2011

Archiv, Nachrichten

HKA-Band IV.27: Mitteilung von KMG, Karl-May-Verlag und Karl-May-Museum zu HKA IV.27

Mitteilung der Karl-May-Gesellschaft, des Karl-May-Verlages und des Karl-May-Museums zum soeben ausgelieferten Band IV.27 (Im „wilden Westen“ Nordamerika’s) der Historisch-kritischen Ausgabe (HKA)

Sehr geehrte Abonnenten und Freunde der HKA,

seit 2008 erscheint die historisch-kritische Ausgabe Karl Mays Werke in einer Kooperation von Karl-May-Gesellschaft, Karl-May-Verlag und Karl May-Stiftung. Für keine der drei Parteien stand bei der 2007 getroffenen Entscheidung, die zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem endgültigen Aus stehende Ausgabe gemeinsam zu übernehmen, der rein ökonomische Aspekt im Vordergrund, vielmehr vereinte uns von Beginn an das gleiche Ziel: Die Vision einer wissenschaftlich fundierten und gleichzeitig ästhetisch ansprechenden Edition, wie sie von Hermann Wiedenroth und Hans Wollschläger als den Begründern der Ausgabe Ende der achtziger Jahre formuliert worden war, erfolgreich fortzuführen und gleichzeitig die Bände zu einem erschwinglichen Preis anbieten zu können. Die wissenschaftliche Arbeit an der Edition wird daher ehrenamtlich von Mitgliedern der KMG durchgeführt, die Bände werden vom KMV produziert, und den Vertrieb übernimmt das an die Stiftung angeschlossene Museum.

Dem kurz vor seinem Tode geäußerten Wunsch Hans Wollschlägers, die äußere Ausstattung der Edition so beizubehalten, wie sie Ende der achtziger Jahre im Greno-Verlag begonnen worden war, sind wir – trotz der damit verbundenen hohen Herstellungskosten und der zu erwartenden Produktionsschwierigkeiten – gerne nachgekommen. Letztere machten sich schon bei den ersten von uns produzierten Bänden der Abteilung III bemerkbar, da nach der langen Unterbrechung das ursprünglich verwendete rote Leinen nicht mehr lieferbar war. Wir haben diese Herausforderung jedoch – und dies war der Tenor der Leserreaktionen – zur Zufriedenheit des größten Teils unserer Kunden erfolgreich gemeistert. Vor der gleichen Herausforderung standen wir im Vorfeld des vor einigen Tagen ausgelieferten Bandes IV.27 (Im „wilden Westen“ Nordamerika’s), mit welchem die Abteilung IV mit Mays klassischen Reiseerzählungen nach nunmehr 23(!) Jahren endlich fortgeführt wird. Nachdem ersichtlich war, dass auch hier das ursprünglich verwendete grüne Leinen nicht mehr lieferbar sein würde, haben sich alle Beteiligten bezüglich Alternativen umgesehen – immer mit dem Bestreben, eine ähnlich gute Lösung wie für die Abteilung III zu finden. Bei einer Begutachtung mehrerer Muster während einer Sitzung beim Kongress in Wolfenbüttel Anfang Oktober wurde einvernehmlich ein Leinen ausgesucht, das diesen Anforderungen zumindest weitestgehend entsprach (eine exakte Übereinstimmung lässt sich, wie vom Geschäftsführenden Herausgeber der Edition, Joachim Biermann, in den KMG-Nachrichten vom September 2011 bereits angekündigt, nicht erzielen). Aufgrund eines Kommunikationsfehlers sind die nun ausgelieferten Bände jedoch leider nicht mit dem von uns ausgesuchten Leinen aufgebunden worden.

Viele HKA-Bezieher sind Leser und Sammler, die nicht nur auf die inhaltliche Qualität der Bände achten, sondern für die ein Buch auch ein optischer und haptischer Genuss ist. Von diesen Kunden wird auf eine hochwertige und gleichförmige Ausstattung einer Werkedition großer Wert gelegt. Es war und ist das Bestreben aller an der Ausgabe Beteiligten, diesem Wunsch gerecht zu werden, und wir bedauern, dass dies mit dem soeben ausgelieferten Band IV.27 nicht geschehen ist. Wir möchten daher allen Abonnenten und Käufern, die den Band bereits erworben haben, die Möglichkeit eines Umtausches anbieten.

