The Karl May Phenomenon

David Koblick

Nov. 20, 1999:
The writer Karl May, whose name evokes a blank stare from most English-speaking readers, is the most-published author who ever wrote in the German language. His 73 adventure novels of the Near and Middle East and elsewhere are republished annually in the tens of thousands in some 30 languages, including Indonesian and Thai, as I've just learned, but rarely in English. A more thorough statistical account of this phenomenon can be found in my Introduction and in Professor Richard Cracroft's Foreword to May's most popular novel, Winnetou, which was published in August 1999 by Washington State University Press and which I translated and abridged from an 1892 edition.

I undertook this translation project with trepidation. Would Karl May's writings evoke from readers in English the same emotional reactions they evoked from readers in the original German? I didn't struggle for authenticity. May had no first-hand knowledge of his subject, and Winnetou has a number of minor errors—historical, geographical, ethnic—which I corrected when this did not distract from the narration. I hesitated at first from altering May's continuity, but it soon became evident that many of his long passages of exposition, description and philosophizing would have to be cut if the new translation was to appeal to modern readers.

May's dozen or so novels of the post-Civil War American West, many, as this one does, involving the Apache Chief Winnetou and the young German immigrant christened Old Shatterhand, present a uniquely Teutonic view of that time and region. May was inspired by the writings of James Fenimore Cooper, and his ennoblement of Native Americans and admiration for Indian culture and customs was an early (1870s-90s) call for racial justice and tolerance.

Aside from its societal and quasi-historical perspectives, Winnetou is interesting, thrilling, and a good read. It is available on the Internet via amazon.de, amazon.com and barnesandnoble.com (discounted), or may be ordered through your local bookstore.

(Cover art by Keith Powell, titled "The Gift", used by kind permission.)

Das Phänomen Karl May

David Koblick

Übersetzung: Frank Starrost
Der Schriftsteller Karl May, dessen Name fragende Blicke bei den meisten englischsprachigen Lesern hervorruft, ist der meistgedruckte Autor, der je in der deutschen Sprache geschrieben hat. Seine 73 Abenteuerromane über den Nahen und Mittleren Osten und anderswo werden jährlich zu Zehntausenden in um die dreißig Sprachen gedruckt, einschließlich indonesisch und thailändisch, wie ich kürzlich gelernt habe, aber selten auf englisch. Eine sorgfältigere statistische Beschreibung dieses Phänomens befindet sich in meiner Einleitung und in Professor Richard Cracroft's Vorwort zu Mays populärstem Roman, Winnetou, der im August 1999 von der Washington State University Press herausgebracht wurde und den ich nach einer Ausgabe aus dem Jahr 1892 übersetzt und gekürzt habe.

Ich übernahm dieses Übersetzungsprojekt mit einer gewissen Nervosität. Würden Karl Mays Texte auf englisch bei den Lesern die gleichen emotionalen Reaktionen hervorrufen wie bei Lesern des deutschen Originals? Ich habe mich nicht um Authentizität bemüht. May hatte keine Kenntnisse aus erster Hand über sein Thema, und Winnetou hat eine Reihe von kleineren Fehlern - historische, geographische und ethnische -, die ich korrigiert habe, wenn dies nicht vom Erzählfluß ablenkte. Zunächst hatte ich gezögert, Mays Zusammenhänge zu verändern, aber es wurde schnell offensichtlich, dass viele seiner langen Passagen der Darlegung, der Beschreibung und des Philosophierens in der neuen Übersetzung gekürzt werden müßten, um modernen Lesern zu gefallen.

Das gute Dutzend von Mays Romanen des amerikanischen Westens in der Zeit nach dem Bürgerkrieg, von denen in vielen, wie in diesem, der Apatschenhäptling Winnetou und der junge deutschen Einwanderer mitspielen, der Old Shatterhand getauft wurde, stellt eine einmalig teutonische Sicht der Zeit und der Region dar. May wurde inspiriert durch die Texte James Fenimore Coopers, und seine Veredelung der amerikanischen Ureinwohner sowie seine Bewunderung für indianische Kultur und Gebräuche waren ein früher (70er bis 90er Jahre des 19ten Jahrhunderts) Ruf für Gerechtigkeit und Toleranz unter den Rassen.

Neben den gesellschaftlichen und quasihistorischen Perspektiven ist Winnetou interessant, packend und ein gutes Buch. Es ist erhältlich im Internet über amazon.de, amazon.com und barnesandnoble.com (verbilligt), oder es kann im örtlichen Buchladen bestellt werden.


22. Nov. 1999:
Richard Cracroft, der das Vorwort zu dieser Ausgabe verfaßt hat, wird übrigens als aktiver teilnehmer zu unserm Sympsion 2000 in Lubbock kommen.

Reinhold Wolff


Reaktion zum Buch


Dazu schreib ich was!!


Pinnwand

English title page

Titelseite KMG

Impressum Datenschutz