Mai 2020

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Interview mit Johannes Zeilinger zur Krise in Radebeul

Johannes Zeilinger, bis 2019 Vorstandsvorsitzender der Karl-May-Gesellschaft und ebenfalls bis 2019 Mitglied des Kuratoriums der Karl-May-Stiftung, hat sich in einem Interview mit der Redaktion von Karl May & Co. zu den Vorgängen in Radebeul geäußert. Dabei vertritt er eine klare Position, wie das Museum für die Zukunft neu aufgestellt werden könnte.

Nachzulesen ist das Interview auf www.karl-may-magazin.de

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Presseerklärung des Vorstands der Karl-May-Stiftung

Den Übergang gestalten – Herr René Wagner zum Interimsgeschäftsführer bestellt

Vorstand und Kuratorium hatten in ihren Sitzungen am 12. und 13. Mai 2020 entschieden, die im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Abgang von Herrn Dr. Wacker als Geschäftsführer von Karl-May-Stiftung und Karl-May-Museum gGmbH öffentlich erhobenen massiven Vorhaltungen vorbehaltlos aufzuklären und erst auf dieser Grundlage dann personelle Veränderungen im Vorstand vorzunehmen. Dem soll die nächste planmäßige Kuratoriumssitzung am 27. Juni 2020 dienen.

Auf dieser Grundlage hat sich der verbliebene vierköpfige Vorstand in seiner Sitzung am 12.05.2020 für diese Übergangszeit unter nunmehrigem Vorsitz von Oberbürgermeister Bert Wendsche neu konstituiert.

Parallel wurde in einer weiteren Vorstandssitzung am heutigen Tage Herr René Wagner einstimmig zum Interimsgeschäftsführer bestellt. Damit konnte eine Person gewonnen werden, die jahrelang selbst die Geschicke des Karl-May-Museums geleitet hat, die weiterhin gut in der Karl-May-Szene und im Kuratorium vernetzt ist und die Karl May in all seiner Vielfalt genau kennt. Herr Wagner hat sich bereit erklärt, diese Position bis zum 30.06.2020 unentgeltlich zu übernehmen. Er unterstützt damit zugleich das Karl-May-Museum in einer vor allem auch durch Corona wirtschaftlich schwierigen Zeit.

Zugleich wurde Herr Dr. Wacker als Geschäftsführer abberufen.

Der Vorstandsvorsitzende Herr Wendsche erklärt dazu: „Der Respekt vor der Entscheidung des Kuratoriums, Personalveränderungen im Vorstand erst in der Sitzung am 27. Juni 2020 auf der Grundlage einer sorgfältigen Sachanalyse vorzunehmen, gebietet es seitens des Vorstandes diesen Prozess vorerst auch nur mit einem Interimsgeschäftsführer zu begleiten. Dem am 27. Juni 2020 neu zu bildenden Vorstand – egal wie dieser personell auch aussehen möge – soll damit die Möglichkeit gegeben werden, ohne Bindung an Vorabentscheidungen des alten Vorstandes, einen Geschäftsführer seines Vertrauens zu berufen.“

Dem amtierenden Vorstand ist damit zugleich daran gelegen, die Situation von Stiftung und Kuratorium in einer durch den Weggang von Herrn Dr. Wacker samt Begleitumständen sowie durch die Auswirkungen von Corona schwierigen Zeit zu beruhigen und zu stabilisieren; gerade auch im Interesse der engagierten Belegschaft.

Gez. Bert Wendsche,

Vorstandsvorsitzender der Karl-May-Stiftung

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Tomos Forrest: Mein Orient-Tagebuch. Der Löwe von Assur. Trilogie-Gesamtband

forrestTomos Forrest (Thomas Ostwald). Mein Orient-Tagebuch: Der Löwe von Assur. Trilogie-Gesamtband. Verlag: Der Romankiosk. München. 324 Seiten.

