Juni 2022

Archiv, Veranstaltungen

13.07.2022: Vortrag im Amerikahaus München

Am Mittwoch, 13. Juli 2022, 19:00 Uhr hält Bernhard Leistle einen Vortrag zum Thema:

„Zwischen Karl May und Residential Schools. Persönliche Reflexionen aus Kanada“

Den Deutschen wird oft eine besonders innige Beziehung zu nordamerikanischen indigenen Gruppen zugeschrieben. Der deutsche Amerikanist Harmut Lutz hat diese Faszination mit dem Begriff der “Indianertümelei” bezeichnet. Die deutschen Vorstellungen traditioneller indigener Kultur sind oft von Idealisierungen und vom Topos des Edlen Wilden geprägt, wie er in Karl Mays Winnetou seinen literarischen Ausdruck gefunden hat. Deutsche Fantasien über Indigene treffen allerdings auf gesellschaftliche Realitäten, die von Armut, Marginalisierung und Diskriminierung gekennzeichnet sind. Darüber hinaus finden sie statt in einem globalen Meinungsklima, in dem die Aneignung von fremden Kulturmerkmalen zunehmend auf pauschale Ablehnung stößt. Der Vortrag beschäftigt sich anhand persönlicher, anthropologischer und historischer Reflexionen mit den gegenseitigen Vorstellungen und Darstellungen von Deutschen und Indigenen im kanadischen Kontext.

Bernhard Leistle hat in Heidelberg in Kulturanthropologie promoviert und ist seit 2007 Professor an der Carleton University in Ottawa. Im Sommersemester 2022 unterrichtet er als DAAD Gastdozent an der Hochschule für Philosophie in München. Er ist in Penzberg geboren und mit Karl May aufgewachsen.

Ort: Amerikahaus München

Veranstalter:Deutsch-Kanadische Gesellschaft e.V.

Eintritt: frei – Anmeldung erbeten unter reservierung@amerikahaus.de

weitere Informationen unter: www.dkg-online.de

Archiv, Nachrichten

Podcastserie von MDR KULTUR: Winnetou ist kein Apache

MDR_KAm Montag, 20. Juni 2022 startet eine Podcastserie zum Thema Karl-May-Festspiele. Die gesamte Serie wird in der ARD Audiothek zu finden sein. Bei den anderen Podcast-Anbietern wird ab dem 20. Juni täglich eine Folge veröffentlicht.

Winnetou ist kein Apache

Podcastserie von MDR KULTUR

LINKS

www.ardaudiothek.de

podcasts.apple.com

open.spotify.com

Inhalt

Winnetou ist kein Apache. Ein einfacher Satz. Ein wahrer Satz. Aber dennoch klingt er irgendwie falsch. Ben hat diese Erkenntnis in sein Notizbuch geschrieben. Und sie bringt viele Gewissheiten in seinem Leben ins Wanken. Er steht seit seiner Kindheit auf einer Karl-May-Bühne. Eigentlich würde er nächstes Jahr sein 30. Bühnenjubiläum feiern. Ben liebt die Abenteuergeschichten Karl Mays, die Gemeinschaft im Theater und die kleine Weltflucht während der alljährlichen Spielzeit.

Doch mittlerweile kann er seine Karl-May-Spiele nicht mehr uneingeschränkt genießen. Ist es heutzutage in Ordnung eine andere Kultur so klischeehaft darzustellen, wie es in diesen Geschichten getan wird? Ein völlig verzerrtes Bild von Indigenen zu zeigen? Sich anzumalen, um wie einer auszusehen? Ben hat Angst, dass das, was er da auf der Bühne tut, rassistisch ist – und abgeschafft gehört. So begibt er sich auf seine Reise und trifft Menschen mit ganz unterschiedlichen Perspektiven auf Karl May, Winnetou und das, was auf deutschen Karl-May-Bühnen so gemacht wird…

Idee

Auf zahlreichen Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden die Winnetou-Geschichten Karl Mays aufgeführt. Die Podcast-Serie reflektiert die moderne Karl-May-Rezeption. Dabei geht es einerseits um die Begeisterung vieler Menschen für die Geschichten auf den Bühnen und die Figur des Winnetou, andererseits auch um Fragen von kultureller Aneignung und Rassismus. Es geht um eine differenzierte und emotionale Auseinandersetzung mit dem Kulturgut Karl May. Es kommen Menschen aus der Karl-May-Szene, Kulturwissenschaftlerinnen und auch Native Americans zu Wort – unter anderem Segeberg-Winnetou Alexander Klaws, die Kulturwissenschaftlerinnen Mithu Sanyal und Dana Weber, Karl-May-Museums-Direktor Robin Leipold und Kendall Old Elk von der Apsaalooke Nation.

