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07.10.2021 (Do) - 10.10.2021 (So): 26. KMG-Kongress in München (Stand: 14.04.2020)


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Letzte Nachrichten



Neuerscheinung: Am Hancockberg (Meldung vom 28. September 2020)

HancockbergKarl May: Am Hancockberg. Fantastische Geschichten mit Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi. Mit Textillustrationen aus der Zeit Karl Mays und Bildtafeln von Lars Noah. Hrsg. von Hartmut Wörner. Verlag der Nation Husum. 506 Seiten. Paperbacl. ISBN 978-3-373-00540-7. Preis: 14,95€

Verlagstext:
Karl May ist einer der begnadedsten fantastischen Erzähler der deutschen Literatur. Er erfand legendäre Helden wie Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. Bei der Lektüre dieser Anthologie taucht man in die spannenden und anrührenden Ereignisse rund um den gewaltsamen Tod des legendären Apachenhäuptlings Winnetou ebenso ein wie in ein Zuchthaus des 19. Jahrhunderts, wo die Häftlinge zur „Nummer“ degradiert sind. Mit Mays Helden strandet man auf einer Südsee-Insel und befreit einige Buchseiten danach eine geheimnisumwitterte spirituelle Meisterin aus einem einsam gelegenen Turm in den kurdischen Bergen. Bei diesen und weiteren Abenteuern rund um den Erdball ist spannende und niveauvolle Unterhaltung garantiert. Dieses mit zahlreichen zeitgenössischen Textillustrationen und Tafeln des Geraer Künstlers Lars Noah reich bebilderte Buch lädt ein zum (Wieder)Entdecken eines unsterblichen Geschichtenerzählers und Fantasten.

erschienen im Verlag der Nation

 

 



Himmelsgedanke (Meldung vom 28. September 2020)

Ohne Tod kein Leben. Das wahre, gesunde Leben ist ein immerwährendes Absterben und Ausscheiden des Unbrauchbaren, um dem Brauchbaren Platz zu machen. Aber ist es erlaubt, dieses Absterben Tod zu nennen?

 



Neuerscheinung: Die Sonne, die mir lacht (Meldung vom 23. September 2020)

BeckerKarl-Heinz Becker: Die Sonne, die mir lacht. tredition Verlag Hamburg. 88 Seiten. ISBN 978-3-347-05832-3. Preis: 14,99€ (Hardcover), 9,99€ (Paperback), 4,99€ (E-Book)

Verlagstext:
In seinen Kurzgeschichten „Die Sonne, die mir lacht“, lässt der Autor Karl-Heinz Becker die Hoffnungsstrahlen des christlichen Glaubens aufleuchten
Häufig schon hat Karl-Heinz Becker in den Kirchen in und rund um Hamburg aus seinen schwungvollen Erzählungen gelesen: in der Zachäus-Kirche, Langenhorn, St. Lukas in Fuhlsbüttel oder in der Kaltenkirchener Michaeliskirche. Nun ist in der Corona-Phase ein neuer Erzählband von ihm erschienen. „Die Sonne, die mir lacht“.
Spannend und humorig erzählen die kurzen Geschichten von Freude und Abenteuern, von Festen und Lachen, von kindlichem Glück und erlösenden Taten. Alle Geschichten haben eines gemeinsam: Sie sind voller Überraschungen und kleinen Wundern und beleben den Alltag. Wer genauer hinschaut, kann zwischen den Zeilen noch viel mehr entdecken, den Trost des Glaubens, dass der Mensch nicht allein ist. Denn sowohl in Zeiten des Lachens als auch in Zeiten des Weinens ist eine Hand über ihm - segnend und haltend.
Der Hamburger Autor Karl-Heinz Becker (73) war viele Jahre als Redakteur für Fernsehzeitschriften tätig und arbeitet heute als freier Publizist. Neben Büchern hat er auch Hörspiele geschrieben. Aktuell widmet er sich vor allem dem Schreiben von Kurzgeschichten, in denen er mal heiter, mal anrührend Glauben und Alltag miteinander verbindet.

Anmerkung: Unter den Erzählungen befindet sich auch eine Liebeserklärung an Karl May. Die Geschichte „Das Mai-Wunder“ spiegelt die glühende Vorstellungs- und Gefühlswelt von jungen May-Lesern (und vielleicht auch von manchen älteren?) wider.

erschienen im tredition Verlag

 

 



Psychoanalyse Karl Mays (Meldung vom 22. September 2020)

Manfred Krill, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychoanalyse, Psychotherapie, hat auf seiner Webseite eine kurze Studie zu einer möglichen psychischen Erkrankung bei Karl May veröffentlicht. Darin diagnostiziert er eine narzisstische Persönlichkeitstörung. Textgrundlage der Untersuchung sind die autobiographischen Schriften Mays im Band "Ich" in der Bamberger Ausgabe von 1968.

Nachzulesen ist der die Untersuchung unter http://drkrillverlag.de



Himmelsgedanke (Meldung vom 21. September 2020)

Die Frage, wo das Paradies einst gelegen hat, soll uns nicht quälen. Sobald die Gnade Gottes es uns wieder öffnet, werden wir seine Thore ragen sehen.

 



Neuerscheinung: Reinhard Marheinecke: Die Tramps vom Kansas River (Meldung vom 17. September 2020)

trampsReinhard Marheinecke: Die Tramps vom Kansas River. Ein neuer Roman mit Winnetou und Old Shatterhand. Karl-May-Verlag Bamberg/Radebeul. 320 Seiten. Hardcover. ISBN 978-3-7802-0133-1. Preis: 22,00€

Verlagstext:
Winnetou und Old Shatterhand vereiteln mit Hilfe der beiden "Snuffels" einen Postkutschenüberfall am Kansas River. In Lawrence erfahren sie, dass eine üble Bande Tramps schon länger die Gegend unsicher macht. In der Postkutsche befanden sich zwei junge englische Ladies, die auf der Suche nach ihrem Bruder sind, der sich in die Hände eines zwielichtigen Burschen begeben hat. Die Blutsbrüder versprechen, den Frauen bei der Suche nach dem jungen Mann zu helfen. Unweigerlich geraten sie so den Tramps in die Quere. Mit Hilfe der Osagen wollen die Freunde den Schurken endgültig das Handwerk legen.

erschienen im Karl-May-Verlag

 

 



Winnetous Erben und die Bearbeitung von Texten (Meldung vom 16. September 2020)

von Rolf Kamradek

Erfreulicherweise hat Herr Klaus Eggers zu meiner Rezension über Winnetous Erben Stellung genommen. So kommt Leben in die KMG-Webseite.

Als Literaturwissenschaftler wünscht Herr Eggers natürlich, dass allen Stellungsnahmen zu Karl May die Historisch-kritische Ausgabe zugrunde liegt. Verständlich, wenn man sein Beispiel der Textverfälschungen in der von ihm angeführten Frühstücksszene in Winnetous Erben sieht.

Aber die grünen Bände sind nun mal da, werden gelesen und wer sie besitzt, wird sich auch ihrer bedienen, wie auch der vielen populären Bücher, die durch Bearbeitungen ihr Jahrhundert überlebt haben: Robinson, Lederstrumpf, Sigismund Rüstig, Die drei Musketiere, Die Schatzinsel, Steubens Tecumseh, Huckleberry Finn, Simplicissimus usw. usw. Auch auf unserer besagten Website wird ein Winnetou für Kinder angeboten und sogar in Herrn Biermanns Leitartikel „In eigener Sache“, in Nr. 205 der letzten Mitteilungen der KMG, wird erwogen die „N-Frage“ in Karl Mays Bänden zu überdenken, ein sehr problematischer Eingriff, da gerade May die Bezeichnung „Neger“ ausdrücklich gegen den negativen „Nigger“ abgrenzt. (Old Surehand I, Bamberger Ausgabe 1949, S. 199/200)

Schlimm sind Bearbeitungen natürlich dann, wenn Inhalt und Aussage des Autors verfälscht werden.

Ich glaube aber, dass auch in der Bamberger Ausgabe von „Winnetous Erben“, der von Karl May geforderte Aufstieg der Indianer zum Edelmenschen nur durch Zusammenschluss aller Völker und Rassen deutlich erkennbar wird. Er wird symbolisiert durch die Beteiligung des Bleichgesichtes Old Shatterhand. Dies kommt auch in meiner Rezension zum Ausdruck.

Im Gegensatz hierzu streben die feindlichen Sioux diesen Aufschwung unter Ausschluss der Weißen und deren Freunde, der Apatschen, an, ganz im Sinne des von Karl May kritisierten und von Herrn Eggers zitierten namhaften Universitätsprofessors, der die Entwicklung rein völkerschaftlicher Individualitäten fordert.



Zum Fortgang der Historisch-kritischen Ausgabe (Meldung vom 15. September 2020)

HKAvon Joachim Biermann

Die Arbeit an dem als nächstes geplanten HKA-Band Himmelsgedanken ist abgeschlossen. Wenn ich jetzt noch nicht davon berichten kann, dass dieser Band im Erscheinen begriffen ist, so liegt das im Wesentlichen an der Corona-Krise, die uns alle ja in vielen Lebensbereichen berührt und betrifft. Das Karl-May-Museum musste, wie alle ähnlichen Institutionen, für eine längere Zeit seine Tore schließen und konnte bis heute nicht vollständig in seinen „Normalbetrieb“ zurückkehren. Das hatte auch gravierende Auswirkungen auf die finanzielle Lage von Museum und Stiftung. Geplante Ausgaben mussten zeitlich gestreckt werden, wovon auch die HKA betroffen ist. So ist der angestrebte Termin für die Himmelsgedanken – Herbst 2020 – leider nicht zu halten gewesen. Wir gehen jetzt davon aus, dass der Band um das Jahresende herum erscheinen kann. Der dann folgende Band, voraussichtlich Band IX.2 (Karl Mays Bibliothek) ist dann wohl für Mitte 2021 zu erwarten.

Auch die Arbeit an weiteren geplanten Bänden schreitet fort. Welcher davon als erstes druckfertig ist, kann allerdings zur Zeit noch nicht gesagt werden. Von Herausgeberseite ist also der Fortgang der HKA gesichert. Wir hoffen aber sehr darauf, dass auch die Abonnentenzahl in Zukunft wieder in die Höhe geht. Der nunmehr doch bereits mehr als eine Generation andauernde Erscheinungszeitraum dieser Ausgabe (der erste Band Scepter und Hammer kann bekanntlich 1987 heraus) erweist sich als wesentlich länger, als Hans Wollschläger und Hermann Wiedenroth sich dies ursprünglich wohl vorgestellt hatten. Vielleicht waren die seinerzeitigen Erwartungen auch ein wenig unrealistisch oder, positiver gesagt, zu idealistisch – die von den beiden Erstherausgebern eingeplanten 99 Bände müssen editorisch ja erst einmal erarbeitet werden, und wir schaffen heute mit wesentlich mehr Manpower als damals gerade ein oder zwei Bände im Jahr. Diese lange Zeit, über die sich die Edition nun erstreckt und noch erstrecken wird, bringt es mit sich, dass von den ursprünglichen Beziehern etliche im Laufe der Jahre leider verstorben sind. Neue Abonnenten sind zwar hinzugekommen, doch sind wir auch auf weitere Neu-Abonnenten angewiesen. Allen an Karl May und seinem Werk Interessierten sollte die Sicherung der Originaltexte Karl Mays ein wesentliches Anliegen sein. Die Reihe ›Karl Mays Werke‹ kann abonniert werden, es ist aber auch der Bezug einzelner Bände möglich. Näheres ist auf der Homepage der HKA zu erfahren: https://www.karl-may-museum.de/de/sammlungen/publikationen/karl-mays-werke/



Himmelsgedanke (Meldung vom 14. September 2020)

Jeder Mensch ist Schöpfer einer eigenen Welt. Seine Thaten sind die festen, seine Worte die flüssigen, seine Gedanken die imponderabilen Bestandteile dieser Welt. Er schafft sie sich nicht bloß für hier, sondern wird sich auch in jenem Leben nicht von ihr lossagen können.