Hardcover: ISBN 978-3-7529-4890-5. Preis: 24,99€

Paperpack: ISBN 978-3-7529-4888-2. Preis 15,99€

Verlagstext

Kara Ben Nemsi schreibt in seinem Orient-Tagebuch: Wie so oft in mei­nem bis­he­ri­gen Le­ben über­rasch­te mich die Ein­la­dung mei­nes al­ten Be­kann­ten, Sir Da­vid Lind­say. Ei­gent­lich war ich nicht ge­willt, mich er­neut auf ei­ne Rei­se zu be­ge­ben. Doch da es hier ganz of­fen­bar um ein ur­al­tes Ge­heim­nis ging, das auf die ein­sti­gen Herr­scher im Zwei­strom­land deu­te­te, reiz­te mich doch wie­der das Aben­teu­er. Konn­te ich denn ah­nen, in wel­che Ge­fah­ren ich mich be­gab? Schließ­lich woll­ten wir doch nur ein neu­es Aus­gra­bungs­feld be­su­chen, um end­lich den Traum Sir Da­vid Lind­says zu rea­li­sie­ren, und ei­nen Ge­flü­gel­ten Stier für ihn fin­den! Doch schon in Dres­den stieß ich auf ei­ne in­te­res­san­te Spur, wur­de aber auch von ei­nem Un­be­kann­ten ver­folgt und be­ob­ach­tet. Das hät­te mir als War­nung die­nen sol­len …

Trilogie:

1. Die Bruderschaft

2. Die Prophezeiung

3. Krieg der Löwen

erschienen im Verlag Der Romankiosk

Archiv, Neuerscheinungen

Karl May & Co. Nr. 160 erschienen

kmco160Aus dem Inhalt:

Karl May — Leben und Werk

– „Mit Karl May durch Amerika“. Klara Mays Reise auf den Spuren der Helden Karl Mays

– Wolfgang Hermesmeier: Auf der Jagd nach der Phantomauflage. Eine Spu­ren­su­che „Durch die Wüs­te“

– Stefan Schmatz: Karl Mays Waldläufer-Bearbeitung im Verlag Bardtenschlager (Teil 1) Sel­te­ne Ein­band­va­ri­an­ten von Karl-May-Bü­chern (II)

– Stefan Schmatz: Der erste Besuch des Waldkönigs in der Schweiz. Un­be­kann­te May-Ab­dru­cke ent­deckt (XXX)

Karl May im Film

– Stefan von der Heiden: Winne … who? Die internationale Vermarktung der Karl-May-Fil­me (Teil 12) – DDR

– „Wir träumen weiter“. Interview mit Ulrich Wirsing, Veranstalter der Win­ne­tou-Fes­te in Kroa­ti­en

– Gänsehaut zwischen Film und Traum. „Goldene“ Filmfeste für Winnetou – ein Rück­blick

– Dirk Brüderle: Was lief denn da? Karl Mays Helden im Anzeigenteil – Wer­bung für die Karl-May-Fil­me in Ta­ges­zei­tun­gen, Teil 4

Bühne

– Festspiel-News. „Corona Edition“

– Häuptling, Mr. Patterson, Grillmeister. Die Institution im Sauerland: Wolfgang Kirch­hoff, Els­per Ak­teur vor und hin­ter den Ku­lis­sen

Szene & Co.

– Ha-ha-ha Hadschi Halef Omar. Wie eine Karl-May-Figur 1980 die Charts stürm­te

– Henning Franke: „Winnetou ist eine weit überschätzte Figur“. La­ger­feu­er­ge­sprä­che (38)

– Stefan Schmatz: Karl Mays Traumwelten im Comic. Teil 12: Condor-Verlag (4)

– Marah Schmidt oder Helmut Durimeh? Der kaum bekannte Karl-May-Ka­ri­ka­tu­rist Lutz Ba­ckes

Das Heft ist zu beziehen über: Mescalero e.V.

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Presseerklärung des Kuratoriums der Karl-May-Stiftung

Die Zukunft der Karl-May-Stiftung und ihrer Vision

Kuratorium und Vorstand der Karl-May-Stiftung haben sich am 13.05.2020 in einer gemeinsamen Videokonferenz mit den augenblicklichen kontroversen Entwicklungen rund um die Karl-May-Stiftung befasst.