Episode 1 von 6: Ben ist kein Apache

Ben zweifelt daran, ob er noch bei seinem Herzensprojekt Karl-May-Spiele mitmachen sollte. Seine Kollegin Linda macht ihm klar, dass vieles, was auf den Karl- May-Bühnen gemacht wird, im Jahr 2022 nicht mehr geht. Eine schmerzhafte Erkenntnis, die Ben persönlich trifft. Er begibt sich mit seinen Mitstreiter*innen bei den Karl-May-Spielen in Dialog – was die Sache nicht gerade einfacher macht…

Episode 2 von 6: Operation Geronimo

Ben und Linda gehen der Frage nach, inwiefern einige Szenen und bestimmte Darstellungen bei Karl-May-Inszenierungen manche Menschen verletzen. Dafür kommen sie unter anderem mit einem indigenen Schauspieler aus den USA ins Gespräch. Sie finden heraus, dass kulturelle Aneignung ein normaler Vorgang ist – der aber problematisch sein kann. Auch bei den Karl-May-Spielen?

Episode 3 von 6: Superhero Winnetou

Eigentlich läuft’s auf den Karl-May-Bühnen: Die Zuschauer strömen herbei, die Menschen feiern Winnetou – und doch gibt es immer wieder Kritik: am Redfacing, an den Tänzen oder wenn Rituale auf der Bühne gezeigt werden. Hat die deutsche Karl-May-Szene dafür genug Problembewusstsein?

Episode 4 von 6: Winnetou like Hollywood?

Noch in den sechziger Jahren war die Darstellung von Indigenen in us-amerikanischen Filmen enorm schwierig – und vor allem weiß geprägt. Das ändert sich langsam. Zunehmend erzählen Indigene auch ihre eigenen Geschichten – wie in der hochgelobten Disney-Serie „Reservation Dogs“. Was kann die deutsche Karl- May-Szene davon lernen?

Episode 5 von 6: Karl May – Kultur und Gut

Ben hat sich entschlossen, weiter bei den Karl-May-Spielen Bischofswerda mitzumachen. Sein Vater und Leiter des Projekts ist erleichtert. Aber wie reagiert er darauf, dass Ben sein Lebenswerk verändern will – hin zu kulturell sensiblen Winnetou-Geschichten?

Episode 6 von 6: Shi nok heißt auf Wiedersehen

Ben trifft Kendall Old Elk, einem American Native von der Apsaalooke Nation. Mit ihm schaut er sich Karl-May-Inszenierungen aus Bischofswerda an. Kendall tut sich schwer mit dem, was er in den Winnetou-Geschichten sieht. Können er und Ben sich annähern? Wie kann eine Zukunft von Karl-May-Spielen aussehen?

Credits

Idee und Autor: Ben Hänchen

Co-AutorInnen: Linda Schildbach, Tino Dallmann

Redaktion: Ina Namislo

Regie: Kathrin Aehnlich

Ton: Holger Kliemchen

SprecherInnen: Christian Steyer, Beatrice Hermens

Musik: Robert Amarell gemeinsam mit Michael Büschelmann (Gitarre) und Julius Kraft (Schlagzeug)

Produktion: MDR KULTUR 2022

Archiv, Neuerscheinungen

Karl May & Co. Nr. 168 erschienen

Karl May & Co.Aus dem Inhalt:

Karl May – Leben und Werk

– Stefan Schmatz: Radebeuler Tapetenmuseum. Die Vorsätze der „Ge­sam­mel­ten Wer­ke“. Teil 1: Der Ers­te Welt­krieg

– Malte Ristau: „Ein Stück Wunderland … nirgends seinesgleichen“. Vor 150 Jah­ren wur­de der Yel­low­sto­ne Park ge­grün­det

– Stefan Schmatz: „Das Vermächtnis des Inka“ als Zeitungsroman

– Stefan Schmatz: Dietrich Evers und das Berliner Pfeifen-Tipi. Zum Artikel über „Old Su­re­hand“ in der Deut­schen Buch-Ge­mein­schaft aus Heft 167

Karl May im Film

– Karl-Heinz Becker: Vor 60 Jahren: Hamburg wird zum „Tor“ für Winnetous Ki­no­welt. Span­nung und Auf­re­gung um die End­fer­ti­gung des „Schatz im Sil­ber­see“ 1962 in der Han­se­stadt

– Christoph Alexander Schmidberger: „Was, Ihr kennt Franz Bosch nicht?!“. Franz Bosch aus Ulm war für zwei Ri­al­to-Pro­duk­tio­nen Horst Wend­landts Pro­duk­tions­fah­rer und Win­ne­tous Mas­seur

– Aneka Schult-Fietz: Ein Irrer bucht die ganze Höhle

Bühne

– Klassiker und neue Gesichter. Unser Bühnenüberblick für die Spielzeit 2022

Szene & Co.

