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Service Regional: Bereitstellung von Materialien fĂŒr Ihre Karl-May-Veranstaltung

»Kann man heute noch â€șIndianerbĂŒcherâ€č lesen?«

  • Zum Fortgang der Historisch-kritischen Ausgabe

    von Joachim Biermann

    Unsere Planungen sahen bisher vor, dass Im Lande des Mahdi III als nÀchster Band der HKA im vierten Quartal 2026 herauskommen sollte. Leider können wir diesen Termin nicht mehr einhalten, weil es bei der Erstellung des Editorischen Berichts zu Computer-Problemen gekommen ist, aufgrund derer sich das Erscheinen des Bandes um einige Monate verzögern wird.

    Nach RĂŒcksprache mit dem Karl-May-Verlag und dem Karl-May-Museum haben wir uns deshalb entschieden, den Band Im Reiche des silbernen Löwen II vorzuziehen, der bereits so gut wie fertig vorliegt. Da fĂŒr diesen Band sowohl der May-Text als auch der Editorische Bericht noch gesetzt werden mĂŒssen, ist eine Fertigstellung im laufenden Jahr aber auch nicht gesichert. Unter UmstĂ€nden mĂŒssen wir auch in diesem Fall mit einem Erscheinen im 1. Quartal 2027 rechnen. Der zurĂŒckgestellte Band Im Lande des Mahdi III kann dann möglicherweise recht rasch folgen, so dass sich die Perspektive eröffnet, dass gegen Ende 2027 auch noch ein dritter HKA-Band, Pandur und Grenadier, herauskommen kann.

    Im Fall von Im Reiche des silbernen Löwen II liegt wieder einmal ein Band vor, zu dem ein Teilmanuskript Karl Mays erhalten ist und fĂŒr die Textrevision herangezogen werden konnte, nĂ€mlich der grĂ¶ĂŸere Teil des letzten Kapitels Ein RĂ€tsel. Außerdem sind – wie beim ersten Band des â€șSilberlöwenâ€č – auch in diesem Fall zwei ManuskriptblĂ€tter Karl Mays mit Notizen zum Werk ĂŒberliefert, die wir in diesem Band zum ersten Mal abdrucken.

  • Karl Mays Briefwechsel mit seinen Verlegern, Bd. 2

    Karl May: Briefwechsel mit seinen Verlegern und Redakteuren. Zweiter Band: Briefe von und an Vilímek, Bachem, Benziger, Eberle & Rickenbach und Cordier sowie Heinrich Wagner. Hrsg. von Hans-Dieter Steinmetz, Florian Schleburg und Helmut Schmiedt. Gesammelten Werke Band 98. Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul, 2026. 568 Seiten, Hardcover. ISBN: 978-3-7802-0098-3. Preis: 29,00€

    Die PopularitĂ€t, die Karl May schon zu seinen Lebzeiten erreichte, zeigt sich auch darin, dass er in den verschiedensten Medien zum Zug kam. Nachdem er zunĂ€chst ĂŒberwiegend in Zeitschriften veröffentlicht hatte, erschienen seine Romane und ErzĂ€hlungen seit Beginn der 1890er-Jahre in der großen Buchausgabe des Fehsenfeld-Verlags, die bis heute die Basis fĂŒr die Gesammelten Werke im Karl-May-Verlag bildet. Aber er publizierte auch weiterhin an anderer Stelle: in Zeitungen und Zeitschriften und in den seinerzeit ungeheuer populĂ€ren Volkskalendern, insbesondere in deren Variante der Marienkalender. DarĂŒber hinaus erschienen bereits Übersetzungen in verschiedenen Sprachen.

    Der vorliegende Band belegt diese breit aufgefĂ€cherte Wirkungsgeschichte. Im ersten Briefwechsel geht es um die von dem Prager Verleger Josef VilĂ­mek veröffentlichten Übersetzungen ins Tschechische. In Anbetracht der damaligen rechtlichen Situation hĂ€tte VilĂ­mek sie auch ohne Erlaubnis und Honorierung Mays auf den Markt bringen können, aber er suchte das Einvernehmen mit dem Autor, und so entstand eine umfangreiche, oft komplizierte Korrespondenz. Anschließend werden Mays Beziehungen zu vier katholischen Verlagen dokumentiert; drei davon belieferte May mit Marienkalendergeschichten, kĂŒrzeren abenteuerlichen ErzĂ€hlungen, in denen programmgemĂ€ĂŸ die religiöse Tendenz eine herausragende Rolle spielt. Der letzte Teil enthĂ€lt Mays Briefwechsel mit Heinrich Wagner, einem bayerischen Journalisten, der sich in den um die Jahrhundertwende ausbrechenden öffentlichen Streitigkeiten um Person und Werk Mays auf dessen Seite schlug und sogar ein Buch zu seiner Verteidigung publizierte.

