Unser langjähriges Vorstandsmitglied und stellvertretender Vorsitzender Prof. Dr. Hartmut Vollmer ist am 26. Februar 2025 verstorben. Er war u.a. Mitherausgeber des Jahrbuchs der Karl-May-Gesellschaft, der Reihe „Karl-May-Studien“ und mehrerer Briefeditionen Karl Mays. Für die Karl-May-Gesellschaft war er menschlich wie auch fachlich eine unschätzbare Bereicherung. Mit großer Trauer, aber auch herzlicher Dankbarkeit nehmen wir Abschied.
Am 18. Februar ist unser Gründungsmitglied und hochgeschätzter Ehrenvorsitzender Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Claus Roxin im Alter von 93 Jahren verstorben. Welchen Verlust dies für die Karl-May-Gesellschaft, ja für die deutsche Gesellschaft als ganze, bedeutet, wird jeder ermessen, der je das Glück hatte, Prof. Roxin als Redner, Rechtsgelehrten oder Gesprächspartner zu erleben. Wir nehmen mit großer Dankbarkeit und Hochachtung Abschied von einem zutiefst integren Mann, dessen jahrzehntelangem Einsatz zweifellos das Hauptverdienst daran zukommt, dass Karl May und seine Texte zum Gegenstand hochkarätiger, unvoreingenommener Forschung erhoben wurden und zugleich ein Herzensanliegen blieben.
Seiner Gattin, Frau Dr. Imme Roxin, und seiner Familie sprechen wir unsere aufrichtige Anteilnahme aus.
Bis zum 25. März kann der Band zum Subskriptionspreis von 20€ (statt 26€) vorbestellt werden.
Verlagstext:
Karl May (1842–1912) ist einer der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren – die Gesamtauflage seiner Bücher wird auf über 200 Millionen Exemplare geschätzt. Seine Erzählungen und deren einzigartige Rezeptionsgeschichte sind ein Zeugnis für die Macht der Literatur, kulturelle Barrieren zu überwinden und universelle Werte zu vermitteln. Einst stand Karl May für Freiheit, Pazifismus und Antikolonialismus. May erweckte in Millionen jugendlicher Leser:innen Bewunderung und Respekt für die indigenen Völker und Kulturen Nordamerikas. Winnetou, der edle Häuptling der Apachen, ist eine der positivsten Figuren der Weltliteratur. Und heute soll derselbe Winnetou die Verherrlichung kolonialistischer Fremdbestimmung und Identitätsdiebstahl symbolisieren? Im Sommer 2022 lösten zwei Kinderbücher und ein Kinofilm eine heftige Diskussion mit mehr als 100.000 Medienbeiträgen – darunter 3.200 Artikel in Tageszeitungen und Magazinen – aus. Dieser Band untersucht das literarische Werk Karl Mays und dessen Bedeutung unter der Perspektive von kultureller Aneignung, Auswanderung und europäischem Kolonialismus. Mit Beiträgen von Andreas Brenne, Christian Feest, Gunnar Sperveslage und Johannes Zeilinger.
Inhaltsverzeichnis:
Karl May: Winnetou
Klaus Farin: Einführung. »Als Kind wäre ich gern Indianerhäuptling geworden«
Christian Feest: »Gibt es viele Indianer in Europa?« Anmerkungen zu einer langen Geschichte
Andreas Brenne: Karl May und die Indianer. Ein sächsischer Utopist imaginiert Möglichkeitsräume
Johannes Zeilinger: Karl May kämpft gegen die Versklavung. Zum historischen Hintergrund und der kolonialen Debatte seiner Afrika-Romane
Gunnar Sperveslage: Kara Ben Nemsi in Mekka. Europäische Überheblichkeit und koloniales Denken in Karl Mays Orientzyklus