Autorenname: Gunnar Sperveslage

Nachrichten

Zum Fortgang der Historisch-kritischen Ausgabe

von Joachim Biermann

Unsere Planungen sahen bisher vor, dass Im Lande des Mahdi III als nächster Band der HKA im vierten Quartal 2026 herauskommen sollte. Leider können wir diesen Termin nicht mehr einhalten, weil es bei der Erstellung des Editorischen Berichts zu Computer-Problemen gekommen ist, aufgrund derer sich das Erscheinen des Bandes um einige Monate verzögern wird.

Nach Rücksprache mit dem Karl-May-Verlag und dem Karl-May-Museum haben wir uns deshalb entschieden, den Band Im Reiche des silbernen Löwen II vorzuziehen, der bereits so gut wie fertig vorliegt. Da für diesen Band sowohl der May-Text als auch der Editorische Bericht noch gesetzt werden müssen, ist eine Fertigstellung im laufenden Jahr aber auch nicht gesichert. Unter Umständen müssen wir auch in diesem Fall mit einem Erscheinen im 1. Quartal 2027 rechnen. Der zurückgestellte Band Im Lande des Mahdi III kann dann möglicherweise recht rasch folgen, so dass sich die Perspektive eröffnet, dass gegen Ende 2027 auch noch ein dritter HKA-Band, Pandur und Grenadier, herauskommen kann.

Im Fall von Im Reiche des silbernen Löwen II liegt wieder einmal ein Band vor, zu dem ein Teilmanuskript Karl Mays erhalten ist und für die Textrevision herangezogen werden konnte, nämlich der größere Teil des letzten Kapitels Ein Rätsel. Außerdem sind – wie beim ersten Band des ›Silberlöwen‹ – auch in diesem Fall zwei Manuskriptblätter Karl Mays mit Notizen zum Werk überliefert, die wir in diesem Band zum ersten Mal abdrucken.

Neuerscheinungen

Karl Mays Briefwechsel mit seinen Verlegern, Bd. 2

Karl May: Briefwechsel mit seinen Verlegern und Redakteuren. Zweiter Band: Briefe von und an Vilímek, Bachem, Benziger, Eberle & Rickenbach und Cordier sowie Heinrich Wagner. Hrsg. von Hans-Dieter Steinmetz, Florian Schleburg und Helmut Schmiedt. Gesammelten Werke Band 98. Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul, 2026. 568 Seiten, Hardcover. ISBN: 978-3-7802-0098-3. Preis: 29,00€

Die Popularität, die Karl May schon zu seinen Lebzeiten erreichte, zeigt sich auch darin, dass er in den verschiedensten Medien zum Zug kam. Nachdem er zunächst überwiegend in Zeitschriften veröffentlicht hatte, erschienen seine Romane und Erzählungen seit Beginn der 1890er-Jahre in der großen Buchausgabe des Fehsenfeld-Verlags, die bis heute die Basis für die Gesammelten Werke im Karl-May-Verlag bildet. Aber er publizierte auch weiterhin an anderer Stelle: in Zeitungen und Zeitschriften und in den seinerzeit ungeheuer populären Volkskalendern, insbesondere in deren Variante der Marienkalender. Darüber hinaus erschienen bereits Übersetzungen in verschiedenen Sprachen.

Der vorliegende Band belegt diese breit aufgefächerte Wirkungsgeschichte. Im ersten Briefwechsel geht es um die von dem Prager Verleger Josef Vilímek veröffentlichten Übersetzungen ins Tschechische. In Anbetracht der damaligen rechtlichen Situation hätte Vilímek sie auch ohne Erlaubnis und Honorierung Mays auf den Markt bringen können, aber er suchte das Einvernehmen mit dem Autor, und so entstand eine umfangreiche, oft komplizierte Korrespondenz. Anschließend werden Mays Beziehungen zu vier katholischen Verlagen dokumentiert; drei davon belieferte May mit Marienkalendergeschichten, kürzeren abenteuerlichen Erzählungen, in denen programmgemäß die religiöse Tendenz eine herausragende Rolle spielt. Der letzte Teil enthält Mays Briefwechsel mit Heinrich Wagner, einem bayerischen Journalisten, der sich in den um die Jahrhundertwende ausbrechenden öffentlichen Streitigkeiten um Person und Werk Mays auf dessen Seite schlug und sogar ein Buch zu seiner Verteidigung publizierte.