Dabei wurde seitens des Kuratoriums der Vorschlag der amtierenden Vorstände angenommen, dass der Vorstand der Stiftung unter Vorsitz von Oberbürgermeister Bert Wendsche bis zur nächsten Kuratoriumssitzung, die satzungsgemäß am 27.06.2020 stattfindet, die Geschäfte der Stiftung weiterführen wird.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Corona-Krise und den kommunikativen Einschränkungen von Videokonferenzen waren sich die Teilnehmer einig, dass die gesamten aufgeworfenen Themenkomplexe unter Beachtung der satzungsrechtlichen Vorgaben geordnet nur auf einer Präsenzsitzung am 27.06.2020 aufgearbeitet werden können. In diesem Zusammenhang ist in den nächsten Tagen und Wochen der Austausch und die Klärung mannigfacher Hintergrundinformationen notwendig.

Gleichwohl wiesen mehrere Kuratoren bereits jetzt darauf hin, dass auf der Kuratoriumssitzung am 27.06.2020 großflächige Umbesetzungen im Vorstand diskutiert und dann umgesetzt werden sollten. Geeignete neue Kandidaten und Kandidatinnen hätten bereits ihre Bereitschaft zur Mitwirkung im Vorstand erklärt. Die derzeitige Satzung der Stiftung sieht bis zu 7 Vorstandsmitglieder vor. Das Kuratorium wird Neubesetzungsvorschläge in den nächsten Wochen entgegennehmen.

Auch die Notwendigkeit von stiftungsrechtlich zulässigen Satzungsreformen insbesondere im Bereich des Verhältnisses von Museumsgeschäftsführung und Vorstand werden auf der nächsten Sitzung diskutiert werden müssen.

Das Kuratorium erklärt, an der angestrebten Umsetzung der Vision des Museumsneubaus unbedingt festzuhalten. Würde, wie in einigen Kommentaren zur Lage gefordert, die Repräsentation der Stadt Radebeul im Vorstand nicht mehr gewährleistet sein oder entsprechende Grundstückskäufe für die Durchführung des Neubaus ausfallen, so hätte dies voraussichtlich das Scheitern der Vision Museumsneubau zur Folge.

Das Kuratorium und der Vorstand betonten einheitlich und nachdrücklich, dass das Personal des Karl-May-Museums, das die Umstrukturierung des Museums in den beiden vergangenen Jahren bereits weit vorangetrieben hat, für die Umsetzung der Vision eine zentrale Rolle spielt und man die zukünftigen Ziele ohne weitere Spaltungen erreichen will. Man sei sich im Kuratorium der Leistungskraft des Personals und der erzielten Erfolge bewusst.

Das Kuratorium bedauert das vorzeitige Ausscheiden von Herrn Dr. Wacker. Er hat nicht nur wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Radebeuler Karl-May-Museums, sondern auch neue Akzente in den Bereichen Kommunikation und Kooperation gesetzt. Dies gilt es weiter zu führen. Das Kuratorium wünscht Herrn Dr. Wacker bei seiner neuen Aufgabe in Kuwait viel Erfolg.

Gleichwohl haben mehrere Kuratoren darauf hingewiesen, dass auch berechtigte Kritik bevor sie in die Öffentlichkeit getragen wird, in der Breite des Kuratoriums hätte besprochen werden müssen. In der augenblicklichen Lage ist man innerhalb weniger Tage von den Ereignissen überrascht und überrannt worden, ohne Probleme in der Tiefe besprechen zu können.

Das Kuratorium wird alle Vorgänge und Problemstellungen nunmehr im engen Informationsaustauch mit dem Vorstand aufarbeiten, auf seiner Sitzung am 27.06.2020 besprechen und entsprechende Beschlüsse fassen.

Das Kuratorium bittet um Verständnis dafür, dass die abschließende Sachverhaltsklärung eine gewisse Zeit braucht, die stiftungsrechtlichen Vorgaben eingehalten werden müssen und das Ganze auch noch in Zeiten der Einschränkungen durch die Corona-Krise erfolgen muss.

Das Kuratorium wird die Öffentlichkeit unmittelbar nach seiner Sitzung am 27.06.2020 umfassend informieren.