 



Neuerscheinung: Karl Mays Magischer Orient, Band 9 (Meldung vom 12. September 2020)

MagOr9Jacqueline Montemurri: Das Geheimnis des Lamassu. Karl Mays Magischer Orient. Band 9. Karl-May-Verlag Bamberg/Radebeul. 480 Seiten. Broschiert. ISBN 978-3-7802-2509-2. Preis: 20,00€

Verlagstext:
Sir David Lindsays Vater wurde unter mysteriösen Umständen ermordet. Während der Trauerfeierlichkeiten auf Lindsay Castle lernen Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar Sir Davids Ziehschwester Anahita kennen, die eines Nachts plötzlich verschwindet. Mit Hilfe des analytisch begabten Familienfreundes Arthur Conan Doyle finden sie eine Spur, die in Lindsays Vergangenheit und zudem nach Persien weist. Damit beginnt ein Abenteuer, das in die Wüste mit ihren gefährlichen Geschöpfen führt, in unwegsame Berge zu schattenhaften Kriegern und in den prunkvollen Palast des Schahs von Persien...

Mit einem Epilog von Bestsellerautorin Nina Blazon!

erschienen im Karl-May-Verlag

 

 



Heft Nr. 205 der Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft erschienen (Meldung vom 08. September 2020)

M205 Ausgabe Nr. 205 der Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft ist erschienen!

Inhaltsverzeichnis
- Joachim Biermann: In eigener Sache
- Wolfgang Sämmer: Aus alten Zeitungen, Tagblättern und Journalen (2): Hadschi Halef in Würzburg
- Paolo Boccafoglio: Der Aufenthalt Karl Mays in Riva am Gardasee und der Varone-Wasserfall im Reiche des silbernen Löwen IV (I)
- Wilhelm Brauneder: Ein Nachtrag zu Mays Repertorium: Wilhelm Hauff
- Andreas Graf: Nachtrag zu »Mein Name ist Bruno Albrecht.«
- Joachim Biermann: Ein Nachtrag zum Brief Karl Mays an eine pazifistische Zeitschrift
- René Grießbach: Masser Bob – ein Held aus der zweiten Reihe und die ambivalente Darstellung der ›Schwarzen‹ in Karl Mays Amerikaromanen (Teil 1)
- Lorenz Hunziker: Der Skalp von Ribannas Mörder sei mein! Winnetous Verlangen nach diesem Skalp
- Malte Ristau: Vor 150 Jahren: Ein doppelter Triumph Mays Liebe des Ulanen und der außerordentliche Sieg von Sedan
- Uwe Kahl: Winnetou in Oybin 65
- Joachim Biermann: Aufgelesen … aus einer alten Festschrift



Himmelsgedanke (Meldung vom 07. September 2020)

Wer sein altes Heim verläßt, pflegt vorher für ein neues zu sorgen. Wirst du dir, wenn du stirbst, eine himmlische Wohnung gesichert haben?

 



Karl May in Leipzig Nr. 122 erschienen (Meldung vom 05. September 2020)

kml122Aus dem Inhalt:
- Martin Schulz: Münchmeyers Mitarbeiter in »Schacht und Hütte« oder ein Kes­sel­feue­rung­be­frie­di­gungs­an­ge­stell­ter in Dres­den
- Thomas Pramann: Der „Veteran des Schulwesens“ „war ein Moltke“
- Martin Schulz: Karl May aus Leipzig (VI) – Die Zeit von 1945 bis 1990
- Bludgeon: Winnetous Tod – oder: Eine Sucht von gestern
- Uwe Lehmann: Sozialistische Groschenromane
- Thomas Wilde: Gojko in my life
- Uwe Lehmann: Der falsche May. Nummer Zwanzig – Ein Berner Oberst
- Thomas Pramann: Blumige Grüße zum 25-jährigen Jubiläum
- Sven-Roger Schulz: Neues Altes von Hermann Goedsche (Sir John Retcliffe)
- Martin Schulz: Der Wüstenreiter. Mit dem „Vater der Macht“ über die Ara­bi­sche Halb­in­sel
- Jenny Florstedt: Re:Orient. Karl May im Grassimuseum für Völkerkunde
- Martin Schulz: »Old Surehand« und »Der Schatz im Silbersee«. Die Oh­ren­knei­fer le­gen nach
- Kurz notiert
- Das Geheimniß des Indianers. Nach Mitteilungen eines deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Arz­tes. Teil XII (und Schluss)
- Wie man ein Waldröschen unter die Haube bringt

Das Heft ist zu beziehen über: Freundeskreis Karl May Leipzig e.V.



Karl May & Co. Nr. 161 erschienen (Meldung vom 25. August 2020)

kmco161Aus dem Inhalt:

Karl May — Leben und Werk
- Stefan Schmatz: Der Waldschwarze und der kleine Nazi. Unbekannte May-Ab­dru­cke ent­deckt (XXXI)
- Wolfgang Hermesmeier: Robert Surcoufs zweiter Besuch in der neutralen Schweiz. Un­be­kann­te May-Ab­dru­cke ent­deckt (XXXII)
- Stefan Schmatz: Karl Mays Waldläufer-Bearbeitung im Verlag Bardtenschlager (Teil 2). Sel­te­ne Ein­band­va­ri­an­ten von Karl-May-Bü­chern (III)
- Hartmut Schmidt: „Silbersee“ und „Inka“ in Halbleder. Seltene Ein­band­va­ri­an­ten von Karl-May-Bü­chern (IV)

Karl May im Film
- Stefan von der Heiden: Die Silberbüchse und der Bärentöter. Die Waffen der Karl-May-Fil­me
- Rolf Dernen: Der erste Karl-May-Film-Kinderstar. Leonhardt „Burschi“ Putz­gru­ber
- Jenny Florstedt: „Es hat uns das Herz gebrochen, das Treffen verschieben zu müs­sen“. In­ter­view mit Sa­bri­na Kretz­schmar, Mit­or­ga­ni­sa­to­rin der Nos­tal­gie­tref­fen

Bühne
- Nicolas Finke: Familienzusammenführung im Bayerischen Wald. Surehand-Pre­mie­re in Pull­man Ci­ty Bay­ern
- Sven Margref: Winnetou@home. Zur Benefiz-Aktion von KARL MAY & Co.
- Jonas Remmert: Die Indianer sprechen Türkisch. Karlsruher Figurentheater bringt „Sil­ber­see“
- Nicolas Finke: Ein Mann für (fast) alle Rollen. Im Gespräch mit Helmut Urban
- Michael Kunz: Winnie2 in Würselen. Zum „Schatz im Blausteinsee“
- Markus Böswirth: Ein Greaschnobi in Dasing. Nachlese: Lesung „Winnetou auf Bay­risch“
- Nicolas Finke/Christine Hünseler: Servus, Winnetou! „Winnetou I auf Bay­risch“ auf Da­sings Frei­licht­büh­ne
- Michael Kunz: Kara & Sherlock vertreiben die Schatten. Peter Wayands „per­si­scher Pan­tof­fel“

Szene & Co.
- Michael Kunz: Unter Geiern — Der Kampf ums Karl-May-Museum. Zur Krise von Stif­tung und Mu­se­um
- Kai Naumann: „Jetzt reden wir aber auch mal über Karl May“. Ein Interview mit Il­ja Rich­ter
- Volker Krischel: Mays Helden auf anderen Pfaden. Romane von Axel J. Hal­bach
- Nicolas Finke/Stefan Schmatz: Halef 2.0. Kurioses und Skurriles im Zu­sam­men­hang mit Had­schi Ha­lef Omar
- Nicolas Finke: Stasi-Netz in der Weberstadt. Zu den Aktivitäten der Stasi rund um das Karl-May-Haus Ho­hen­stein-Ernst­thal / Die Karl-May-Sze­ne und die Sta­si, Teil 9
- Malte Ristau: Gelungene Wiederbelebung alter Träume. Janetzkis Karl-May-Fi­gu­ren und -Co­mics
- Stefan Schmatz: Karl Mays Traumwelten im Comic. Teil 13: Schwarzweiße Bil­der­rei­sen

Das Heft ist zu beziehen über: Mescalero e.V.



Neuerscheinung: Die Wüste (Meldung vom 20. August 2020)

Die_WüstePierre-Henri Stanislas d'Escayrac de Lauture: Die Wüste. Hrsg. von Dirk Schmücker. Books on Demand Norderstedt 2020. 372 Seiten. Hardcover. ISBN 978-3-75193-274-5. Preis: 49,90€ (als E-Book: 24,99€)

Verlagstext:
Pierre-Henri Stanislas d'Escayrac de Lauture, Diplomat und Weltreisender, berichtet in seiner ersten großen Reisebeschreibung, Le Désert et le Soudan, über die Natur, vor allem aber über die Menschen, denen er in der afrikanischen Wüste und im Sudan, den Ländern jenseits des 17. Breitengrades, begegnet. Sein Reisebericht wird schon zwei Jahre nach dem Erscheinen 1853 in einer leicht gekürzten Fassung ins Deutsche übertragen. Diese Ausgabe enthält außerdem Teile des französischen Originaltextes sowie einen Nachruf auf d'Escayrac von Victor-Adolphe Malte-Brun, ebenfalls in französischer Sprache.
"Dieses Buch steht in Karl Mays Bibliothek und bildet, wie sich erweist, gleichsam Mays Handbuch und Reiseführer für die Sahara und Teile Nordafrikas. Außerdem dient es noch als arabischer Sprachführer." (Helmut Lieblang)

erschienen bei Books on Demand



Neues Karl May Buch in Frankreich veröffentlicht (Meldung vom 18. August 2020)

incaKarl May; L’Héritage de l’Inca. Traduit par Steliana Pujolras. Éditions Post-Scriptum Montaigut, 2020. 443 Seiten. Paperback. ISBN 979-10-94605-20-2. Preis: ca. 20,00€

In Frankreich ist eine Neuübersetzung von Karl Mays Roman "Das Vermächtnis des Inka" erschienen. Es handelt sich um die erste Übersetzung eines Karl-May-Romans seit den 1960er Jahren.

Angaben zur Übersetzerin Steliana Pujulras finden Sie unter www.winnetou.fr.

Das Buch ist erschienen bei Éditions Post-Scriptum, bestellbar über Amazon.

