschuldigung und Verzeihen.

397 Ebd., S. 132

398 Ebd., S. 134

399 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 120; ders.: Erste Annäherung, wie Anm. 338, S. 126

400 Lebius, wie Anm. 4, S. 50 (Vernehmung vom 14. 12. 1907)

401 Brief May an Fehsenfeld aus Berlin, 2. 8. 1902; zitiert in: R. Schmid: Nachwort, wie Anm. 338, N 6

402 Lorenz: Nachlaßmappe »Wüste«, wie Anm. 338, S. 35; bei Finke (wie Anm. 337) fehlt diese Notiz; in May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 385, ist sie, allerdings mit einer Textänderung (›das‹ statt ›was‹) und ohne konkret auf diese Eintragung bezogene Datierung, aufgenommen worden.

403 May: Nachlaßmappe ›Wüste‹. In: Finke, wie Anm. 337, S. 50f.; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 385 mit der Datierung unter dem Gedicht; vgl. auch Lorenz: Die Edition der »Nachlaßmappen«, wie Anm. 337, S. 9.

404 May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 252

405 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 120: »(...) mit dem langen Nachtgespräch, das May allerdings der Partnerin Klara aus dem Mund genommen und seinem zweiten Ich souffliert hat (...).«

Daß das Nachtgespräch im ›Silberlöwen IV‹ an einem Sonntag stattfindet, ergibt


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sich aus: Wie vortrefflich war die Anstrengung des Sonntages und des hierauf folgenden Nachtgespräches überstanden worden! (Silberlöwe IV, S. 419) Daraus lassen sich dann die weiteren Wochentage der Handlung, soweit nicht ohnehin angegeben, bestimmen; insgesamt sind es 19 Tage bis zum Donnerstag, dem Tag des feindlichen Angriffs, wobei Pekala am 14. Tag der Handlung, einem Samstag, aus dem Roman verschwindet (ebd., S. 558).

406 May: Auch »über den Wassern«, wie Anm. 387, S. 239

407 Für Sudhoff: Karl Mays Großer Traum, wie Anm. 209, S. 131, dagegen ist die Wandlung im Verhältnis zwischen Kara Ben Nemsi und dem Ustad im Nachtgespräch »am überraschendsten«, da inkonsequent und das Konzept »destruier(end)«. Nach seiner Auffassung hätte das Ich die »literarische Beichte« ablegen müssen und nicht der Ustad, wie das Ich sie in Andeutungen gegenüber dem Pedehr als »Mays eigenem Vater« vor dem Gespräch mit dem Ustad gegen Schluß von Band III bereits begonnen habe. Tatsächlich ist der »schuldbeladene, um Verzeihung bittende Sohn«, der in den Augen des Pedehr den Blick seines eigenen Vaters spürt (›Silberlöwe III‹, S. 625), aber nur der May, der in seinem leibliche(n), seinem äußere(n) Leben gefehlt hat, wie der Ustad deutlich unter Bezugnahme auf das (autobiographische) Gespräch des Ich mit dem Pedehr ausführt (Silberlöwe III, S. 635). Zwischen dem Pedehr und dem Ich geht es um Verzeihung für das, was Mays Straftaten dem Vater an Enttäuschung bereitet haben; in dem Gespräch mit dem Ustad geht es um die Position des Literaten in der Welt, mithin um die Sinnfragen des Seins für einen Autor, weshalb Persönliches dort auch weggelassen wurde. Sudhoff: Morgengrauen im Menscheninnern, wie Anm. 338, wiederholt diese Einschätzung auch nicht mehr; hier rückt er auch von der in der früheren Arbeit geäußerten Ansicht ab, andere als die »einäugig biographischen (...) Deutungsansätze« seien wichtiger (Großer Traum, S. 125), indem er nun schreibt: »Wirklich erhellt sich der Scheindialog nur bei genauer biographischer Kenntnis«, um dann die »Gruft« des Ustad mit Arbeitszimmer und Bibliothek in Radebeul zu identifizieren (Morgengrauen, S. 201f.). Insoweit übereinstimmend: Wollschläger: Karl May als Leser, wie Anm. 213, S. 125f.

408 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 78f.

409 Lebius, wie Anm. 4, S. 50

410 May: Nachlaßmappe ›Wüste‹. In: Finke, wie Anm. 337, S. 49; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 383

411 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 79

412 Lebius, wie Anm. 4, S. 50f.

413 AG Kötzschenbroda, P 71/12, Lebius ./. Klara May, Bl. 10 d. A., wie Anm. 241; Klaras Briefe sind in der mir vorliegenden Ablichtung der Prozeßakten als der Privatklage Lebius vom 19. 8. 1912 wegen Beleidigung beigefügte und von diesem gefertigte Abschriften vorhanden; ihr Inhalt ist aber nicht streitig. Nachdem RA Netcke am 26. 9. 1912 erklärt hatte, daß er sich »über die Echtheit der Briefe an Gerichtsstelle erklären werde, wenn die Originale vorgelegt werden« (Bl. 32 R d. A.), hatte Lebius in der Verhandlung vom 11. 11. 1912 (Bl. 50 d. A.) die 8 Originalbriefe vorgelegt, die in Hülle Bl. 52 d. A. genommen wurden. Sie wurden von Klara anerkannt, wie sich aus dem Urteil vom 21. 4. 1913 ergibt, mit dem Klara zu einer ›symbolischen‹ Geldstrafe von 20 Mark wegen grundsätzlich dem Gericht verständlicher Beleidigung des Lebius verurteilt wurde (Bl. 96ff d. A.).

Ob allerdings die Gedankenstriche in diesem abschriftlichen Brief auch im Original so vorhanden sind oder ob Lebius damit unlesbare Worte andeutet, kann mangels der Originale nicht abschließend entschieden werden. In einem inhaltsgleichen Zitat Klaras von Emmas Worten in einem bei Lebius abgedruckten Brief an Emma (undatiert) heißt es jedenfalls: »Du hattest Recht, als Du mir sagtest ›hät-


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test Du mich doch durchgeprügelt, vielleicht hätte ich Dir dann gefolgt.‹« (Lebius, wie Anm. 4, S. 219)

414 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 120

415 Datierungsversuch nach Wollschläger: Erste Annäherung, wie Anm. 338, S. 127-129; nach Abbruch der Arbeit Ende Dezember/Anfang Januar 1903 läßt sich der Neubeginn nicht genau datieren; wahrscheinlich ist aber, daß er jedenfalls nicht vor seiner am 8. 5. 1903 beendeten Arbeit an der Neuausgabe der Erzgebirgischen Dorfgeschichten mit dem 2. ›Silberlöwe‹-Kapitel einsetzte, dessen Manuskript er am 17. 5. 1903 dem Drucker übersandte. Sudhoff: Karl Mays Großer Traum, wie Anm. 209, S. 121, geht ebenfalls von Mai oder Juni 1903 als Neubeginn der Arbeit aus.

