Florian Schleburg: Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden, vorgetragen in der Mitgliederversammlung am 4. Oktober 2025
Hartmut Wörner Karl May und ›Die schöne Literatur‹
Christoph Blau Noch einmal Franz Weigl und Gegen den Schund. Eine Ergänzung zum KMG-Sonderheft Nr. 155
René Grießbach: … aber der Inhalt ist für mich von Wert. Zu Karl Mays Gedichten im Allgemeinen und Heimkehr im Besonderen
Stefan Schmatz: Die Liebe des Ulanen in der ›New-Yorker Staats-Zeitung‹. Ein in mehrfacher Hinsicht besonderer Karl-May-Abdruck während des Ersten Weltkriegs (Teil 1)
Stefan Schmatz: Historisch-kritische Karl-May-Ausgabe im Halbleder? Ein merkwürdiges Fundstück
… Aufgelesen … aus einer amerikanischen Zeitung von 1944
Hans-Ulrich Danner: Clemens Mayers ›Die Projektoren‹ – ein Buch für Karl-May-Fans
Karl May: Briefwechsel mit seinen Verlegern und Redakteuren. Erster Band: Briefe von und an Friedrich Pustet, Karl Pustet, Venanz Müller, Heinrich Keiter, Otto Denk und Johannes Dederle Hrsg. von Hans-Dieter Steinmetz, Florian Schleburg und Helmut Schmiedt. Gesammelten Werke Band 97. Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul, 2025. 548 Seiten, Hardcover. ISBN: 978-3-7802-0097-6. Preis: 29,00€
Karl May hat, wie in der damaligen Literatur üblich, einen großen Teil seiner Werke zunächst als Fortsetzungsromane in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Das für ihn wichtigste Publikationsorgan war der im Regensburger Pustet-Verlag erscheinende ‚Deutsche Hausschatz‘. Ein großer Teil der Korrespondenz zu dieser Geschäftsbeziehung hat sich erhalten. Sie verlief problematisch, da May wegen seiner umfangreichen Tätigkeit für andere Verlage immer wieder mit Manuskriptlieferungen in Rückstand geriet und mit seinem Spätwerk in Widerspruch zur streng katholischen Linie des ‚Hausschatz‘ stand. Die überlieferten Briefe, Postkarten und anderen Materialien zu diesem Themenkomplex werden dokumentiert. Es ergeben sich spannende Einblicke in das Leben des Autors, aber auch zur Literatur- und Mediengeschichte generell. Detaillierte Erläuterungen zu den in der Korrespondenz angesprochenen Personen und Ereignissen ermöglichen das Verständnis der Texte. Im zweiten Teil des Bandes wird Mays Briefwechsel mit dem Journalisten Johannes Dederle wiedergegeben, der May wohlwollend gegenüberstand und sich seit der Jahrhundertwende angesichts der Auseinandersetzungen um sein Leben und Werk immer wieder für ihn engagierte. May nutzte den Kontakt, um in der Öffentlichkeit das Bild von sich zu verbreiten, an dem ihm im Alter gelegen war.
Der Leiter der Karl-May-Spiele Bischofswerda, Uwe Hänchen, ist am Donnerstag (2. Oktober 2025) mit der Marah-Durimeh-Medaille der Karl-May-Gesellschaft ausgezeichnet worden – für seine „jahrzehntelange künstlerische und pädagogische Arbeit als Gründer und Leiter der Karl-May-Spiele Bischofswerda“, wie es zur Begründung hieß. Die Laudatio hielt Dana Weber von der Florida State University.
Uwe Hänchen würdigte in seiner Preisrede die Verdienste Karl Mays für Völkerverständigung, Frieden, Toleranz und das Geschichtenerzählen. Uwe Hänchen ist seit 1993 Vorsitzender der Spielgemeinschaft „Gojko Mitic“ Bischofswerda e.V., die jährlich auf der Waldbühne in Bischofswerda Deutschlands kleinste Karl-May-Spiele mit den jüngsten Darstellern veranstaltet. Neben der Leitung ist er außerdem für die Regie der Inszenierungen verantwortlich. Die meisten der bisher aufgeführten Theaterstücke nach Karl May stammen aus seiner Feder.
Mit der Marah-Durimeh-Medaille der Karl-May-Gesellschaft werden Personen geehrt, die sich auf besondere Weise für Karl May und die von ihm vertretenen Werte verdient gemacht haben. Uwe Hänchen ist der zweite Preisträger. Die erste Auszeichnung erhielt 2022 der Regisseur Philipp Stölzl, der unter anderem für die RTL-Trilogie „Winnetou – der Mythos lebt“ von 2016 und die Inszenierung „Der Phantast – Leben und Sterben des Dr. Karl May“ 2017 am Staatsschauspiel Dresden verantwortlich ist.