 

 

 



Neuerscheinung: Allah il Allah! (Hörbuch) (Meldung vom 04. August 2020)

mekkaAllah il Allah!, mp3-Hörbuch, Band 60 der Gesammelten Werke, Gelesen von Heiko Grauel, Audio-CD, Karl-May-Verlag. ISBN: 978-3-7802-0760-9. Preis: 19,95€

Verlagsbeschreibung:
Voller Lebendigkeit schildert der Verfasser die Begebenheiten, die sich auf dem langen und gefahrvollen Weg Kara Ben Nemsis und Hadschi Halef Omars durch die Wüste von Tunesien aus über Tripolis bis nach Ägypten zutrugen. Mit dabei sind gute alte Bekannte: Krüger Bei und Sir David Lindsay.
Der Sprecher Heiko Grauel erhielt seine Ausbildung für Synchron, Werbung und Moderation beim Hessischen Rundfunk. Seit 1993 moderiert er zahlreiche Radio- und TV-Events. Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme Charakteren in unzähligen Spielfilmen. Daneben kennt man seine Stimme aus Funk- und Fernseh-Werbespots für namhafte Firmen und Produkte aus den verschiedensten Branchen, von der Lufthansa bis zu Softdrinks und Cornflakes. Der gebürtige Hanauer lebt in Frankfurt und vertont derzeit aktuelle Management- und Personalcoachings. Von Karl May las er auch Band 7 WINNETOU I, Band 8 WINNETOU II, Band 9 WINNETOU III, Band 10 SAND DES VERDERBENS, Band 11 AM STILLEN OZEAN, Band 12 AM RIO DE LA PLATA, Band 13 IN DEN KORDILLEREN, Band 14 OLD SUREHAND I, Band 15 OLD SUREHAND II, Band 16 MENSCHENJÄGER, Band 17 DER MAHDI, Band 18 IM SUDAN, Band 19 KAPITÄN KAIMAN Band 20 DIE FELSENBURG, Band 21 KRÜGER BEI, Band 22 SATAN UND ISCHARIOT, Band 23 AUF FREMDEN PFADEN, Band 24 WEIHNACHT, Band 25 AM JENSEITS, Band 35 UNTER GEIERN, Band 36 DER SCHATZ IM SILBERSEE, Band 37 DER ÖLPRINZ, Band 38 HALBLUT, Band 39 DAS VERMÄCHTNIS DES INKA, Band 41 DIE SKLAVENKARAWANE und Band 50 IN MEKKA.

1 mp3-CD, Digipack mit 8-seitigem Booklet

Erscheinungsjahr: 2020

erschienen im Karl-May-Verlag



Materialien zum Werk Karl Mays, Band 9 erschienen (Meldung vom 02. August 2020)

Mat9In der Reihe der Materialien zum Werk Karl Mays ist eine Studie unseres Geschäftsführers Hartmut Wörner zur Rezeptions Chamberlains bei Karl May erschienen. Satz und Druckvorlage hat Laura Thüring in sorgfältiger Arbeit erstellt.

Hartmut Wörner: Der Wegbereiter und der Lieblingsschriftsteller des "Führers". Eine Studie zur Rezeption von Houston Stewart Chamberlains „Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts“ durch Karl May. Materialien zum Werk Karl Mays, Band 9. Hansa Verlag, Husum. 148 Seiten. Broschiert. ISBN 978-3-941629-25-7

Das Buch kostet im Buchhandel 14,- Eur
Der Preis für KMG-Mitglieder beträgt 8,- Eur (zzgl. Versandkosten; Bestellungen der KMG-Mitglieder bitte an: vertrieb[AT]karl-may-gesellschaft.de)

Verlagstext
Karl May war auch im ‚Dritten Reich‘ beliebt und gilt als einer der Lieblingsschriftsteller Adolf Hitlers. Der Rassentheoretiker Houston Stewart Chamberlain, Schwiegersohn Richard Wagners, gilt mit seinem einflussreichen Hauptwerk ‚Die Grundlagen des Neunzehnten Jahrhunderts‘ von 1899 als geistiger Wegbereiter des Nationalsozialismus. Dieses Buch geht dem Einfluss des Kulturphilosophen auf den späten Karl May nach, der mit Chamberlain 1906 brieflichen Kontakt aufnahm. Es dokumentiert Mays intensive Befassung mit den ‚Grundlagen‘ und deckt die Einflüsse Chamberlains auf sein Denken ab 1905 auf. So wird deutlich, dass Mays Idee einer neuen germanisch-indianischen Rasse und sein Kunstbegriff von Chamberlain beeinflusst war. Zugleich zeigt sich aber auch, dass der sächsische Phantast durch sein humanitäres Credo gegen Chamberlains zentrales Postulat der Rassenkonkurrenz und dessen radikalen Antisemitismus immun war.

erschienen im Hansa-Verlag



Neuerscheinung: Der Schatz im Silbersee für Kinder (Meldung vom 31. Juli 2020)

knorre2Karl May / Christian Loeffelbein: Der Schatz im Silbersee. Illustriert von Alexander von Knorre. Arena Verlag Würzburg. 72 Seiten. Hardcover. ISBN 978-3-401-71719-7. Preis: 9,00€

Verlagstext:
Der Rote Colonel und seine Bande verbreiten Angst und Schre­cken im Wil­den Wes­ten. Sie sind auf dem Weg zum Sil­ber­see. Denn in sei­nen Tie­fen soll ein sa­gen­um­wo­be­ner Schatz ver­bor­gen sein.

Für Kinder ab 7 Jahren.

Anmerkung: Es handelt sich um eine Neuedition der ebenfalls im Arena Verlag erschienenen "Bücherbär"-Ausgabe von 2018.

erschienen im Arena Verlag

 

 

 



Wieder verfügbar: Hans Wollschlägers Karl-May-Biographie (Meldung vom 29. Juli 2020)

wollschlaegerHans Wollschläger: Karl May. Grundriß eines gebrochenen Lebens. Wallstein Verlag Göttingen. 304 Seiten. Hardcover. ISBN 978-3-8924-4740-5. Preis: 29,90€

Verlagstext:
Bis Mitte der sechziger Jahre war der Name Karl May nur noch durch die kom­mer­ziel­le Aus­schlach­tung als »Ju­gend- und Volks­schrift­stel­ler« wahr­nehm­bar. Dies än­der­te sich 1965 mit dem Er­schei­nen von Hans Woll­schlä­gers bio­gra­phi­scher Pio­nier­ar­beit, in der die aben­teu­er­li­che Exis­tenz des Groß­schrift­stel­lers May in ein­drucks­vol­ler De­tail­fül­le ge­schil­dert wird. Di­rekt aus den Quel­len re­kon­stru­iert Woll­schlä­ger in die­ser mitt­ler­wei­le zum Klas­si­ker avan­cier­ten Bio­gra­phie den bi­zar­ren Le­bens­weg ei­nes Au­ßen­sei­ters, der we­gen sei­nes schwa­chen Rea­li­täts­sinns im­mer wie­der in ver­häng­nis­vol­le Kon­fron­ta­tio­nen mit sei­ner so­zia­len Um­welt ge­riet – sei es mit skru­pel­lo­sen Ver­le­gern oder mit par­tei­li­cher Jus­tiz und Pu­bli­zis­tik. Der bril­lan­te Stil und die be­ein­dru­cken­de Sprach­mäch­tig­keit Woll­schlä­gers wur­den sei­ner­zeit selbst vom ge­stren­gen Ar­no Schmidt ge­lobt, der die Bio­gra­phie nicht zu­letzt auch we­gen der »un­un­ter­drück­ba­ren Fä­hig­keit des Ver­fas­sers zu ele­gan­ten For­mu­lie­run­gen« drin­gend emp­fahl. In ih­rer Exakt­heit und Zu­ver­läs­sig­keit ist die­se lan­ge ver­grif­fe­ne »Grün­dungs­ur­kun­de der neue­ren Karl-?May For­schung« auch heu­te noch un­ent­behr­li­che Lek­tü­re für al­le, die sich mit May ernst­haft be­schäf­ti­gen möch­ten.

erschienen im Wallstein Verlag

 



Lagerfeuer Nr. 11 erschienen (Meldung vom 28. Juli 2020)

lagerfeuer11Klaus Zimmer: Das Winchester-Gewehr Modell 1866 im Karl-May-Museum Radebeul. Ein Rückblick anlässlich 150 Jahre Winchester 1866-2016. Lagerfeuer 11, 2020. 24 Seiten. Preis: 5,50€ / 10,00 CHF

Das Heft ist zu beziehen über den Schweizer Karl May Freundeskreis

 

 

 

 




Neuer Leseblog für junge Karl-May-Leser (Meldung vom 24. Juli 2020)

Unser Mitglied Katrin Berszuck hat einen Leseblog für junge Karl-May-Leser ins Leben gerufen. Darin wird sie Buchbesprechungen zu Karl-May-Büchern veröffentlichen, die insbesondere für Kinder und Jugendliche gut zu lesen sind. Der Blog zielt darauf ab, Karl May bei jungen Lesern bekannt zu machen und neue Leser zu gewinnen. Gestartet hat Frau Berszuck Ihren Blog mit einer Vorstellung von Winnetou I.

Sie finden den Blog und eine Vorstellung der Autorin unter www.karl-may-lebt.de.



Neuerscheinung: May-nungen Nr. 13 (2020) (Meldung vom 19. Juli 2020)

may_nungen13Inhaltsverzeichnis
- Zum Geleit
- Wirbel in Radebeul
- Sr. Mirjam Dinkelbach: Karl-May-Preis für interkulturelle Verständigung Teil X
- Hubert Havlicek: Karl May — Briefwechsel mit seinen "Kindern", 1. Band. Re­zen­sion
- Hans Barkl: Sogar Winnetou hat seziert
- Sr. Mirjam Dinkelbach: Blutsbrüder-Inventur
- Peter Hahne: Wissenschaft wider Winnetou
- Hans Langsteiner: In Memoriam. Filmkomponist Peter Thomas
- Preisrätsel
- Sr. Mirjam Dinkelbach: Auf den Spuren von Zen-MAYster Karl
- Sr. Mirjam Dinkelbach: Karl May entkommt man echt nicht. Ein "Extra WOW"!
- Elmar Elbs: Winnetou in Engelberg
- Elisabeth Kolb: Karl-May-Spiele in Corona-Zeiten

Das Heft ist zu beziehen über den Karl May Club Österreich



May-Titel (Meldung vom 08. Juli 2020)

von Klaus Eggers

In dieser Rubrik haben wir in den letzten Tagen eine kleine Serie von Beiträgen des Autors Rolf Kamradek gelesen, in denen zwei Titel als solche Mays genannt wurden. Ohne dem verdienstvollen Verfasser und Mediziner zu nahe treten zu wollen – hat er doch, wie wir alle seinerzeit, gutgläubig angenommen, wenn auf einem Buch Karl May stünde, so sei auch Karl May darin, ohne den Wechselbalg, der sich bereits mit dem Titel ankündigte, zu erkennen –, seien zu ebendiesen Titeln einige Anmerkungen gestattet.

Vor vielen Jahren fand sich im Band 27 des Magazins für jede Art von Literatur ›Der Rabe‹ eine vierseitige Gegenüberstellung von Texten aus dem spätesten Roman von Mays Spätwerk und dem entsprechenden Wechselbalg: ›Zweimal Winnetou IV. Karl May und seine Bearbeiter‹.

Karl May, 1910: Es war in der Frühe eines schönen, warmen, hoffnungsreichen Frühlingstages. Ein lieber, lieber Sonnenstrahl schaute mir zum Fenster herein und sagte: »Grüß dich Gott!« Da kam das »Herzle« aus ihrem Erdgeschoß herauf und brachte mir die erste Morgenpost, die soeben vom Briefträger abgegeben worden war.

Karl-May-Verlag, 1935: Ein schöner, sonnenwarmer Frühlingsmorgen, das Zimmer voll Licht, das den Schreibtisch lockend überflutet, was braucht der Schriftsteller mehr, um schaffensfreudig zu sein!
Von unten hörte ich ein Klingeln an der Gartenpforte. Das war die Morgenpost.
Glücklicher Mann! dachte ich so nebenbei, während mein Federhalter eine Minute Ruhe hatte. Die Frau nimmt das alles in Empfang, deine Frau, das Herzle, das zärtlich für dich sorgt.