416 Telegramm May an Fehsenfeld vom 20. 8. 1902; zitiert in: R. Schmid: Nachwort, wie Anm. 338, N 7.

417 May: Nachlaßmappe ›Wüste‹. In: Finke, wie Anm. 337, S. 51; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 386 (dort allerdings: Es war ein Tag, der tausend Seligkeiten); die im Text zitierte Variante beruht auf einer Mitteilung des Karl-May-Verlags vom 30. 7. 2001; der Kommafehler und der bereits Max Finke unterlaufene Lesefehler »ein Tag« statt am Tag werden in der 2. Auflage von Band 81 korrigiert werden.

418 May: Nachlaßmappe ›Schetana‹. In: Finke, wie Anm. 337, S. 42f.; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 375; die Frage, wer die unter der Überschrift: ›Die Scheitana‹ stehenden insgesamt drei Gedichte spricht, wie sie die Herausgeber des Jahrbuchs 1922 in den Fußnoten 4 (2. Gedicht) und 5 (3. Gedicht) noch stellten, läßt sich für die ersten beiden Gedichte jedenfalls eindeutig beantworten, denn es ist ein weibliches vom Himmel gesandtes Ich, das zu einer sinnlichen Frau spricht; in der nachfolgenden Szene Nachtgebet. Fakira handelt es sich um dieselbe Person, die Gott Vater nennt und sagt: Jedoch in dir scheint Reue nicht zu wohnen. / So will ich dir des  V a t e r s  Strenge zeigen: / Auch du hast, ihr gehorchend, aufzusteigen! (Finke, S. 44; May, S. 376; Hervorhebung G. W.) Der Gegensatz zu dem von Fakira erbetenen Seelenkuß und dem Verlangen Scheitanas nach einem sinnlichen Kuß, der jener Glut entstammt, / In welcher alle Lebenspulse kochen, taucht im übrigen auch in der Mappe ›Wüste‹ wieder auf, ohne daß dort der Adressat der Wünsche eindeutig zu identifizieren wäre (Finke, S. 51; May, S. 386). Die Frage nach dem Sprecher wird in der Neuveröffentlichung in May: Abdahn Effendi, vorsichtshalber nicht mehr gestellt, da auch keine Antwort gegeben wird. Aufschlußreich jedenfalls die dort wiedergegebene ›Szene‹ ›Weib und Teufel‹, in der Hansotto Hatzig die dramatischen Bruchstücke aus den Nachlaßmappen zusammengefügt hat (S. 390-399 (393)): Hatzig legt die Gedichtzeilen, was im Hinblick auf die Abwehr erotischer Verführung ja auch naheliegt, der männlichen Figur des ›Dichters‹ in den Mund, der Schejtana auf ihre Worte: »Gib mir den Kuss, der jener Glut entstammt« antwortet: »Nicht diesen Kuss, es ist der Kuss der Erde«, was nur funktionieren kann, weil er den May-Text verändert hat: »so darf in Wahrheit ich der deine sein«, muß er nämlich korrigieren (statt: die deine sein, wie May dem weiblichen lyrischen Ich in den Mund gelegt hat (Finke, S. 43, May, S. 375).

419 Lebius, wie Anm. 4, S. 51f.

420 May: Nachlaßmappe ›Wüste‹. In: May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 387f.; zitiert wurde die 2. Variante der letzten Zeile, die rhythmisch geglückter ist als die ursprüngliche erste: Nun, Schetana, sag', was du noch verlangst!; dort hinsichtlich der vorangegangenen Sätze eine Korrektur zu Finke, der »Sie herrscht durch den Rauch« veröffentlicht hatte (Finke, wie Anm. 337, S. 52).

421 Lebius, wie Anm. 4, S. 52

422 Ebd.

423 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 121, der auch für möglich hält, daß May


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Karl Muth während seines Aufenthalts in München getroffen habe; dagegen Cornaro, wie Anm. 369, S. 211f., der - unbelegt - bezweifelt, daß Muth seinerzeit schon in Solln bei München gewohnt habe; zudem solle Muth als Vorlage für den Scheik ul Islam deshalb ausscheiden, weil dieser in den Jahren 1902/1903 den langen dünnen Bart nicht getragen habe, mit dem May den Scheik ul Islam ausgestattet hatte. Wirklich überzeugend sind diese Gegenargumente nicht. Muth gehörte jedenfalls zu den ersten - und damit wichtigen - May-Kritikern aus dem katholischen Lager (1898); vgl. seine Broschüre: ›Steht die katholische Belletristik auf der Höhe der Zeit?‹; ein Foto aus dem Jahr 1906 zeigt ihn als klassisch ›schönen Mann‹ mit aufwendig gepflegtem Schnauzbart und peinlich genau ausrasiertem schwarzen Fünf-Tage-Vollbart (Klußmeier/Plaul, wie Anm. 58, S. 112). Mays Beschreibung: Sein lang herabwallender, grauer Vollbart war sehr, sehr dünn, als ob die Natur nicht genug guten Willen vorgefunden habe, das auszuführen, was sie wollte (Silberlöwe IV, S. 273) könnte sich daher als lustvolle Attacke auf Muths Eitelkeit deuten lassen: der Scheik fragt ja nicht ohne Grund danach, ob das Ich schön sei oder eine besondere Stimme habe, weil Männerschönheit (was May, vgl. seine Beschreibung des Ahriman Mirza in seiner dämonisch verführende(n) Schönheit (Silberlöwe III, S. 587) gewußt hat) auf entsprechende Schwach- und Angriffspunkte verweist. ... so pfauenstolz und truthahneitel, nennt May den Scheik ul Islam in einer köstlichen Formulierung später (Silberlöwe IV, S. 446). Mays Hinweise auf die schnarrende Stimme des Scheiks deuten jedenfalls auf eine persönliche Begegnung hin, wobei die dem Scheik verpaßte unangenehme Stimme sich möglicherweise ebenfalls als Angriff auf eine in Wirklichkeit bemüht-kultivierte Tonlage darstellt. Bergengruens von Cornaro zitierte Beschreibung Muths als Mann von »männliche(m) Selbstvertrauen« und mit »kindlicher Demut«, mit der er »sein von Hause aus leidenschaftliches, heftiges, auch wohl zorniges Naturell bekämpfte, ohne seiner nun jedesmal gänzlich Herr zu werden«, »eine Herrschernatur« (Cornaro, a. a. O., S. 215f.), charakterisiert den Scheik ul Islam in dieser Szene jedenfalls trefflich.