Alle bis zum 29.02.2012 an uns zurückgesandten Bücher geben wir noch einmal in die Buchbinderei, lassen sie mit der korrekten Buchdecke neu aufbinden und senden sie danach (voraussichtlich im April 2012) an die Kunden zurück.

Bitte beachten Sie, dass die Bücher hierfür möglichst ungelesen sein sollten!

Die Rücksendung richten Sie bitte als Büchersendung an:

Karl-May-Museum gGmbH, Karl-May-Str. 5, 01445 Radebeul

Bitte senden Sie das Buch nicht unfrei zurück! Die Portokosten in Höhe von € 1,40 (Büchersendung) werden Ihnen auf Wunsch erstattet.

Wir hoffen, für Sie als Kunden hiermit eine akzeptable Lösung gefunden zu haben und würden uns freuen, wenn Sie trotz der entstandenen Unannehmlichkeiten der HKA auch weiterhin die Treue halten.

Für die Karl-May-Gesellschaft e. V.: Joachim Biermann (Geschäftsführender Herausgeber)

Für die Karl-May-Verlag GmbH: Bernhard Schmid (Geschäftsführer)

Für die Karl-May-Museum gGmbH: René Wagner (Direktor)

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HKA-Band »Im ,wilden Westen‘ Nordamerika’s« erschienen

Anfang Dezember erschien im Rahmen der historisch-kritischen Ausgabe „Karl Mays Werke“ Band IV.27 „Im ‚wilden Westen Nordamerika’s“, herausgegeben von Frank Werder und Ulf Debelius. Der Band enthält die Zeitschriften-Fassungen von Erzählungen aus Amerika, die Karl May nur wesentlich verändert oder gar nicht in die „Gesammelten Reiseerzählungen“ aufgenommen hat.

„Im ‚wilden Westen‘ Nordamerika’s“

„Unter der Windhose“

„Der Scout“

„Im Mistake-Cannon“


„Am Kai-P’a”

“Die Rache des Mormonen”

„Der erste Elk“

„Mutterliebe“

Jeder Text wird durch einen Editorischen Bericht über Herkunft und Entstehung ergänzt: die Prinzipien der Textgestaltung, ein Verzeichnis der Konjekturen und außerdem, wo der Autor sein Werk selbst überarbeitet hat, eine Dokumentation der Varianten. Die meisten Texte gingen später in die klassich gewordenen Winnetou- und Old-Surehand-Trilogien ein und bieten deshalb nicht nur dem wissenschaftlich Interessierten ein großes Lesevergnügen.

Im ‚wilden Westen‘ Nordamerika’s. Reise- und andere Erzählungen aus Amerika.

Herausgegeben von Frank Werder und Ulf Debelius.

Bamberg und Radebeul: Karl-May-Verlag 2011

(Karl Mays Werke. Historisch-kritische Ausgabe für die Karl-May-Stiftung.

Herausgegeben von der Karl-May-Gesellschaft. Band IV.27).

ISBN 978-3-7802-2082-0.

Bestellbar unter http://www.tradingpost.de/

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Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft 170 erschienen

Anfang Dezember wurde die Nummer 170 der „Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft“ an die Mitglieder ausgeliefert. Das 64 Seiten starke Heft bringt neben dem Rechenschaftsbericht der KMG-Vorsitzenden Dr. Johannes Zeilinger von der Mitgliederversammlung am 8. Oktober 2011 in Wolfenbüttel folgende Beiträge:

Rudi Schweikert: Professor Büchele oder Karl May? Wer „Die Helden des Dampfes“ schrieb (I)

Joachim Biermann: Nachträge zu den Leserbriefspalten des „Guten Kameraden“ und zum HKA-Band „Der schwarze Mustang“

Paul Essenwein: Eine zeitliche Einordnung der Erzählungen Karl Mays – nur eine?

Jörg.-M. Bönisch / Gerd Hardacker: Karl May und das Sparkassenbuch

Albrecht Götz von Olenhusen: Die Unsterblichkeit der Sterne. Zur Rekonstruktion von Walter Benjamins Bibliothek.