Wo May, wenn auch unter Zugabe einer kleinen Prise Kitsch, sachlich berichtet, geht der Bearbeiter, nachdem er den Märcheneingang entfernt und den religiösen Bezug gestrichen hat, in die vollen und beweist, daß er das Stilmittel der erlebten Rede beherrscht. So nebenbei erfahren wir, May, wenn er dichte, denke »so nebenbei« auch.

Noch ein Beispiel:

Karl May, 1910: Und er [ein wohlbekannter, hervorragender Universitätsprofessor] schien die Hauptaufgabe des Menschengeschlechtes in der Entwickelung der völkerschaftlichen Sonderheit und Individualität zu suchen, nicht aber in der sich immer mehr ausbreitenden Erkenntnis, daß alle Stämme, Völker, Nationen und Rassen sich nach und nach zu vereinigen und zusammenzuschließen haben zur Bildung des einen, einzigen, großen, über alles Animalische hoch erhabenen Edelmenschen. Erst dann, wenn die Menschheit sich von innen heraus, also aus sich selbst heraus, zu dieser harmonischen, von Gott gewollten Persönlichkeit geboren hat, wird die Schöpfung des wirklichen »Menschen« vollendet sein und das Paradies sich uns, den bisher Sterblichen, von neuem öffnen.

Karl-May-Verlag, 1935: Auch in der Rasse sind Unterschiede. Süd ist Süd, und Nord ist Nord, und jedes entwickelt seine bedingten Eigenarten. Und darüberhinaus ist eine Rasse nicht tot, deren Glieder zeitweilig zu völkischen Schlaf verurteilt sind. Ruht in ihr die Kraft der Auferstehung, so bedarf es nur des Weckrufs, und sie wird sich wieder melden unter den Völkern der Welt.
Und letzten Endes soll – das ist meine Erkenntnis – jede Rasse danach streben, in sich den vollkommensten, den Edelmenschen zu züchten.

Das ist nun gar nicht mehr lustig. Während bei May alle Menschen Brüder (und Schwestern, gerade in diesem Roman!) werden sollen – guter aufklärerischer und klassischer Tradition gemäß und wieder religiös grundiert – beruht die May unterschobene Erkenntnis des Bearbeiters auf einer deutlich anderen Ideologie. Der Weckruf (›Deutschland erwache‹) ist noch bekannt, ebenso wie er weitergeht; auch weiß man, daß der krude Biologismus der Rassenzüchtung, in die Tat umgesetzt, keineswegs zu Edelmenschlichem geführt hat.

Man mag Otto Eicke vielleicht zu gute halten, daß er 1935 noch nicht alle Konsequenzen des nationalsozialistischen Rassenwahns absehen konnte, doch stutzt man schon, wenn man seine Fälschung wörtlich so in einer Nachkriegsausgabe von 1952 findet, die, wenn nicht die Vorkriegsausgabe, Dr. Kamradek in seiner Kindheit gelesen hat. Erst die von Hans Wollschläger rückbearbeitete Version von 1960 gibt Mays originale Ausführungen wieder.

*

Zum anderen Titel bitte ich, ein paar Zeilen aus einem noch unveröffentlichten eigenen Aufsatz etwas modifiziert zitieren zu dürfen.

Wie wir wissen, hat May niemals ein ›Unter Geiern‹ genanntes Buch geschrieben. Vielmehr verdankt diese Benennung sich der Trivialisierung, die mit der nachträglichen Verwandlung des Visionärs in einen Volksschriftsteller einhergegangen war. Hier ist die Anpassung an den vermuteten Volksgeschmack besonders wenig glücklich ausgefallen: May humanisiert den Abenteuerroman (So waren abermals Feinde in Freunde umgewandelt worden, heißt es in der Titelerzählung des original ›Der Sohn des Bärenjägers‹ benannten Bandes); in der Bearbeitung werden die Angehörigen des indigenen Volkes der Sioux-Ogallala als ›Felsengeier‹ animalisiert. Was nicht gerade sensibel und zudem noch unstimmig ist, sind doch die Gefahr signalisierenden Geier keine Beutegreifer, sondern Aasfresser, und May hatte in der Erzählung vom ›Geist des Llano estacado‹ die – weißen – Räuber so genannt, weil sie ihre Opfer in die wasserlose Öde des Llano locken, wo sie verschmachten müssen, damit die Übeltäter hinterher die Leichen fleddern können. In der Haupterzählung des Buches dagegen begegnen uns verschiedene Indianernationen, die von Feinde(n) in Freunde umgewandelt werden, Geier aber kommen nicht vor.

*

Das Deckelbild des letzten Bandes der Fehsenfeld-Ausgabe entspricht nicht recht dem Inhalt und Tenor des Romans; über die Gründe seiner Wahl kann man anderswo nachlesen. Immerhin ist es von Sascha Schneider, und so integriert sich der Band in die Reihe der von diesem gestalteten Ausgabe. Der Erbe Winnetous hingegen, der uns, wie in dieser Rubrik mehrfach gezeigt, auf dem Titelbild von GW 33 entgegenreitet, ist offensichtlich nicht aus dem Burschen- und Bubenalter, in dem man sich nur immer schlägt und prügelt, herausgekommen, und entspricht damit dem Winnetou-Bild der Young Surehand und Young Apanatschka, nicht aber dem Old Shatterhands und also des Autors.



Neuerscheinung: Winnetou für Kinder (Meldung vom 03. Juli 2020)

knorre1Karl May / Christian Loeffelbein: Winnetou. Illustriert von Alexander von Knorre. Arena Verlag Würzburg. 72 Seiten. Hardcover. ISBN 978-3-401-71713-5. Preis: 9,00€

Verlagstext:
Seinen Namen kennt im Wilden Westen jeder: Winnetou, der Häupt­ling der Apat­schen, ist be­rühmt für sei­nen Mut. Old Shat­ter­hand will mit ihm Freund­schaft schlie­ßen. Win­ne­tou aber miss­traut den Bleich­ge­sich­tern — bis Old Shat­ter­hand ihm das Le­ben ret­tet. Der Klas­si­ker von Karl May in ei­ner al­ters­ge­rech­ten Nach­er­zäh­lung von Chris­ti­an Loef­fel­bein.

Für Kinder ab 7 Jahren.

Anmerkung: Es handelt sich um eine Neuedition der ebenfalls im Arena Verlag erschienenen "Bücherbär"-Ausgabe von 2014.

erschienen im Arena Verlag

 

 



Winnetous Erben – Abenteuer und Symbol (Teil 3) (Meldung vom 30. Juni 2020)

GW33Der Autor Rolf Kamradek, Verfasser von „Die seltsamen Reisen des R.K.“ und des Schauspiels „Karl May – der Traum vom Fliegen“, hat erstmals seit seiner Kindheit den Band „Winnetous Erben“ wieder gelesen und seine Gedanken dazu notiert. Seine Rezension bringen wir hier in drei Teilen. Der erste Teil betrachtet den Roman unter dem Aspekt des Abenteuers, der zweite stellt die Symbolik heraus und der dritte Teil schließlich liefert einen historischen Nachtrag.

Den Band „Winnetous Erben“ können Sie im Karl-May-Verlag erwerben. Die ursprüngliche, unter dem Titel „Winnetou IV“ erschienene Fassung ist noch als Reprint zum Sonderpreis von nur 9,90€ lieferbar. Bestellungen des Reprints richten Sie bitte an: reprints@karl-may-gesellschaft.de

 

Winnetous Erben – Abenteuer und Symbol

zwei unterschiedliche Inhaltsangaben.

von Rolf Kamradek

3. Nachtrag: Karl May, Winnetous Erben und Indianerdenkmäler

In dem symbolischen Roman Winnetous Erben widersetzt sich Karl May vehement dem Bau eines Winnetoudenkmals. Winnetou hat Seele, nur Seele zu sein. Er soll nicht unter Metall und Stein begraben werden.

Im Nachwort des Romans aber weist Karl May hoffnungsvoll auf ein Projekt Lewis Rodman Wanemakers hin. Er wollte 1909 im New Yorker Hafen das überdimensionale Monument eines Indianers errichten. Es sollte, gegenüber der Freiheitsstatue, die Weißen mit ausgestreckten Händen begrüßen. Das Projekt wurde nicht verwirklicht.

Und im ersten Kapitel des Romans stehen Karl May und das Herzle ergriffen vor dem Denkmal des Indianerhäuptlings Sa-go-ye-wat-ha, des weisen Sprechers der Seneca.

In diesen beiden Fällen bejaht May also ein Denkmal.

Im Roman lässt Karl May die Söhne seiner halbindianischen Freunde, des Westmannes Old Surehand und des Komantschen Apanatschka, als Bildhauer auftreten, die Winnetou als Kolossalstatue, in der Hand eine Pistole, das besagte Denkmal setzen wollen. Im Jahre 1907

Es gibt eine Parallele zur Wirklichkeit, allerdings erst nach Karl Mays Tod:

Allan Houser, (1914 – 1994), Sohn eines Apachenkriegers und Großneffe Geronimos (1829 – 1909), des letzten Kriegshäuptlings der Apachen, studierte Kunstgeschichte und schuf als Bildhauer beeindruckende Bronzeskulpturen. Oft sind mehrere Personen in einem Block vereint, was manchmal an Ernst Barlachs erinnert.

Er zeigt jedoch auch Realistisches aus der indianischen Vergangenheit: Tanzende, Betende, Singende, Trommelnde, Büsten mit den Köpfen von Häuptlingen oder schönen Indianerinnen.

Aber auch die kriegerische Vergangenheit wird bearbeitet: Bewaffnete, sich anschleichende Apachen, Kundschafter, Bogenschützen.

Bestimmt erfreut hätte Karl May wohl die Bronzeplastik einer Apachenfamilie. Sie zeigt wahrscheinlich den Häuptling Cochise, mit seiner Schwester.

Und gerade dieser Cochise, der letzte große Häuptling, von Zeitgenossen als edelmütig und gut aussehend geschildert, war es wohl, der Karl May zur Gestalt seines Winnetou anregte.

Cochises Schwiegervater Mangas Colorado kämpfte wie Winnetous Vater Intschu tschuna gegen Goldgräber. Wie er wurde er von Weißen ermordet (allerdings bei seiner Friedenmission von Soldaten). Wie Cochise kämpfte auch Winnetou anfangs gegen die Weißen, wie Cochise schloss er Frieden und wie er hatte er auch einen weißen Westmann zum Freund. Seine Schwester soll großen Einfluss auf Cochise gehabt haben, so wie Nscho-tschi auf Winnetou. In Winnetous Erben erwähnt Karl May diesen großen Einfluss der Frauen und spricht von der weiblichen Erbfolge bei der Häuptlingswahl. Tatsächlich war ja Cochise der Schwiegersohn Mangas Colorados.

Ganz gewiss hätte Karl May eine weitere Skulptur Housers gefreut: Ein Apache reckt seine Friedenspfeife in die Höhe.

