Himmelsgedanke
Ein Fürst, welcher nach den Wünschen seines Volkes fragt, handelt nach dem Vorbilde Gottes, welcher will, daß seine Kinder ihm die ihrigen im Gebete sagen.
Ein Fürst, welcher nach den Wünschen seines Volkes fragt, handelt nach dem Vorbilde Gottes, welcher will, daß seine Kinder ihm die ihrigen im Gebete sagen.
Die irdische Gesetzgebung macht mit dem Einzelnen zuweilen sehr langen, mit den Völkern aber oft sehr kurzen Prozeß.
Es giebt ein großes, erhabenes und beglückendes Gesetz, welches noch kein Mensch begriffen hat. Aber der Fürst, welcher sich, wenn auch unbewußt, von diesem Gesetze leiten läßt, wird das Glück seines Volkes sein.
Die Phantasie ist etwas ganz Anderes, als Ihr im gewöhnlichen Sprachgebrauche meint. Ihr sprecht von der Phantasie eines Dichters, weil er von Dingen redet, welche der Gegenwart unbekannt, ja ihr unwahrscheinlich sind. Aber nach Verlauf der Zeit werden sie als Wahrheiten offenbar. War er ein Phantast? Nein, sondern ein gottbegnadeter Seher. Die reine, keusche, dichterische Phantasie ist nichts Anderes, als die Seele selbst, welche über Zeit und Raum zu schauen vermag.
Der Körper des Menschen soll sich nach dem Tode langsam unter der Erde auflösen, damit alle seine Bestandteile Zeit finden, die ihnen bestimmte, neue Verbindung einzugehen. Das vorschnelle Verbrennen im Crematorium aber ist keine Auflösung sondern eine gewaltsame Verwandlung in Asche, bei welcher wichtige Impoderabilien dem Uebergange in eine Daseinsform entzogen werden, an der wir uns nicht versündigen sollten. Beim Tode hat nicht der Anatom und nicht der Chemiker das erste und das letzte Wort zu sprechen.
Warum war deine Kindheit ein irdisches Paradies für dich? Weil du keine Sorge zu haben brauchtest, denn der Vater sorgte für dich. Und doch verzichtest du auf ein viel herrlicheres Paradies, indem du deine Gottesheimath verleugnest und deine irdischen Sorgen höher stellst als die himmlischen des Vaters!
Ihr kämpft um den Besitz dieser und streitet Euch über das Vorhandensein jener Welt, und doch ist es grad Euer Unfriede, welcher Euch verhindert, diese zu besitzen und jene zu erkennen.
Es ist selbstverständlich, daß die forschende Wissenschaft Alles zergliedert, was Glieder hat; aber es ist unerfindlich, aus welchem Grunde der Psycholog auch die Seele wie ein Gliederthier behandelt.
Stoff und Kraft sind nicht Zweierlei, sondern er ist ihre Materialisation, welche durch Auflösung wieder zur Kraft wird. Die häßliche Kohle verwandelt sich, indem sie durch das Verbrennen in Kraft übergeht, in helles Licht, wohlthätige Wärme und lebensvolle Bewegung.
Warum übt der Orient auf unsern Geist und unser Herz eine so große Anziehungskraft aus? Aus demselben Grunde, welcher Rückert trieb, sein Lied »Aus der Jugendzeit« zu dichten.