424 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 79

425 Ebd., S. 92

426 Lebius, wie Anm. 4, S. 53

427 Ebd., S. 53f.

428 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 80

429 Sudhoff: Morgengrauen im Menscheninnern, wie Anm. 338, S. 204, unter Hinweis auf eine im weiteren Verlauf (Silberlöwe IV, S. 77) von May gestrichene Passage, in der der Ustad zu den feindlichen Schatten ausführte: »Der meine war mein eigenes Weib!«; Textvariante zitiert nach: U. Schmid: Das Werk Karl Mays, wie Anm. 338, S. 357.

Es ist mir allerdings nicht gelungen, einen Beleg für die Darstellung zu finden, wonach es das Bild der Gul sei, das sich der Ustad einmal im Jahr, nämlich an Pekalas Geburtstag (!) (Silberlöwe III, S. 550), um den Hals hängt, wie Pekala ausführt: »Er trägt an diesem Tage ein ganz altes, härenes Gewand, welches auch in dieser Lade liegt und hinten einen Baschlyk [Fußnote: Kapuze] hat. Ein ebenso alter Strick schlingt sich um seine Lenden, und um den Hals hat er eine Perlenschnur, an welcher ein kleines Bild hängt; was für eines, das weiß ich nicht.« (Ebd., S. 549) Das Geheimnis dieses Gedächtnismahls an des Ustads Sterbetag wird in Band IV nicht gelüftet, auch wenn zu Beginn des Nachtgespräches in Band IV direkt auf den von Pekala beschriebenen Vorgang eingegangen wird: »Meine Gruft ist nicht mein Grab. Nur das, was in mir abgestorben ist, liegt da begraben. Mein Sterbetag war der, an dem es starb«, sagt der Ustad dunkel, und darauf das Ich: »So wünsche ich dir von ganzem Herzen, daß du recht haben mögest! Ist es schon so traurig, Liebes in sich sterben zu fühlen, so muß es ja entsetzlich sein, sich zwar körperlich noch am


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Leben, aber als geistig vollendete Individualität bereits gestorben und begraben zu wissen!« (Silberlöwe IV, S. 8f.) Damit wird von dem Liebestod im Herzen, dem privaten Thema, auf das eigentliche Thema des Nachtgespräches, nämlich der geistigen Auseinandersetzung mit der Welt, übergeleitet. Dieter Sudhoff teilte mir hierzu am 29. 8. 2000 mit, er könne - ohne nähere Text-Überprüfung - sich zur Zeit nur darauf berufen, daß der Ustad und Guls Gefährte, Ahriman Mirza, dasselbe Bild besitzen, wie sich bei Überprüfung von Ahrimans Zelt herausstelle (Silberlöwe IV, S. 634f.): Der Ustad trat hinzu, um nachzusehen, was für ein Bild es sei. Kaum fiel sein Blick darauf, so stieß er einen Ruf der Ueberraschung aus. Er nahm es herab und ging zum Eingang, um besser sehen zu können. Dann öffnete er vorn sein Gewand und zog eine Perlenkette unter demselben hervor, an welcher auch ein Bild, von ganz derselben Form und Größe, hing. Er hielt beide neben einander, um sie zu vergleichen. War das seinige vielleicht dasselbe Bild, von welchem Pekala mir erzählt hatte, daß er es an einem einzigen Tage des Jahres auf seinem härenen Gewande trage? Zur Erörterung über die Funde in Ahrimans Zelt, die am nächsten Tag stattfinden sollte (ebd., S. 639), komme es dann aber nicht mehr, wohl deshalb, weil die Geschichte für May zu persönlich gewesen sei. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Sachregister von Hansotto Hatzig zu den ›Silberlöwe‹-Bänden III und IV (S-KMG Nr.11, 2. Auflage 1987, S. 33), der als Fundstelle für die Gul-i-Schiraz auch auf S. 611 des ›Silberlöwen III‹ hinweist, obwohl dort von der Gul explizit nicht die Rede ist; Ahriman will den ungeeigneten Tifl zum Ustad der Dschamikun machen und diesen mit einer Frau verheiraten, »Ein kostbares Geschenk, denn sie ist die Tochter eines Freundes von mir, der Prinz ist und also den Titel Mirza hat.« (Silberlöwe III, S. 609) Tifl lehnt die Beförderung und die aufgedrängte Ehefrau ab, die er ja noch erziehen müsse, obwohl er viel lieber selbst von Pekala erzogen werde. Hierauf der Ustad: »Aber du sollst doch von ihr erzogen werden! Das ist es ja eben, was dieser Ahriman Mirza will! Einen dummen Scheik der Dschamikun mit einer verschmitzten, arglistigen, ränkevollen Frau, welche ihren Anhang mit allen Fehlern, Gebrechen und Sünden, an denen wir dann langsam zu Grunde gehen sollen, mit zu uns bringt! Und das bezeichnet man als ein Gnaden- und Ehrengeschenk des Schah-in-Schah! Solche Geschenke giebt die Hölle, aber nicht der Beherrscher, der nur das Gute will!« (Ebd., S. 611) Das spielt deutlich auf die von Pauline Münchmeyer nachhaltig erstrebte Heirat von May mit ihrer Schwester Minna Ey an, was zur Beendigung von Mays Tätigkeit für Münchmeyer im Jahr 1876 führte. Falls diese von Ahriman als Bedingung für Tifls Aufstieg verheißene Frau wirklich die Gul sein sollte, was nicht unwahrscheinlich ist, wäre die spätere Verschiebung von Minna Ey auf ihre dominantere Schwester Pauline in die Figur der Gul in Band IV jedenfalls problemlos nachvollziehbar.