Teil 1 "Abenteuer" finden Sie hier

Teil 2 "Symbolik und bewusstes Wunschdenken" finden Sie hier



Interview mit Florian Schleburg (Meldung vom 29. Juni 2020)

Nach der entscheidenden Sitzung von Kuratorium und Vorstand der Karl-May-Stiftung am 27. Juni, auf der ein neuer Stiftungsvorstand ins Amt berufen wurde, äußert sich nun unser Vorsitzender Florian Schleburg gegenüber Karl May & Co. in einem ausführlichen Interview. Darin richtet er auch seinen Dank an die breite öffentliche Unterstützung und bittet darum, der Stiftung und dem Museum nun etwas Geduld entgegen zu bringen:

"Die ganze Karl-May-Szene hat in den vergangenen Wochen mitgefiebert und mitdiskutiert – die Villa "Shatterhand." ist ja für jeden und jede von uns ein Ort von großer symbolischer Bedeutung. Von meiner KMG, die sich – um ein Schlagwort der Debatte aufzugreifen – am ›Kommunikationskulturkampf‹ sehr tat- und wortkräftig beteiligt hat, erhalte ich seit Bekanntwerden der Ergebnisse fast im Minutentakt freudige und erleichterte Rückmeldungen. [...] Der 27. Juni hat Weichen gestellt, aber der Weg ist noch weit und wird den Gremien der Stiftung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr viel Arbeit abverlangen. Wer dem Museum und seinem hochmotivierten Personal in dieser kritischen Lage seine Solidarität bekunden möchte, sollte bald wieder einmal in Radebeul vorbeischauen!"

Das vollständige Interview können Sie auf www.karl-may-magazin.de nachlesen.



Neuer Vorstand der Karl-May-Stiftung (Meldung vom 28. Juni 2020)

Auf der Sitzung von Vorstand und Kuratorium der Karl-May-Stiftung wurde ein neuer Stiftungsvorstand für zunächst ein Jahr gewählt. Der Vorstand besteht aus den folgenden vier Personen:

  • Thomas Grübner
  • Léontine Meijer-van Mensch
  • Dr. Jörg Müller
  • Dr. Volkmar Kunze

Volkmar Kunze, zuvor stellvertretender Kuratoriumspräsident, übernimmt als neues Vorstandsmitglied die Geschäftsführung von Stiftung und Museum. Den Posten des fachlichen Museumsdirektors soll der bisherige Sammlungsleiter Robin Leipold einnehmen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.karl-may-magazin.de, www.dnn.de und www.mdr.de.



Neuerscheinung: Robert Kraft - Die Traumapotheke, Die Roulette und andere Erzählungen (Meldung vom 25. Juni 2020)

rk15Robert Kraft: Die Traumapotheke, Die Roulette und andere Erzählungen. Gesammelte Romane und Novellen Band 15. Edition Braatz & Mayrhofer. Leipzig/Wien. Hardcover. Preis: 40 € (ab 22.08.2020: 44 €).

In der Edition Braatz & Mayrhofer ist der Erzählungsband "Die Traumapotheke, Die Roulette und andere Erzählungen" von Robert Kraft (Bd. 15) erschienen. Der Band kann ab sofort zum Vorzugspreis von 40 &euro bestellt werden. Die Auslieferung erfolgt ab dem 22.08. Bei Bestellungen ab dem 22.08. kostet der Band 44 €. Enthalten sind die folgenden Erzählungen und Novellen:

Im Paradies der Hölle
Monsieur Automate
Lila Nachtschatten
Santa Madonna
Zweimal getäuscht (identisch mit "Aus London dunklen Gassen")
Eine englische Wette
Die barmherzige Schwester
Bismarck, der Sultan von Berlin
Die Traum-Apotheke
Ein Freundschaftsdienst
In den Goldfeldern von Klondike [Deutsche Erstveröffentlichung]
Ein kerngesunder Mensch
Busa
Im "Weißen Roß"
Aberglauben im modernen England
D. D.
Drei helle Fenster
In Walhalla
Die Kriegskatze

Bestellungen und weitere Informationen auf www.robert-kraft.de



Wiener Karl-May-Brief 1/2020 erschienen (Meldung vom 25. Juni 2020)

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Aus dem Inhalt:
- Wilhelm Brauneder: Nachruf auf Arnold Tokstein
- Robert Ciza: Klemens von der Wolga (I). Unbekannte May-Abdrucke
- Jürgen Brake: Das Gold der Schwarzen Berge (I). Karl May und der stei­ri­sche Prä­rie-Poet Ale­xan­der Berg­hold
- Michael Schaden: War Karl May ein Riesenschlitzohr? Bericht über den KMG-Kon­gress in Mainz 2019
- Elisabeth Berger: Wer „S“ sagt, stirbt
- Robert Ciza: Wo liegt Schlummerhausen? Ein Nachtrag zur anonymen Po­li­zei-Ge­schich­te „Ein Fang“
- Alexander Brandt: Champignon Käse und Karl-May-Sammelbilder
- Wilhelm Brauneder: Nicht Wiesbaden!
- Robert Ciza: Erlebnisse eines Weltläufers. Ein unbekannter Krumir-Abdruck
- N. N.: Das Sparkassenbuch

Beziehbar über die Wiener Karl-May-Runde



Statement des Vorsitzenden der Karl-May-Gesellschaft (Meldung vom 23. Juni 2020)

Liebe Mitglieder der Karl-May-Gesellschaft,
liebe Freundinnen und Freunde Karl Mays,

nach wochenlanger ›diplomatischer‹ Vorbereitung steht am kommenden Wochenende nun die Sitzung des Kuratoriums der Karl-May-Stiftung an, die nach gründlicher Aufarbeitung des Sachverhalts, und hoffentlich ohne lähmenden Kleinkrieg, über die Zukunft des Radebeuler Karl-May-Museums entscheiden soll.

Die tiefgreifenden strukturellen Reformen, die nach der Stagnation der vergangenen Jahrzehnte unausweichlich sind, werden sich aufgrund ihrer juristischen Komplexität frühestens in der zweiten Jahreshälfte konkretisieren lassen, doch was Finanzen und Personal betrifft, ist an diesem Samstag entschlossenes Handeln gefragt. Ich hoffe – und habe nach Kräften darauf hingewirkt –, dass von unserer Zusammenkunft ein unmissverständliches Zeichen der Neuorientierung ausgeht und der kaum begonnene Professionalisierungsprozess wieder aufgenommen werden kann. Es geht ja ganz grundsätzlich um die Frage, wie (und damit: ob) Karl May im 21. Jahrhundert lebendig zu vermitteln ist, aber auch sehr akut um Arbeitsplätze und das wirtschaftliche Überleben des Museums.

All meinen Gesprächspartnern der letzten Wochen, allen Mitarbeitern der Karl-May-Gesellschaft, Aktiven aus der Szene und Medienvertretern, die unsere Meinungsbildung durch Veröffentlichungen, Diskussionsbeiträge und persönliche Anregungen unterstützt haben, danke ich sehr herzlich. Ich danke auch den Museumsangestellten, die den Betrieb in dieser doppelt schwierigen Saison mit bewundernswerter Solidarität am Laufen gehalten und damit dem Kuratorium, vielleicht zum letzten Mal, ihr Vertrauen geschenkt haben.

Sie alle, denen an Karl May und seinem Erbe gelegen ist, möchte ich bitten, uns nun die Daumen zu drücken, bis Sie aus dem Schornstein des Radebeuler Rathauses ›weißen Rauch‹ aufsteigen sehen …

Florian Schleburg
Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft



Winnetous Erben – Abenteuer und Symbol (Teil 2) (Meldung vom 23. Juni 2020)

GW33Der Autor Rolf Kamradek, Verfasser von „Die seltsamen Reisen des R.K.“ und des Schauspiels „Karl May – der Traum vom Fliegen“, hat erstmals seit seiner Kindheit den Band „Winnetous Erben“ wieder gelesen und seine Gedanken dazu notiert. Seine Rezension bringen wir hier in drei Teilen. Der erste Teil betrachtet den Roman unter dem Aspekt des Abenteuers, der zweite stellt die Symbolik heraus und der dritte Teil schließlich liefert einen historischen Nachtrag.

Den Band „Winnetous Erben“ können Sie im Karl-May-Verlag erwerben. Die ursprüngliche, unter dem Titel „Winnetou IV“ erschienene Fassung ist noch als Reprint zum Sonderpreis von nur 9,90€ lieferbar. Bestellungen des Reprints richten Sie bitte an: reprints@karl-may-gesellschaft.de

 

Winnetous Erben – Abenteuer und Symbol

zwei unterschiedliche Inhaltsangaben.

von Rolf Kamradek

2. Symbolik und bewusstes Wunschdenken

Wenn Karl May im Jahre 1907 tausende Apatschen, und Sioux als frei lebende Indianer auf den Kriegspfad schickt und man weiß, dass der letzte Apachenhäuptling Geronimo und seine letzten 23 Krieger schon 1886 von der ganzen US-Army gejagt und gefangen wurden, dass man danach alle Apachen nach Florida verschleppte, dass die Sioux nach der Schlacht am Little Bighorn nach Kanada flohen, dann erscheint das Geschilderte oft etwas albern.

Karl May war 1908 in Amerika. Man kann doch annehmen, dass er um diese Wirklichkeit wusste.

Aber die Wirklichkeit verfremdet er bewusst. Er will den Roman symbolisch verstanden wissen.

Das früher noch unbewusste Wunschdenken Mays, das er sich mit Überhöhung seiner eigenen Person in seinen Abenteuerromanen verwirklichte, erkannte schon Hermann Hesse. Jetzt in Mays Alterswerk wird dieses Wunschdenken auch bewusst eingesetzt, wobei der Dichter die traurige Wirklichkeit verschweigt. Hartmut Wörner hat das mit der Interpretation des Gedichtes „Schön“ aus dem Spätwerk Mays gezeigt. Seine verunglückte Ehe mit Emma Pollmer verschweigt May darin, idealisiert sie bewusst ins Gegenteil, in die Wunschdarstellung einer Ehe (Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft No 204, Juni 2020).

So arbeitet er auch in Winnetous Erben.

Deshalb hier eine zweite Inhaltsangabe:

In Mays Wunschvorstellung entstammen alle Indianer einer großen, gemeinsamen Nation. Aus Asien kommend, haben sie, unter Beibehalten der Verbindung zu ihrer Heimat deren Hochkultur und geistige Reife auch in Amerika bewahrt, mussten aber später ihren Niedergang, beschleunigt durch die Weißen, zur traurigen Gegenwart erleben. Jetzt aber stehe ihnen wieder eine große Zukunft bevor. Sinnbild daf

ür ist der Niagara, der sich aus erhabenen Seen kommend zu einem Fall verengt, sich aber unten wieder zur erneuten Größe weitet. Tatellah-Satha, der Bewahrer der Medizinen, war der Lehrer Winnetous. Er besitzt am Mount Winnetou ein altes Schloss, das im Laufe der Jahrhunderte mit allen Bauelementen indianischer Hochkulturen errichtet wurde. (Nur einen emporstrebenden Dom vermisst Karl May). In dem weisen Medizinmann erkennt er das Pendant seiner asiatischen „Seele“ Marah Durimeh in Kurdistan, die man aus anderen Spätwerken Mays kennt. Sogar die Gesichtszüge sind identisch. Die unermesslichen bibliophilen und kunstgeschichtlichen Schätze der Indianer werden nun mit Hilfe Karl Mays und des fliegenden „Jungen Adlers“ entdeckt.

Dem Wiederaufstieg der roten Rasse steht also nichts mehr im Wege. Aber die Sioux wollen ein nationales indianisches Großreich unter Ausschluss der Bleichgesichter und deren Helfer der Apatschen. Old Shatterhand und Winnetou stehen dem als Symbole für die Gemeinsamkeit aller Menschen im Wege.