Gez. Dr. Robert Straßer

Präsident des Kuratoriums

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Presseerklärung des Vorstands der Karl-May-Stiftung

Ein Gebot der Verantwortung für Karl May und die Stadt Radebeul

Kuratorium und Vorstand der Karl-May-Stiftung haben sich in außerordentlichen Sitzungen mit der Situation nach dem Bekanntwerden des bevorstehenden Ausscheidens des Museumsdirektors und Geschäftsführers des Karl-May-Museums sowie der Karl-May-Stiftung, Herrn Dr. Christian Wacker, und insbesondere auch mit den dabei erhoben öffentlichen Vorwürfen beschäftigt.

Beide Gremien betonen nochmals, dass sie das vorzeitige Ausscheiden von Herrn Dr. Wacker bedauern. Er hat in den nahezu zwei Jahren seines Wirkens im musealen Bereich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Radebeuler Karl-May-Museums gesetzt. Wir wünschen ihm bei seiner neuen interessanten Stelle in Kuwait Erfolg.

Seine Enttäuschung über den langwieriger als seinerseits erwarteten Weg zur Umsetzung der Zukunftsvision des Karl-May-Museums ist verständlich. Unverständlich aus Sicht des Vorstandes ist jedoch, warum Herr Dr. Wacker den Weg über die Presse gewählt hat. Eine konstruktive Problem- und vor allem Lösungssuche wird dadurch nicht befördert, wohl aber der Ruf von Stiftung und Museum schwer beschädigt und der Weg zur Umsetzung der Zukunftsvision weiter erschwert.

Aus Verantwortung für die Bewahrung und Pflege des Erbes von Karl May sowie in Anerkennung der herausragenden Bedeutung seiner Person für die Stadt Radebeul hat sich der Stiftungsvorstand, bestehend aus den Herren Thomas Grübner, Ralf Harder, Klaus Voigt und Bert Wendsche einstimmig darauf verständigt, dass Herr Oberbürgermeister Bert Wendsche bis auf Weiteres den Vorstandsvorsitz übernimmt.

In Abstimmung mit dem Kuratorium soll in der planmäßigen Kuratoriumssitzung am 27. Juni 2020 auch über etwaige Veränderungen im Vorstand und die Zuwahl neuer Vorstandsmitglieder entschieden werden.

Der Vorstand ist sich einig, dass die Verwirklichung der Vision für die Zukunft des Karl-May-Museums und für die lebendige Bewahrung des Erbes von Karl May von existenzieller Bedeutung ist. Dafür gilt es konsequent planerische, finanzielle und organisatorische Grundlagen zu legen. Belegschaft, Vorstand, Kuratorium, Stadt und Karl-May-Szene sollten sich um dieses Ziel unter Zurückstellung persönlicher Befindlichkeiten auch weiterhin vereinen und nicht spalten. Der neue Vorstandsvorsitzende Bert Wendsche betont: „Die Ideale von Toleranz und Menschenliebe Karl Mays sind mit dem öffentlichen Beschädigen von Personen, aus welchen Beweggründen auch immer, unvereinbar.“

Gez. Bert Wendsche, Vorstandsvorsitzender der Karl-May-Stiftung

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Statement des Vorsitzenden der Karl-May-Gesellschaft

Liebe Mitglieder der Karl-May-Gesellschaft,

ich begrüße die freimütige öffentliche Diskussion der Gründe, Umstände und Konsequenzen des überraschenden Abschieds von Herrn Dr. Wacker und danke allen, die durch ihre Stellungnahmen ihre Sorge um die Zukunft der Karl-May-Stiftung und des Karl-May-Museums zum Ausdruck bringen. Als Mitglied des Kuratoriums, das nun dringlich zur Wahrnehmung seiner Verpflichtungen aufgefordert ist, halte ich mich selbst mit öffentlichen Kommentaren zurück – umso intensiver bemühe ich mich, unterstützt vom Vorstand der Karl-May-Gesellschaft und einer großen Zahl engagierter Mitarbeiter, um eine Verständigung mit anderen Mitgliedern des Gremiums und anderen Institutionen der May-Szene, damit dieser Krise ein Neubeginn für das schwer angeschlagene Museum und nach Möglichkeit auch strukturelle Verbesserungen folgen können. Wir alle wünschen uns, dass die Stätte, an der Karl May lebte und arbeitete, bald wieder für bessere Schlagzeilen sorgen wird.