Ulrich van der Heyden: Karl May und die Fotografie. Eine Rezension.

Karl Otto Sauerbeck: Original und Fälschung. Karl May als Opfer seiner Editoren – Teil II

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René Wagner übereicht Stifterbrief in Gold

KMG erhält „Stifterbrief in Gold“ des Karl-May-Museums

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Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Karl-May-Gesellschaft auf der Jahrestagung in Wolfenbüttel überreichte der KMG- Vorsitzende Dr. Johannes Zeilinger dem Direktor des Karl-May-Museums in Radebeul, René Wagner, einen Spendenscheck in Höhe von € 3500.00. Die Karl-May-Gesellschaft unterstützt mit diesem Erwerb eines „Stifterbriefes in Gold“ die Zukunftsvision des Museums, die in insgesamt drei Bauabschnitten unter anderem den Bau eines Blockhauses für Museumspädagogik, die Einrichtung eines Karl-May-Erlebnispfades, die Sanierung der „Villa Bärenfett“ sowie den Neubau eines Besucherzentrums vorsieht. Während seines Besuches in Radebeul am 13. November wurde KMG-Geschäftsführer Ulf Debelius der Stifterbrief im Empfangszimmer der „Villa Shatterhand“ feierlich übergeben.

KMG-Geschäftsführer Ulf Debelius (li.) und Museumsdirektor René Wagner bei der Überreichung des Stifterbriefes (© Udo Lippert)

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Übergabe der KMG-Geschäftsführung

Übergabe der KMG-Geschäftsführung

 Am 12./13. November trafen sich der bisherige Geschäftsführer Hans Grunert und sein Nachfolger Ulf Debelius zusammen mit Schatzmeister Udo Lippert zur offiziellen Übergabe der Amtsgeschäfte in den Räumen der Karl-May-Gesellschaft in Radebeul. Der neue Geschäftsführer wird naturgemäß sein Amt von seinem Wohnort in Marburg aus führen. Die Geschäftsstelle in Radebeul bleibt aber natürlich als offizieller Sitz der Gesellschaft erhalten, da die Räumlichkeiten ja zudem als Archiv genutzt werden, welches Hans Grunert weiterhin betreuen wird. Um den Übergang für die Mitglieder möglichst reibungslos zu gestalten, wurde beschlossen, die Möglichkeiten zeitgemäßer Dienstleistungsangebote und die Mittel der modernen Kommunikationstechnik zu nutzen: Briefe an das Postfach in Radebeul werden zukünftig nach Marburg weitergeleitet, und der Geschäftsführer wird auch weiterhin telefonisch über den Festnetzanschluss der Geschäftsstelle direkt erreichbar sein. Lediglich die Faxnummer hat sich geändert, hier wird um entsprechende Beachtung (s. Impressum) gebeten.

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Konzentriert bei der Arbeit: Ulf Debelius (li.) und Hans Grunert während der Übergabe (© Udo Lippert)

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Karl-May-Gesellschaft spendet für die Neugestaltung und Erweiterung des Karl-May-Museums

Karl-May-Gesellschaft spendet für die Neugestaltung und Erweiterung des Karl-May-Museums

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Karl-May-Gesellschaft auf der Jahrestagung in Wolfenbüttel überreichte der KMG- Vorsitzende Dr. Johannes Zeilinger dem Direktor des Museums, René Wagner, einen Spendenscheck in Höhe von € 3500.00. Die Karl-May-Gesellschaft unterstützt mit diesem Erwerb eines „Stifterbriefes in Gold“ die Zukunftsvision des Museums, die in insgesamt drei Bauabschnitten unter anderem den Bau eines Blockhauses für Museumspädagogik, die Einrichtung eines Karl-May-Erlebnispfades, die Sanierung der „Villa Bärenfett“ sowie den Neubau eines Besucherzentrums vorsieht.