Old Shatterhand beginnt nochmals an Winnetous Grab zu graben und entdeckt die Tagebücher des Apatschen. Die werden nun jeden Abend vorgelesen und das Herzle wirft mit einem Projektor das Bild Sasha Schneiders an den Wasserfall, auf dem der nackte Winnetou, eine Adlerfeder verlierend, gegen das fallende Wasser emporsteigt, empor ins Reich der Edelmenschen. Das ist das Gegenbild zu dem Rowdy im Denkmal. Alle, auch die nun befreiten Sioux, Utahs und Kiowas, sogar die beiden Bildhauer werden so vom richtigen Weg überzeugt. Alle treten dem Clan der edel gesinnten „Winnetous und Winnetas“ bei, die, alle wie Winnetou gekleidet, einen Stern an der Brust tragen, auf deren Rückseite der Name eines Menschen steht, dessen Schutzengel sie sein wollen. Interessant ist auch Mays modern anmutende Kritik an der Zerstörung der Natur durch die Technik, ebenso der den Frauen gewährte Anteil am Erfolg der Geschichte, insbesondere des „Herzles“, das sich im emotionalen Erfassen einer Situation oft sogar Old Shatterhand überlegen zeigt. Auch einige Indianerinnen und die Siouxfrauen, die sich dem Kriegszug ihrer Männer widersetzen und selbst einen friedlichen Zug zum Mount Winnetou unternehmen, passen hierzu.

Mays alle Menschen vereinenden und damit die Welt verbessernden Ziele sind sicher edel und bejahenswert, liegen aber, so wie hier dargestellt, meist allzu fern aller Realität. Diese sollte sich eigentlich auch im Symbol erkennbar spiegeln, ist aber allenfalls in Ansätzen erkennbar. May beschwört diese Ziele oft in seitenlangen, emotionalen und sich wiederholenden Monologen.

Nun ja – ich lege das Buch zur Seite. Ich werde mal wieder „Unter Geiern“ lesen.

Fortsetzung folgt ...

Teil 1 "Abenteuer" finden Sie hier



Neuerscheinung: Karl May Museum Magazin - Ausgabe 1 (Meldung vom 18. Juni 2020)

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Das neue Museumsmagazin aus dem Karl May Museum Radebeul ist ab sofort erhältlich! Das Magazin enthält Fachbeiträge rund um die Themenschwerpunkte Karl May und Ethnologie und informiert darüber hinaus über die Museumsarbeit. Aktuelle Jahres- oder Kabinettausstellungen des Karl May Museums werden im Museumsmagazin durch wissenschaftliche Artikel begleitet.

Aus dem Inhalt:
- Christian Wacker: Vorwort
- Bernhard Schmid: Grußwort des Karl-May-Verlags
- Florian Schleburg: Grußwort der Karl-May-Gesellschaft
- Thomas Kramer: West-Östliches Hufgetrappel. Die Karl-May-Filmwelle und der DE­FA-In­dia­ner­film
- Sonja Braun: Indianer im Film. Zur Kabinettausstellung (25. Juli bis 31. Ok­to­ber 2020)
- A. Dana Weber: »The Great Pretender[s]«. Performanzen im Mayversum
- Nicolas Finke: Dauerbrenner Winnetou? Ein Streifzug durch die Karl-May-Büh­nen­ge­schich­te
- Robin Leipold / Volkmar Göschka: Indianer im Wilden Osten
- Christian Wacker: Das Karl May Museum reloaded
- Aktivitäten des Fördervereins
- Hans Grunert: Ein Blick in Karl Mays Bibliothek: »eine Mission bei den Apa­chen, de­ren Häupt­ling ich bin«
- Juliane Hanzig: » – nicht zu vergessen – ein Trunk ›Feuerwasser‹« – Ein Bild und sei­ne Ge­schich­te
- Nikolaus Stolle: Von unschätzbarem Wert. Zur Wiederentdeckung eines nord­ame­ri­ka­ni­schen Stücks aus den Samm­lun­gen des Prin­zen Ma­xi­mi­li­an zu Wied
- Linda Kunnen: Junge Menschen im Museum. Ein Fazit zu dem Projekt »Kinder füh­ren Kin­der« und Ge­dan­ken zu sei­ner Nach­hal­tig­keit
- Kevin Sternitzke: Vermarktung des Karl May Museums in der Tschechischen Re­pu­blik

weitere Informationen unter www.karl-may-museum.de

 



Winnetous Erben – Abenteuer und Symbol (Teil 1) (Meldung vom 16. Juni 2020)

GW33Der Autor Rolf Kamradek, Verfasser von „Die seltsamen Reisen des R.K.“ und des Schauspiels „Karl May – der Traum vom Fliegen“, hat erstmals seit seiner Kindheit den Band „Winnetous Erben“ wieder gelesen und seine Gedanken dazu notiert. Seine Rezension bringen wir hier in drei Teilen. Der erste Teil betrachtet den Roman unter dem Aspekt des Abenteuers, der zweite stellt die Symbolik heraus und der dritte Teil schließlich liefert einen historischen Nachtrag.

Den Band „Winnetous Erben“ können Sie im Karl-May-Verlag erwerben. Die ursprüngliche, unter dem Titel „Winnetou IV“ erschienene Fassung ist noch als Reprint zum Sonderpreis von nur 9,90€ lieferbar. Bestellungen des Reprints richten Sie bitte an: reprints@karl-may-gesellschaft.de

 

Winnetous Erben – Abenteuer und Symbol

zwei unterschiedliche Inhaltsangaben.

von Rolf Kamradek

1. Abenteuer

Da steht ein etwa zehnjähriger Junge und möchte einen Karl-May-Band kaufen. Einen, in dem Winnetou vorkommt.
Tatsächlich. Das gibt es? Ein Junge, der sich den Winnetou noch erliest!
„Da hab ich was liegen“, sagt der Buchhändler. „Der Band wurde bestellt und nicht abgeholt.“
Mit Federkrone und nacktem Oberkörper sitzt ein Indianer, das Gewehr aufrecht in der linken Hand haltend, stolz auf einem Pferd. Im Hintergrund tummeln sich, etwas verschwommen, weitere berittene und gefiederte Rothäute.
„Winnetous Erben“, sagt der Buchhändler.
„Nein! Um Gottes Wille nein!“, mische ich mich ein. „Dem Jungen wird der ganze Karl May zerstört!“ Und ich empfehle ihm „Unter Geiern“.
Der Buchhändler will es bestellen.
Ich kaufe ihm Winnetous Erben ab. Vielleicht lese ich es mit Erwachsenenaugen anders.

Da reist der senile Karl May mit seiner zweiten Frau Klara – im Roman nur „Herzle“ genannt, zu einem Mount Winnetou in Neu Mexiko. Um sich Geltung zu verschaffen haben dort die Söhne Old Surehands und Apanatschkas, beide Bildhauer, begonnen, ein überdimensionales Standbild Winnetous zu errichten. Winnetou, als indianischer Held, eine Pistole in der Hand, soll den erhofften Aufbruch der roten Rasse symbolisieren. Eine grandiose Landschaft wird dabei zerstört.

Apatschen, befreundete Stämme und Old Shatterhand wollen dies verhindern, denn Winnetou, für Karl May nur „Seele“, sieht auf dem Strandbild aus wie ein Rowdy.

Sioux, Utahs und Kiowas ziehen zu tausenden herbei um die Gelegenheit zu nutzen, ihre alten Feinde, die Apatschen und den wieder aufgetauchten Old Shatterhand endlich zu vernichten.

Das hört sich alles nach einem echten Karl May an. Und manchmal verzichtet der Dichter tatsächlich nicht auf die bewährten, wirkungsvollen Szenen:

Ein Bär wird erlegt. Überhebliche Strolche erkennen Old Shatterhand nicht, wissen nicht, mit wem sie sich da anlegen und blamieren sich natürlich gründlich. Die im Wilden Westen anscheinend wichtige Frage, wer zuerst grüßt, wird mit Gewalt ausgetragen. Old Shatterhand erlauscht aus dem Brennpunkt einer Ellipse die Pläne der feindlichen Häuptlinge durch ein akustisches Phänomen. Er erbeutet deren Medizinen und schließt die Feinde schließlich in einer Schlucht ein. Bei der Eröffnungsfeier bricht das schwere Denkmal Winnetous durch die Decke der unter ihm liegenden grandiosen Tropfsteinhöhle (das Vorbild sind wohl die Carlsbad Caverns), in dem sich die dort versteckten Feinde befinden. Old Shatterhand und die Apatschen retten sie, und der junge Apatschenhäuptling „Junger Adler“ kommt in einem selbst gebauten Flieger angeflogen und bringt den dankbaren Häuptlingen ihre Medizinen wieder. So scheiden alle als Freunde, und die Söhne Santers, des Mörders von Winnetous Vater und Schwester, die gekommen sind um sich an Old Shatterhand zu rächen, opfern sich sogar für ihn und das Herzle.

Das liest sich zeitweise auch gewohnt amüsant, erreicht aber nie die Spannung der Reiseromane.

Nun – ich habe dem Jungen ja „Unter Geiern“ empfohlen.

Fortsetzung folgt ...



Karl May in Leipzig Nr. 121 erschienen (Meldung vom 13. Juni 2020)

kml120Aus dem Inhalt:
- Martin Schulz: Der Vetter aus Grabow. Neues zum Plagiator aus Stettin
- Uwe Lehmann: Die lästige Witwe – Pauline Münchmeyer zum 180. Ge­burts­tag
- Hartmut Schmidt: Luxor-Hotel – Quo vadis?
- Thomas Pramann: Es regnet, es regnet, die Erde wird nass. Eine Miszelle zum Ge­sangs­ver­ein „Ly­ra“
- Jörg-M. Bönisch: Karl Mays »Goliath« – anonymer Abdruck von 1949/50
- Martin Schulz: Karl May aus Leipzig (IV) – Die Zeit von 1913 bis 1945 (II)
- Roy Dieckmann: Der falsche May. Nummer Neunzehn – Musikalisches aus Süd­ti­rol
- Martin Schulz: Die Vestalinnen feiern Geburtstag. 125 Jahre Abenteuer zu Was­ser und zu Lan­de
- Sven-R. Schulz: Die »Illustrierte Adler-Bibliothek« auf den zweiten Blick
- Jochen Schneider: Traditionen, Traditionen
- Kurz notiert
- Das Geheimniß des Indianers. Nach Mitteilungen eines deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Arz­tes. Teil XI

Das Heft ist zu beziehen über: Freundeskreis Karl May Leipzig e.V.



Zum Fortgang der Historisch-kritischen Ausgabe (Meldung vom 11. Juni 2020)

hkavon Joachim Biermann

Vonseiten der Karl-May-Gesellschaft als Herausgeber ist der nächster Band der Historisch-kritischen Ausgabe, die Gedichtsammlung Himmelsgedanken (KMW V.10), abgeschlossen. Geplant ist, dass er im dritten Quartal dieses Jahres erscheinen kann. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Fertigstellung des Bandes verzögern werden.

Alle Bezieher des Bandes werden sich auf viele Neuigkeiten freuen können – so umfänglich wie kein bisheriger HKA-Band greift dieser auf bisher unveröffentlichtes oder nur teilweise veröffentlichtes Material aus dem Archiv der Verlegerfamilie Schmid in Bamberg zurück.

Welcher Band danach als nächstes erscheinen kann, steht noch nicht fest. Drei Bände sind in einem Vorbereitungsstand, der sie dafür in Frage kommen lässt. Hans Grunert bereitet Karl Mays Bibliothek für die HKA auf (KMW IX.2), so dass wir nach Fertigstellung dieses Bandes ein vollständiges kommentiertes Verzeichnis der dort vorhandenen Bände haben werden – einschließlich aller Hinweise auf Mays Anmerkungen und Anstreichungen in diversen Bänden. Auch die in der Bibliothek nach Mays Tod hinzugekommenen Bände, u. a. aus Klara Mays Besitz, werden erfasst, wenn auch nicht so detailliert wie die von May selbst angeschafften Bestände.