Florian Schleburg,

Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft

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Offener Brief von Christian Wacker zu seinem Rücktritt

Liebe Freundinnen und Freunde des Karl May Museums,

Liebe Karl May Fans,

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Aus Gründen der Transparenz habe ich mich entschlossen, meine Gründe und Motive für die Kündigung der Stelle als Geschäftsführer und Museumsdirektor im Karl May Museum gGmbH der Karl May Stiftung darzulegen. Mit diesem Schreiben verbinde ich die Hoffnung, dass eine selbstkritische Betrachtung der Strukturen des Karl May Museums und der Karl May Stiftung Veränderungen und Verbesserungen bewirken, die einer Zukunft dieser Institution förderlich sind.

Schon im Vorstellungsgespräch im Dezember 2017 sowie in den darauffolgenden Monaten wurden die Prioritäten meines Arbeitsauftrags von Seiten der Stiftung mündlich und schriftlich festgelegt. Primäres Anliegen war es, das Museum in die Zukunft zu führen und die Neukonzeption einschließlich Neubau zu gestalten. In den ersten Monaten meiner Tätigkeit arbeitete ich gemeinsam mit dem Museumsteam die inhaltliche Konzeption um und erweiterte diese auf die beiden renovierungsbedürftigen bestehenden Gebäude. Die von mir vorgefundene Konzeption war inhaltlich nicht tragfähig, weshalb die neuen Ideen vom Vorstand angenommen und akzeptiert wurden. Die bestehenden Pläne hätten entsprechend modifiziert werden müssen, um einen Förderantrag bei Bund, Land und Stadt einreichen zu können. Diese Pläne hätten innerhalb von wenigen Wochen erarbeitet und damit die Grundlage für die Fortsetzung des Projektes Neukonzeption geschaffen werden können. Zum Zeitpunkt meiner Einstellung zum 1.4.2018 war das Konto der Stiftung gut gefüllt, was mehr als ausreichend dafür gewesen wäre, das gesamte Projekt soweit vorzubereiten, dass Förderanträge offiziell gestellt hätten werden können.

Erst nach Unterzeichnung des Geschäftsführervertrags wurde mir offenbart, dass die Stiftung bereits förderschädlich gehandelt hatte, noch bevor Förderanträge gestellt worden waren, indem sie einen Generalplanervertrag mit einem Radebeuler Architekturbüro unterschrieben hatte. Dieser fahrlässige Fehler wurde von Seiten der Stiftung „behoben“, indem die ehemalige Geschäftsführerin fristlos entlassen wurde und mit Hilfe eines überteuerten Rechtsanwaltsbüros ein Aufhebungsvertrag mit dem Architekturbüro ausgehandelt wurde. Aus dem Generalplanervertrag wurde ein Vertrag zur Umsetzung aller Planungsleistung bis Leistungs-Phase 4-5, der nebenbei bemerkt ebenfalls förderschädlich ist. Das Thema der Förderschädlichkeit sollte von Mitgliedern der Stiftung – ich sollte nur bei Bedarf hinzugezogen werden – mit dem Bund diskutiert und behoben werden. Über 1,5 Jahre und bis heute wurde die Stiftung hier nicht aktiv. Von Beginn an war ich äußerst verwundert darüber und habe dies bei verschiedenen Gelegenheiten auch angesprochen, dass ich in originäre Prozesse eines Geschäftsführers (z.B.: Diskussion mit dem Architekturbüro zum Thema Generalvertrag, Thema Förderschädlichkeit gegenüber dem Bund) nicht eingebunden werden sollte.