– Michael Petzel: In der Hauptrolle: Peter Alexander als Winnetou und Old Shat­ter­hand. Von der Ver­ei­ni­gung Öster­reichs mit Karl May

– Jenny Florstedt: Ein Bagger steht in Radebeul

– Festgemauert in der Erden Schneiders „Aufstrebender Winnetou“ als Statue? Eine ak­tu­el­le Dis­kus­sion

– Michael Kunz: Winnetou und Winnetüli. Ein Jugendzirkusprojekt bringt Karl May ins Schwei­zer Be­wusst­sein zu­rück

– Nicolas Finke: Kalte Platte, Bananen vorm Parteitag und Schlaftabletten. Ek­ke­hard Frö­de alias IM „Ha­rald Wur­zig“ über Misch­nick, Bartsch, Pet­zel und Krenz / Die Karl-May-Sze­ne und die Sta­si, Teil 12

– Jenny Florstedt: „Sollten wir also Titel einfach fehlen lassen?“. Nachgefragt bei Bern­hard Schmid

– Stefan Schmatz: Karl Mays Traumwelten im Comic. Teil 17: Das Feuerwerk im Bas­tei-Ver­lag (2): Der Wil­de Wes­ten

Das Heft ist zu beziehen über: Mescalero e.V.

Archiv, Neuerscheinungen

Neuerscheinung: Das Geheimnis des Marabut (Hörbuch)

Das Geheimnis des MarabutDas Geheimnis des Marabut, mp3-Hörbuch, Band 57 der Gesammelten Werke, Gelesen von Heiko Grauel, Audio-CD, Karl-May-Verlag. ISBN: 978-3-7802-0757-9. Preis: 19,95€

Verlagsbeschreibung:

Karl May verlässt für einige Zeit die geschichtlichen Ereignisse. In Algerien beginnt die buntbewegte Handlung; auf die Geschicke der Familie Greifenklau wirken dunkle Geschehnisse in der Vergangenheit. Ihre Schatten reichen in die Gegenwart und verdüstern den Weg des unglücklichen Helden.

1 mp3-CD, Digipack mit 8-seitigem Booklet

erschienen im Karl-May-Verlag

Archiv, Nachrichten

Zum Fortgang der Historisch-kritischen Ausgabe

HKAvon Joachim Biermann

Für diesen Bericht für Juni 2022 kann ich mich recht kurz fassen; wesentliche Neuigkeiten sind nicht zu besprechen.

Der HKA-Band V.9 Erzgebirgische Dorfgeschichten wurde mittlerweile im Karl-May-Verlag gesetzt. Druck und Bindung werden dann wohl in absehbarer Zeit folgen, so dass mit dem Erscheinen in der zweiten Jahreshälfte 2022 gerechnet werden kann.

Danach sind weiterhin die Bände Die Rose von Ernstthal (I.3), Von Bagdad nach Stambul (IV.3), Ein Fürst des Schwindels (I.7) und Am Jenseits (V.1) vorgesehen.

Bücher sind nur unter recht hohem Energieaufwand zu produzieren. Durch die augenblickliche Teuerung im Energiebereich geraten im gesamten Buchhandel die Preise ins Rutschen, und wir können nicht ausschließen, dass diese Welle auch irgendwann die HKA erreicht. Noch ist eine mögliche Preiserhöhung für die HKA-Bände nicht abzusehen, und wir werden uns auch sehr bemühen, sie zu vermeiden, aber es sei an dieser Stelle doch bereits darauf hingewiesen, dass wir sie nicht ausschließen können.

