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Band 5 der Juristischen Schriftenreihe erschienen (Meldung vom 16. April 2013)

JS05Als der Herausgeber der angesehenen Zeitschrift ›Kunstwart‹, Ferdinand Avenarius (1856–1923), davon sprach, dass Karl May »mit seiner Million im Trocknen« sitzen würde, gab er eine weit verbreitete Meinung der Gegner des Schriftstellers wieder. Diese Einschätzung bezog sich auf Mays wirtschaftliche Situation nach der Jahrhundertwende, die den Schriftsteller aus Radebeul sicherlich als einen der wohlhabendsten Vertreter seiner Gilde erscheinen ließ. Ein Millionär ist May jedoch auch damals nicht gewesen.
»Der Dichter hat während seines ganzen Lebens«, so der May-Verleger Euchar Albrecht Schmid (1884–1951) »insgesamt im Höchstfall die Summe von 800.000 Mark vereinnahmt, und sein Nachlass bezifferte sich einschließlich des Wertes seiner Villa und der dazugehörigen Gartengrundstücke auf 140.000 Mark!«
Die Hauptgrundlage seiner guten ökonomischen Situation in der damaligen Zeit waren vor allem die umfangreichen Einnahmen, die May seit 1892 mit der Herausgabe seiner ›Gesammelten Reiseromane‹ (ab Band XVIII ›Gesammelte Reiseerzählungen‹) im Verlag von Friedrich Ernst Fehsenfeld (1853–1933) erzielte.
Der Karl-May-Forscher und damalige Mitinhaber des Bamberger Karl-May-Verlages, Roland Schmid (1930–1990), verdeutlichte durch Vorlage umfangreicher Auflistungen, in welchem Maße sich Mays jährliche Einkünfte mit der Herausgabe der ›Gesammelten Reiseromane/-erzählungen‹ verbesserten. Das hatte auch Einfluss auf das Verhältnis des Dichters zur Justiz: Noch in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts geriet Karl May aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation mehr als einmal in Konflikte mit dem Gesetz. Vor allem die Jahre zwischen 1887 und 1891 werden neben dem erfolgreichen literarischen Aufstieg vor allem von Zahlungsbefehlen und Zahlungsklagen zahlreicher Gläubiger geprägt. Das Erstaunliche dabei ist auf der einen Seite der enorme Umfang von Mays Veröffentlichungen, doch auf der anderen Seite, dass seine Honorare zur vollständigen Deckung seiner Lebenshaltung anscheinend nicht ausreichten. Mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation eines Schriftstellers stand Karl May nicht alleine da. Sie betraf viele Schriftsteller und entsprach einer deprimierenden Historie.

Jürgen Seul: Karl Mays Zivilprozesse und Honorare. Hrsg. von Ruprecht Gammler und Jürgen Seul. Husum: Hansa-Verlag 2013 (Juristische Schriftenreihe der Karl-May-Gesellschaft, Band 5). 90 Seiten, zahlreiche Faksimiles. Broschiert, Format: 21 x 29,7 cm. ISBN 13: 978-3-941629-08-0. Preis: 10,95 €

Mitglieder der Karl-May-Gesellschaft können den Band zum ermäßigten Mitgliederpreis von € 7,50 zzgl. Versandkosten über die zentrale Bestelladresse beziehen: vertrieb[at]karl-may-gesellschaft.de. Bitte bei der Bestellung unbedingt die Mitgliedsnummer angeben!





 

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