In jedem Fall wurde das Budget darauf verwendet, die fristlose Kündigung der ehemaligen Geschäftsführerin zu finanzieren (Abfindung, Rechtsanwalt), den Aufhebungsvertrag mit dem Architekturbüro abzuschließen (Rechtsberatung), ausstehende Honorare aus den Jahren 2016 und 2017 an das Architekturbüro zu bezahlen und die Skulptur des Brunnenengels umzusetzen, der im Januar 2018 noch vor meiner Zeit beauftragt wurde. Es wurde innerhalb des Vorstands der Stiftung vereinbart, keine weiteren Planungsschritte zur Neukonzeption zu unternehmen, bevor nicht das Problem der Förderschädlichkeit mit dem Bund geklärt ist. Für mich sind dieses Verhalten und die Verzögerungen des Stiftungsvorstands maßgeblich verantwortlich dafür, dass sich meine Begeisterung für das Projekt und meine Motivation dafür in den letzten beiden Jahren sukzessive gemindert hat. Ich war angetreten, um die Neukonzeption inhaltlich zu überarbeiten und in ein Neu- und Umbauprojekt zu überführen und umzusetzen. Tatsächlich habe ich die Neukonzeption mit dem Museumsteam inhaltlich überarbeitet und zum 90. Geburtstag des Museums am 1.12.2018 öffentlich präsentiert. Seitdem ist allerdings nichts geschehen!

Das Museum hatte ich in einem vollständig veralteten Zustand übernommen und in den letzten beiden Jahren mit dem Team und einigen neuen qualifizierten MitarbeiterInnen in allen Bereichen musealer Arbeit weiterentwickelt. Es ist freilich zentrale Aufgabe eines Museumsdirektors, dies zu leisten, weshalb er als Professioneller seines Faches auch verpflichtet wird. Ich habe diese Aufgaben von Beginn an mit großer Leidenschaft verfolgt, zumal das Image des Museums innerhalb der Kulturszene aber auch der Karl-May-Szene ein schlechtes war. Um eine solche Institution zukunftsfähig machen zu können, muss sie inhaltlich und technisch aber vor allem ideologisch entstaubt werden. Neue Inhalte wurden geschaffen, neue Sichtweisen angeboten und Arbeitsweisen digitalisiert (z.B.: Inventarisierung). Ein modernes Museum muss als Ort des Diskurses verstanden werden, an dem Meinungen unterschiedlichster Art zum Thema der Einrichtung geäußert und beschrieben werden dürfen. Wenn sich eine Kultureinrichtung heutzutage nicht den Diskussionen der Gesellschaft stellt, darf sie auch keine Unterstützung derselben erwarten. Für das Karl-May-Museum übersetzt bedeutet dies, die gesamte Karl-May-Szene und alle Interessierten darüber hinaus mitzunehmen und eine Bühne zu schaffen, Karl May auch anders deuten, ihm gegenüber auch Kritik äußern zu dürfen und ihn eben nicht nur auf einen Sockel zu stellen. Anfangs irritiert, später schockiert war ich darüber, dass in der Stiftung eine Meinung vertreten werden sollte, die der eines Mitglieds des Vorstands entsprechen musste. Sämtliche Themen zu Karl May wurden so über eine einzige Person kanalisiert, deren Einschätzungen als regelkonforme Stiftungswahrheit galten. Warum nur verfügt die Stiftung nicht über einen Pool an Karl-May-Spezialisten, die zu kniffligen Fragen gemeinsam entscheiden?

Natürlich sind inhaltliche Themen zu Karl May nicht von musealen Themen zu trennen und ich habe meine Aufgabe immer so definiert, dass ich für die Weiterentwicklung des Museums zuständig bin. In einem Museumsbeirat wurden die großen Themen auch diskutiert, die Umsetzung sollte man tunlichst den Museumsprofis überlassen. Ich habe zu Beginn meiner Amtszeit wohlgemeinte Ratschläge von besagtem Mitglied des Vorstands erhalten, sah mich aber bald mit Gegendarstellungen konfrontiert und wurde daran erinnert, Weisungsbefugnisse umzusetzen zu haben. Als promoviertem Kulturwissenschaftler erachte ich es als Anmaßung, mich in stundenlangen Telefonaten oder seitenlangen emails dorfschulmeisterlich belehren lassen zu müssen. Solche Diskurse können in einem Beirat geführt werden, dürfen aber nicht die Alltagsarbeit im Museum belasten. Ich kenne keine vergleichbare Institution, in der eine derartige Einmischung in die Museumsarbeit geschieht!

