Juni 2024

Archiv, Neuerscheinungen

HKA IV.22 „Im Reiche des silbernen Löwen I“ erschienen

Die vier Bände von Im Reiche des silbernen Löwen weisen bekanntlich eine Zäsur nach dem zweiten Band auf, da Karl May die letzten beiden Bände erst nach seiner Orientreise und nach dem grundlegenden Wandel seines künstlerischen Selbstverständnisses geschrieben hat. Diesem Tatbestand trägt die Historisch-kritische Ausgabe Rechnung, indem sie die Bände III und IV der Tetralogie der Abteilung Spätwerk zuordnet, die Bände I und II hingegen der Abteilung Reiseerzählungen. Der erste Band liegt nunmehr in der historisch-kritischen Edition vor.

Dieser Band weist eine besonders langwierige Entstehungsgeschichte auf, hat Karl May den Anfangsteil doch bereits 1893 niedergeschrieben, den Schlussteil jedoch erst 1897. Dieser Entstehungsgeschichte der ursprünglichen Zeitschriftenfassung geht der Editorische Bericht des Bandes ausführlich nach. Ebenso dokumentiert er die Veränderungen, die sich für die spätere Buchfassung ergeben haben. Karl May integrierte zum einen die kurze Geschichte Scheba et Thar in leicht bearbeiteter Fassung in diese Reiseerzählung, zum anderen nahm er ab der 4. Auflage (1905 erschienen) bedeutende Veränderungen vor, die darin bestanden, dass er die Erwähnungen seiner mittlerweile von ihm geschiedenen ersten Ehefrau Emma (im Roman Emmeh) tilgte und stattdessen eine geistige Gefährtin (Dschanneh) erfand, von der nunmehr die Rede ist. Die HKA bringt den Text des Bandes in der Fassung letzter Hand, also der Dschanneh-Fassung, doch trägt sie der vielfach vertretenen Auffassung, die Emmeh-Fassung sei besser gelungen, insofern Rechnung, als sie auch das längere, von viel Wortwitz geprägte Gespräch zwischen Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar über Emmeh aus der Erstfassung in einem Anhang zusammenhängend präsentiert.

Herausgeber des Bandes ist Gunnar Sperveslage und als Bearbeiter war Joachim Biermann tätig.

Der Band kann im Online-Shop des Karl-May-Museums erworben werden.

Archiv, Nachrichten

Zum Fortgang der Historisch-kritischen Ausgabe

von Joachim Biermann

Der neueste Band der HKA, Im Reiche des silbernen Löwen I, ist mittlerweile erschienen. Wir konnten für diesen Band noch einmal den bisherigen Preis halten, doch muss die Karl-May-Stiftung aufgrund der gestiegenen Produktionskosten nun leider ab dem folgenden Band den Preis pro Band um 4 Euro anheben; der Preis für Subskribenten liegt dann bei 50,90 Euro inkl. Porto, der Preis für Einzelbezieher bei 54,90 Euro zzgl. Porto. Diese Preisanhebung gilt nur für zukünftige Bände, für alle bereits erschienenen bleibt der bisherige Preis unverändert.

Solche Preiserhöhungen sind unerfreulich, lassen sich bei einem sich über eine so lange Zeit erstreckenden Unternehmen wie der Historisch-kritischen Ausgabe aber leider kaum vermeiden. Und noch immer, auch dies sei noch einmal betont, ist unsere HKA im Vergleich zu anderen kritischen Ausgaben vergleichsweise preiswert, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass alle Bandbearbeiter und Herausgeber aus den Reihen unserer Karl-May-Gesellschaft stammen und ehrenamtlich arbeiten.

Eine erfreuliche Mitteilung kann ich all denen machen, die seit vielen Jahren auf den Abschluss des Orientzyklus im Rahmen der HKA warten. Nicht nur wird In den Schluchten des Balkan aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr erscheinen, sondern auch die beiden abschließenden Bände Durch das Land der Skipetaren und Der Schut werden sich direkt anschließen und sollen noch 2025 fertiggestellt und ausgeliefert werden.

Die Bände, die für die Zeit danach eingeplant sind, sind schon jetzt weit fortgeschritten: Im Reiche des silbernen Löwen II, Im Lande des Mahdi III und Abdahn Effendi sollen ab 2026 nach jetzigem Planungsstand als nächstes folgen.

Für ein besonderes Projekt innerhalb der HKA haben wir lange nach geeigneten Bandbearbeitern Ausschau gehalten, nämlich den Band VII.3 aus der Abteilung der Nachlass-Schriften (Ave Maria), der Karl Mays Kompositionen enthalten wird. Hier war eine besondere Expertise vonnöten, und wir freuen uns, nunmehr zwei Musikwissenschaftler gefunden zu haben, die diesen Band vorbereiten, dessen Erscheinen allerdings im Augenblick noch nicht genau festzulegen ist.

