Reinald Purmann: In die Wüste. Abenteuer um einen Film. 104 Seiten, Preis 11,80 Euro, für Abonnenten der Reihe oder bei einem Kauf von mind. 5 Exemplaren 10,80 Euro, jeweils zzgl. Versandkosten.
Mit dem Sonderheft Nr. 179 widmet die Karl-May-Gesellschaft erstmals einem Film ein eigenes Heft: Reinald Purmann zeichnet in „In die Wüste. Abenteuer um einen Film“ auf 104 Seiten die Entstehung, Produktion und Rezeption des ersten Karl-May-Tonfilms „Durch die Wüste“ (1936) nach.
Purmann beleuchtet nicht nur im Detail die aufwendigen Dreharbeiten in Nordafrika, sondern auch die Mitwirkung zeitgenössischer Persönlichkeiten. Darüber hinaus ordnet er den Film in die Rezeptionsgeschichte Karl Mays in den 1930er Jahren ein und untersucht die Produktionsbedingungen sowie die Gründe für den ausbleibenden Publikumserfolg.
Zahlreiche bislang unveröffentlichte Quellen, Fotografien und Archivfunde machen das neue Sonderheft zu einer spannenden Lektüre für alle, die sich für diesen ersten May-Tonfilm speziell, Filmgeschichte allgemein sowie die Geschichte der Karl-May-Rezeption interessieren.
Mit großer Freude konnten wir in der ersten Jahreshälfte 2026 mit dem Band Der Schut (KMW IV.6) endlich den Orientzyklus in der HKA zum Abschluss bringen. Die Herausgabe dieses sechsbändigen Romans war kein leichtes Unterfangen. 1988 bereits hatten Hermann Wiedenroth und Hans Wollschläger damit begonnen, dieses Werk innerhalb der HKA herauszubringen. Gemäß ihrem damals aktuellen Gestaltungsplan hatten sie, wie bei anderen mehrbändigen Werken, vor, den Editorischen Bericht für alle sechs Bände dann im Abschlussband Der Schut unterzubringen. Doch dieses Vorhaben konnten sie dann nicht mehr realisieren, sicherlich nicht nur den unruhigen Fahrwassern geschuldet, in die die HKA damals geraten war, sondern auch, weil dieser Bericht vom Umfang her den Rahmen eines Bandes mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit gesprengt hätte und wohl auch vom Aufwand her nicht mehr leistbar war.
Als die Karl-May-Gesellschaft dann 2007 die Herausgabe der HKA übernahm, stand sie vor der Frage, wie sie mit dem Torso gebliebenen Orientzyklus umgehen sollte. Wir haben damals diese Frage nicht nur intern besprochen, sondern auch – u. a. auf der Mitgliederversammlung in Wolfenbüttel im Jahre 2011 – zur Diskussion gestellt. Der Tenor war damals, eine Neuausgabe des Zyklus in Angriff zu nehmen und jedem der Bände nicht nur einen eigenen Bearbeiter zuzuordnen, sondern auch einen eigenen Editorischen Bericht beizugeben. So wurde das Projekt für uns handhabbar. Für die Bezieher der HKA richteten wir damals die Möglichkeit ein, die bereits erschienen ersten fünf Orientbände nicht zu abonnieren.
Dass es dann noch einmal über zehn Jahre dauerte, bis Der Schut als Abschlussband erscheinen konnte, hätten wir auch nicht gedacht. Aber der Tod eines der Bearbeiter und die längerfristige Erkrankung eines zweiten zogen die Arbeit in die Länge. Nunmehr aber können wir mit gewissem Stolz feststellen, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde und die HKA bereichert hat.
Auch mit dem nächsten für 2026 vorgesehenen HKA-Band schließen wir ein mehrbändiges Werk Karl Mays ab, nämlich dem dritten Band von Im Landes des Mahdi (IV.11), herausgegeben von Johannes Zeilinger und bearbeitet von Ralf Gehrke. Für die folgenden Jahre planen wir in Absprache mit der Karl-May-Stiftung und dem Karl-May-Verlag ebenfalls, jeweils zwei neue HKA-Bände herauszugeben. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden das für 2027 die Bände Pandur und Grenadier (KMW I.6) – die Dessauer-Erzählungen Karl Mays enthaltend – und Im Reiche des silbernen Löwen II (KMW IV.23) sein, deren Bearbeitung schon mehr oder weniger abgeschlossen ist.