Auch der von Wieland Zirbs betreute Band I.7 Ein Fürst des Schwindels mit frühen Erzählungen Mays, darunter die bekannte Kriminalnovelle Wanda, schreitet langsam seiner Vollendung entgegen. Außerdem macht auch der dritte Band der Neuauflage des Orientzyklus im Rahmen der HKA, Von Bagdad nach Stambul (KMW IV.3), gute Fortschritte; hier gilt es, wie bei den vorausgehenden beiden Bänden, vor allem zunächst einmal, die Varianten der vielen Auflagen zu erfassen.

Schließlich möchte ich noch auf einen technischen Aspekt der HKA-Bände eingehen, zu dem mich einige Anfragen erreicht haben. Beziehern von Auf fremden Pfaden war aufgefallen, dass dieser Band am Ende ziemlich viele Leerseiten aufweist. Dies ist kein Versehen, wie gemutmaßt wurde, sondern drucktechnisch bedingt. Beim Druck werden immer mehrere Seiten auf einen Bogen gedruckt und dann zugeschnitten. Wie viele Seiten dies sind, kann unterschiedlich sein und hängt vom Druckverfahren ab. Auf jeden Fall kommt es häufig vor, dass auf dem letzten Druckbogen eines Buches Seiten frei bleiben; bei Auf fremdem Pfaden waren dies relativ viele Seiten. Oft bedrucken Verlage solche leerbleibenden Seiten mit Verlagsreklame, was wir allerdings im Fall der HKA nicht tun.

Weitere Informationen zur Historisch-kritischen Ausgabe finden Sie unter: www.karl-mays-werke.de



Verleihung der Marah-Durimeh-Medaille (Meldung vom 09. Juni 2020)

Die Mitgliederversammlung hat 2019 in Mainz die Stiftung der Marah-Durimeh-Medaille beschlossen. Damit werden künftig Personen geehrt, die sich auf besondere Weise für Karl May und die von ihm vertretenen Werte verdient gemacht haben. Die Verleihung der von unserem Mitglied Lars Noah gestalteten Medaille wird alle zwei Jahre jeweils im Rahmen der Karl-May-Kongresse stattfinden. Erstmals ist dies für den Kongress 2021 in München geplant.

MDMedaille 

Bei der Auswahl der Preisträger und Preisträgerinnen spielen Sie, liebe Mitglieder, die wichtigste Rolle, denn Sie können Vorschläge unterbreiten. Nominiert werden kann jede Person, die sich um unseren Autor verdient gemacht hat. Eine Mitgliedschaft in der KMG ist nicht Voraussetzung. Einzige Voraussetzung für eine Nominierung ist, dass sie gemeinsam von sechs Mitliedern der KMG eingereicht wird. Wenn Sie jemanden vorschlagen möchten, benötigen Sie also fünf weitere Unterstützer.

Bitte reichen Sie Ihre Vorschläge bis zum 31. Dezember 2020 als Brief an die Geschäftsstelle oder als E-Mail an den Vorstand ein.



Service Regional: Bereitstellung von Materialien für Ihre Karl-May-Veranstaltung (Meldung vom 07. Juni 2020)

Die Karl-May-Gesellschaft bietet Ihnen ab sofort einen Service Regional an. Wir untersützen Sie, wenn Sie eine regionale Veranstaltung planen und stellen Ihnen Materialien zur Verfügung. Die Anforderung erfolgt ganz unkompliziert über ein Formuler. Als Koordinator steht Lorenz Hunziker, Vorsitzender des Schweizer Karl May Freundeskreises, zur Verfügung.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.



Kunstpostkarten zu den Himmelsgedanken (Meldung vom 07. Juni 2020)

In der Historisch-kritischen Ausgabe wird in den kommenden Monaten der Band "Himmelsgedanken" mit Gedichten, Aphorismen und vielen bisher unbekannten Texten erscheinen. Unser Geschäftsführer Hartmut Wörner hat dies zum Anlass genommen, gemeinsam mit dem Kunstfotografen Timm Stütz eine Postkartenserie zu gestalten. Die Serie besteht aus sechs Postkarten, in denen Fotos von Timm Stütz mit Karl Mays Texten aus den "Himmelsgedanken" in Dialog treten.

Sie können die Postkarten zum Selbstkostenpreis von nur 2,40 € (inkl. Versand) direkt bei Hartmut Wörner bestellen: geschaeftsfuehrer[AT]karl-may-gesellschaft.de - eine Aufstockung des Betrages durch eine Spende wird natürlich gerne angenommen.

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Heft Nr. 204 der Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft erschienen (Meldung vom 06. Juni 2020)

M204 Ausgabe Nr. 204 der Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft ist erschienen!

Inhaltsverzeichnis
- Rainer Jeglin: In eigener Sache
- Wolfgang Sämmer/Volker Griese: »Das was er geschrieben [...], habe ich gerne gelesen.« Josef Scheicher – katholischer Priester, Politiker und energischer Verteidiger Karl Mays
- Hartmut Schmidt: Neues von Pater Zepherin Biever am See Genezareth und dem Wirt Epstein in Hebron
- Christian Justen: Die Seele lebt im Blute. Zur Blutsbrüderschaft in Karl Mays Winnetou
- Hartmut Wörner: ›Irdisches‹ in den Himmelsgedanken: Karl Mays Gedicht Schön
- Wolfgang Sämmer: Aus alten Zeitungen, Tagblättern und Journalen (1): ›Karl May als Dramatiker‹
- Uwe Kriening: Ergänzung zum Repertorium C. May
- Christoph Blau: Die Todeskarawane zieht durch Dänemark Eine frühe dänische Karl-May-Veröffentlichung in Kopenhagen und andernorts
- Florian Schleburg: »Mein Name ist Bruno Albrecht.« Neue Pseudonyme für Autor, Dichter und Pfahlmann
- Gunnar Sperveslage: Einblicke in das Seelenleben. Eine Rezension zum »Briefwechsel mit seinen ›Kindern‹«, Bd. 1 (GW 95)

 

 



Karl May lebt: Brasilien 2020 (Meldung vom 02. Juni 2020)

Fast unglaublich aber wahr! Während in Deutschland die Lesergemeinde schrumpft, entdeckt man in Brasilien Karl Mays Winnetou-Trilogie. Auf dem beigefügten Video empfiehlt der brasilianische Autor Vijean Moviner (Ademar da Silva) auf portugiesisch deren Lektüre. Der Vorbesitzer seiner Winnetou-Übersetzung hat in ihr, so berichtete Ademar da Silva dem KMG-Geschäftsführer Hartmut Wörner, vermerkt, er hätte die Bücher fünfzehn Mal gelesen.



Offener Brief von Christian Wacker zu seinem Rücktritt (Meldung vom 08. Mai 2020)

Liebe Freundinnen und Freunde des Karl May Museums,
Liebe Karl May Fans,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Aus Gründen der Transparenz habe ich mich entschlossen, meine Gründe und Motive für die Kündigung der Stelle als Geschäftsführer und Museumsdirektor im Karl May Museum gGmbH der Karl May Stiftung darzulegen. Mit diesem Schreiben verbinde ich die Hoffnung, dass eine selbstkritische Betrachtung der Strukturen des Karl May Museums und der Karl May Stiftung Veränderungen und Verbesserungen bewirken, die einer Zukunft dieser Institution förderlich sind.

Schon im Vorstellungsgespräch im Dezember 2017 sowie in den darauffolgenden Monaten wurden die Prioritäten meines Arbeitsauftrags von Seiten der Stiftung mündlich und schriftlich festgelegt. Primäres Anliegen war es, das Museum in die Zukunft zu führen und die Neukonzeption einschließlich Neubau zu gestalten. In den ersten Monaten meiner Tätigkeit arbeitete ich gemeinsam mit dem Museumsteam die inhaltliche Konzeption um und erweiterte diese auf die beiden renovierungsbedürftigen bestehenden Gebäude. Die von mir vorgefundene Konzeption war inhaltlich nicht tragfähig, weshalb die neuen Ideen vom Vorstand angenommen und akzeptiert wurden. Die bestehenden Pläne hätten entsprechend modifiziert werden müssen, um einen Förderantrag bei Bund, Land und Stadt einreichen zu können. Diese Pläne hätten innerhalb von wenigen Wochen erarbeitet und damit die Grundlage für die Fortsetzung des Projektes Neukonzeption geschaffen werden können. Zum Zeitpunkt meiner Einstellung zum 1.4.2018 war das Konto der Stiftung gut gefüllt, was mehr als ausreichend dafür gewesen wäre, das gesamte Projekt soweit vorzubereiten, dass Förderanträge offiziell gestellt hätten werden können.

Erst nach Unterzeichnung des Geschäftsführervertrags wurde mir offenbart, dass die Stiftung bereits förderschädlich gehandelt hatte, noch bevor Förderanträge gestellt worden waren, indem sie einen Generalplanervertrag mit einem Radebeuler Architekturbüro unterschrieben hatte. Dieser fahrlässige Fehler wurde von Seiten der Stiftung „behoben“, indem die ehemalige Geschäftsführerin fristlos entlassen wurde und mit Hilfe eines überteuerten Rechtsanwaltsbüros ein Aufhebungsvertrag mit dem Architekturbüro ausgehandelt wurde. Aus dem Generalplanervertrag wurde ein Vertrag zur Umsetzung aller Planungsleistung bis Leistungs-Phase 4-5, der nebenbei bemerkt ebenfalls förderschädlich ist. Das Thema der Förderschädlichkeit sollte von Mitgliedern der Stiftung – ich sollte nur bei Bedarf hinzugezogen werden - mit dem Bund diskutiert und behoben werden. Über 1,5 Jahre und bis heute wurde die Stiftung hier nicht aktiv. Von Beginn an war ich äußerst verwundert darüber und habe dies bei verschiedenen Gelegenheiten auch angesprochen, dass ich in originäre Prozesse eines Geschäftsführers (z.B.: Diskussion mit dem Architekturbüro zum Thema Generalvertrag, Thema Förderschädlichkeit gegenüber dem Bund) nicht eingebunden werden sollte.

In jedem Fall wurde das Budget darauf verwendet, die fristlose Kündigung der ehemaligen Geschäftsführerin zu finanzieren (Abfindung, Rechtsanwalt), den Aufhebungsvertrag mit dem Architekturbüro abzuschließen (Rechtsberatung), ausstehende Honorare aus den Jahren 2016 und 2017 an das Architekturbüro zu bezahlen und die Skulptur des Brunnenengels umzusetzen, der im Januar 2018 noch vor meiner Zeit beauftragt wurde. Es wurde innerhalb des Vorstands der Stiftung vereinbart, keine weiteren Planungsschritte zur Neukonzeption zu unternehmen, bevor nicht das Problem der Förderschädlichkeit mit dem Bund geklärt ist. Für mich sind dieses Verhalten und die Verzögerungen des Stiftungsvorstands maßgeblich verantwortlich dafür, dass sich meine Begeisterung für das Projekt und meine Motivation dafür in den letzten beiden Jahren sukzessive gemindert hat. Ich war angetreten, um die Neukonzeption inhaltlich zu überarbeiten und in ein Neu- und Umbauprojekt zu überführen und umzusetzen. Tatsächlich habe ich die Neukonzeption mit dem Museumsteam inhaltlich überarbeitet und zum 90. Geburtstag des Museums am 1.12.2018 öffentlich präsentiert. Seitdem ist allerdings nichts geschehen!