430 Claus Roxin: Karl Mays ›Freistatt‹-Artikel. Eine literarische Fehde. In: Jb-KMG 1976. Hamburg 1976, S. 215-229 (225)

431 May: Auch »über den Wassern«, wie Anm. 387, S. 239

432 Wollschläger: Erste Annäherung, wie Anm. 338, S. 109; ders.: Karl May, wie Anm. 26, S. 118f.

433 Zur Deutung der Gul: Wilhelm Vinzenz: Randbemerkung zu Therese Keiter, Otto Denk und zum 'Mir von Dschinnistan. In: M-KMG 78/1988, S. 24-31: als Pauline Münchmeyer wegen ihres Eigentums an dem Pferd Iblis, aber auch als Emma nebst ihren Freundinnen unter Berufung auf die ›Studie‹ (S. 28); Hartmut Vollmer: Ins Rosenrote. Zur Rosensymbolik bei Karl May. In: Jb-KMG 1987. Husum 1987, S. 20-46: »bedrohliche, dämonische Abgründe (...) in den perfiden ›Rosenfiguren‹ Gul-i-Schiraz (...) und Rosalia Uhlig (›Das Geldmännle‹)« (S. 36); »Allegorie des weiblichen Dämons, wie May ihn in der Gestalt seiner ersten Frau Emma zu erkennen glaubte und auch in deren Freundin Luise Häußler wiederfand«


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(S. 41); Lorenz: »Das ist der Baum El Dscharanil«, wie Anm. 209, deutet die Gul als die Seele in der Dreifaltigkeit des Bösen, repräsentiert durch Ahriman (Geist) und Ghulam el Multasim (Körper) (S. 147).

434 May: Im Reiche des silbernen Löwen II, wie Anm. 360, S. 384

435 Carl Gustav Jung: Bewußtes und Unbewußtes. Frankfurt a. M. 1972, S. 45

436 May: Nachlaßmappe ›Weib‹. In: May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 377 (fehlt bei Finke)

437 Lebius, wie Anm. 4, S. 48

438 Ebd.

439 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 80

440 Lebius, wie Anm. 4, S. 61

441 Ebd., S. 54

442 Ebd.

443 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 122

444 Ebd.

445 Lebius, wie Anm. 4, S. 53

446 Ebd., S. 54f.

447 Ebd., S. 55

448 Ebd.

449 Ebd., S. 55f.

450 Ebd., S. 61

451 Ebd., S. 60

452 Ebd., S. 56f.

453 Ebd., S. 67

454 Ebd., S. 66

455 Ebd., S. 73f. (Zeugenaussage Dietrich im Meineidprozeß, 2. 3. 1908)

456 Ebd., S. 68f.

457 Ebd., S. 135 (Zeugenaussage Selma vom Scheidt, 21. 9. 1909)

458 Ebd., S. 74

459 Ebd., S. 70

460 Ebd., S. 71

461 Ebd., S. 142

462 Ebd., S. 159

463 Ebd., S. 145; soweit Lebius »2 Geisterbriefe der Klara May« abgedruckt hat (ebd., S. 227f.), die nach Emmas Angabe Richter Dr. Larrass vorgelegen haben sollen, handelt es sich um undatierte Warnungen an Emma, sich nicht mit dem »Kaninchen« einzulassen, das lediglich »Gift« verspritze. Emma möge im Geiste von Weimar leben und sich mit einem ernsten Studium heben. Lediglich in dem ersten Brief existiert die Andeutung einer »eigenartige(n) Stimmung«, die Klara zu diesem Brief zwinge. Lebius' tendenziösen Kommentar zu diesen ›Briefen‹ kann man vernachlässigen; selbstbelastend ist er jedenfalls an der Stelle, an der er betont, Klara habe mit dem anempfohlenen Studium dasjenige des Spiritismus gemeint, »wohl in der Absicht, die schon etwas nervöse Frau noch mehr zu verwirren«. Sich der in den Jahren 1909 und 1910 weitaus ›verwirrteren‹ Emma als Werkzeug seiner May-Angriffe zu bedienen, bereitete ihm demgegenüber keine Skrupel.

464 Ebd., S. 151

465 Ebd., S. 162

466 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 80

467 Ebd., S. 83

468 Vgl. ebd., S. 82-85.

469 Vgl. ebd., S. 86.

470 Lebius, wie Anm. 4, S. 57


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471 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 124

472 Lebius, wie Anm. 4, S. 61f. (Schreibweise des Namens: ›Roeßler‹)

473 Ebd., S. 63 (Schreibweise des Namens: ›Roessler‹)

474 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 85

475 Ebd., S. 86

476 Lebius, wie Anm. 4, S. 144

477 Ebd., S. 57f.

478 Vgl. ebd., S. 33: Schriftsatz vom 7. 11. 1902 mit gegnerischer Adresse: »Emma Lina May (...), zur Zeit unter den [!] Namen Frau Dr. Friedrich, Villa Lehner Dorf Bozen«; ebd., S. 38: Aufgabe der Ladung zur Post zitiert in Scheidungsurteil.

479 Ebd., S. 62f.

480 Ebd., S. 61

481 Ebd., S. 63

482 Ebd., S. 216f.

483 Ebd., S. 60; aus dem Vernehmungsprotokoll der Maria Schrott hat Lebius besonders viel weggelassen, insbesondere die sicherlich erfolgten Beschreibungen von Emmas Selbstanklagen und ihrer Reue, die aber in der Aussage von Henriette Schrott (S. 62) noch rudimentär vorhanden sind.

484 Ebd., S. 212

485 Ebd., S. 213f.

486 Alfred Schneider: Karl May und seine Hamburger Freunde Carl und Lisbeth Felber. In: Jb-KMG 1970. Hamburg 1970, S. 163-172 (169); hierzu Maschke: Ins Schwarze getroffen?, wie Anm. 303, S. 8, der den Brief auf 1904/05 datiert, was aus dem Inhalt im übrigen hervorgehe, der u. a. lauten soll: »Emma ist schon fast zwei Jahre geschieden aus unserem Herzen und aus unserem (...) Kreis. Bei der gerichtlichen Scheidung wurde sie als die  a l l e i n  Schuldige erkannt und ihr auch der Name ›May‹ genommen.«

487 Prozeßakte AG Kötzschenbroda P 71/12, Bl. 6 d.A., wie Anm. 241

488 Ebd., Prozeßakte Bl. 16-20

489 Ebd., Prozeßakte Bl. 13; Datierung auf Dezember 1909 wegen der Bezugnahme auf Emmas Rücknahmeerklärung vom 14. Dezember 1909, mit der sie sich von der Rücknahme ihrer Beschuldigungen gegen Karl und Klara May wieder distanzierte; vgl. Lebius, wie Anm. 4, S. 139, 166.