    Der Band bietet reichhaltiges Material zur Biografie Karl Mays, aber auch zur Mediengeschichte des spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts.

    Mit einem ausfĂŒhrlichen Vorwort von Prof. Dr. Helmut Schmiedt und 108 SW-Abbildungen.

  • Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 229

    Inhaltsverzeichnis

    • Joachim Biermann: In eigener Sache
    • Joachim Biermann: Neuigkeiten zu Juliette Ewers und Karl Mays Aufenthalt in Bad Salzbrunn
    • Stefan Schmatz: Raketen fĂŒr Karl May. Ein seltsamer Chemiker steht dem Schriftsteller 1910 zur Seite
    • Klaus Eggers: Die Oase des Bloody-fox. AnlĂ€sslich einer Ausstellung
    • Manfred Moßmann: Ich ahnte Spaßhaftes. â€șComic reliefâ€č in Karl Mays Von Bag­dad nach Stambul
    • Horst Briehl: Der Stubentiger in Karl Mays Werken – Alles fĂŒr die Katz? (Teil 1)
    • Christoph Blau: Das Waldröschen und ein nicht mehr fremder KapitĂ€n. Zu einer unbekannten zeitgenössischen Waldröschen-Edition aus Schweden
    • Nicolas Finke: „Eingemeisselt neben dem Namen Goethe steht der Name Karl May“. Mit der Komödie â€șOld Shatterhandâ€č widmete sich der Schriftsteller Willy Seidel zu Beginn der 1930er-Jahre Karl Mays Lebensgeschichte und hielt ein PlĂ€doyer fĂŒr die Kraft der Fantasie

  • Ausstellung: Kolportageliteratur: Jahrmarktdrucke des 19. Jahrhunderts

    In der Landesbibliothek Oldenburg ist vom 11.09.2026 bis zum 24.10.2026 eine Ausstellung zur Kolportageliteratur zu sehen. Schwerpunkt sind Jahrmarktdrucke des 19. Jahrhunderts aus der Oldenburger Sammlung.

    Mit rund 200 Exponaten, unter denen auch Karl May vertreten ist, macht die Ausstellung eine vergessene Form von Unterhaltungsliteratur wieder lebendig. Sinnlich erfahrbar wird diese Literatur mit originalen und reproduzierten Bildtafeln des 19. Jahrhunderts, Tonaufnahmen von Deutschlands ‚letztem BĂ€nkelsĂ€nger‘ sowie einer Druckstation, an der sich Kleindrucke herstellen lassen.

    Kuratiert wird die Ausstellung von PD Dr. Christian Schmitt (Institut fĂŒr Germanistik, UniversitĂ€t Oldenburg).

    Weitere Informationen zur Ausstelllung

  • Sonderheft der Karl-May-Gesellschaft Nr. 179

    Reinald Purmann: In die WĂŒste. Abenteuer um einen Film. 104 Seiten, Preis 11,80 Euro, fĂŒr Abonnenten der Reihe oder bei einem Kauf von mind. 5 Exemplaren 10,80 Euro, jeweils zzgl. Versandkosten.

    Mit dem Sonderheft Nr. 179 widmet die Karl-May-Gesellschaft erstmals einem Film ein eigenes Heft: Reinald Purmann zeichnet in „In die WĂŒste. Abenteuer um einen Film“ auf 104 Seiten die Entstehung, Produktion und Rezeption des ersten Karl-May-Tonfilms „Durch die WĂŒste“ (1936) nach.

    Purmann beleuchtet nicht nur im Detail die aufwendigen Dreharbeiten in Nordafrika, sondern auch die Mitwirkung zeitgenössischer Persönlichkeiten. DarĂŒber hinaus ordnet er den Film in die Rezeptionsgeschichte Karl Mays in den 1930er Jahren ein und untersucht die Produktionsbedingungen sowie die GrĂŒnde fĂŒr den ausbleibenden Publikumserfolg.