Moralisch absolut indiskutabel finde ich dabei, dass meine Person von selbigem Mitglied des Vorstandes hinter meinem Rücken diskreditiert wurde, meine Kompetenzen in Frage gestellt werden und unter Ausbeutung meiner privaten facebook-Seite Sachverhalte skizziert werden, die ich gar nicht kenne. Es handelt sich hier um klassisches Mobbing, dem ich mich nicht weiter aussetzen werde.

Ich bin nach wie schockiert darüber, dass ein Beitrag einer anerkannten amerikanischen Professorin für den letzten „Beobachter“ abgelehnt wurde, nur weil er „dem Gerücht, May sei homosexuell gewesen, neue Nahrung geben“ könnte. Ein weiteres Mitglied des Vorstands der Stiftung unterstrich, May solle nicht mit „Schwulengeschichten in Verbindung“ gebracht werden. Solche Äußerungen vertragen sich nicht mit dem Stiftungszweck unserer Satzung §2.1 der „[…] erzieherische[n] Absicht der Ausbreitung von Toleranz […]“.

Trotz allem war ich stets hochmotiviert, das Museum in die Zukunft zu führen und habe zwei Jobangebote für Direktorenstellen in Kairo im Sommer 2019 und im Saarland im Herbst 2019 ausgeschlagen. Mittlerweilen ist meine Begeisterung für das Projekt Neukonzeption des Karl May Museums unter den gegebenen Voraussetzungen derart getrübt, dass es mir nicht schwer fiel, ein Angebot aus Kuwait als Generaldirektor einer Museums- und Kultureinrichtung ab 1.6.2020 anzunehmen.

Hochachtungsvoll!

Dr. Christian Wacker

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Vollständige Pressemitteilung des Karl May Museums zum Weggang von Christian Wacker

Geschäftsführer verlässt das Karl May Museum

Der Museumsdirektor und Geschäftsführer des Karl May Museums sowie der Karl-May-Stiftung, Herr Dr. Christian Wacker, wird das Museum zum 31. Mai 2020 verlassen. Der Vorstand der Stiftung hatte seinem Gesuch nach vorzeitiger Aufhebung des Vertrags jüngst entsprochen.

Herr Wacker hatte das Museum vor zwei Jahren übernommen und mit einem Team, das mit jungen Museumsprofis ergänzt wurde, inhaltlich erweitert. Das Museum verfügt nun über eine klar definierte Sammlungspolitik, eine systematische digitale Inventarisierung und regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen. Inhalte wurden überarbeitet und das Museum erschließt zunehmend jüngere Zielgruppen mit erlebnisorientierten Programmen und Events. Die Vision für ein neues und zukunftsfähiges Karl May Museum wurde von Herrn Wacker weiterentwickelt und einer Umsetzung nähergebracht.

Herr Wacker verlässt das Karl May Museum auf seine Bitte hin und wird ab 1. Juni 2020 eine neue Tätigkeit im Kulturmanagement antreten. Die Karl-May-Stiftung dankt Herrn Wacker für sein Engagement und die leidenschaftliche Weiterentwicklung unseres Museums.

Gez. Vorstand der Karl-May-Stiftung

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Christian Wacker verlässt das Karl May Museum

Dr. Christian Wacker, Museumsdirektor und Geschäftsführer des Karl May Museums sowie der Karl-May-Stiftung, wird das Museum laut einer Pressemitteilung des Museums zum 31. Mai 2020 vorzeitig verlassen. In der Pressemitteilung heißt es dazu:

„Herr Wacker hatte das Museum vor zwei Jahren übernommen und mit einem Team, das mit jungen Museumsprofis ergänzt wurde, inhaltlich erweitert. Das Museum verfügt nun über eine klar definierte Sammlungspolitik, eine systematische digitale Inventarisierung und regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen. Inhalte wurden überarbeitet und das Museum erschließt zunehmend jüngere Zielgruppen mit erlebnisorientierten Programmen und Events. Die Vision für ein neues und zukunftsfähiges Karl May Museum wurde von Herrn Wacker weiterentwickelt und einer Umsetzung nähergebracht. Herr Wacker verlässt das Karl May Museum auf seine Bitte hin und wird ab 1. Juni 2020 eine neue Tätigkeit im Kulturmanagement antreten.“

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