490 Prozeßakte Bl. 8-12 d.A., wie Anm. 241

491 Lebius, wie Anm. 4, S. 227

492 Brief an Willy Einsle; zit. nach: Klara May und ›Karl May's Kinder‹. I Briefwechsel 1912, wie Anm. 243, S. 29f.

493 Wollschläger: Karl May, wie Anm. 26, S. 124; das Gedicht ist abgedruckt bei Hatzig: Feststellungen über Karl und Emma, wie Anm. 294, S. 20; es beginnt wiederum mit den Worten: Es war am Tag der tausend Seligkeiten, / Als du ins Herz von meinem Herzen kamst ... und endet: So sei sie denn in deine Hand gegeben, / In diese Hand, der Alles hier vertraut. / Ich kann und will nicht länger widerstreben, / Nachdem ich dir ins reine Herz geschaut. / Richard. Das reine Herz: auch diese Formulierung ein deutlicher Hinweis auf fehlende sinnliche Elemente in der von ›Richard‹ akzeptierten Beziehung zwischen dem angeredeten Karl und Klara.

494 Karl May's Gesammelte Werke Bd. 49: Lichte Höhen. Bamberg 1956, S. 414; in der Neuauflage, wie Anm. 47, ist das Hochzeitsgedicht nicht mehr enthalten. Der Erstabdruck des Gedichtes findet sich im Karl-May-Jahrbuch 1919. Breslau 1918, S. 249-251.

495 May: Lichte Höhen, 1956, wie Anm. 494, S. 413

496 Transkribiert nach dem Faksimile der Handschrift. Sonderdruck des Karl-May-Verlags. Bamberg 1983; die Vorlage für den Abdruck im Karl-May-Jahrbuch 1919


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und in ›Lichte Höhen‹ war nicht Mays Manuskript, sondern eine Abschrift des Gedichtes durch Klara May, die nicht identisch mit ihrer Tagebucheintragung gewesen sein kann.

497 Finke, wie Anm. 337, S. 51; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 385

498 Sonderdruck, wie Anm. 496; vgl. Karl Serden: Am letzten Tag in Riva. In: M-KMG 98/1993, S. 9-12 (10): Karl Mays Frauen, insbesondere Emma, haben den Männern noch lange nach ihrem Tod die Köpfe verdreht: wenn Serden in seinem Aufsatz Klara wegen ihrer Tagebucheintragung »Karl für mich« der Fälschung zieh - und den Karl-May-Verlag, der das Gedicht mit fiktiver Überschrift, unzutreffender Legende und ohne Mitteilung der jedenfalls im Manuskript erkennbaren Datierung veröffentlichte, aus der Verantwortung entließ -, werden die eigentlichen Ursachen für eine unzutreffende Rezeption verkannt; und wer in diesem Gedicht einen »Abgesang, sagen wir ruhig eine Hymne an Emma« heraushört, und das Gedicht als »in Verse gefaßten Schmerz für eine (im Martyrium) aufgegebene Liebe« zu Emma (denn die Scheidung erfolgte ja nur, weil May das »Opfer einer ausgekochten Intrige« von Klara wurde!) auffaßt (ebd., S. 11), kann solche Dinge nur hineinlesen, wenn er das Gedicht als Verklärung einer körperlosen Seelenübereinstimmung - die mit Emma ja nun gerade nicht möglich war - schlicht nicht versteht. Daß May Klara dieses Gedicht später, zum Hochzeitstag,  n i c h t  widmete (und sei es auch nur mündlich): diesen Beweis blieb Serden schuldig.

499 Vgl. U. Schmid: Das Werk Karl Mays, wie Anm. 338, S. 357.

500 May: Nachlaßmappe ›Schetana‹. In: Finke, wie Anm. 337, S. 43; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 375f.

501 May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 377

502 May: Nachlaßmappe ›Weib‹, Vorspiel ›Bei Marah Durimeh‹. In: Finke, wie Anm. 337, S. 44; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 377; auch hier ist die Frage nach dem Sprecher, obwohl sonst fast alle Anmerkungen aus dem Jahrbuch 1922 übernommen wurden, nicht mehr gestellt worden. In seiner Szene ›Weib und Teufel‹ ordnet Hansotto Hatzig dieses Gedicht dem Schejtan persönlich zu, im Anschluß an die an Fakira gerichteten Dichter-Zeilen: Was du mir gabst, das ward noch nie gegeben ... (S. 397f.) Eine Plazierung, die ich nicht nachvollziehen kann; daß der Teufel Sprecher dieses Gedichtes sein könnte, das sich gerade gegen die verfluchten Höllenfunken wendet, halte ich für ausgeschlossen.

503 Textvariante in: R. Schmid: Nachwort, wie Anm. 338, N 10

504 Ebd.

505 Lebius, wie Anm. 4, S. 215

506 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 80f.

507 Lebius, wie Anm. 4, S. 226

508 Vgl. ebd., S. 140-143 (Klageschrift unter Zitierung des fraglichen Artikels).

509 Ebd., S. 142

510 Ebd., S. 152-156

511 Ebd., S. 153

512 Ebd., S. 154

513 Ebd., S. 154; hier auch die folgenden Zitate

514 Ebd., S. 158

515 Ebd., S. 218f.

516 In: Steinmetz/Sudhoff, wie Anm. 83, S. 70-123; zu den Lebensdaten und der Krankheit von Marie Hannes vgl. ebd., S. 11f. (Einleitung).

517 Ebd., S. 80

518 Ebd., S. 212 (Brief May an Liebes Herz! = Klara, tatsächlich an Marie Hannes, verfaßt zwischen dem 20. und dem 24. 1. 1903, mithin unmittelbar nach Scheidung von Emma)


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519 Ebd., S. 198

520 Ebd., S. S. 62-64 (XVI. Bild)

521 Ebd., S. 62 (XV. Bild)

522 Ebd., S. 200-202

523 Ebd., S. 105

524 Ebd., S. 49

525 Ebd., S. 50

526 Ebd., S. 187

527 Ebd., S. 203

528 Ebd., S. 202f. (diesem Schreiben lassen sich auch die Abläufe der zwischenzeitlich seit dem 24. 12. 1902 gewechselten Briefe entnehmen, die nicht mehr vorhanden sind)

529 Ebd., S. 204

530 Zit. nach ebd., S. 207

531 Ebd.

532 Ebd., S. 205

533 Ebd., S. 206

534 Ebd., S. 209

535 Ebd., S. 210 und 212

536 Ebd., S. 212

537 Ebd., S. 213

538 Ebd., S. 216

539 Ebd., S. 218

540 Ebd., S. 217

541 Ebd., S. 218f.

542 Ebd., S. 220

543 Ebd., S. 224f. (Brief von Marie Hannes an Klara Plöhn, 26. 1. 1903)

544 Ebd., S. 24 (Einleitung)

545 Ebd., S. 27 (Einleitung); soweit Martin Lowsky: Angst vor der »scharfen Nachtluft«? Modernes Erzählen in Karl Mays Roman ›Im Reiche des silbernen Löwen‹. In: Jb-KMG 2000. Husum 2000, S. 112-129 (122f.), in der Figur der Pekala ein Porträt von Marie Hannes (und nicht von Emma) sieht, bezieht er sich ausschließlich auf charakteristische Züge Emmas, die nach Auffassung von May eben beide Frauen kennzeichneten. Marie Hannes' »dickliches Gesicht« allein kann die Gleichung Pekala = Marie nicht hinreichend stützen, zumal die Rolle des von Pekala abhängigen Tifl bei dieser Deutung völlig ungeklärt bleiben muß.

