Himmelsgedanke
Lächle nicht darüber, denn es ist wahr: Deine Gedanken, Worte und Werke werden in das »Buch des Lebens« von keinem Andern als von dir selbst eingetragen.
Lächle nicht darüber, denn es ist wahr: Deine Gedanken, Worte und Werke werden in das »Buch des Lebens« von keinem Andern als von dir selbst eingetragen.
Wer giebt dir das Recht, über den Glauben Anderer zu lächeln? Du glaubst doch wenigstens ebenso fest wie sie, aber freilich nicht an Gott sondern an die Unfehlbarkeit deiner Trugschlüsse.
Du weißt, daß dein Körper des immerwährenden, unausgesetzten Stoffwechsels bedarf. Deine Seele ebenso. Weißt du auch das? Hast du noch nicht ihren Hunger, ihren Durst beachtet? Gieb ihr, was ihr nöthig ist, aber nicht Lüge anstatt Wahrheit und nicht Finsterniß anstatt Licht!
Gott hat den Eltern einen größern Einfluß gegeben, als sie ahnen. Ihre Macht über die Kinder reicht noch über den Tod, über Körper, Raum und Zeit hinaus.
Wie es latente Wärme giebt, so giebt es auch latente Liebe. Haben wir sie befreit, so nennen wir sie Dankbarkeit.
Es giebt nur deshalb keinen Verkehr zwischen hier und dort, weil der Unglaube den Brückenbau von unserer Seite aus verhindert.
Jedem Gedanken eines logischen Denkers entspringen, sobald er zu Ende gedacht worden ist, neue Gedanken, welche sich aus ihm gebären, um nach ihrer Vollendung wieder zu weiteren zu führen. So entwickeln sich im großen Zusammenhange der Gedankenwelten aus jeder zu Ende gelebten Welt neue Welten, um, indem sie sich ausleben, abermals ferneren das Dasein zu geben.
Du prägst jedem Werke deines Geistes oder deiner Hände die Spuren deiner Seele ein und trägst dadurch zur Offenbarung der Seele deines Volkes bei. Hast du jemals an die hieraus für dich entspringende Verantwortung gedacht?
Das Morgenland hat dem Abendlande geistig so viel, so viel geliehen, was dieses ihm mit Zinsen zurückzuerstatten hat. Wir werden noch lange, lange seine Schuldner sein.
Die Erde wird dem Völkerfrieden nie freiwillig ihre Thore öffnen. Sie muß dazu gezwungen werden.