Zur Homepage der HKA: https://www.karl-may-museum.de/de/museum/publikationen/karl-mays-werke/

Archiv, Nachrichten

Philipp Stölzl wird erster Preisträger der Marah-Durimeh-Medaille

Eine Premiere gibt es im Rahmen des 26. Kongresses der Karl-May-Gesellschaft vom 6. bis 9. Oktober 2022. Im Theatersaal des Amerikahauses am Münchner Karolinenplatz wird am 7. Oktober 2022 um 10:00 h durch den Vorsitzenden der Karl-May-Gesellschaft Dr. Florian Schleburg erstmals die 2019 gestiftete Marah-Durimeh-Medaille für überragende Verdienste um das Werk Karl Mays und die darin vertretenen Werte verliehen. Preisträger ist der bekannte Regisseur Philipp Stölzl (Der Phantast, Das Vermächtnis), der aus München stammt.

MDMedaille

Die vollständige Pressemitteilung der Karl-May-Gesellschaft können Sie hier abrufen.

Archiv, Neuerscheinungen

Heft Nr. 212 der Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft erschienen

M-KMG 212 Ausgabe Nr. 212 der Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft ist erschienen!

Inhaltsverzeichnis

– Joachim Biermann: In eigener Sache

– Jürgen Wehnert/Wilhelm Vinzenz: Frühe Lebensspuren. Chronologische No­ti­zen zu Au­gust Wal­ther und Hein­rich Gott­hold Münch­mey­er bis En­de des Jah­res 1866 (Teil 2)

– Frank Werder: Das Buch der Liebe und seine Quellen (Teil 3)

– René Grießbach: Das Gedicht Der blinde Bergmann. Eine Themenbetrachtung

– Michael Schaden: Karl May zwischen Rassen-Vorurteil und völ­ker­ver­bin­den­der Bot­schaft. Zu Em­ma­nu­el­le Dol­liés ›Karl May in Frank­reich‹

– Stefan Schmatz: Karl May in der ›Muttersprache‹. Die Entwicklung der May-Re­zep­tion zwi­schen 1931 und 1939 im Spie­gel der Wer­bung des Karl-May-Ver­lags. Teil 2: Die ›neue Zeit‹: Eta­blie­rung im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus

– Malte Ristau: Traumwelten besonderer Art. Ein berühmter Zeitgenosse Karl Mays wur­de vor 200 Jah­ren ge­bo­ren.

– Thilo Scholle: Krimineller, Schelm, Poet. Karl May und kein Ende: neue Li­te­ra­tur über ei­nen schil­lern­den Au­tor

Archiv, Neuerscheinungen

Neuerscheinung: Blutsbrüder – Der Mythos Karl May im Diorama

BlutsbrüderAndreas Brenne (Hrsg.): Blutsbrüder – Der Mythos Karl May im Diorama. Karl-May-Verlag Bamberg/Radebeul. 320 Seiten. Hardcover. ISBN 978-3-7802-00569-8. Preis: 39,00€

Verlagstext:

Karl May ist präsent! So begeistern die „Winnetou-Filme“ der 1960er Jahre weiterhin Kinder, Jugendliche und Erwachsene; sie sind ein Familienereignis. Auch die Besuchszahlen der im deutschsprachigen Raum aufgeführten „Karl-May-Spiele“ gehen jedes Jahr in die Hunderttausende. Des Weiteren wird das Bild des „Wilden Westens“, des Indianers und der damit verbundenen Begegnung fremder Kulturen vor allem durch die Mayschen Narrationen geprägt – mit allen Ambivalenzen.

Diesem Phänomen ging die Osnabrücker Ausstellung „Blutsbrüder – Der Mythos Karl May in Dioramen“ aus dem Jahre 2019 nach, indem sie an verschiedenen Beispielen die mentalitätsgeschichtliche Genese des „Kosmos Karl May“ in seiner Wirkungsästhetik veranschaulichte. Ausgangspunkt waren historische Dioramen und Figurenwelten, die durch unterschiedliche Formate der Medien- und Alltagskultur bis in die jüngste Zeit ergänzt wurden.

Dem gegenüber standen Dokumente der deutschen Migrationsgeschichte, Artefakte der indigenen Kulturen sowie Informationen über die Kolonialisierung Nordamerikas.

Der vorliegende Band dokumentiert nicht nur bildreich das kulturgeschichtliche Ausstellungsprojekt, sondern publiziert auch die Vorträge einer damit verbundenen interdisziplinäre Ringvorlesung der Universität Osnabrück, in der Expertinnen und Experten der Karl May Forschung, der Amerikanistik, der Literaturwissenschaft, der neuesten Geschichte und der Kunstpädagogik zu Wort kommen.

erschienen im Karl-May-Verlag

 

 

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