546 Lebius, wie Anm. 4, S. 69

547 Ebd., S. 65f.

548 Ebd., S. 66f.

549 Ebd., S. 70

550 Vgl. Klaus Theweleit: männerphantasien 1. Frauen, Fluten, Körper, Geschichte. Reinbek 1977, S. 87.

551 Stolte: Anmerkungen, wie Anm. 24, S. 957 (zu Studie, S. 829)

552 Wie Anm. 70

553 Sittengeschichte des Ersten Weltkrieges. Hrsg. von Magnus Hirschfeld/Andreas Gaspar. Nachdruck der 2. neubearbeiteten Auflage 1954. Hanau o. J. (1986). S. 16 und 25 (Erstausgabe: Sittengeschichte des Weltkrieges. Hrsg. von Magnus Hirschfeld. Leipzig-Wien 1930)

554 Ebd., S. 34f.; die Begriffe ›urnisch‹ und ›Urninde‹ stammen von Uranist/Uranismus, seinerzeitige Bezeichnung von Homosexualität; ein Begriff, der in Deutschland vor allem durch den Gerichtsbeamten Carl Heinrich Ulrich eingeführt wurde, der zwischen 1863 und 1875 in zahlreichen aufklärerischen Werken als Laien-


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psychologe für den natürlichen Ursprung der Homosexualität eintrat (vgl. Peter Gay: Die zarte Leidenschaft. Liebe im bürgerlichen Zeitalter. München 1999 (engl. Originalversion 1986), S. 233).

555 E. F. W. Eberhard: Feminismus und Kulturuntergang. Wien 21927; zit. nach Hirschfeld/Gaspar, wie Anm. 553, S. 35

556 Ebd.

557 Curt Moreck: Kultur- und Sittengeschichte der neuesten Zeit. Bd. 1. Dresden o. J.; zit. nach Hirschfeld/Gaspar, wie Anm. 553, S. 38

558 Ebd.

559 Françoise Giroud: Alma Mahler oder die Kunst, geliebt zu werden. München 2000, S. 21

560 Ebd., S. 21f.

561 Klaus Theweleit: Männerphantasien 2. Männerkörper - zur Psychoanalyse des weißen Terrors. Reinbek 1980, S. 317

562 Ebd., S. 319

563 Zit. nach Gay: Die zarte Leidenschaft, wie Anm. 554, S. 12

564 Ebd., S. 13f.

565 Ebd., S. 14

566 Ebd., S. 17

567 May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 189

568 »Sollte sich unser Volk nicht danach sehnen, von den modernen Ehebruchsscenen und drgl. befreit zu werden?«, so Max Weltes briefliche Darstellung von Mays Opernplan ›Winnetou‹ (Maschke: Karl May und Emma Pollmer, wie Anm. 2, S. 77). In Mays unter dem Namen Richard Plöhn veröffentlichtem Artikel vom 20. August 1899 heißt es hierzu: Dabei ist zu bedenken, daß ich aus sehr ernsten Gründen für mich das für Andere so außerordentlich ergiebige Motiv der Geschlechtsliebe vollständig ausgeschlossen habe. ... Ich habe da freiwillig auf einen wahren Reichtum an Sujets verzichtet, teils aus religiösen, teils aus ethischen Gründen, doch aber auch, wie ich aufrichtig gestehe, um den allerdings höchst schwierigen Beweis zu führen, daß man ein viel und gern gelesener Verfasser werden kann, auch ohne die Untreue, den Ehebruch oder das Thema: sie wollten sich zwar, sollten sich aber nicht kriegen und kriegen sich endlich doch, immer wieder zu variieren. (May: May gegen Mamroth, wie Anm. 146, S. 137f.)

569 Gay: Erziehung der Sinne, wie Anm. 185, S. 225

570 Ebd., S. 230

571 May: Mein Leben und Streben, wie Anm. 27, S. 312

572 Ebd., S. 496* Anmerkung 383 von Plaul

573 Zit. nach: Carl Felix von Schlichtegroll: Die Bestie im Weibe. Bd. 2. Verlagsreklame im Anhang, mit freundlicher Genehmigung des Karl-May-Museums, Radebeul.

Schlichtegroll: Die Hexe von Klewan, wie Anm. 318 (dort Informationen über die Novellen); im übrigen Internet-Suchergebnis vom 25. 5. 2000 im Zentralen Verzeichnis antiquarischer Bücher, mit dem weiteren Hinweis auf seine Übersetzertätigkeit (auch unter dem Pseudonym Georg Cordesmühl) einschlägiger erotischer Werke aus dem Französischen und dem Serbischen. 1909 folgte ein Sachbuch, Liebesleben im Klassischen Altertum, Leipzig, 423 Seiten.

574 Carl Felix von Schlichtegroll: Die Venuspeitsche Bd. IV: Die Wölfin. Leipzig 1908 (die zitierte Verlagsreklame zu ›Satans Töchter‹ im Anhang des Bandes)

575 Schlichtegroll: Die Hexe von Klewan, wie Anm. 318, S. 46f.

576 Ebd., S. 124

577 May: Katalog der Bibliothek, wie Anm. 62, S. 6

578 Ebd., S. 53f.

579 Ebd., S. 54


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580 Vgl. Wollschläger: Karl May als Leser, wie Anm. 213, S. 133.