    Zahlreiche bislang unveröffentlichte Quellen, Fotografien und Archivfunde machen das neue Sonderheft zu einer spannenden LektĂŒre fĂŒr alle, die sich fĂŒr diesen ersten May-Tonfilm speziell, Filmgeschichte allgemein sowie die Geschichte der Karl-May-Rezeption interessieren.

    Bestellungen bitte unter Angabe der Mitgliedsnummer und der Anschrift an: vertrieb@karl-may-gesellschaft.de

  • Zum Fortgang der Historisch-kritischen Ausgabe

    von Joachim Biermann

    Mit großer Freude konnten wir in der ersten JahreshĂ€lfte 2026 mit dem Band Der Schut (KMW IV.6) endlich den Orientzyklus in der HKA zum Abschluss bringen. Die Herausgabe dieses sechsbĂ€ndigen Romans war kein leichtes Unterfangen. 1988 bereits hatten Hermann Wiedenroth und Hans WollschlĂ€ger damit begonnen, dieses Werk innerhalb der HKA herauszubringen. GemĂ€ĂŸ ihrem damals aktuellen Gestaltungsplan hatten sie, wie bei anderen mehrbĂ€ndigen Werken, vor, den Editorischen Bericht fĂŒr alle sechs BĂ€nde dann im Abschlussband Der Schut unterzubringen. Doch dieses Vorhaben konnten sie dann nicht mehr realisieren, sicherlich nicht nur den unruhigen Fahrwassern geschuldet, in die die HKA damals geraten war, sondern auch, weil dieser Bericht vom Umfang her den Rahmen eines Bandes mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit gesprengt hĂ€tte und wohl auch vom Aufwand her nicht mehr leistbar war.

    Als die Karl-May-Gesellschaft dann 2007 die Herausgabe der HKA ĂŒbernahm, stand sie vor der Frage, wie sie mit dem Torso gebliebenen Orientzyklus umgehen sollte. Wir haben damals diese Frage nicht nur intern besprochen, sondern auch – u. a. auf der Mitgliederversammlung in WolfenbĂŒttel im Jahre 2011 – zur Diskussion gestellt. Der Tenor war damals, eine Neuausgabe des Zyklus in Angriff zu nehmen und jedem der BĂ€nde nicht nur einen eigenen Bearbeiter zuzuordnen, sondern auch einen eigenen Editorischen Bericht beizugeben. So wurde das Projekt fĂŒr uns handhabbar. FĂŒr die Bezieher der HKA richteten wir damals die Möglichkeit ein, die bereits erschienen ersten fĂŒnf OrientbĂ€nde nicht zu abonnieren.

    Dass es dann noch einmal ĂŒber zehn Jahre dauerte, bis Der Schut als Abschlussband erscheinen konnte, hĂ€tten wir auch nicht gedacht. Aber der Tod eines der Bearbeiter und die lĂ€ngerfristige Erkrankung eines zweiten zogen die Arbeit in die LĂ€nge. Nunmehr aber können wir mit gewissem Stolz feststellen, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde und die HKA bereichert hat.

    Auch mit dem nĂ€chsten fĂŒr 2026 vorgesehenen HKA-Band schließen wir ein mehrbĂ€ndiges Werk Karl Mays ab, nĂ€mlich dem dritten Band von Im Landes des Mahdi (IV.11), herausgegeben von Johannes Zeilinger und bearbeitet von Ralf Gehrke. FĂŒr die folgenden Jahre planen wir in Absprache mit der Karl-May-Stiftung und dem Karl-May-Verlag ebenfalls, jeweils zwei neue HKA-BĂ€nde herauszugeben. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden das fĂŒr 2027 die BĂ€nde Pandur und Grenadier (KMW I.6) – die Dessauer-ErzĂ€hlungen Karl Mays enthaltend – und Im Reiche des silbernen Löwen II (KMW IV.23) sein, deren Bearbeitung schon mehr oder weniger abgeschlossen ist.

  • Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 228

    Inhaltsverzeichnis

    • Rainer Jeglin: In eigener Sache
    • Manfred Moßmann: The Greenhorn’s Progress. Der erste Elk – eine perfekte Abenteuer-ErzĂ€hlung
    • „Jetzt plane ich einen Film ĂŒber Karl May 
“. Ein GesprĂ€ch mit Erich Loest aus dem Jahr 1982
    • Michael Schaden: Zur Handlungszeit von Karl Mays Am Rio de la Plata. Er­gĂ€nzungen zu einem Beitrag Wolfgang Bickels
    • Stefan Schmatz: Die Liebe des Ulanen in der â€șNew-Yorker Staats-Zeitungâ€č. Ein in mehrfacher Hinsicht besonderer Karl-May-Abdruck wĂ€hrend des Ersten Welt­kriegs (Teil 3)
    • Andreas Brenne: „Qua patet orbis“ – Karl May auf der BĂŒhne
    • Malte Ristau: Ach wĂ€r’ ich doch Old Shatterhand. Figuren als Teil der Wirkungs­geschichte

  • Karl-May-Messe in Idar-Oberstein

    Vom 18. bis 19. April 2026 fand in Idar-Oberstein die zweite Karl-May-Messe statt. Neben dem Karl-May-Verlag war auch die Karl-May-Gesellschaft mit einem gemeinsamen Stand mit dem Karl-May-Museum Radebeul vertreten. Die Messe war weniger stark besucht als die erste Messe 2019, die Besucherinnen und Besucher zeigten aber wieder großes Interesse an der Arbeit unserer Gesellschaft. Am Stand ausgelegt und erwerbbar waren unsere Publikationen, darunter auch die Historisch-kritische Ausgabe der Werke Karl Mays. Betreut wurde unser Auftritt von unserem Schatzmeister Uwe Teusch. Wir danken ihm herzlich fĂŒr seinen Einsatz!

  • HKA IV.6 „Der Schut“ erschienen

    Mit dem Erscheinen von Der Schut, dem 6. Band des großen Orientromans Karl Mays, kommt eines der Großprojekte der Historisch-kritischen Ausgabe nach fast 40 Jahren endlich zum Abschluss. Nicht zuletzt diese ReiseerzĂ€hlung, die den ErzĂ€hler auf eine Reise rund um das Mittelmeer durch weite Teile des Osmanischen Reiches fĂŒhrt, hatte seinerzeit Karl Mays Ruhm begrĂŒndet, als sie unter dem Titel Giölgeda padishanĂŒn – Im Schatten des Padischah – in der Zeitschrift â€șDeutscher Hausschatzâ€č in Fortsetzungen ĂŒber mehrere Jahre erstveröffentlicht wurde.

    Wie die Zweitauflagen der vorausgehenden fĂŒnf BĂ€nde des Orientromans, so enthĂ€lt auch Der Schut einen ausfĂŒhrlichen editorischen Bericht, der unter anderem wieder die Varianten der Zeitschriftenfassung gegenĂŒber der Buchausgabe detailliert verzeichnet. Der editorische Bericht enthĂ€lt darĂŒber hinaus die Editionsgeschichte des Bandes, die Bibliografie aller zu Mays Lebzeiten erschienenen Ausgaben und Auflagen und die Darstellung der Textgeschichte.

    Herausgeber: Joachim Biermann

    Bearbeiter: Dr. Florian Schleburg

    Erscheinungsjahr: 2026

    629 Seiten, Halbleinen-Band mit LesebÀndchen, Graphitschnitt, Buntpapierbezug und SilberprÀgung

  • Das Trivialepos der DDR. Mosaik und seine Quellen

    Thomas Kramer: Das Trivialepos der DDR. Mosaik und seine Quellen. Ch. A. Bachmann Verlag, Berlin, 2026, 254 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-96234-102-2. Preis: 29,90€

    Das MOSAIK war weit mehr als ein Comic. FĂŒr Millionen Leserinnen und Leser der DDR wurde es zur inoffiziellen GeschichtserzĂ€hlung. Als aquarienbuntes Trivialepos prĂ€gte das Heft ganze Generationen. Doch welche Ideen, Vorbilder und verborgenen BezĂŒge steckten hinter den zeitreisenden Abenteuern? In 60 pointiert erzĂ€hlten Kapiteln entdeckt Thomas Kramer ein ĂŒberraschend weites Netz von historischen, literarischen und kĂŒnstlerischen Quellen, die die Schöpfer selbst nie offenlegten. So entsteht ein facettenreiches Panorama, das die unterschĂ€tzte KomplexitĂ€t der kulturellen IdentitĂ€t des Ostens neu beleuchtet. Eine etwas andere Kulturgeschichte fĂŒr alle, die das MOSAIK lieben oder erst noch entdecken wollen.