Archiv, Neuerscheinungen

Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 220

Inhaltsverzeichnis

  • Joachim Biermann: In eigener Sache
  • Stefan Schmatz: Sonnenstrahlen. Das wohl am meisten unterschätzte Karl-May-Buch (II)
  • Wolfgang Bickel: Ich gebe zu, daß ich wie jeder Reiseschriftsteller meine Berichte stilisiere. Überlegungen zum Thema ›Handlungszeit der Erzählungen und historische Fakten bei Karl May‹ (Teil 1)
  • Stefan Schmatz: Seger und Seegerkasten in Oberbayern
  • Joachim Biermann: Zum Erscheinungstermin der Rose von Kaïrwan
  • Eckehard Koch/Gerd Hardacker: Noch einmal: Das Thema Blutsbrüderschaft bei Karl May (Teil 1). Erneut weitere Erkenntnisse zu unserem Jahrbuch-Beitrag von 2016
  • Christoph Blau/Wolfgang Hermesmeier: Der Band muß ein hochfeines Aussehen haben. Zur buchgestalterischen Ausstattung der Erstausgabe von Karl Mays Himmelsgedanken (Teil 1)
  • Malte Ristau: Ermutigendes Interesse an Karl May. Junge Autoren überraschen bei Berliner Volksbühne und Suhrkamp
Archiv, Neuerscheinungen

Enis Maci & Mazlum Nergiz: Karl May

Enis Maci, Mazlum Nergiz: Karl May. Suhrkamp Verlag, Berlin 2024. 200 Seiten. Paperback. ISBN 978-3-518-12806-0. Preis: 18,00€

Verlagstext:

Karl May – Kleinkrimineller, Hochstapler, Deutschlands erfolgreichster Schriftsteller. Millionen sind mit Winnetou und Old Shatterhand aufgewachsen. Enis Maci und Mazlum Nergiz nicht. In diesem Band gehen sie der Sache auf den Grund: Was hat es auf sich mit dem Lügen und dem Überleben? Was trennt den Fake von seinem Vorbild? Und wann steht sie endlich, die Autobahn vom wilden Kurdistan bis ins Land der Skipetaren?

Mit dabei: ein Autor, der sich für den Helden seiner eigenen Romane hält. Gebirge, die in Sachsen liegen, aber Utah meinen. Und ein nichtabreißender Strom von Zerrbildern über das Fremde.

Karl May zoomt rein in Landschaften, die schöner nicht sein könnten. Alles Show, alles wahr.

Archiv, Neuerscheinungen

Wiener Karl-May-Brief 1-2/2024

Aus dem Inhalt

  • Andreas Frey/Maria Taferl/Wilhelm Brauneder: Ein unbekanntes Gedicht Karl Mays vom 17. März 1898
  • Robert Ciza: Feierstunden in Essen – Hinweise auf unbekannte Karl-May-Abdrucke
  • Jürgen Brake: Trapper, Siedler, Indianer
  • Michael Schaden: Karl May – seiner Zeit voraus, aber ein Kind seiner Zeit? Bericht über den KMG-Kongress in Dortmund 2023
  • Wilhelm Brauneder: 24. Dezember 2023: Mit Karl May
  • Tanja Trübenbach: „Seiner Hochwohlgeborenen Herrn Dr. Karl May – Hochgeehrter Meister!“ · Arthur Stackler: Ein besonderer Verehrer Karl Mays
  • Thomas Braatz: Interview mit Arnold Tokstein am 8.9.2017 in Mödling
  • Wilhelm Brauneder: „Deutschtümelei“ im Umfeld Mays
  • Wilhelm Brauneder: Algersdorfs Straßen und Mays Weg zur „Scheune“ 1870
  • Hans-Dieter Steinmetz/Robert Ciza: Aus Südafrika und Ceylon – Frühe Karl-May-Übersetzungen ins Tschechische
  • Robert Ciza: Pascher aus Brünn – Ein unbekannter Karl-May-Abdruck
  • Wilhelm Brauneder: Ein abermaliger Chronologie-Versuch – letztlich doch wertvoll
  • Elisabeth Berger: Die Originalfassung von „Old Surehand II“ für sich betrachtet. Ein Essay
  • Erich Hammerler: „Yes, they did it again!“
  • Robert Ciza: Oberbayrische Seegerkästen. Unbekannte Karl-May-Abdrucke
  • Elisabeth Berger: Noch ein „Roter Gentleman“
  • Günther Wüste: Erinnerungen an Roland Schmid
  • Heinz Everhardt: Old Shatterhand in den ewigen Jagdgründen (1912)
Nach oben scrollen