581 Einsichtnahme mit freundlicher Genehmigung des Karl-May-Museums, durch Hans Grunert, der mir auch beim Entziffern der Widmung behilflich war, am 6. 6. 2000 und 24. 11. 2000

582 Wie Anm. 580

583 Mündliche Mitteilung von Hans Wollschläger vom 27. 11. 2000

584 May: Im Reiche des silbernen Löwen I, wie Anm. 78, S. 328

585 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 82

586 Lebius, wie Anm. 4, S. 95 (dienstliche Erklärung von Seyfert vom 19. 12. 1907; diese ist als Bl. 30 in Bd. II d.A. eingeheftet und bezieht sich auf Mays Beschwerde, die als Bl. 44 b nachgeheftet ist. Zuständig für die Bearbeitung dieser Beschwerde war übrigens nicht das Gericht, sondern der seinerzeit als ›Erster Staatsanwalt‹ bezeichnete Leiter der Staatsanwaltschaft. Die Beschwerde war, wie der weitere Verlauf zeigt, offensichtlich erfolglos; wann sie beschieden wurde, läßt sich den Aktenauszügen, die Lebius abgedruckt hat, nicht entnehmen.)

587 Ebd., S. 105 (Befangenheitsantrag May vom 20. 5. 1908)

588 Ebd., S. 104

589 Ebd.

590 Ebd.

591 May: Briefe an Karl Pustet und Otto Denk, wie Anm. 56, S. 22

592 Vgl. Lebius, wie Anm. 4, S. 20-26 (Ermittlungen zum Doktordiplom) und ebd., S. 113-117 (Vernehmung Dittrich vom 25. 11. 1908).

593 R. Schmid: Vorwort, wie Anm. 5, S. IX

594 Zit. nach ebd., S. IXf.

595 Vgl. ebd., S. X; »Spekulationen über die Gründe, die Anlaß für die Entfernung jenes Blattes gewesen sein mögen, bleiben jedem Leser überlassen - Beweise gibt es nicht«, schrieb Roland Schmid, und auch, daß Klara ein »in vieler Hinsicht bemerkenswertes Tagebuch« geführt habe (ebd., S. IXf.). Eine Veröffentlichung dieses Tagebuchs könnte den ›spekulativen‹ Charakter etwaiger Deutungen zu einem noch höheren Grad an psychologischer Stimmigkeit verhelfen, als in dieser Arbeit erzielt werden kann.

596 Vgl. Lebius, wie Anm. 4, S. 127 (Aushändigung einer Karte der Fa. Petschek in Aussig an May durch Richter Dr. Larrass am 15. April 1908 nach Eingang bei ihm am 10. April 1908); die Briefsperre dürfte erst um den 20. 4. 1908 aufgehoben worden sein, folgt man Mays Schreiben an Otto Denk vom selben Tag: Ich schrieb an Sie [am 26. 3. 1908] und richtete aber den Ton des Briefes für den Staatsanwalt ein. Ob er ihn geöffnet hat, oder ob Sie ihn bekommen haben, weiß ich nicht. Jedenfalls aber lasse ich nun den heutigen folgen, weil ich glaube, daß die Briefsperre nun vorüber ist. (May: Briefe an Karl Pustet und Otto Denk, wie Anm. 56, S. 22)

597 Wie Anm. 118

598 Lebius, wie Anm. 4, S. 88

599 Ebd.

600 Ebd., S. 90

601 Ebd., S. 106

602 Ebd., S. 87 (Mitteilung der Aktenblattzahl des Schreibens vom 30. 12. 1907); Blattzahlen des früheren May-Schriftsatzes in Bd. II (ebd., S. 88-95) erstmals: Bl. 25 der Akten auf S. 93 zitiert, Bl. 26 v d.A. auf S. 94 zitiert; danach ist dann als Bl. 30 von Bd. II der Akten Seyferts dienstliche Erklärung vom 19. 12. 1907 wiedergegeben (ebd., S. 95), die offenbar erst nach der später erfolgenden Entscheidung des Ersten Staatsanwalts über Mays Beschwerde gegen Seyfert zu den Gerichtsakten genommen wurde.

603 Ebd., S. 88f.


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604 Ebd., S. 90

605 Ebd., S. 90f.

606 Ebd., S. 91

607 Ebd., S. 94

608 Ebd.

609 Ebd., S. 94f.

610 Ebd., S. 94

611 Den Hinweis, daß es sich bei der von May bezeichneten Entscheidung des Landgerichts über die Verhängung eines Zwangsgeldes im Zwangsvollstreckungsverfahren entsprechend dem heutigen § 888 ZPO handeln müsse (und nicht um eine Entscheidung im - verfrüht - laufenden Rechnungslegungsprozeß, wie May angab), verdanke ich Jürgen Seul; Lothar Schmid erteilte mir auf meine Anfrage am 28. November 2000 die entsprechende Auskunft mit der Anmerkung, daß die dort vorhandenen Münchmeyer-Akten, wohl nach Teilvernichtung durch Klara May, unvollständig seien.

612 Wollschläger: »Die sogenannte Spaltung«, wie Anm. 197, S. 38

613 Lebius, wie Anm. 4, S. 77ff., 84ff. (Meißner); S. 85, 87 (Winkler); S. 86 (Spindler); S. 44f. (Pollmer)

614 Ebd., S. 109 (Schriftsatz Klara May vom 30. 5. 1908); entsprechend diesen und weiteren Vorwürfen gegen Larrass sind die stundenlangen Vernehmungen Winklers, der erst nach Vorhalt eines beschlagnahmten Briefes von Klara May sich bei seinem dritten Vernehmungstermin zu der Aussage bequemte, von ihr 50 Mark erhalten zu haben, ebenfalls nur in kürzesten Auszügen veröffentlicht worden. May selbst erhielt erst im Mai 1908 von diesen und weiteren rüden Vernehmungsmethoden des Larrass Kenntnis: hätte er dies schon im Dezember 1907 gewußt, hätte er ihm die Studie sicherlich nicht überlassen.