Für den verstorbenen Prof. Dr. Hartmut Vollmer musste auf der Mitgliederversammlung der KMG in Rostock ein neuer Stellvertretender Vorsitzender gewählt werden. Hierzu wurde vom Plenum einstimmig der bisherige Schriftführer Dr. Gunnar Sperveslage gewählt. Als neuen Schriftführer wählte die Mitgliederversammlung ebenfalls einstimmig Roy Dieckmann. Die Karl-May-Gesellschaft gratuliert beiden zur Wahl.
Bei der Fertigstellung des Editorischen Berichts zum Band IV.5 der HKA, Durch das Land der Skipetaren, ist leider eine Verzögerung von einigen Monaten eingetreten, um die sich das Erscheinen des Bandes verschieben wird. Der Band ist mittlerweile fertig gesetzt, doch ist es nicht sicher, ob wir den Band noch gegen Ende 2025 herausbringen können. Es kann sein, dass er erst Anfang 2026 erscheinen wird. Der Schut, der Abschlussband des Orientromans, wird sich dann etwa Mitte 2026 anschließen.
Für einen der danach geplanten Bände möchte ich bei dieser Gelegenheit noch einmal zur Mitarbeit aufrufen: Zu den besonders interessanten Bänden, die in den nächsten Jahren herauskommen sollen, gehört der Band I.6 Pandur und Grenadier, der sämtliche Dessauer-Humoresken Karl Mays enthalten wird. Diese sind jedoch in zwei Fällen in ihrer Originalgestalt leider nur unvollständig überliefert. Wir kennen bisher von den beiden Erzählungen Ein Fürst-Marschall als Bäcker und Pandur und Grenadier nur jeweils einen einzigen Abdruck zu Karl Mays Lebzeiten, nämlich im 4. und 5. Jahrgang (1882 und 1883) der Zeitschrift „Deutsche Gewerbeschau“ (Beilage „Für den Feierabend“). Beide Jahrgänge sind heute in deutschen Bibliotheken aber nicht mehr vollständig vorhanden, so dass uns von jedem der beiden jeweils zwei Nummern fehlen.
Nun lagen beide Erzählungen kurz nach dem Ersten Weltkrieg, als sie im „Karl-May-Jahrbuch 1919“ bzw. in dem Sammelband „Der alte Dessauer“ des Karl-May-Verlags veröffentlicht wurden, noch vollständig vor. Leider sind diese beiden Veröffentlichungen aber bearbeitet, so dass sie für die HKA nicht verwendet werden können. So möchte ich fragen, ob jemand uns Hinweise auf bisher nicht allgemein bekannte Standorte der genannten Jahrgänge der „Deutschen Gewerbeschau“ oder auch vielleicht auf bisher nicht bekannte Abdrucke der beiden Erzählungen in anderen Zeitschriften geben kann. Das würde uns bei der Vorbereitung des HKA-Bandes mit den Dessauer-Erzählungen sehr helfen.
Wolfgang Bickel: Wann starb Winnetou wirklich? Einige Gedanken zu Winnetous Todesdatum. 80 Seiten, Preis 9,50 Euro, für Abonnenten der Reihe oder bei einem Kauf von mind. 5 Exemplaren 8,50 Euro, jeweils zzgl. Versandkosten.
Nicolas Finke: „Karl May hat mit seinen literarischen Werken eine Brücke gebaut zu den verschiedenen Völkern der Welt“. Ein Interview mit Dr. Marian Bertz und Robin Leipold (S.2)
Werner Thiede: Von jung an schriftstellerisch hochbegabt. Beobachtungen und Überlegungen zu Karl Mays Frühwerk (S.21)
Hartmut Schmidt: Korrekturen zu Bildunterschriften (S.31)
Manfred Moßmann: Schreiber in der Nacht (S.34)
Joachim Biermann: Eine Stimme aus Amerika zum Charlottenburger Urteil (S.36)
Stefan Schmatz: Licht ins Dunkel der ›Deutschen Gartenlaube‹ (Teil 3). Wie es zum Abdruck von Karl Mays Schloß Wildauen kam (S.39)
Christoph Blau: „Blutfuchs“ von schwedischem Blut. Ein weiteres Detail zur internationalen Fernwirkung von B. Wahlströms Karl-May-Übersetzungen (S.52)
Aufgelesen … … aus dem Internet (S.57)
Malte Ristau: Afrikas geheimnisvolle Mitte. Deutsche Entdecker, Kolonialpolitik und Karl May (S.58)
frische Ostseeluft, inspirierende Vorträge, der Blick über den Hafen, wunderbare Begegnungen, phantastische Fischlokale, eine Auktion der Superlative, charmante Lokale, ein bewegender Gottesdienst, kurzweilige Stadtführungen, der/die neue Marah-Durimeh-Medaille Preisträger(in), kurze Wege, eine dynamische Lesung, die Universität, in der Heinrich Schliemann (der Karl May der Archäologie) studierte, vernünftiges Bier, der Auftritt eines Erfolgsschriftstellers und alles unter den Augen des Marschall Vorwärts, der vor dem Tagungsort thront.