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Süddeutsche Zeitung berichtet über KMG-Tagung in Wolfenbüttel

Süddeutsche Zeitung berichtet über KMG-Tagung in Wolfenbüttel

In der Ausgabe vom Montag, 17. Oktober, berichtete Harald Eggebrecht im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel Das Massiv bleibt sagenumwoben ausführlich über die 21. Jahrestagung der Karl-May-Gesellschaft in Wolfenbüttel. Der Artikel geht insbesondere auf den Vortrag von Prof. Dr. Hinderk Emrich über Karl Mays Psyche ein und kommt zu dem Fazit, bei diesem Thema habe selbst Prof. Claus Roxin, der „vielerfahrene psychiatrische Gerichtsgutachter die Waffen“ gestreckt und bekannt, „dass diese ungeheure Phantasieproduktion etwas Rätselvolles an sich habe“.

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Nachlese zur 21. Jahrestagung der KMG in Wolfenbüttel (6.-9.10.2011)

Nachlese zur. 21. Jahrestagung der KMG in Wolfenbüttel (6.-9.10.2011)

Vom 6.-9. Oktober fand in Wolfenbüttel die 21. Jahrestagung der Karl-May-Gesellschaft statt. Der Kongress bot eine Reihe hochinteressanter Vorträge, und gleichzeitig wurden auf der Mitgliederversammlung die Posten des stellvertretenden Vorsitzenden, des wissenschaftlichen Mitarbeiters und des Geschäftsführers neu besetzt.

Vom 6.-9. Oktober fand in Wolfenbüttel die 21. Jahrestagung der Karl-May-Gesellschaft statt. Nach einem Empfang des Vorstandes am Donnerstagmorgen im Rathaus wurde die Veranstaltung am Nachmittag im Anschluss an eine kurze Mitarbeitersitzung vom KMG-Vorsitzenden Dr. Johannes Zeilinger eröffnet. Joachim Biermann, Geschäftsführender Herausgeber der Historisch-kritischen Ausgabe (HKA) und Spezialist für Karl Mays „Kamerad“-Erzählungen, referierte danach im Eröffnungsvortrag des Kongresses über die teilweise umfangreichen Änderungen, die aufgrund der Illustrationen in der Buchausgabe von Der Sohn des Bärenjägers und Der Geist des Llano estakado vom Verlag an Mays Text vorgenommen worden waren, um den Inhalt an die Abbildungen anzupassen.

Den Freitag – traditionell der Hauptvortragstag – eröffnete Prof. Dr. Hinderk Emrich (Hannover) mit einem hochinteressanten Vortrag über Karl Mays Psyche, der durch atmosphärisch dichte Bilder aus Mays Heimat kongenial unterstützt wurde. Sein Resümee, Karl May endlich aus dem Status des „Patienten“ zu befreien, fand in der anschließenden Diskussion ungeteilten Beifall, insbesondere durch den langjährigen KMG-Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden, den Strafrechtsexperten Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Claus Roxin. Im Anschluss daran konnten die Mitglieder im Vortrag des Filmproduzenten Prof. Bastian Clevé von der Filmakademie Baden-Württemberg erfahren, warum das in den letzten Jahren immer wieder angedachte Projekt eines neuen, großen Karl-May-Films letztlich nicht zustande gekommen war. Das Referat war ein Indiz dafür, dass die Öffnung der Karl-May-Gesellschaft hin zur Erforschung auch der Rezeptionsgeschichte Mays, die sich schon mit dem Vortrag von Prof. Dr. Helmut Schmiedt in Essen 2005 angedeutet hatte, inzwischen Realität geworden ist. Nach der wohlverdienten Mittagspause referierte der Dresdener Slawist Prof. Dr. Holger Kuße über die unterschiedlichen irenischen Konzepte, also die Vorstellungen eines radikalen Pazifismus, in den Spätwerken von Karl May und Lew Tolstoi. Ausklingen ließ den freitäglichen Vortragsmarathon Dr. Henning Franke (Chemnitz) mit einem detailreichen Referat über die Figur des Old Surehand in Roman, Film und Freilichtspiel. Im Anschluss an die Vorträge fand die – wie immer nur KMG-Mitgliedern zugängliche – traditionelle Buchauktion statt, für die Wolfgang Hermesmeier in gewohnt hoher Qualität einen Katalog zusammengestellt hatte und durch die Christoph Blau ebenso routiniert wie launig führte. Als Ergebnis ließ sich nach gut zwei Stunden und 280 Aufrufen konstatieren: „Nicht bei Hermesmeier/Schmatz“ bringt tendenziell einen höheren Preis!