Der Band bietet reichhaltiges Material zur Biografie Karl Mays, aber auch zur Mediengeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Mit einem ausführlichen Vorwort von Prof. Dr. Helmut Schmiedt und 108 SW-Abbildungen.

Neuerscheinungen

Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 229

Inhaltsverzeichnis

  • Joachim Biermann: In eigener Sache
  • Joachim Biermann: Neuigkeiten zu Juliette Ewers und Karl Mays Aufenthalt in Bad Salzbrunn
  • Stefan Schmatz: Raketen für Karl May. Ein seltsamer Chemiker steht dem Schriftsteller 1910 zur Seite
  • Klaus Eggers: Die Oase des Bloody-fox. Anlässlich einer Ausstellung
  • Manfred Moßmann: Ich ahnte Spaßhaftes. ›Comic relief‹ in Karl Mays Von Bag­dad nach Stambul
  • Horst Briehl: Der Stubentiger in Karl Mays Werken – Alles für die Katz? (Teil 1)
  • Christoph Blau: Das Waldröschen und ein nicht mehr fremder Kapitän. Zu einer unbekannten zeitgenössischen Waldröschen-Edition aus Schweden
  • Nicolas Finke: „Eingemeisselt neben dem Namen Goethe steht der Name Karl May“. Mit der Komödie ›Old Shatterhand‹ widmete sich der Schriftsteller Willy Seidel zu Beginn der 1930er-Jahre Karl Mays Lebensgeschichte und hielt ein Plädoyer für die Kraft der Fantasie

Ausstellungen

Ausstellung: Kolportageliteratur: Jahrmarktdrucke des 19. Jahrhunderts

In der Landesbibliothek Oldenburg ist vom 11.09.2026 bis zum 24.10.2026 eine Ausstellung zur Kolportageliteratur zu sehen. Schwerpunkt sind Jahrmarktdrucke des 19. Jahrhunderts aus der Oldenburger Sammlung.

Mit rund 200 Exponaten, unter denen auch Karl May vertreten ist, macht die Ausstellung eine vergessene Form von Unterhaltungsliteratur wieder lebendig. Sinnlich erfahrbar wird diese Literatur mit originalen und reproduzierten Bildtafeln des 19. Jahrhunderts, Tonaufnahmen von Deutschlands ‚letztem Bänkelsänger‘ sowie einer Druckstation, an der sich Kleindrucke herstellen lassen.

Kuratiert wird die Ausstellung von PD Dr. Christian Schmitt (Institut für Germanistik, Universität Oldenburg).

Weitere Informationen zur Ausstelllung

Neuerscheinungen

Sonderheft der Karl-May-Gesellschaft Nr. 179

Reinald Purmann: In die Wüste. Abenteuer um einen Film. 104 Seiten, Preis 11,80 Euro, für Abonnenten der Reihe oder bei einem Kauf von mind. 5 Exemplaren 10,80 Euro, jeweils zzgl. Versandkosten.

Mit dem Sonderheft Nr. 179 widmet die Karl-May-Gesellschaft erstmals einem Film ein eigenes Heft: Reinald Purmann zeichnet in „In die Wüste. Abenteuer um einen Film“ auf 104 Seiten die Entstehung, Produktion und Rezeption des ersten Karl-May-Tonfilms „Durch die Wüste“ (1936) nach.

Purmann beleuchtet nicht nur im Detail die aufwendigen Dreharbeiten in Nordafrika, sondern auch die Mitwirkung zeitgenössischer Persönlichkeiten. Darüber hinaus ordnet er den Film in die Rezeptionsgeschichte Karl Mays in den 1930er Jahren ein und untersucht die Produktionsbedingungen sowie die Gründe für den ausbleibenden Publikumserfolg.