615 Vgl. ebd.: schriftliche Erklärungen der Anwälte Dr. Neumann vom 9. 2. 1908, S. 64; Dr. Kunreuther senior vom 12. 2. 1908, S. 66; Kohlmann vom 20. 2. 1908, S. 68; Giese vom 25. 2. 1908, S. 70; Zeugenvernehmung Louise Dietrich vom 2. 3. 1908, S. 72; Zeugenvernehmung Maria Schrott vom 9. 4. 1908, S. 59; Zeugenvernehmung Josepha ›Roeßler‹ vom 9. 4. 1908, S. 61; Zeugenvernehmung Henriette Schrott vom 9. 4. 1908, S. 62; Zeugenvernehmung Maria ›Roessler‹ vom 9. 4. 1908, S. 63; Zeugenvernehmung Walter Schrott vom 13. 5. 1908, S. 64; die Zeugenvernehmung des von May benannten Richters vom OLG Dresden, Dr. Mayer, vom 28. 2. 1908 muß als besondere Überheblichkeit von Larrass gewertet werden; tatsächlich bringt er den höherrangigen Kollegen dazu, zu gestehen, daß er, als er bereits zum Reichsgericht versetzt worden war, May einen Brief geschickt habe, in dem er ihm zu seinem Sieg vor dem Reichsgericht beglückwünscht und der Freude Ausdruck gegeben habe, daß das Reichsgericht die alten Vorstrafakten nicht der Öffentlichkeit preisgegeben habe, denn May könne, als er diese Taten beging, nicht ganz normal gewesen sein. Eine noble und ungewöhnliche Geste, für die sich der Geheime Justizrat Dr. Mayer vor Larrass rechtfertigen muß: er habe seinerzeit die Möglichkeit ausschließen können, jemals wieder als Richter mit einer Sache May befaßt zu werden; dann jedoch zeigt sich der Richter indigniert, daß sein Privatbrief ›ohne seine Genehmigung‹ benutzt worden sei, was indes nicht der Fall war. Im übrigen bestätigte er tatsächlich, daß May nach seinem Eindruck nicht des Geldes wegen gegen Münchmeyer geklagt habe, S. 98.

616 Ebd., S. 106 (Befangenheitsantrag May vom 20. 5. 1908)

617 Ebd., S. 111f.

618 Ebd., S. 112 (Beschluß vom 12. 6. 1908; dort auch das folgende Zitat)

619 Ebd., S. 127 (Antrag May auf Herausgabe der Fehsenfeld-Vertragsunterlagen, des Doktordiploms und eines Schriftstücks namens ›Zeugen‹ vom 22. 4. 1908); ebd., S. 128 (Beschluß Dr. Larrass vom 23. 4. 1908, Doktordiplom wird benötigt,


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die übrigen Unterlagen können herausgegeben werden); insgesamt läßt sich den Erwähnungen der sichergestellten Unterlagen in den Vernehmungen und in den Herausgabeanträgen Mays immerhin entnehmen, daß ausschließlich juristisch relevante, nicht aber literarische Dokumente mitgenommen worden waren.

620 Andreas Oswald: Warum hysterische Frauen besonders schön gekleidet sind. Der Tagesspiegel, 7. August 2000, unter Berufung auf: Fritz Riemann: Grundformen der Angst. München 1998

621 Vgl. Gabriele Wolff: Versuch über die Persönlichkeit Karl May. S-KMG Nr. 45/1983, S. 4, 18-21.

622 Barthel, wie Anm. 247, S. 213, 215f.

623 May: Nachlaßmappe ›Weib‹. In: Finke, wie Anm. 337, S. 45; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 378

624 May: Nachlaßmappe ›Wüste‹. In: Finke, wie Anm. 337, S. 46; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 380

625 May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 380; Finke, wie Anm. 337, S. 46 (dort ›Angst‹ nur einmal)

626 May: Nachlaßmappe ›Wüste‹. In: Finke, wie Anm. 337, S. 49; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 384

627 Finke, wie Anm. 337, S. 50; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 384

628 Klara Mays Tagebucheintrag vom 31. 1. 1903, zitiert in: Hatzig: Karl May und Sascha Schneider, wie Anm. 271, S. 234f.; vgl. Volker Griese: Über Karl Mays Nietzsche-Rezeption. In: M-KMG 126/2000, S. 5-14.

629 Vgl. Wollschläger: Erste Annäherung, wie Anm. 338, S. 108f.

630 Karl May: Theater. In: Jb-KMG 1985. Husum 1985, S. 364-366 (365f.); auch in: May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 450-453 (453)

631 Finke, wie Anm. 337, S. 44, Bestandteil der Mappe ›Schetana‹, mit der Anmerkung der Herausgeber: »Vielleicht gehören diese letzten drei Aufzeichnungen zu ›Kyros‹.« In May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 400, ist diese Zuordnung nun vollzogen, wobei Mays Anmerkung hinzugefügt ist: mit den Vorarbeiten begonnen: Sonnabend, den 11. 08. 06. Zu dem hier zitierten Fragment wird durch den Herausgeber angemerkt: »Auch folgende Gedankensplitter gehören wohl zum Themenkreis  K y r o s «  (ebd.), wohl, weil in ›Kyros‹ die Elemente sprechen, als erstes ›Hadschar (Der Stein)‹ (ebd., S. 401); andererseits wäre May durchaus zuzutrauen, daß er seine geballten Emotionen als Felsbrocken visualisierte, zumal in ›Schetana‹ Fakira die Worte spricht: Des Himmels Träne führt Granit zu Tale, / Jedoch in dir scheint Reue nicht zu wohnen. (Finke, S. 44; May: Abdahn Effendi, S. 376)

632 Karl May: Schamah. In: Efeuranken. Illustrierte Zeitschrift für die katholische Jugend. XVIII. Jg. (1908); Reprint in: Karl May: Der Krumir. Seltene Originaltexte Bd. 1. Hrsg. von Herbert Meier. Hamburg 1982

633 Ebd., S. 35f.

634 Ebd., S. 134

635 Ebd., S. 106

636 Ebd., S. 101f.

637 Ebd., S. 163

638 May: An die 4. Strafkammer, wie Anm. 26, S. 136f.

639 May: Himmelsgedanken, wie Anm. 310, S. 64; May: Lichte Höhen, wie Anm. 47, S. 264

640 May: Himmelsgedanken, wie Anm. 310, S. 97; May: Lichte Höhen, wie Anm. 47, S. 266

641 May: Himmelsgedanken, wie Anm. 310, S. 184; May: Lichte Höhen, wie Anm. 47, S. 272 (dort »Tätigkeit«)


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642 May: Nachlaßmappe ›Wüste‹. In: Finke, wie Anm. 337, S. 53; May: Abdahn Effendi, wie Anm. 126, S. 388

643 Wie Anm. 607

644 May: Himmelsgedanken, wie Anm. 310, S. 327f.; May: Lichte Höhen, wie Anm. 47, S. 236 mit rhythmisch falscher Abweichung in der 7. Zeile der 1. Strophe »Doch diese Freundlichkeit ist nicht wahr«; in der Vorauflage hieß es noch zutreffend Freundschaft.

645 May: Schamah, wie Anm. 632, S. 4

646 Roxin: »Dr. Karl May«, wie Anm. 283, S. 54





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