Die Mitgliederversammlung am Samstagvormittag war mit knapp 180 Teilnehmern ähnlich gut besucht wie bei den letzten Kongressen und markierte das Ende einer Ära: Nach zwölf Jahren schied Hans Grunert als Geschäftsführer der Karl-May-Gesellschaft aus, zu seinem Nachfolger wählte die Mitgliederversammlung Ulf Debelius. Auch Dr. Gudrun Keindorf schied aus dem Amt der stellvertretenden Vorsitzenden aus, ihre Nachfolge tritt der bisherige Wissenschaftliche Mitarbeiter Prof. Dr. Hartmut Vollmer an. Auf dessen bisherigen Posten wählten die Mitglieder Dr. Florian Schleburg. In ihren Ämtern bestätigt wurden Dr. Johannes Zeilinger als Vorsitzender, Prof. Dr. Helmut Schmiedt als stellvertretender Vorsitzender, Joachim Biermann als Schriftführer und Udo Lippert als Schatzmeister. Nach der Mittagspause informierte der Historiker Dr. Clemens Bergstedt (Ziesar) über das Bild der Quitzows in Literatur und Geschichtsschreibung und relativierte das – auch von Karl May in seinem Quitzow-Roman kolportierte – Bild der gesetzlosen Raubritter, deren Treiben erst die seit Anfang des 15. Jahrhunderts als Markgrafen von Brandenburg dort ansässigen Hohenzollern Einhalt geboten hätten. Der traditionelle ökumenische Gottesdienst fand am späten Nachmittag in der Trinitatiskirche statt. Er war wegen der ebenso launigen wie auch nachdenklich stimmenden Predigt Willi Strobands und der Teilnahme der Jugendkantorei der Domsingschule Braunschweig, die den Gottesdienst mit Liedern Mays – unter anderem seinem Ave Maria – musikalisch begleitete, ein Höhepunkt des Kongresses, bei dem die Teilnehmer den viel zu früh verstorbenen Pfarrer Manfred König schmerzlich vermissten. Der gesellige Abend fand in festlicher Umgebung im Renaissancesaal des Wolfenbütteler Schlosses statt und wurde mit einem Gesangsbeitrag des Männerquartetts ARTonal eröffnet. Wer nachmittags beim Gottesdienst gewesen war, hatte nunmehr die Möglichkeit eines direkten Vergleiches zwischen zwei völlig verschiedenen Interpretationen von Mays Ave Maria. Welche Version dem sterbenden Winnetou wohl besser gefallen hätte?

Am Sonntag hielt Prof. Gerd Biegel vom Instititut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig einen ebenso amüsanten wie informativen Vortrag über die historische Figur des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau (1676-1747), dem May mit seinen „Dessauer-Geschichten“ ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Der von den KMG-Mitgliedern vor Ort hervorragend vorbereitete und daher rundum gelungene Kongress klang am Mittag für die meisten Mitglieder mit einem Besuch der berühmten Herzog-August-Bibliothek aus, bevor man sich danach wieder für zwei Jahre in alle Winde zerstreute.

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Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 2011 erschienen

Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 2011 erschienen



2011_04_08Der von Prof. Claus Roxin herausgegebene Band wird mit einer Betrachtung von Martin Walser eröffnet. Walser führt vor, wie May humane Botschaften in dramatischen Szenen packend vermittelt und dass sich Mays Beschreibung Winnetous als Wortoper verstehen lässt. Weitere Beiträge befassen sich mit der Jugenderzählung „Der Oelprinz“, mit Mays Lebens- und Sterbensphilosophie, mit der Gestalt Winnetou und ihrer besonderen indianischen Identität, mit den Briefen Mays an einen slowenischen Leser und mit Mays Einfluss auf den Schriftsteller Wilhelm Matthießen. Eine Studie über May von Karl Lessel von 1899 wird erneut vorgelegt und kommentiert. Ein Essay über den italienischen Abenteuerschriftsteller Emilio Salgari vergleicht diesen mit May und bietet Ausblicke auf das Schaffen Jules Vernes.

Nichtmitglieder können das Jahrbuch über alle Buchhandlungen beziehen.

Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 2011. Hansa Verlag Ingwert Paulsen jr. Husum. ISBN 978-3-941629-03-5

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