Manfred Moßmann: The Greenhorn’s Progress. Der erste Elk – eine perfekte Abenteuer-Erzählung
„Jetzt plane ich einen Film über Karl May …“. Ein Gespräch mit Erich Loest aus dem Jahr 1982
Michael Schaden: Zur Handlungszeit von Karl Mays Am Rio de la Plata. Ergänzungen zu einem Beitrag Wolfgang Bickels
Stefan Schmatz: Die Liebe des Ulanen in der ›New-Yorker Staats-Zeitung‹. Ein in mehrfacher Hinsicht besonderer Karl-May-Abdruck während des Ersten Weltkriegs (Teil 3)
Andreas Brenne: „Qua patet orbis“ – Karl May auf der Bühne
Malte Ristau: Ach wär’ ich doch Old Shatterhand. Figuren als Teil der Wirkungsgeschichte
Vom 18. bis 19. April 2026 fand in Idar-Oberstein die zweite Karl-May-Messe statt. Neben dem Karl-May-Verlag war auch die Karl-May-Gesellschaft mit einem gemeinsamen Stand mit dem Karl-May-Museum Radebeul vertreten. Die Messe war weniger stark besucht als die erste Messe 2019, die Besucherinnen und Besucher zeigten aber wieder großes Interesse an der Arbeit unserer Gesellschaft. Am Stand ausgelegt und erwerbbar waren unsere Publikationen, darunter auch die Historisch-kritische Ausgabe der Werke Karl Mays. Betreut wurde unser Auftritt von unserem Schatzmeister Uwe Teusch. Wir danken ihm herzlich für seinen Einsatz!
Mit dem Erscheinen von Der Schut, dem 6. Band des großen Orientromans Karl Mays, kommt eines der Großprojekte der Historisch-kritischen Ausgabe nach fast 40 Jahren endlich zum Abschluss. Nicht zuletzt diese Reiseerzählung, die den Erzähler auf eine Reise rund um das Mittelmeer durch weite Teile des Osmanischen Reiches führt, hatte seinerzeit Karl Mays Ruhm begründet, als sie unter dem Titel Giölgeda padishanün – Im Schatten des Padischah – in der Zeitschrift ›Deutscher Hausschatz‹ in Fortsetzungen über mehrere Jahre erstveröffentlicht wurde.
Wie die Zweitauflagen der vorausgehenden fünf Bände des Orientromans, so enthält auch Der Schut einen ausführlichen editorischen Bericht, der unter anderem wieder die Varianten der Zeitschriftenfassung gegenüber der Buchausgabe detailliert verzeichnet. Der editorische Bericht enthält darüber hinaus die Editionsgeschichte des Bandes, die Bibliografie aller zu Mays Lebzeiten erschienenen Ausgaben und Auflagen und die Darstellung der Textgeschichte.
Herausgeber: Joachim Biermann
Bearbeiter: Dr. Florian Schleburg
Erscheinungsjahr: 2026
629 Seiten, Halbleinen-Band mit Lesebändchen, Graphitschnitt, Buntpapierbezug und Silberprägung
Der Band IV.5 der Historisch-kritischen Ausgabe Durch das Land der Skipetaren konnte Ende letzten Jahres ausgeliefert werden und ist Januar 2026 in den freien Verkauf gegangen. Mittlerweile ist auch der letzte Band des Orientromans Der Schut (KMW IV.6) so weit gediehen, dass er im April 2026 ausgeliefert werden kann – diesmal wieder an alle Subskribenten, auch diejenigen, die auf die zweiten Auflagen der Bände 1–5 des Orientromans verzichtet haben. Damit liegt nach über 40 Jahren Karl Mays großer Orientroman auch in der HKA vollständig vor.
Für die zweite Jahreshälfte 2026 ist ein weiterer Band der HKA vorgesehen, und auch für die folgenden Jahre gehen wir davon aus, jeweils zwei Bände pro Jahr herausbringen zu können. Die beiden nächsten Bände werden, wenn alles nach Plan verläuft, Im Lande des Mahdi III (KMW IV.11) und Pandur und Grenadier (KMW I.6) sein.
Thomas Kramer: Das Trivialepos der DDR. Mosaik und seine Quellen. Ch. A. Bachmann Verlag, Berlin, 2026, 254 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-96234-102-2. Preis: 29,90€
Das MOSAIK war weit mehr als ein Comic. Für Millionen Leserinnen und Leser der DDR wurde es zur inoffiziellen Geschichtserzählung. Als aquarienbuntes Trivialepos prägte das Heft ganze Generationen. Doch welche Ideen, Vorbilder und verborgenen Bezüge steckten hinter den zeitreisenden Abenteuern? In 60 pointiert erzählten Kapiteln entdeckt Thomas Kramer ein überraschend weites Netz von historischen, literarischen und künstlerischen Quellen, die die Schöpfer selbst nie offenlegten. So entsteht ein facettenreiches Panorama, das die unterschätzte Komplexität der kulturellen Identität des Ostens neu beleuchtet. Eine etwas andere Kulturgeschichte für alle, die das MOSAIK lieben oder erst noch entdecken wollen.
Analysiert werden u.a. auch die zahlreichen Karl-May-Bezüge zwischen Euphrat und Silbersee im MOSAIK.