Das Museum hatte ich in einem vollständig veralteten Zustand übernommen und in den letzten beiden Jahren mit dem Team und einigen neuen qualifizierten MitarbeiterInnen in allen Bereichen musealer Arbeit weiterentwickelt. Es ist freilich zentrale Aufgabe eines Museumsdirektors, dies zu leisten, weshalb er als Professioneller seines Faches auch verpflichtet wird. Ich habe diese Aufgaben von Beginn an mit großer Leidenschaft verfolgt, zumal das Image des Museums innerhalb der Kulturszene aber auch der Karl-May-Szene ein schlechtes war. Um eine solche Institution zukunftsfähig machen zu können, muss sie inhaltlich und technisch aber vor allem ideologisch entstaubt werden. Neue Inhalte wurden geschaffen, neue Sichtweisen angeboten und Arbeitsweisen digitalisiert (z.B.: Inventarisierung). Ein modernes Museum muss als Ort des Diskurses verstanden werden, an dem Meinungen unterschiedlichster Art zum Thema der Einrichtung geäußert und beschrieben werden dürfen. Wenn sich eine Kultureinrichtung heutzutage nicht den Diskussionen der Gesellschaft stellt, darf sie auch keine Unterstützung derselben erwarten. Für das Karl-May-Museum übersetzt bedeutet dies, die gesamte Karl-May-Szene und alle Interessierten darüber hinaus mitzunehmen und eine Bühne zu schaffen, Karl May auch anders deuten, ihm gegenüber auch Kritik äußern zu dürfen und ihn eben nicht nur auf einen Sockel zu stellen. Anfangs irritiert, später schockiert war ich darüber, dass in der Stiftung eine Meinung vertreten werden sollte, die der eines Mitglieds des Vorstands entsprechen musste. Sämtliche Themen zu Karl May wurden so über eine einzige Person kanalisiert, deren Einschätzungen als regelkonforme Stiftungswahrheit galten. Warum nur verfügt die Stiftung nicht über einen Pool an Karl-May-Spezialisten, die zu kniffligen Fragen gemeinsam entscheiden?

Natürlich sind inhaltliche Themen zu Karl May nicht von musealen Themen zu trennen und ich habe meine Aufgabe immer so definiert, dass ich für die Weiterentwicklung des Museums zuständig bin. In einem Museumsbeirat wurden die großen Themen auch diskutiert, die Umsetzung sollte man tunlichst den Museumsprofis überlassen. Ich habe zu Beginn meiner Amtszeit wohlgemeinte Ratschläge von besagtem Mitglied des Vorstands erhalten, sah mich aber bald mit Gegendarstellungen konfrontiert und wurde daran erinnert, Weisungsbefugnisse umzusetzen zu haben. Als promoviertem Kulturwissenschaftler erachte ich es als Anmaßung, mich in stundenlangen Telefonaten oder seitenlangen emails dorfschulmeisterlich belehren lassen zu müssen. Solche Diskurse können in einem Beirat geführt werden, dürfen aber nicht die Alltagsarbeit im Museum belasten. Ich kenne keine vergleichbare Institution, in der eine derartige Einmischung in die Museumsarbeit geschieht!

Moralisch absolut indiskutabel finde ich dabei, dass meine Person von selbigem Mitglied des Vorstandes hinter meinem Rücken diskreditiert wurde, meine Kompetenzen in Frage gestellt werden und unter Ausbeutung meiner privaten facebook-Seite Sachverhalte skizziert werden, die ich gar nicht kenne. Es handelt sich hier um klassisches Mobbing, dem ich mich nicht weiter aussetzen werde.

Ich bin nach wie schockiert darüber, dass ein Beitrag einer anerkannten amerikanischen Professorin für den letzten „Beobachter“ abgelehnt wurde, nur weil er „dem Gerücht, May sei homosexuell gewesen, neue Nahrung geben“ könnte. Ein weiteres Mitglied des Vorstands der Stiftung unterstrich, May solle nicht mit „Schwulengeschichten in Verbindung“ gebracht werden. Solche Äußerungen vertragen sich nicht mit dem Stiftungszweck unserer Satzung §2.1 der „[...] erzieherische[n] Absicht der Ausbreitung von Toleranz [...]“.

Trotz allem war ich stets hochmotiviert, das Museum in die Zukunft zu führen und habe zwei Jobangebote für Direktorenstellen in Kairo im Sommer 2019 und im Saarland im Herbst 2019 ausgeschlagen. Mittlerweilen ist meine Begeisterung für das Projekt Neukonzeption des Karl May Museums unter den gegebenen Voraussetzungen derart getrübt, dass es mir nicht schwer fiel, ein Angebot aus Kuwait als Generaldirektor einer Museums- und Kultureinrichtung ab 1.6.2020 anzunehmen.

Hochachtungsvoll!
Dr. Christian Wacker



Eine Zeichner im Dienste Karl Mays (Meldung vom 21. April 2020)

Lars Noah ist ein vielseitiger Zeichner und er ist Mitglied der Karl-May-Gesellschaft. Vielen von Ihnen wird das Plakat zum Jubiläumskongress der KMG 2019 in Mainz bekannt sein, das er mit Zeichnungen von Karl May und Carl Zuckmayer gestaltet hat. Auch der Entwurf der 'Marah-Durimeh-Medaille', die auf dem kommenden Kongress in München erstmals verliehen werden soll, stammt von seiner Hand.

Jetzt hat er eine öffentliche Facebookseite eingerichtet, die allein seinen Zeichnungen zu Karl May und seinem Blick auf die Fantasiewelt Karl Mays gewidmet ist.

Diese Seite finden Sie auf www.facebook.com.

Lars Noahs persönliche Webseite können Sie unter finearts-larsnoah.de aufrufen.



Neuerscheinung: Briefwechsel mit seinen 'Kindern' I (Meldung vom 23. März 2020)

gw95Hartmut Vollmer/Hans-Dieter Steinmetz/Florian Schleburg (Hrsg.). Briefwechsel mit seinen 'Kindern' I. Band 95 der Gesammelten Werke. Karl-May-Verlag. Bamberg/Radebeul. 608 Seiten. 56 SW-Abbildungen. Hardcover. ISBN 978-3-7802-0095-2. Preis: 25,00€

Verlagstext
Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts traten aus dem breiten Lesepublikum Karl Mays vier junge Menschen in Erscheinung, die dem Schriftsteller in besonderer Weise nahestanden und sich in der Zeit der zermürbenden Presse- und Prozesshetze für ihn engagierten: die Geschwister Marie und Ferdinand Hannes, Lu Fritsch und Willy Einsle. Dazu gesellte sich nach einiger Zeit noch der Philologe und Pädagoge Dr. Adolf Droop, der auch bereits eine wissenschaftliche Analyse von Mays Reiseerzählungen veröffentlicht hatte.
Diese fünf Verehrer standen Karl May geistig und seelisch derart nahe, dass seine zweite Ehefrau Klara sie als seine "Kinder" bezeichnete.
Die umfangreiche Korrespondenz der 'Kinder' mit Karl und Klara May wird in dieser zweibändigen, kritisch kommentierten Edition erstmals - und soweit möglich vollständig - veröffentlicht.
Die vorgestellten Briefe bieten nicht nur wichtige und spannende, sondern auch bewegende, sehr private Einblicke in die Persönlichkeit des populären Schriftstellers; sie dokumentieren überdies das für Mays Biografie sehr bedeutende Engagement der 'Kinder' für den literarischen 'Outlaw' und ihre unermüdlichen, z.T. auch recht abenteuerlichen Bemühungen, den vielfach beschuldigten und geschmähten Autor öffentlich zu rehabilitieren.

erschienen im Karl-May-Verlag



Neue Rubrik auf der KMG-Seite: Audiothek (Meldung vom 18. März 2020)

Die Webseite der KMG verfügt nun über eine Audiothek. Die ersten Inhalte sind zwei Lesungen von Werner Geilsdörfer (Stuttgart):

(1) "Die Ahnengalerie" aus "Und Friede auf Erden" (1901/04), entnommen aus der Anthologie "Karl May: Märchen und Visionen" (Bamberg 2018)

(2) "Die Sage vom verschwundenen Fluss" aus "Ardistan und Dschinnistan" (1907/09), entnommen aus der Anthologie "Karl May: Märchen und Visionen" (Bamberg 2018).

Sie finden die Rubrik links im Menü unter "Karl Mays Werke" oder über diesen Direktlink zur Audiothek. Die Audiothek wird künftig erweitert.



Reprints zum Sonderpreis (Meldung vom 12. Januar 2020)

DH02_Scout_2Auch im Jahr 2020 sind alle lieferbaren KMG-Reprints mit Ausnahme des opulenten Bandes "Et in terra pax" zum Sonderpreis von nur 9,90 Euro erhältlich. Lieferbar sind die folgenden Titel:

Der Mir von Dschinnistan
Der Scout/Deadly Dust
Old Firehand
Das Buch der Liebe I
Der Beobachter an der Elbe
Winnetou IV
Am Tode
Der Seminarist und Lehrer Karl May

Jeder Reprint kostet nur 9,90 Euro zzgl. Versandkosten.

Bestellungen bitte an Reiner Pütz: reprints@karl-may-gesellschaft.de



Sonderausstellung im Karl-May-Museum: Die Deutschen und ihre Indianer (Meldung vom 01. Dezember 2019)

Vom 1. Dezember 2019 bis 1. November 2020 zeigt das Karl-May-Museum Radebeul die Jahresausstellung "Die Deutschen und ihre Indianer".

Die besondere Faszination für die indigenen Menschen Nordamerikas ist in Deutschland über zweihundert Jahre alt. Karl May, Wild West Shows und zahlreiche Filme prägen unser Bild von den „Indianern“ bis heute. Wir möchten Sie in unserer aktuellen Jahresausstellung auf eine Entdeckungsreise zu den Ursprüngen und den vielfältigen Facetten der deutschen Indianerfaszination einladen.

weitere Informationen zur Ausstellung unter www.karl-may-museum.de



26. KMG-Kongress in München (Stand: 14.04.2020) (Meldung vom 14. Oktober 2019)

Der 26. Kongress der Karl-May-Gesellschaft findet vom 7. bis zum 10. Oktober 2021 in München statt.

Hinweis zur Hotelbuchung für den KMG-Kongress 2021:

Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise auf den Messe- und Kongressbetrieb ist unser Münchener KMG-Kongress mittlerweile in terminliche Konkurrenz mit mehreren verschobenen Veranstaltungen geraten. Beispiele sind die Messe DRINK-TEC, die auf den 4. - 8. Oktober 2021 verlegt wurde. Die Großmesse EXPO Real endet nun erst am Tag vor unserem Kongress. Auch der 53. Deutsche Historikertag in München wurde von 2020 auf den 5. - 8. Oktober 2021 verlegt.

Bitte buchen Sie Ihre Zimmer so bald wie möglich, da unter diesen Umständen mit der einseitigen Reduzierung oder gar Aufkündigung unserer Hotelkontingente zu rechnen ist.

Erste Informationen zu Unterkünften:

Hotelkontingente in München
Abrufformular IBIS Arnulfpark
Abrufformular IBIS München Süd

Eine Website von Münchner Karl-May-Freunden zum Kongress bietet Informationen zur Tagung und zum Thema »Karl May und München«. Sie befindet sich derzeit noch im Aufbaustadium und wird regelmäßig erweitert und überarbeitet:

www.karl-may-und-muenchen.de





 

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