    Analysiert werden u.a. auch die zahlreichen Karl-May-BezĂŒge zwischen Euphrat und Silbersee im MOSAIK.

  • Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 2025 erschienen

    DAS FÜNFUNDFÜNFZIGSTE JAHRBUCH ist in der langen Geschichte der Karl-May-Gesellschaft das erste, fĂŒr das der im Februar 2025 verstorbene Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Claus Roxin nicht mehr als Mitherausgeber fungiert. Das Jahrbuch ist daher dem verdienstvollen langjĂ€hrigen Vorsitzenden und spĂ€teren Ehrenvorsitzenden der KMG gewidmet. Die hier versammelten BeitrĂ€ge zeigen ein weiteres Mal eindrĂŒcklich, dass nicht nur die Forschung zu Karl May weiterhin neue Erkenntnisse bringt, sondern dass auch die Grundlagenforschung noch nicht abgeschlossen ist.

    Martin Lowsky prĂ€sentiert erstmals eine vollstĂ€ndige deutsche Übersetzung der Briefe der französischen Übersetzerin Juliette Charoy an Karl May, und Joachim Biermann kommt zu neuen Ergebnissen bei der Suche nach Mays Vorlagen zu seiner Bearbeitung des â€șWaldlĂ€ufersâ€č von Gabriel Ferry. Die Untersuchung von Spannung und Retardierung in Mays Werk durch Michael Andermatt zeigt, dass deren Verwendung auch in Abenteuerromanen keineswegs trivial ist. Helmut Schmiedt und Hartmut Vollmer gehen in ihren AufsĂ€tzen Verbindungen zwischen Karl May und Thomas Mann bzw. Friedrich Schiller nach und verdeutlichen, dass die Grenze zwischen Hoch- und Trivialliteratur eine kĂŒnstliche ist.

    Vier BeitrĂ€ge widmen sich der Figurenebene. Laura ThĂŒring analysiert in ihrem Beitrag die Figurenkonstitution des Westmanns Sam Hawkens, und Theresa Homm untersucht vergleichend Figurenkonstellationen bei Karl May und James Fenimore Cooper. Zwei BeitrĂ€ge befassen sich mit der Figur Quimbo: Stefan Schmatz betrachtet Mays Quimbo vor dem Hintergrund der gleichnamigen Figur in Harriet Beecher Stowes â€șOnkel Toms HĂŒtteâ€č, wĂ€hrend Rudi Schweikert der Namensherkunft nachgeht und davon ausgehend narrative Elemente in Mays Werk erörtert.

    Der weiterhin aktuellen postkolonialen Debatte widmet sich Malte Ristau mit Überlegungen zu Mays kolonialem Mindset,  und Florian Schleburg stellt zwei Eingaben aus dem Jahr 1957 an den US-Senat vor, die sich fĂŒr die indigene Bevölkerung stark machen und deutlich von der LektĂŒre Karl Mays inspiriert sind.

    Den Abschluss des Jahrbuchs bilden wie stets der Literaturbericht von Helmut Schmiedt, der Medienbericht von Michael Kunz und der SchriftfĂŒhrerbericht von Gunnar Sperveslage.

    Inhaltsverzeichnis:

    • Gunnar Sperveslage: Das fĂŒnfundfĂŒnfzigste Jahrbuch
    • Juliette Charoy: Briefe aus Paris an Karl May · Mit Briefen weiterer Übersetzerin­nen · Herausgegeben und erlĂ€utert von Martin Lowsky
    • Joachim Biermann: Karl Mays â€șWaldlĂ€uferâ€č und seine Vorlagen
    • Michael Andermatt: »Er hielt einige Augenblicke inne, jedenfalls um die Span­nung seiner Zuhörer zu vergrĂ¶ĂŸern« · Spannung und Retardierung in Karl Mays â€șWinnetouâ€č-Trilogie
    • Laura ThĂŒring: Sam Hawkens – ein Flickenteppich · Zu einigen â€șFlickenâ€č seiner Figurenkonstitution
    • Hartmut Vollmer: »Setz Dich, und schreib!« · Karl May und sein »Lieblings­schriftsteller« Friedrich Schiller
    • Theresa Homm: Westmann und American Frontier Hero, Apple Indian und Edler Wilder · Kulturkontakt und Anpassung in Karl Mays â€șWinnetou Iâ€č und James Fe­nimore Coopers â€șLast of the Mohicansâ€č
    • Stefan Schmatz: Quimbo · Karl May und Harriet Beecher Stowe
    • Rudi Schweikert: Sich einen Namen wĂ€hlen: Quimbo · Mit Bemerkungen zu eini­gen narrativen Elementen May’schen ErzĂ€hlens
    • Helmut Schmiedt: Der eine empfiehlt Korinthenbrot, der andere wurmstichige BÀ­rentatzen · Über Störungen des Essens bei Thomas Mann und Karl May
    • Malte Ristau: Koloniales Mindset bei Karl May? · Überlegungen zur mentalen Landkarte des Schriftstellers
    • Florian Schleburg: »  these famous and all over the world well-known peo­ples  « · Wie Karl May zwei Eingaben an den US-Senat inspirierte
    • Helmut Schmiedt: Literaturbericht
    • Michael Kunz: Medienbericht
    • Gunnar Sperveslage: Ruhiges Fahrwasser · Das 55. Jahr der Karl-May-Ge­sell­schaft
  • Zum Fortgang der Historisch-kritischen Ausgabe

    von Joachim Biermann

    Bei der Fertigstellung des Editorischen Berichts zum Band IV.5 der HKA, Durch das Land der Skipetaren, ist leider eine Verzögerung von einigen Monaten eingetreten, um die sich das Erscheinen des Bandes verschieben wird. Der Band ist mittlerweile fertig gesetzt, doch ist es nicht sicher, ob wir den Band noch gegen Ende 2025 herausbringen können. Es kann sein, dass er erst Anfang 2026 erscheinen wird. Der Schut, der Abschlussband des Orientromans, wird sich dann etwa Mitte 2026 anschließen.

    FĂŒr einen der danach geplanten BĂ€nde möchte ich bei dieser Gelegenheit noch einmal zur Mitarbeit aufrufen: Zu den besonders interessanten BĂ€nden, die in den nĂ€chsten Jahren herauskommen sollen, gehört der Band I.6 Pandur und Grenadier, der sĂ€mtliche Dessauer-Humoresken Karl Mays enthalten wird. Diese sind jedoch in zwei FĂ€llen in ihrer Originalgestalt leider nur unvollstĂ€ndig ĂŒberliefert. Wir kennen bisher von den beiden ErzĂ€hlungen Ein FĂŒrst-Marschall als BĂ€cker und Pandur und Grenadier nur jeweils einen einzigen Abdruck zu Karl Mays Lebzeiten, nĂ€mlich im 4. und 5. Jahrgang (1882 und 1883) der Zeitschrift „Deutsche Gewerbeschau“ (Beilage „FĂŒr den Feierabend“). Beide JahrgĂ€nge sind heute in deutschen Bibliotheken aber nicht mehr vollstĂ€ndig vorhanden, so dass uns von jedem der beiden jeweils zwei Nummern fehlen.

    Nun lagen beide ErzĂ€hlungen kurz nach dem Ersten Weltkrieg, als sie im „Karl-May-Jahrbuch 1919“ bzw. in dem Sammelband „Der alte Dessauer“ des Karl-May-Verlags veröffentlicht wurden, noch vollstĂ€ndig vor. Leider sind diese beiden Veröffentlichungen aber bearbeitet, so dass sie fĂŒr die HKA nicht verwendet werden können. So möchte ich fragen, ob jemand uns Hinweise auf bisher nicht allgemein bekannte Standorte der genannten JahrgĂ€nge der „Deutschen Gewerbeschau“ oder auch vielleicht auf bisher nicht bekannte Abdrucke der beiden ErzĂ€hlungen in anderen Zeitschriften geben kann. Das wĂŒrde uns bei der Vorbereitung des HKA-Bandes mit den Dessauer-ErzĂ€hlungen sehr helfen.

  • Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 223

    Inhaltsverzeichnis

    • Rainer Jeglin: In eigener Sache
    • Tanja TrĂŒbenbach: „Seiner Hochwohlgeboren Herrn Dr. Karl May – Hochge­ehrter Meister!“. Arthur Stackler: Ein besonderer Verehrer Karl Mays
    • Manfred Moßmann: Ikbal und die rĂŒhrende Tiergruppe. Anmerkungen zu Karl Mays Ardistan und Dschinnistan I
    • Rainer Jeglin: Wiedergelesen Am Jenseits
    • Stefan Schmatz: Licht ins Dunkel der â€șDeutschen Gartenlaubeâ€č (Teil 1). Wie es zum Abdruck von Karl Mays Schloß Wildauen kam
    • Joachim Biermann: Aufgelesen 
 aus der österreichischen Satire-Zeit­schrift â€șDie Musketeâ€č von 1927
    • Stefan Schmatz: Nachtrag zu: Die Varianten von Karl Mays Buch Babel und Bibel
    • Malte Ristau: Ein guter Deutscher? Carl Schurz neu bewertet
    • Andreas Brenne: Der geteilte Himmel – Karl May auf der BĂŒhne III
  • Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 222

    Inhaltsverzeichnis

    • Joachim Biermann: In eigener Sache
    • Volker Griese/Wolfgang SĂ€mmer: „[
] es [ist] lĂ€cherlich [
], ĂŒber den schwin­delnden Old Shatterhand zu eifern“. Der Abenteurer und Schriftsteller Erwin Rosen ĂŒber Karl May
    • Joachim Biermann: Zwei Abdrucke von Karl Mays Ave Maria aus dem Jahr 1897. Eine bisher unbeachtete und eine bekannte Version von Karl Mays Gedicht
    • Stefan Schmatz: Einfach, ernst, doch hell und freundlich. Die Varianten von Karl Mays Buch Babel und Bibel
    • Christoph Blau: Ein „altes Buch mit einer geradezu magischen Ausstrahlung“. Überlegungen zum Einband eines bekannten Widmungsexemplars von Karl Mays Friede-Roman
    • Volker Wahl: seine Gestalt [
] wankte auf dem Kamele wie eine Pagode hin und her. Eine â€șLesefruchtâ€č aus Im Reiche des silbernen Löwen und ihre Auflösung mit weiteren historischen BezĂŒgen
    • Malte Ristau: Ein ausgezeichneter Ornithologe. Was veranlasste Karl May, Ignaz Pfotenhauer in den Sudan zu schicken?
    • Manfred Moßmann: Karl May als Freund und Helfer an der Front. Anmer­kungen zu einigen Zeitungsartikeln aus der NS-Zeit (2)
  • »Kann man heute noch â€șIndianerbĂŒcherâ€č lesen?«

    Die Karl-May-Gesellschaft begrĂŒĂŸt die breite Debatte ĂŒber die Rechte aller ethnischen und gesellschaftlichen Gruppen und beteiligt sich aktiv an der wissenschaftlichen Aufarbeitung diskriminierender Diskurse. Wir glauben, dass dieser noch lange nicht abgeschlossenen Diskussion durch die kritische Auseinandersetzung mit historischen Texten, einschließlich ihrer zeitbedingten Sprache, besser gedient ist als durch das Vermeiden oder gar VerfĂ€lschen problematischen Materials.

    Aufgrund ihrer Handlung, ihres weltanschaulichen Gehalts und ihres generationenlangen Einflusses sind die Texte Karl Mays besonders gut dafĂŒr geeignet, Leserinnen und Leser des 21. Jahrhunderts fĂŒr die historische Bedingtheit von ethnischen Stereotypen und Geschlechterrollen zu sensibilisieren. Sie zeigen den Autor als einen Menschen, der in den Denk- und Ausdrucksgewohnheiten seines Umfelds befangen und auf die damals verfĂŒgbaren Informationen angewiesen, aber zeit seines Lebens bemĂŒht war, zu einem gerechteren Urteil zu gelangen. Die Verbrechen von Kolonialismus und Sklaverei, die pauschale GeringschĂ€tzung anderer Kulturen und die Zerstörung ihrer natĂŒrlichen Lebensgrundlagen werden in Mays populĂ€ren AbenteuererzĂ€hlungen unmissverstĂ€ndlich verurteilt. Sein SpĂ€twerk ist ein engagiertes PlĂ€doyer fĂŒr Toleranz und VölkerverstĂ€ndigung.

    [Vergleiche auch die ErklĂ€rung der AG „Karl May vermitteln“.]

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