Zahlreiche bislang unveröffentlichte Quellen, Fotografien und Archivfunde machen das neue Sonderheft zu einer spannenden Lektüre für alle, die sich für diesen ersten May-Tonfilm speziell, Filmgeschichte allgemein sowie die Geschichte der Karl-May-Rezeption interessieren.

Bestellungen bitte unter Angabe der Mitgliedsnummer und der Anschrift an: vertrieb@karl-may-gesellschaft.de

Nachrichten

Zum Fortgang der Historisch-kritischen Ausgabe

von Joachim Biermann

Mit großer Freude konnten wir in der ersten Jahreshälfte 2026 mit dem Band Der Schut (KMW IV.6) endlich den Orientzyklus in der HKA zum Abschluss bringen. Die Herausgabe dieses sechsbändigen Romans war kein leichtes Unterfangen. 1988 bereits hatten Hermann Wiedenroth und Hans Wollschläger damit begonnen, dieses Werk innerhalb der HKA herauszubringen. Gemäß ihrem damals aktuellen Gestaltungsplan hatten sie, wie bei anderen mehrbändigen Werken, vor, den Editorischen Bericht für alle sechs Bände dann im Abschlussband Der Schut unterzubringen. Doch dieses Vorhaben konnten sie dann nicht mehr realisieren, sicherlich nicht nur den unruhigen Fahrwassern geschuldet, in die die HKA damals geraten war, sondern auch, weil dieser Bericht vom Umfang her den Rahmen eines Bandes mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit gesprengt hätte und wohl auch vom Aufwand her nicht mehr leistbar war.

Als die Karl-May-Gesellschaft dann 2007 die Herausgabe der HKA übernahm, stand sie vor der Frage, wie sie mit dem Torso gebliebenen Orientzyklus umgehen sollte. Wir haben damals diese Frage nicht nur intern besprochen, sondern auch – u. a. auf der Mitgliederversammlung in Wolfenbüttel im Jahre 2011 – zur Diskussion gestellt. Der Tenor war damals, eine Neuausgabe des Zyklus in Angriff zu nehmen und jedem der Bände nicht nur einen eigenen Bearbeiter zuzuordnen, sondern auch einen eigenen Editorischen Bericht beizugeben. So wurde das Projekt für uns handhabbar. Für die Bezieher der HKA richteten wir damals die Möglichkeit ein, die bereits erschienen ersten fünf Orientbände nicht zu abonnieren.

Dass es dann noch einmal über zehn Jahre dauerte, bis Der Schut als Abschlussband erscheinen konnte, hätten wir auch nicht gedacht. Aber der Tod eines der Bearbeiter und die längerfristige Erkrankung eines zweiten zogen die Arbeit in die Länge. Nunmehr aber können wir mit gewissem Stolz feststellen, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde und die HKA bereichert hat.

Auch mit dem nächsten für 2026 vorgesehenen HKA-Band schließen wir ein mehrbändiges Werk Karl Mays ab, nämlich dem dritten Band von Im Landes des Mahdi (IV.11), herausgegeben von Johannes Zeilinger und bearbeitet von Ralf Gehrke. Für die folgenden Jahre planen wir in Absprache mit der Karl-May-Stiftung und dem Karl-May-Verlag ebenfalls, jeweils zwei neue HKA-Bände herauszugeben. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden das für 2027 die Bände Pandur und Grenadier (KMW I.6) – die Dessauer-Erzählungen Karl Mays enthaltend – und Im Reiche des silbernen Löwen II (KMW IV.23) sein, deren Bearbeitung schon mehr oder weniger abgeschlossen ist.

Neuerscheinungen

Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 228

Inhaltsverzeichnis

  • Rainer Jeglin: In eigener Sache
  • Manfred Moßmann: The Greenhorn’s Progress. Der erste Elk – eine perfekte Abenteuer-Erzählung
  • „Jetzt plane ich einen Film über Karl May …“. Ein Gespräch mit Erich Loest aus dem Jahr 1982
  • Michael Schaden: Zur Handlungszeit von Karl Mays Am Rio de la Plata. Er­gänzungen zu einem Beitrag Wolfgang Bickels
  • Stefan Schmatz: Die Liebe des Ulanen in der ›New-Yorker Staats-Zeitung‹. Ein in mehrfacher Hinsicht besonderer Karl-May-Abdruck während des Ersten Welt­kriegs (Teil 3)
  • Andreas Brenne: „Qua patet orbis“ – Karl May auf der Bühne
  • Malte Ristau: Ach wär’ ich doch Old Shatterhand. Figuren als Teil der Wirkungs­geschichte

Nachrichten

Karl-May-Messe in Idar-Oberstein

Vom 18. bis 19. April 2026 fand in Idar-Oberstein die zweite Karl-May-Messe statt. Neben dem Karl-May-Verlag war auch die Karl-May-Gesellschaft mit einem gemeinsamen Stand mit dem Karl-May-Museum Radebeul vertreten. Die Messe war weniger stark besucht als die erste Messe 2019, die Besucherinnen und Besucher zeigten aber wieder großes Interesse an der Arbeit unserer Gesellschaft. Am Stand ausgelegt und erwerbbar waren unsere Publikationen, darunter auch die Historisch-kritische Ausgabe der Werke Karl Mays. Betreut wurde unser Auftritt von unserem Schatzmeister Uwe Teusch. Wir danken ihm herzlich für seinen Einsatz!

Neuerscheinungen

HKA IV.6 „Der Schut“ erschienen

Mit dem Erscheinen von Der Schut, dem 6. Band des großen Orientromans Karl Mays, kommt eines der Großprojekte der Historisch-kritischen Ausgabe nach fast 40 Jahren endlich zum Abschluss. Nicht zuletzt diese Reiseerzählung, die den Erzähler auf eine Reise rund um das Mittelmeer durch weite Teile des Osmanischen Reiches führt, hatte seinerzeit Karl Mays Ruhm begründet, als sie unter dem Titel Giölgeda padishanün – Im Schatten des Padischah – in der Zeitschrift ›Deutscher Hausschatz‹ in Fortsetzungen über mehrere Jahre erstveröffentlicht wurde.

Wie die Zweitauflagen der vorausgehenden fünf Bände des Orientromans, so enthält auch Der Schut einen ausführlichen editorischen Bericht, der unter anderem wieder die Varianten der Zeitschriftenfassung gegenüber der Buchausgabe detailliert verzeichnet. Der editorische Bericht enthält darüber hinaus die Editionsgeschichte des Bandes, die Bibliografie aller zu Mays Lebzeiten erschienenen Ausgaben und Auflagen und die Darstellung der Textgeschichte.

Herausgeber: Joachim Biermann

Bearbeiter: Dr. Florian Schleburg

Erscheinungsjahr: 2026

629 Seiten, Halbleinen-Band mit Lesebändchen, Graphitschnitt, Buntpapierbezug und Silberprägung

Archiv, Nachrichten

Zum Fortgang der Historisch-kritischen Ausgabe

von Joachim Biermann

Der Band IV.5 der Historisch-kritischen Ausgabe Durch das Land der Skipetaren konnte Ende letzten Jahres ausgeliefert werden und ist Januar 2026 in den freien Verkauf gegangen. Mittlerweile ist auch der letzte Band des Orientromans Der Schut (KMW IV.6) so weit gediehen, dass er im April 2026 ausgeliefert werden kann – diesmal wieder an alle Subskribenten, auch diejenigen, die auf die zweiten Auflagen der Bände 1–5 des Orientromans verzichtet haben. Damit liegt nach über 40 Jahren Karl Mays großer Orientroman auch in der HKA vollständig vor.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 ist ein weiterer Band der HKA vorgesehen, und auch für die folgenden Jahre gehen wir davon aus, jeweils zwei Bände pro Jahr herausbringen zu können. Die beiden nächsten Bände werden, wenn alles nach Plan verläuft, Im Lande des Mahdi III (KMW IV.11) und Pandur und Grenadier (KMW I.6) sein.

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